Diese Substanzen sind ab 2027 neu verboten
Medikamente und Turniersport: Hier lohnt sich immer ein genauer Blick. Denn auch Wirkstoffe, die therapeutisch eingesetzt werden, können im Wettkampf unter das Anti-Doping- und Medikationskontroll-Regelwerk des Weltreiterverbands FEI fallen. Deshalb überprüft die FEI regelmäßig ihre „Equine Prohibited Substances List“ (EPSL).
Laut Cavallo werden mehrere bislang nicht gelistete Wirkstoffe künftig als „Banned Substances“ eingestuft:
- Suzetrigine
- Tapentadol
- Denosumab
- Cariprazine
- Nadroparin-Calcium
- SR9009
- synthetisches 1-24 ACTH
- Alfadolone (ein Wirkstoff zur Allgemeinanästhesie)
Banned Substances haben nach dem FEI-Regelwerk keinen legitimen Einsatz beim Wettkampfpferd und/oder ein hohes Missbrauchspotenzial. Sie sind im und außerhalb des Wettkampfs verboten.
Neue Einstufung für bekannte Wirkstoffe
Die Aktualisierung bringt nicht nur neue Verbote. Bei zwei bereits gelisteten Wirkstoffen ändert die FEI die Einstufung: Nordiazepam und Norfluoxetin wechseln von den „Banned Substances“ zu den „Controlled Medications“. Neu in diese Kategorie aufgenommen wird außerdem das Anästhetikum Alfaxalone.
Der Unterschied ist entscheidend: Controlled Medications sind Wirkstoffe, die einen legitimen therapeutischen Einsatz beim Pferd haben können. Im Wettkampf werden sie jedoch nach den geltenden FEI-Bestimmungen kontrolliert. Ein Medikament kann also medizinisch sinnvoll sein und trotzdem rund um einen Start Einschränkungen unterliegen.
Paracetamol wird zur „Specified Substance“
Spannend ist die neue Einordnung von Paracetamol (auch bekannt als Acetaminophen) sowie Coumarin. Beide werden künftig als „Specified Substances“ geführt.
Wichtig: Das bedeutet ausdrücklich keine Freigabe. Laut Cavallo berücksichtigt die FEI damit, dass bestimmte Wirkstoffe unter Umständen auch unbeabsichtigt in den Organismus eines Pferdes gelangen können, etwa durch Kontamination. Der Status kann bei der Beurteilung eines positiven Befunds eine Rolle spielen. Folgenlos ist ein positiver Test auf eine Specified Substance aber nicht automatisch.
Das solltest du vor der Turniersaison 2027 tun
Die FEI passt ihre Liste regelmäßig an neue wissenschaftliche Erkenntnisse, Medikamente und mögliche Missbrauchsrisiken an. Dabei geht es nicht nur um klassisches Doping, sondern auch um den verantwortungsvollen Umgang mit Medikamenten im Sport.
Für Reiter:innen, Trainer:innen und Tierärzt:innen heißt das: Medikamente und Wirkstoffe prüfen, bevor die neue Saison startet. Gerade wenn dein Pferd vor einem internationalen Start behandelt wird, solltest du mögliche Karenz- bzw. Nachweiszeiten und die jeweils geltenden FEI-Regeln im Blick haben. Am besten sprichst du das frühzeitig mit deinem Tierarzt oder deiner Tierärztin ab.
Die komplette FEI-Liste 2027 im Überblick 📋Gültig ab dem 1. Januar 2027
Zur FEI-ListeCavallo, „FEI ändert Dopingregeln: Das müssen Reiter ab 2027 wissen“ (25.09.2026): cavallo.de
FEI, Equine Prohibited Substances List 2027 (PDF): inside.fei.org











