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CAVALLUNA Stars: Ausbildungsphilosophie & Vertrauen

von Michelle Breitenfeld

Anzeige: Hinter den Kulissen von CAVALLUNA entscheiden feines Vertrauen, absolute Geduld und ein tiefes Gespür für Details über den Erfolg in der Arena. Wir zeigen dir, wie Reiter den Sprung ins Ensemble schaffen, wie sie junge Talente fördern und warum kein Showpferd zum Auftritt gezwungen wird.

Wie wird man Teil des CAVALLUNA-Ensembles?

Ein Platz im Ensemble erfordert lebenslange Pferdeerfahrung, vielseitiges Training in Reitkunst und Schauspiel sowie die gezielte Förderung durch erfahrene Mentoren.

CAVALLUNA präsentiert ein anspruchsvolles Programm, das Reiterei mit Elementen aus Theater, Tanz, Schauspiel und Spezialeffekten verbindet. Reiterliches Können bildet auf diesem Niveau lediglich die Grundvoraussetzung. Erfolgreiche Bewerber müssen zwingend interdisziplinäre Fähigkeiten mitbringen. Sie trainieren ihre Bühnenpräsenz, ihre Körpersprache und ihre Mimik genauso intensiv wie die Lektionen im Sattel.

Der Hauptdarsteller Matteo Rufini veranschaulicht diesen Werdegang ideal. Er wuchs in einer pferdebegeisterten Familie auf der italienischen Insel Ischia auf. Sein Onkel, der renommierte Pferdekünstler Bartolo Messina, begleitete ihn als Mentor und lehrte ihn die komplexe Freiheitsarbeit. Rufini trainierte parallel zur Reiterei intensiv seine schauspielerischen Fähigkeiten. Durch diesen Einsatz sicherte er sich die Hauptrolle des Hirtenjungen „Arhat“ in der aktuellen Show „Die Farben des Lebens“. Seine Karriere zeigt klar: Stetige Weiterentwicklung und der Wille, über den reiterlichen Tellerrand zu blicken, sichern den Platz im Rampenlicht.

Wie erkennt man die Talente und den Charakter eines Jungpferdes?

Ausbilder analysieren das Talent eines Jungpferdes durch exakte Alltagsbeobachtungen, tiefen gegenseitigen Respekt und das frühzeitige Entschlüsseln minimaler Körpersignale.

Jedes Pferd besitzt einen völlig eigenen Charakter, individuelle Bedürfnisse und mentale Grenzen. Ein Ausbilder erzwingt deshalb niemals eine Zusammenarbeit. Echtes Teamwork entsteht rein durch Aufmerksamkeit und den Respekt vor dem Lebewesen. Die Beurteilung und Ausbildung beginnt im Idealfall extrem früh.

Matteo Rufini begleitet sein Ausnahmepferd „Te Quiero“ bereits seit dessen Geburt. Reiter und Pferd wuchsen zusammen auf und meisterten jede Lektion gemeinsam. Für seine Ausbildung gilt ein zentraler Leitsatz: Die Details machen den Unterschied. Pferde senden permanent feine nonverbale Signale. Der Ausbilder liest diese Details im Alltag. Erkennt er die individuellen Stärken und Reizschwellen rechtzeitig, formt er das Jungpferd ohne Druck zu einem verlässlichen und selbstbewussten Partner für die Showbühne.

Ein junger Mann (Mateo Rufini) rennt mit einem Lächeln neben einem gesattelten dunklen Pferd her, das in Schräglage über einen sandigen Reitplatz galoppiert, während zahlreiche Zuschauer am Zaun die Vorführung verfolgen.

Was passiert, wenn ein Pferd an einem Showtag nicht auftreten möchte?

Verweigert ein Showpferd die Mitarbeit, greift die Equipe-Leitung sofort auf ein Ersatzpferd zurück und verzichtet konsequent auf jeden physischen oder mentalen Zwang.

Die Arbeit mit Pferden lehrt den Ausbilder absolute Bescheidenheit, da der Mensch die Situation niemals vollständig kontrolliert. Manchmal folgen die Pferde dem Reiter blind, manchmal wählen sie ganz bewusst ihren eigenen Weg. In Momenten der Verweigerung agieren professionelle Showreiter ausschließlich mit Geduld und Vertrauen.

Um die Tiere in Live-Shows zu schützen, etablieren professionelle Equipen das bewährte Ersatzpferde-Prinzip. Zeigt ein Tier am Showtag Anzeichen von Stress, fehlende Motivation oder Unwohlsein, springt umgehend ein routiniertes Backup-Pferd ein. Diese Strategie entlastet das betroffene Tier sofort. Die Equipe-Leitung nimmt den Leistungsdruck aus der Situation und bewahrt das über Jahre hart erarbeitete Vertrauensverhältnis nachhaltig.

🐴 Praxis-Tipp für deinen Stall

Was machst du, wenn dein Pferd heute unmotiviert oder verspannt ist?

Schalte sofort einen Gang zurück und beende die Lektion ohne Druck. Wechsle zu einer einfachen Basisübung wie dem lockeren Vorwärts-Abwärts im Schritt. Belohne jeden kleinen Lösungsansatz deines Pferdes. So schützt du die Motivation und beendest das Training mit einem positiven Gefühl.

Was können Freizeitreiter von der CAVALLUNA-Philosophie lernen?

Reiter und Pferdebesitzer profitieren im Alltag enorm von der fehlerverzeihenden Kultur der Show-Equipen: Respektiere die Tagesform deines Pferdes und erzwinge keine Lektionen.

Das Ersatzpferde-Prinzip lässt sich hervorragend auf das heimische Training übertragen. Klappt eine schwere Lektion heute nicht, weicht der Reiter auf eine leichtere, vertraute Übung aus. Das erhält die Motivation des Pferdes und beendet das Training positiv. Zudem verdeutlicht die Arbeitsweise der Showreiter, wie wichtig die detailgenaue Beobachtung vom Boden aus ist. Echtes Vertrauen entsteht bereits beim Putzen, Führen und im alltäglichen Umgang, lange bevor der Reiter den Fuß in den Steigbügel setzt.

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Fragen & Antworten

Für Shows wie CAVALLUNA eignen sich vor allem barocke Rassen wie Pura Raza Española (P.R.E.), Lusitanos und Friesen sowie nervenstarke Warmblüter und Ponys. Diese Rassen bringen von Natur aus eine hohe Versammlungsbereitschaft, Eleganz und eine enge Bindung an den Menschen mit. Am Ende entscheidet jedoch immer der individuelle Charakter des Pferdes über die Eignung, nicht das Papier.

Die gezielte Ausbildung für anspruchsvolle Showlektionen beginnt in der Regel erst mit vier bis fünf Jahren nach einer fundierten, schonenden Grundausbildung. Während die spielerische Gewöhnung an Umweltreize und die Vertrauensarbeit am Boden bereits im Fohlenalter starten, erfordern Lektionen unter dem Sattel sowie das Stehen im Rampenlicht eine vollständig ausgereifte Skelett- und Muskelstruktur sowie mentale Stärke.

Das aktive Lektionstraining eines Showpferdes dauert selten länger als 20 bis 30 Minuten pro Tag. Kurze, hochkonzentrierte Einheiten mit sofortiger Belohnung halten die Motivation hoch und überfordern das Pferd weder physisch noch mental. Den überwiegenden Teil des Alltags verbringen die Tiere mit freier Bewegung auf dem Paddock, regenerativen Spaziergängen und intensiver Pflege.

Grundsätzlich eignet sich jedes gesunde Pferd für die Freiheitsdressur, das Lerntempo und die Herangehensweise hängen jedoch maßgeblich vom Charakter ab. Neugierige, verspielte Pferde erfassen Lektionen oft rasch durch positive Verstärkung. Sensible oder skeptische Tiere benötigen zunächst eine monatelange, kleinschrittige Basisarbeit am Boden, um das notwendige Grundvertrauen aufzubauen.

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