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Tierwohl bei CAVALLUNA: Das Leben der Showpferde

von Michelle Breitenfeld

Anzeige: Drei Shows an einem Wochenende, jede Woche eine neue Stadt, monatelang auf Tournee: Wie geht es den über 50 Pferden und Ponys von CAVALLUNA dabei wirklich? Wir haben hinter die Kulissen der aktuellen Show „Die Farben des Lebens“ geschaut und verraten dir, wie Tierwohl und Pferdegesundheit im Tour-Alltag gelebt werden, von der Auswahl über Fütterung und Erholung bis zur Kontrolle durch die Behörden.

Der Grundsatz: Nur ein zufriedenes Pferd glänzt in der Arena

Mitreißende Nummern, aufwendige Choreografien und Reitkunst auf hohem Niveau verlangen Pferd und Reiter viel Konzentration ab. Bei CAVALLUNA ist man überzeugt: Nur ein zufriedenes und motiviertes Pferd kann diese Leistung regelmäßig abrufen und dabei leicht und unbeschwert aussehen. Deshalb soll sich jedes Pferd während der gesamten Tour sicher, ausgeruht und fit fühlen.

Diese Haltung prägt auch die Arbeit der Reiter. Hauptdarsteller Matteo Rufini hat von seinem Onkel, dem Freiheitskünstler Bartolo Messina, gelernt, dass sich Zusammenarbeit nicht erzwingen lässt, sondern aus Aufmerksamkeit und gegenseitigem Respekt entsteht. Jedes Pferd hat seinen eigenen Charakter und seine eigenen Bedürfnisse. Und bei Spezialeffekten wie Feuer geht es ausdrücklich nicht darum, den natürlichen Fluchtinstinkt zu unterdrücken, sondern dem Pferd durch Geduld Sicherheit zu geben.

Für Hauptdarsteller Matteo Rufini ist dieser Respekt selbstverständlich: „Denn alles, was wir heute sind, verdanken wir ihnen.“

Tierwohl beginnt lange vor der ersten Show

Die beste Vorsorge setzt bei CAVALLUNA schon bei der Auswahl an. Für die Ausbildung zum Showpferd kommen nur Tiere infrage, die charakterlich zu dieser Aufgabe passen: ausgeglichen, selbstbewusst und nervenstark, aber trotzdem motiviert. Ein Pferd, das sich in seiner Rolle wohlfühlt, ist weniger Stress ausgesetzt, und Stress ist bekanntlich einer der größten Gegenspieler der Pferdegesundheit.

Danach werden die Pferde über Jahre sorgfältig von ihren Reitern ausgebildet. Eingesetzt werden sie erst, wenn sie körperlich und mental bereit sind. CAVALLUNA besitzt übrigens keine eigenen Pferde: Die Show arbeitet mit Equipen aus ganz Europa zusammen, die Pferde und Reiter auf ihren eigenen Höfen ausbilden. Viele Reiter kennen ihre Pferde deshalb seit Jahren, manche sogar seit der Geburt. Wer sein Pferd so gut kennt, bemerkt auch kleine Veränderungen sofort.

Regeneration: Die Woche gehört der Erholung

Der wichtigste Baustein für die Regeneration ist der Wochenrhythmus. Die Pferde reisen nur an den Wochenenden in die Showstädte. Von Montag bis Freitag leben sie in einem festen, zentral gelegenen Stall in der Nähe von Düsseldorf, wo sie sich vom Showalltag erholen und ganz nach ihren Bedürfnissen bewegt werden.

Die rund 30 Hektar große Anlage steht ausschließlich den CAVALLUNA-Pferden zur Verfügung. Es gibt etwa 70 Boxen, zahlreiche Weiden und Paddocks, zwei Reithallen, eine Longierhalle, ein Roundpen, einen Außenplatz, eine Führanlage für sechs Pferde, zwei Waschplätze, ein Pferdesolarium und weitläufiges Ausreitgelände. Einen großen Teil des Tages verbringen die Pferde gemeinsam auf der Weide. Je nach Alter, Temperament und Bedarf kommen Ausritte oder Trainingseinheiten hinzu.

Die Reiter und Betreuungspersonen wohnen direkt auf dem Gelände und übernehmen die tägliche Versorgung: Ausmisten, mehrmaliges Füttern, Weidegang und Bewegung. Ein fester Tagesablauf sorgt für verlässliche Routine, und der gesamte Hof ist videoüberwacht.

Unterm Strich heißt das: Fünf Tage Weide, Ruhe und Routine, zwei bis drei Tage Showbetrieb. So ist die Tour für die Pferde aufgeteilt.

Eine junge Frau sitzt im Gras auf einer grünen Weide neben einem grasenden hellen Pferd mit langer blonder Mähne.

Fütterung nach Maß

Gesundheit geht durch den Magen, auch bei Showpferden. Das Futter wird bei CAVALLUNA zentral für alle Pferde organisiert und mit einem eigenen Versorgungs-LKW in die Showstädte gebracht. Die Pferde bekommen auf Tour also dasselbe Futter wie zu Hause, eine Umstellung von Stadt zu Stadt gibt es nicht.

Dabei wird nach Leistungsbedarf unterschieden. Es gibt zwei Futtersorten: ein energiereicheres Futter für Pferde mit höherem Bedarf, etwa die Trickreitpferde, und ein energieärmeres für ruhigere Pferde und Ponys. Auch das Heu kommt von einem festen Lieferanten und wird für die gesamte Tournee bereitgestellt.

Im Heimatstall bekommt jedes Pferd im Schnitt einen Rundballen Heu (ca. 250 bis 300 Kilogramm) im Monat, 5 Kilogramm Kraftfutter und 30 bis 60 Liter Wasser am Tag.

Lkw-Auflieger mit geöffneter Seitenplane, voll beladen mit hoch gestapelten Heuballen.

Prävention auf Tour: sicherer Boden, warme Boxen

Viele Verletzungen lassen sich schon durch gute Rahmenbedingungen vermeiden. Das fängt beim Boden an. In jeder Halle werden auf der gesamten Reitfläche und backstage Gummimatten als rutschfeste Unterlage verlegt, insgesamt 2.000 m². Darauf kommen 150 Tonnen Reitsand, der verteilt, abgezogen und gewässert wird. Vor jeder Show wird der Sand noch einmal glattgezogen.

Untergebracht sind die Pferde am Wochenende in großzügigen, beheizten Boxen in einem 98 Meter langen Stallzelt mit zwei Heizungen. Eingestreut wird mit Holzspänen, rund sechs Tonnen pro Showwochenende. Bevor die erste Show steigt, prüft das Ordnungsamt die Stallzelte auf ihre Sicherheit.

Auch die Psyche spielt mit: Die Pferde stehen im Stallzelt neben denselben Artgenossen wie im Heimatstall und werden von denselben Bezugspersonen versorgt, denn jede Equipe kümmert sich selbst um ihre Tiere. Und weil der Aufbau von Stadt zu Stadt weitgehend gleich bleibt, finden sich die Pferde schnell zurecht.

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Bewegung dosiert, Belastung im Blick

Ein Showwochenende ist für die Pferde nicht nur Auftritt. Vormittags, bevor die Vorstellungen beginnen, können sie sich in der Arena bewegen und den Ort kennenlernen. Zusätzlich stehen den ganzen Tag zwei Longierzelte bereit, in denen geritten, longiert oder freilaufen gelassen werden kann. Welche Bewegung ein Pferd braucht, entscheidet sein Reiter individuell.

Genauso wichtig wie Bewegung sind Pausen. Zwischen den beiden Samstagsshows dürfen die Pferde fressen und entspannen, gegen 23 Uhr ist Feierabend, und es gibt noch einen Gute-Nacht-Snack. Auch im Training wird auf die Belastung geachtet: Freiheitskünstler Bartolo Messina etwa arbeitet mit seinen Pferden höchstens 45 Minuten am Stück, um sie nicht zu überfordern.

Stress vorzubeugen gehört ebenfalls dazu. Die Lautsprecher sind nach außen Richtung Publikum ausgerichtet, sodass die Pferde die Musik deutlich leiser hören als die Zuschauer. An jedem neuen Ort gibt es eine Eingewöhnungsphase, und bei Spezialeffekten wie Feuer gibt immer das Pferd das Tempo vor.

Kontrolle rund um die Uhr

Für das Wohlergehen der Pferde auf Tour ist Anita Förster verantwortlich. Die gebürtige Grazerin ist Landwirtschaftsmeisterin, hat Trainerlizenz und eigene Zuchterfahrung und trägt bei CAVALLUNA die Verantwortung nach § 11 des Tierschutzgesetzes. Damit ist sie auch rechtlich dafür zuständig, dass die tierschutzrechtlichen Vorgaben eingehalten werden.

Ihr Tag beginnt mit einem Kontrollgang durch den Stall, bei dem sie mit den Reitern spricht und sich erkundigt, ob alles in Ordnung ist. Tagsüber prüft sie regelmäßig, ob alle Pferde gut versorgt sind. Abends folgt ein letzter Rundgang, bei dem sie mit dem Stallwächter bespricht, worauf in der Nacht besonders geachtet werden muss.

Dazu kommen die behördlichen Kontrollen: Die Show wird in jeder Stadt beim zuständigen Veterinäramt angemeldet, und samstags kontrolliert ein Amtstierarzt vor Ort Pferde und Equipment. Anita stellt ihm die Pferde und Unterlagen vor und zeigt Stallungen und Transporter.

Reiter, Tierschutzverantwortliche, Stallwache und Amtstierarzt: Auf Tour schauen also mehrere Augenpaare auf jedes Pferd.

Eine blonde Frau blickt lächelnd einem Fuchs-Pferd mit weißer Blesse ins Gesicht und hält ihm sanft ihre Hand entgegen.

Wenn doch etwas ist: Pause statt Pflichtprogramm

Auch Showpferde können sich verletzen oder krank werden. Dann wird sofort ein Tierarzt hinzugezogen, und falls eine Behandlung nötig ist, wird sie entsprechend durchgeführt.

Bei einer schwereren Verletzung bleibt das Pferd im Heimatstall und reist nicht mit in die nächste Showstadt. Möglich macht das ein durchdachtes Konzept: Die Choreografien sind flexibel angelegt, sodass ein anderes Pferd einspringen oder die Szene angepasst werden kann. Die Show muss also nicht auf ein bestimmtes Pferd warten, und das Pferd bekommt die Zeit, die es zum Auskurieren braucht.

Engagement über die Arena hinaus

Das Wohl der Pferde endet bei CAVALLUNA nicht am Rand der Reitbahn. Über den gemeinnützigen Verein „CAVALLUNA hilft e. V.“ unterstützt das Team Projekte und Institutionen, die Pferde in Not retten und sich langfristig um sie kümmern. Dazu gehört die enge Zusammenarbeit mit Gnadenhöfen in ganz Deutschland und dem Verein „Pferdeklappe e. V.“.

Außerdem ermöglicht der Verein bedürftigen Kindern Begegnungen mit den Showpferden in den Tourstädten und fördert gemeinsam mit dem Deutschen Kuratorium für Therapeutisches Reiten pferdegestützte Therapie.

Eine strahlende junge Frau im Rollstuhl füttert ein schwarz-weiß geschecktes Pferd aus der Hand mit einem Apfel, begleitet von zwei lächelnden Frauen.

Versorgung pro Showwochenende

Damit du dir die Dimensionen vorstellen kannst, hier die Versorgung der über 50 Pferde und Ponys an einem einzigen Showwochenende:

  • 2 Tonnen Heu
  • 840 Kilogramm Pferdemüsli
  • 6 Tonnen Holzspäne als Einstreu
  • 2.000 m² Gummimatten und 150 Tonnen Reitsand
  • 98 Meter Stallzelt mit zwei Heizungen
  • 2 Longierzelte

Fragen & Antworten

Durch sorgfältige Auswahl charakterlich geeigneter Pferde, jahrelange Ausbildung, behutsame Gewöhnung an Licht und Musik, feste Bezugspersonen, eine erholsame Woche im Heimatstall und regelmäßige Kontrollen durch die Tierschutzverantwortliche und die Amtstierärzte.

Die Pferde sind nur an den Wochenenden in den Showstädten. Von Montag bis Freitag leben sie in einem festen Stall in der Nähe von Düsseldorf mit Weiden, Paddocks und Ausreitgelände, wo sie sich vom Showalltag erholen.

Das Futter wird zentral organisiert und mit einem eigenen Versorgungs-LKW transportiert. Es gibt ein energiereicheres Futter für Pferde mit höherem Leistungsbedarf und ein energieärmeres für ruhigere Pferde und Ponys. Welche Sorte und Menge ein Pferd bekommt, entscheidet sein Reiter.

Unter dem Reitsand liegen rutschfeste Gummimatten, insgesamt 2.000 m². Der Sand wird gewässert, abgezogen und vor jeder Show glattgezogen. Außerdem achten die Reiter auf dosierte Bewegung und ausreichend Pausen.

Anita Förster trägt bei CAVALLUNA die Verantwortung nach § 11 des Tierschutzgesetzes und macht täglich Kontrollgänge. Nachts ist ein Stallwächter im Einsatz, und in jeder Showstadt kontrolliert ein Amtstierarzt Pferde und Equipment.

Ja. Vormittags können sie sich in der Arena bewegen, und den ganzen Tag stehen zwei Longierzelte zum Reiten, Longieren oder Freilaufen bereit. Unter der Woche kommen Weidegang, Ausritte und Training im Heimatstall dazu.

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