Startseite » Studie beweist: Dann sind Heunetze schädlich für Pferde

Studie beweist: Dann sind Heunetze schädlich für Pferde

von Lea Hahnemann
0 Kommentar

Das Heunetz hat in den letzten Jahren an enormer Beliebtheit zugenommen. Dieses dient dazu, die Futteraufnahme des Pferdes zu entschleunigen. So ist das Pferd in der Lage, stetig kleine Futtermengen aufzunehmen, ohne das ein Großteil des Heus in der Box verteilt wird. Doch neben den Vorteilen, bringt ein Heunetz auch Nachteile mit sich, die einem Pferd durchaus schaden können. 

Heu als knappe Ressource

In den letzten Jahren sind die Preise für Stroh und Heu rapide in die Höhe gestiegen. Grund für die Preiserhöhung: Die Trockenheit und die sehr kalten Nächte setzten dem Boden in der Vergangenheit enorm zu. Das Resultat sind schlechte Erträge. Doch auch wenn die Ressourcen knapper und teurer werden, brauchen die Pferde ihr Heu und Stroh. Die vorübergehende Lösung ist das Heunetz. Heunetze gibt es in verschiedenen Größen, sind günstig und nach Belieben anzubringen. Das Heunetz ermöglicht einen sparsameren Umgang mit dem Heu, weil dies beim Fressen nicht wahllos in der Box verteilt wird. Zudem sorgen die Maschen des Heunetzes dafür, dass das Pferd langsamer frisst und somit länger was von dem Heu hat. Die stetige Aufnahme von kleine Futtermengen ist für ein Pferd besonders wichtig, da der Magen möglichst dauerhaft beschäftigt sein soll, um Magengeschwüre vorzubeugen.

Die Rolle der Futterposition

Eine Studie aus Turin zeigt nun, dass das Füttern aus Heunetzen schädlich für Pferde sein kann. So spielt die Fresshöhe eine entschiedene Rolle für das Wohlbefinden eines Pferdes. Die Forscher:innnen untersuchten an sechs Warmblutpferden, wie sich die Position, in der das Futter aufgenommen wird, auf das Pferd auswirkt. Zunächst fraßen sie ihr Heu vom Boden aus. Später wurde ein Heunetz knapp über dem Boden auf gehangen. Während des Fressens befand sich das Pferdegenick in einem Winkel von 15 Grad unterhalb des Widerrists. Schließlich wurde das Heunetz auf Brusthöhe auf gehangen. Bei dieser Variante musste das Pferd seinen Hals anheben, sodass sich das Genick in einem Winkel von 15 Grad oberhalb des Widerrists befand.

Das Problem mit dem Heunetz

Die Forscher:innnen stellten fest, dass die letzte Futterposition die Haltung im Hals- und Rückenbereich deutlich verändert. Dies kann langfristig zu Problemen führen.  Der Winkel zwischen Hals und Kiefer sei während der Futteraufnahme aus den Heunetzen zudem kritisch. Vorherige Untersuchungen haben gezeigt, dass die Einengung in diesem Bereich eine Kompression des Kehlkopfs verursachen kann. Das führt zu einem verringerten Luftaustausch und einem höheren Strömungswiderstandes beim Atmen, wodurch das Pferd Stress empfindet und auf Dauer Schaden nehmen kann. Eine mögliche Folge, die aus diesen Futterpositionen entstehen kann, sind Arthrosen im Kiefergelenk.

Aus der Studie geht hervor, dass das dauerhafte Füttern auf Heunetzen, die zu hoch hängen, schädlich sein kann.  Legen Pferdebesitzer:innen großen Wert auf eine Haltungs- und Fütterungsform, die dem natürlichen Umfeld eines Pferdes am nähesten kommt, so bietet sich das Füttern vom Boden aus als die beste Möglichkeit an.

Quelle: agrarheute.com, researchgate.net 

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar

* Mit der Nutzung der Kommentarfunktion erklärst Du Dich mit der Speicherung und Verarbeitung Deiner Daten durch diese Website einverstanden.