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Studie belegt: Reitsport gefährlicher als manche Extremsportart

von Lea Hahnemann
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Einer Datenanalyse aus den USA zufolge, ist das Reiten eine gefährlichere Sportart als das Skifahren oder der Motorsport. Beim Reiter erleiden die meisten schwerwiegenden Verletzungen, die im Krankenhaus behandelt werden müssen. 

Es gibt weltweit unzählige Reiter. Allein in den USA gibt es 30 Millionen Menschen, die regelmäßig reiten. In Deutschland beläuft sich die Zahl auf rund 1,19 Millionen Reiter. Trotz dieser hohen Anzahl, gibt es kaum Forschungen dazu, wie hoch das Verletzungsrisiko im Reitsport ist. Ein medizinisches Forschungsteam der University of Texas – Rio Grande Valley hat sich genau jetzt mit diesem Thema beschäftigt. Zwischen 2007 und 2016 werteten sie etwa 24.800 Datensätze zu Reitverletzungen aus der US National Trauma Data Bank (NTDB) aus.

Häufigste Verletzungen im Brustbereich

Die Daten waren von durchschnittlich 47-jährigen Patienten und etwa gleich vielen Männern wie Frauen. Die Untersuchungen ergaben, dass die häufigsten Verletzungen im Brustbereich aufgekommen sind (37 Prozent). An zweiter Stelle kommen Verletzungen an den Armen und Beinen (26,5 Prozent) gefolgt von denen am Kopf (23 Prozent).

Verletzungen an Hals und Kopf sind am gefährlichsten

Bei rund 3,5 Prozent der Betroffenen, die insbesondere an Hals oder Kopf verletzt worden sind, kam es zu schweren neurologischen Schäden. Der Großteil von ihnen musste im Krankenhaus behandelt werden und verbrachte im Durchschnitt viereinhalb Tage dort. Außerdem starben im Untersuchungszeitraum etwa 320 Personen an ihren Verletzungen. Ältere Menschen trifft es anscheinend am schlimmsten. Einer von vier Verletzten in Traumazentren war zwischen 50 bis 59 Jahre alt. 22 Prozent waren über 60 Jahre alt. Nur 13 Prozent der Betroffenen waren zwischen 30 und 39 Jahre alt. 

Verletzungsrisiko im Reitsport wird unterschätzt

Über die Ergebnisse der Analyse sagten die Forscher, dass die Gefahren des Reitsports stark unterschätzt werden. Das Reiten sei nämlich für viel mehr Krankenhauseinweisungen verantwortlich, als andere risikoreiche Sportarten. In anderen Sportarten passieren zwar häufiger Unfälle, dennoch ist das Risiko ins Krankenhaus zu müssen beim Reiten höher als beim Fußball oder sogar beim Auto- und Motorradrennen und beim Skifahren.

Schutzkleidung von hoher Bedeutung

Aufgrund der Ergebnisse betonen die Forscher noch einmal, dass die richtige Schutzkleidung lebensrettend sein kann. Anderen Studien zufolge trägt ein Großteil der Personen, die sich beim Reiten verletzen, keinen Helm. Deshalb fordert das Forschungsteam mehr Sensibilisierung für das Verletzungsrisiko und verstärkte Präventionsmaßnahmen zum Schutz vor Kopfverletzungen. Auch Kopfbedeckungen wie Cowboyhüte schützen nicht vor Kopfverletzungen.

Die Gesellschaft für orthopädisch-traumatologische Sportmedizin (GOTS) e.V. in Jena berichtet, dass es in Deutschland jährlich rund 40.000 Reitunfälle gäbe, die ärztlich versorgt werden müssen. Laut Angaben würde jährlich 1 von 10.000 Reitern an seinen Verletzungen erliegen. Diese Todesfälle würden primär bei den Freizeitreitern auftreten. Todesursache ist in den häufigsten Fällen der Rotationssturz. Bei einem Rotationssturz stürzen Pferd und Reiter gemeinsam, wobei das Pferd auf dem Reiter landet.

Quelle: tsaco.bmj.com

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