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Pferde in Not

von Michelle Holtmeyer
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Pferde in Not haben kein einfaches Leben. Ganz im Gegenteil: die Pferde in Not werden nicht als Lebewesen, sondern als Objekte betrachtet. Sie erfahren weder eine artegerechte Haltung noch liebevolle Zuneigung. Welches Schicksal Pferden in Not widerfährt und wie Tierschutzorganisationen Hilfe leisten, erfährst Du hier.

Pferde in Not: Vierbeinige Pechvögel

Gnadenhof oder Pferdeklappe – manche traurige Pferdeseelen sind in ihrem Leben vom Pech verfolgt. Denn leider sind nicht alle Menschen, die Tiere halten, gleichzeitig auch wahre Tierfreunde. Vielmehr sehen sie die Pferde als mehr oder weniger nützliche Objekte an. Damit die Tiere gerettet werden, bieten verschiedene Tierschutzorganisationen einen Platz für Pferde in Not an. Manchmal geschieht es auch, dass Hengstfohlen abgegeben werden, weil im Vergleich zu einer Stute oft höhere Unterhaltskosten aufkommen.

Pferd schaut traurig

Wenn ein Pferd in Not geraten ist, sind sie auf Menschen angewiesen, die bereit sind, alles zu investieren, um das Leben der Pferde zu retten.

Die Pferde werden in kleinen, dunklen Ställen, Schuppen oder Garagen gehalten. Sie stehen den Großteil der Zeit in den Unterständen, werden nicht regelmäßig gemistet und müssen in dem Gestank ausharren. Offene, luftige Unterstände, mit anderen Artgenossen zusammen? Das kennen diese Pferde meistens nicht. Wenn diese Tiere dann noch krank werden, ist ihr Schicksal meist besiegelt und heißt – Schlachter. Die Besitzer wollen oder können das nötige Geld nicht aufbringen, um die richtige Behandlung von einem Tierarzt bezahlen zu können.

Wenn ein Pferd in Not geraten ist, sind sie auf Menschen angewiesen, die bereit sind, alles zu investieren, um das Leben der Pferde zu retten. Dabei spielt nicht nur Geld eine wichtige Rolle. Genauso relevant sind ausreichend Platz und genügend Zeit, damit die Tiere ordentlich versorgt werden können. Es gibt die unterschiedlichsten Organisationen und Vereine, die sich alten und kranken Pferden annehmen. Sie sind darum bemüht, dass die Pferde entweder einen schönen, artgerechten Lebensabend verbringen können oder so aufgepäppelt werden, dass sie ein neue Zuhause finden können.

Wo kann ich Pferde in Not melden?

Pferde in Not können dem Veterinäramt gemeldet werden. Nur das Veterinäramt hat die Berechtigung die Tierhaltung zu überprüfen und entsprechende Maßnahmen einzuleiten.

Das Tierheim für Pferde – Der Gnadenhof

In den meisten Regionen Deutschlands gibt es Vereine, die alten oder kranken Pferden auf einem Gnadenhof ein Zuhause bieten. Ein solcher Gnadenhof ist fast immer eine gemeinnützige Einrichtung, die sich lediglich mit Geld- und Sachspenden finanziert. In privaten Ställen können Menschen, die sich aus den unterschiedlichsten Gründen eine Tierhaltung nicht mehr leisten können, diese abgeben. Bei älteren Tieren treten immer wieder Krankheiten auf, oft auch langwierige Erkrankungen, die hohe Tierarztrechnungen zur Folge haben. Außerdem werden Pferde, die von den Behörden aus einer nicht artgerechten Haltung genommen werden, hier untergebracht.

Auf einem Gnadenhof kann jedes Pferd einen artgerechten Platz finden, ganz gleich ob Fohlen oder Pferderentner. In einem artgerechten Umfeld können die Pferde gesund werden und zu Kräften kommen. Entweder ist dieser Platz auf Lebenszeit bestimmt oder die Pferde können durch eine Vermittlung einen neuen Stall finden. Diese Vermittlung ist ähnlich wie in Tierheimen. Die Tierschutzorganisationen geben die Tiere lediglich ab, wenn der neue Halter eine adäquate Einstellmöglichkeit bietet. So soll das Pferd am besten im Herdenverband leben können und regelmäßige Besuche beim Tierarzt und Schmied haben. Außerdem muss er sich bewusst sein, dass immer wieder extra anfallende Kosten auf ihn zukommen können.

Pferde in Not: Pferd in Stallung

In den meisten Regionen Deutschlands gibt es Vereine, die alten oder kranken Pferden auf einem Gnadenhof ein Zuhause bieten.

Pferdeklappe – Die Notfall-Box

Eine Pferdeklappe ist eine weitere Option für Pferde in Not, die kurzfristig und unbürokratisch die Tiere aufnehmen kann. Besonders für Personen, die plötzlich keine Möglichkeit mehr haben, ihr Pferd zu versorgen. Sei es aufgrund von einer Erkrankung oder finanziellen Schwierigkeiten, finden die Vierbeiner hier einen Platz.

Die erste Pferdeklappe Deutschlands ist in Schleswig-Holstein, wo Menschen die Tiere mit kurzer Voranmeldung bei der Organisatorin hinbringen können. Die Pferdeklappe ist vielmehr eine Klappenwiese, die täglich kontrolliert wird. Pferde, die in der Pferdeklappe landen, werden entweder mit einem Schutzvertrag an passende Pferdehalter weiter vermittelt oder finden in dem Verein ihr endgültiges Zuhause. Einige Menschen müssen ihr Pferd zwar abgeben, möchten jedoch nicht, dass ihr Tier in den herkömmlichen Pferdehandel kommt. Die Mitarbeiter der Pferdeklappe suchen ein passendes Zuhause für die Tiere, wobei das Wohl absolut im Fokus steht.

Wenn du dich dazu entschlossen hast, ein Pferd aus einer Tierschutzorganisation zu übernehmen, sei dir bewusst, dass das Pferd krank sein kann und gegebenenfalls schlechte Erfahrungen gemacht hat. Wenn du die Zeit und Geduld hast, dich einer traurigen Pferdeseele anzunehmen, findest du aber sicherlich einen neuen, sehr dankbaren Freund auf vier Beinen. Diesen Pferden kannst du meistens einen großen Gefallen tun, da sie bloß dankbar sind, eine neue Bezugsperson zu finden.

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