Das American Paint Horse ist eine amerikanische Pferderasse, die aus den USA stammt und weltweit verbreitet ist. Das Markenzeichen der Pferde ist ihre auffällige Scheckung, die sie besonders ansprechend erscheinen lässt. In diesem Text erfährst Du alles Wichtige über die besonderen Westernpferde.
Zuchtgeschichte des American Paint Horse
Bei Betrachtung der Zuchtgeschichte fällt schnell ins Auge, dass American Paint Horses im Grund genommen American Quarter Horses mit geschecktem Fell sind. Sie gehen in ihrem Zuchtursprung auf diese Rasse zurück und haben sich dann später, etwa ab dem 18. Jahrhundert, aufgrund der besonderen Scheckung als eigenständiger Pferdetyp herausgebildet.
Hieraus entwickelte sich eine separate und anerkannte Pferderasse. Das American Paint Horses hat eine ähnliche Entstehungsgeschichte wie das Quarter Horse: Im Laufe des 18. Jahrhunderts wurden verschiedene Pferderassen gekreuzt, die aus Europa importiert beziehungsweise bei der Besiedelung Amerikas aus Europa mitgebracht wurden. Durch Selektion, Weiterzucht und Veredelung dieser Rassen entwickelte sich schließlich das Quarter Horse, das auf den amerikanischen Ranchen als Arbeits- und Reitpferd eingesetzt wurde. Im Jahr 1962 wurde der amerikanische Zuchtverband, die American Paint Horse Association (APHA), gegründet.
Was ist der Unterschied zwischen Quarter Horse und American Paint Horse?
Im Wesentlichen unterscheidet das Quarter Horse und das American Paint Horse ihre Fellfärbung, jedoch ist das American Paint Horse keine reine Farbrasse, sondern eine streng geregelte Blutlinien-Rasse. Ein Pferd darf nur dann als American Paint Horse bei der APHA registriert werden, wenn beide Elterntiere nachweislich bei der APHA, der AQHA (American Quarter Horse Association) oder dem Jockey Club (Englisches Vollblut) registriert sind. Pferde mit mindestens einem APHA-Elternteil können unabhängig von ihren weißen Abzeichen immer für eine APHA-Registrierung zugelassen werden. Hat ein Pferd ausschließlich AQHA- oder Jockey-Club-Elternteile, muss es bestimmte Mindestanforderungen an die weiße Fellzeichnung erfüllen, um als American Paint Horse anerkannt zu werden. American Paint Horses treten also als Schecken in allen Variationen auf, wohingegen Quarter Horses einfarbig sind. Zudem werden registrierte Paints durch ihren Fellmuster-Typ und ihre Registerklassifizierung identifiziert.
Aussehen (Exterieur) des American Paint Horse
Das American Paint Horse erreicht ein Stockmaß von etwa 148 bis 160 Zentimetern und zeichnet sich durch ein eher quadratisches Gebäude aus. Der kurze und keilförmige Kopf verfügt über eine feste, kleine Maulpartie, große und freundliche Augen. Kennzeichnend sind außerdem fein geformte und kleine Ohren und eine breite Stirn. Der Hals zeigt sich mit einer gewissen Länge, während sich der übrige Körper dem Quadrattyp annähert. Die schrägen, langen Schultern gehen in einen kurzen Rücken mit gut ausgeprägtem und nicht zu hohem Widerrist über.
Was kostet ein American Paint Horse?
Der Preis für ein American Paint Horse kann stark variieren und richtet sich unter anderem nach der Abstammung, dem Potential und der Krankheitsgeschichte. Der Durchschnittspreis für ein American Paint Horse auf ehorses liegt bei 7.400,00 €.
Die besondere Fellfarbe
Die Fellfärbung ist beim American Paint Horse besonders markant. American Paint Horses zeigen eine unglaubliche Vielfalt an Farben und Mustern. Die Scheckungen werden grundsätzlich in verschiedene Kategorien unterteilt:
Overo: Dies ist eine Sammelbezeichnung für sämtliche Muster abseits des Tobiano-Gens, ausgelöst durch eine Auswahl aus über 30 verschiedenen Erbanlagen (darunter Frame Overo, Splashed White und Sabino). Da jedes beteiligte Gen eigenen Vererbungs- und Ausprägungsregeln folgt, variiert das optische Erscheinungsbild stark.
Tobiano: Ein dominant vererbtes Muster über das Tobiano-Allel, das zwingend von mindestens einem Tobiano- oder Tovero-Elternteil stammen muss. Die Intensität der Zeichnung reicht von sehr dezenten Abzeichen bis hin zu extrem großflächigen Weißanteilen („Loud Tobiano“).
Tovero: Eine Bezeichnung für Pferde, die genetisch eine Kombination aus dem Tobiano-Gen und mindestens einer Overo-Variante in sich tragen. Dieses Zusammenspiel mehrerer Scheckungsgene führt meist zu besonders ausgedehnten weißen Zeichnungen.
Solid Paint-Bred: Dies sind reingezogene American Paint Horses, die trotz vollständiger APHA-Abstammung weder optische Scheckungen noch genetische Veranlagungen für Weißzeichnungen aufweisen und somit einfarbig sind.
Reicht die weiße Fellzeichnung für die reguläre Registrierung nicht ganz aus, berücksichtigt der Verband sogenannte Paint Traits. Diese physischen Merkmale – wie blaue Augen, gestreifte Hufe, eine gut sichtbare weiße Sklera am Augenrand oder unpigmentierte, rosa Hautpartien am Maul und Genitalbereich – können den Ausschlag für die Einstufung geben.
Impressionen des American Paint Horse
Interieur (Charakter) des American Paint Horse
Das American Paint Horse ist ein vielseitig einsetzbares Freizeit- und Reitpferd, das mit einem angenehmen Temperament überzeugt. Bemerkenswert sind seine ausgeprägte Nervenstärke und Intelligenz sowie die hohe Umgänglichkeit, Ausdauer und harte Konstitution. Da sich das American Paint Horse oft mit einem freundlichen, menschenbezogenen und gutartigen Wesen zeigt, erweist es sich als idealer Reitpartner für viele Disziplinen des Freizeitreitens. Allerdings kann das Temperament je nach Zuchtlinie variieren; so sind Pferde aus Arbeits- oder Leistungslinien oft reaktionsschneller und spritziger als solche aus reinen Freizeit- oder Halterlinien.
Besonderheiten und Einsatzgebiete des American Paint Horse
Die größten Besonderheiten dieser Rasse stellen zum einen die bunten Scheckungen dar, die in etlichen unterschiedlichen Ausprägungen und Mustern daherkommen können und die Paint Horses optisch zu etwas ganz Besonderem machen. Zudem haben Paint Horses einen außerordentlich gutmütigen und nervenstarken Charakter. Sie sind äußerst geduldig und der Zusammenarbeit mit dem Menschen gegenüber aufgeschlossen. Ihr größtes Einsatzgebiet ist die Westernreiterei.
Paint Horses werden aber auch in englischen Disziplinen, im Fahr- und im Wanderreitsport geschätzt. Durch das sogenannte PAC-Programm (Paint Alternative Competition) ermöglicht die APHA ihren Mitgliedern zudem, auch auf verbandsoffenen Turnieren und in diversen Freizeitdisziplinen Punkte und Auszeichnungen zu sammeln.
Welches Gewicht hat ein American Paint Horse?
Das durchschnittliche Gewicht eines American Paint Horse liegt bei 500 bis 650 Kilogramm.
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Sind American Paint Horses für Anfänger geeignet?
Grundsätzlich ja, denn aufgrund ihrer Gutmütigkeit und ihrer starken Nerven sind American Paint Horses im Umgang auch für Anfänger und ängstliche Menschen sehr gut geeignet. Dennoch sollte bei der Auswahl auf die spezifische Abstammung und das individuelle Wesen geachtet werden, da es aufgrund der Spezialisierung in der Zucht auch temperamentvollere Pferde gibt.
Erbkrankheiten und Gendefekte des American Paint Horse
Bei American Paint Horses können grundsätzlich die gleichen Gendefekte auftreten, wie auch bei den eng verwandten Quarter Horses. Die häufigsten Genstörungen sind PSSM1, HERDA und HYPP. In der modernen Zucht ist ein sogenannter 6-Panel-Test Standard, um Trägertiere vor der Verpaarung zu identifizieren und die Ausbreitung dieser Krankheiten zu verhindern.
- Bei PSSM (Polysaccharid-Speicher-Myopathie) handelt es sich um eine Stoffwechselkrankheit, die auf die Muskeln zugreift und in diesen zu Mikroentzündungen führen kann. Zuckermoleküle werden im Muskel angelagert und führen zu Muskelsteifheit, Schwitzen und Schmerzen. Pferde mit diesem Gendefekt müssen eine besondere Ernährung erhalten und benötigen viel Bewegung, um die Symptome möglichst gering zu halten.
- HERDA (Hereditary Equine Regional Dermal Asthenia) ist eine Erkrankung der Haut. Pferde mit diesem Gendefekt haben überdurchschnittlich empfindliche und leicht verletzbare Haut, besonders in der Rückenregion. Häufig sind sie daher nicht reitbar, da das Tragen eines Sattels oder eines Reiters zu starken Verletzungen und Wunden führen würde.
- HYPP (Hyperkalemische Periodische Paralyse) wird von einer Genmutation ausgelöst und ist ebenfalls eine Stoffwechselkrankheit. Sie führt zu Muskelschwäche. Im schlimmsten Fall kann es bei einem betroffenen Pferd zu Krämpfen und Lähmungen kommen. Von diesen Anfällen können auch die Atemorgane betroffen sein, wodurch ein erkranktes Pferd bei einem Anfall ersticken kann.
All diese Erbkrankheiten können mit Hilfe des Panel Tests festgestellt werden. Durch diesen Test können zudem auch noch die Gendefekte GBED (Glycogen Branching Enzyme Deficiency) und MH (Equine Maligne Hyperthermie) nachgewiesen werden.
Ebenfalls bekannt bei American Paint Horses ist OLWS (Overo Lethal White Syndrom). Bei diesem Genfehler kommen die betroffenen Fohlen komplett weiß auf die Welt und sind aufgrund eines nicht ausgeprägten Nervensystems im Darm nicht lebensfähig. Wichtig zu wissen: Fohlen erkranken nur dann, wenn beide Elterntiere das Frame-Overo-Gen (O/O) in sich tragen, weshalb Trägertiere niemals miteinander angepaart werden dürfen.
Probleme durch Zucht
Bei der Rasse kann es außerdem sein, dass durch die intensive Zucht ein Ungleichgewicht in den Proportionen des Pferdes herrscht. Besonders bei für die Show gezüchteten American Paint Horses ist dieses Phänomen durch die starke Idealisierung in der Zucht zu bemerken. Hierbei ist die Bemuskelung des Körpers im Verhältnis zur Stabilität der Beine zu groß. Das Körpergewicht ist demnach zu hoch für die Gliedmaßen des American Paint Horses. Dies führt zu Koordinationsproblemen der betroffenen Tiere, ebenso wie Hufe und Beine bereits in frühem Alter starke Verschleißerscheinungen aufweisen können.
Welche Lebenserwartung hat ein American Paint Horse?
Die durchschnittliche Lebenserwartung eines American Paint Horse liegt bei 20 bis 25 Jahren.
Fütterung und Haltung des American Paint Horse
In der Fütterung benötigt das American Paint Horse, wie andere Pferderassen auch, eine ausgewogene Ernährung mit Heu als Grundnahrungsmittel. Kraftfutter kann je nach Arbeitsbelastung ergänzt werden.
American Paint Horses neigen dazu, leicht zuzunehmen, weshalb auf eine kontrollierte Fütterung und ausreichend Bewegung geachtet werden sollte. In der Haltung zeigt sich das American Paint Horse anpassungsfähig. Es profitiert von viel Auslauf und einem Sozialleben in der Herde, um sein ausgeglichenes Wesen zu bewahren.
Ist ein American Paint Horse ein Gewichtsträger?
Trotz ihres muskulösen Körperbaus sind American Paint Horses keine spezifischen Gewichtsträger im Vergleich zu Kaltblutrassen, können jedoch aufgrund ihrer kräftigen Hinterhand bei guter Muskulatur erwachsene Reiter gut tragen. Ihr feines Fundament setzt hierbei jedoch natürliche Grenzen.
Das American Paint Horse im Video
Wie schwer ist ein American Paint Horse?
Je nach Stockmaß und Körperbau bringt ein American Paint Horse in der Regel zwischen 500 und 650 Kilogramm auf die Waage.











