Home PferdewissenTrockenes Brot für Pferde: Wie viel ist gesund?

Trockenes Brot für Pferde: Wie viel ist gesund?

von Michelle Breitenfeld

Trockenes Brot gilt seit Generationen als beliebtes Leckerli für Pferde, birgt bei falscher Fütterung jedoch erhebliche Gesundheitsrisiken. Hier erfährst du, wie viel trockenes Brot dein Pferd wirklich fressen darf und worauf du unbedingt achten musst.

Wie viel trockenes Brot darf ein Pferd am Tag fressen?

Ein gesundes Großpferd darf maximal eine bis zwei Scheiben gut durchgetrocknetes Brot pro Tag als Belohnung fressen. Trockenes Brot ist kein Futtermittel, sondern ein kohlenhydratreiches Leckerli. Für Ponys und Kleinpferde halbiert sich diese Menge auf maximal eine halbe bis ganze Scheibe. Füttere Brot niemals als Hauptfutter oder in großen Mengen, da der Verdauungstrakt des Pferdes primär auf rohfaserreiche Nahrung wie Heu ausgelegt ist.

Welche Gefahren birgt trockenes Brot für Pferde?

Trockenes Brot schadet der Pferdegesundheit durch hohe Mengen an Stärke, Gluten und Salz. Diese Inhaltsstoffe lösen schwerwiegende Krankheiten wie Koliken, Hufrehe und Schlundverstopfungen aus. Der Pferdemagen ist auf die kontinuierliche Verdauung von rohfaserreichem Raufutter ausgelegt. Brot besteht hingegen aus stark verarbeitetem und gebackenem Getreidemehl. Dieser feine Mahlgrad stört die natürliche Bakterienbesiedlung (Mikrobiom) im Dickdarm massiv. Ein geschädigtes Mikrobiom schwächt die Nährstoffaufnahme und das gesamte Immunsystem des Pferdes.

Warum ist unerkannter Schimmel im Brot lebensgefährlich?

Schimmelsporen durchsetzen das Innere des Brotes, lange bevor ein sichtbarer Flaum auf der Kruste entsteht. Pferdebesitzer verfüttern diese Sporen oft unwissentlich. Das Brot enthält dann bereits hochgiftige Mykotoxine (Schimmelpilzgifte). Diese Toxine greifen die Entgiftungsorgane des Pferdes direkt an. Sie belasten die Leber und schädigen die Nieren nachhaltig. Zudem atmet das Pferd die feinen Sporen beim Kauen ein. Das provoziert chronische Atemwegserkrankungen und gefährliche allergische Reaktionen.

Wie löst die Stärke im Brot Hufrehe aus?

Brot liefert dem Pferdekörper große Mengen leicht verdauliche Kohlenhydrate. Der Dünndarm des Pferdes baut diese geballte Stärke nicht vollständig ab. Die unverdauten Stärkereste wandern weiter in den Dickdarm. Dort zersetzen Milchsäurebakterien die Stärke und produzieren massenhaft Milchsäure. Das Milieu im Dickdarm übersäuert rapide. Diese Übersäuerung tötet die rohfaserverdauenden, nützlichen Bakterien ab. Beim Absterben dieser Bakterien entstehen Endotoxine (Leichengifte). Die Darmschleimhaut nimmt diese Gifte auf und transportiert sie über die Blutbahn in die Hufe. Dort lösen die Endotoxine eine schmerzhafte Entzündung der Huflederhaut aus – die gefürchtete Hufrehe.

Nahaufnahme im Profil von dem Kopf eines braunen Pferdes, das von Kinderhänden behutsam gestreichelt und mit einem Stück Brot gefüttert wird. Im verschwommenen Hintergrund ist eine belebte Menschenmenge im Freien erkennbar.

Warum verursacht Brot Schlundverstopfungen und Koliken?

Schlecht getrocknetes Brot verwandelt sich im Pferdemaul in eine zähe, klebrige Teigmasse. Der Speichel des Pferdes weicht weiche Brotreste sofort auf. Kaut das Pferd hastig, schluckt es diesen klebrigen Teigklumpen unzerkleinert ab. Der Klumpen blockiert die enge Speiseröhre. Eine lebensbedrohliche Schlundverstopfung ist die direkte Folge. Das Pferd gerät in Panik, hustet und speichelt stark. Gelangt das weiche Brot dennoch in den Magen, gärt der hefehaltige Teig dort nach. Er produziert Gase, die den Magen stark dehnen. Da Pferde nicht erbrechen können, entstehen schmerzhafte Blähungen und lebensgefährliche Gaskoliken.

Wann ist trockenes Brot für Pferde komplett verboten?

Pferde mit Stoffwechselerkrankungen, empfindlicher Verdauung oder Zahnproblemen dürfen überhaupt kein Brot fressen. In folgenden Fällen gilt ein striktes Brotverbot:

Pferdetyp / Gesundheitseinschränkung Brotfütterung erlaubt? Empfohlene Maßnahme
Gesundes Großpferd Max. 1–2 Scheiben/Tag Nur als seltene Belohnung nutzen
Pferde mit EMS / PPID (Cushing) Nein (0 Gramm) Stärke- und zuckerfreie Alternativen wählen
Pferde mit Hufrehe-Historie Nein (0 Gramm) Vollständiger Verzicht auf stärkereiche Leckerlis
Pferde mit Magengeschwüren / Kolikneigung Nein (0 Gramm) Strukturreiches Raufutter bevorzugen
Senioren mit Zahnproblemen Nein (0 Gramm) Erstickungsgefahr durch schlechtes Kauen vermeiden

Wie muss Brot für Pferde richtig getrocknet und gelagert werden?

Brot für Pferde muss steinhart durchgetrocknet, frei von Zusätzen und in atmungsaktiven Behältern gelagert sein. Weiche Stellen im Inneren führen beim Verzehr zu Fehfgärungen im Magen.

  • Trocknungsdauer: Schneide das Brot vor dem Trocknen in kleine Scheiben und lasse es mindestens drei bis vier Tage an einem trockenen, warmen Ort offen liegen.

  • Richtige Lagerung: Bewahre das durchgetrocknete Brot in Stoffsäcken oder Papiertüten auf. Plastikbeutel oder geschlossene Plastikboxen ziehen Feuchtigkeit an und fördern Schimmelbildung.

  • Zutaten-Check: Füttere ausschließlich einfaches Weiß-, Roggen- oder Mischbrot. Brot mit Nüssen, Rosinen, Zwiebeln, Saaten oder Schokolade ist für Pferde giftig.

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Welche gesunden Alternativen gibt es zum trockenen Brot?

Getrocknete Hagebutten, Karotten und spezielle getreidefreie Leckerlis bieten eine magenschonende und vitaminreiche Alternative zu Brot. Sie liefern wertvolle Nährstoffe, ohne den Zucker- und Stärkespiegel im Blut schlagartig ansteigen zu lassen.

  • Hagebutten: Bieten natürliches Vitamin C und stärken das Immunsystem.

  • Karotten: Gelten als wasser- und vitaminreicher Snack für zwischendurch.

  • Getrocknete Apfelscheiben: Liefern Geschmack in geringen Mengen ohne künstliche Zusatzstoffe.

  • Getreidefreie Leckerlis: Verwenden Kräuter, Wiesengräser und Samen als Basis für eine artgerechte Belohnung.

Fragen & Antworten

Nein, frisches Brot ist für Pferde streng verboten. Es klumpt im Maul, quillt im Magen auf und verursacht schwere Schlundverstopfungen sowie Magen-Darm-Gärungen.

Knäckebrot und Zwieback enthalten meist Zucker, Gewürze und Salz. Füttere sie deinem Pferd nur in Ausnahmefällen und maximal in einer Menge von einem kleinen Stück pro Tag.

Nein, Toastbrot enthält viele Zusatzstoffe, Konservierungsmittel und Zucker. Es schadet der empfindlichen Darmflora deines Pferdes.

Große Mengen Brot führen zu Fehlgärungen, Übersäuerung des Darms, Koliken und Hufrehe. Rufe bei Anzeichen von Unruhe, Schwitzen oder Futterverweigerung sofort einen Tierarzt.

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