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Kolik beim Pferd – Anzeichen, Ursachen & Behandlung

von Kerstin Georgens
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Eine Kolik beim Pferd – das kann schnell Panik auslösen. Viele Pferdebesitzer wissen, wenn der Verdacht auf eine Kolik besteht, muss es schnell gehen. Denn sie kann tödlich enden. Welche Anzeichen typisch für eine Kolik beim Pferd sind und was bei einem Verdacht zu beachten ist, erfährst Du in diesem Artikel. 

Was ist eine Kolik beim Pferd?

Eine Kolik ist keine eigenständige Krankheit. Sie ist ein Überbegriff für alle Arten von Bauchschmerzen der Pferde. Sie werden durch Krankheiten oder Verstimmungen des Magen-Darm-Trakts hervorgerufen. Die Koliken können durchweg jedes Pferd jeden Alters betreffen. Es gibt verschiedene Formen einer Kolik, die durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden. Am häufigsten kommt die Darmkolik vor. Auch hier gibt es verschiedene Formen. Andere Arten von Koliken findest Du im weiteren Verlauf des Artikels.

Erste-Hilfe-Maßnahmen

Zeigen sich bei Deinem Pferd erste Anzeichen für eine Kolik heißt es: Schnell sein! Es sollte umgehend ein Tierarzt kontaktiert werden, der sich das Pferd genauer anschaut. Bis dieser vor Ort angekommen ist, solltest Du Dein Pferd gut beobachten, regelmäßig den Puls, die Atmung und die Temperatur checken. Der Zeitraum bis zur Ergreifung der ersten Maßnahmen und zur ersten Gabe von Medikamenten ist von großer Bedeutung.

Durchschnittswerte eines gesunden, erwachsenen Pferdes:

  • Puls: 28 bis 40 Schläge pro Minute
  • Atmung: 8 bis 16 Atemzüge pro Minute
  • Temperatur: 37,5 bis 38,2 Grad Celsius

Wichtig ist außerdem, dass Dein Pferd in der Zeit nichts frisst oder trinkt. Du solltest es unbedingt in Bewegung halten, am besten führen oder im Schritt longieren. So bleibt der Kreislauf in Schwung und die Darmtätigkeit wird angeregt. Dein Pferd darf sich wälzen oder hinlegen, jedoch solltest Du es wieder zum Aufstehen motivieren. Die Annahme, dass Wälzen oder Hinlegen während einer Kolik eine Darmverschlingung begünstigen, wurde weitestgehend widerlegt. Meist sind Darmkrämpfe die Ursache für Koliken, welche bereits die Gefahr einer Darmverschlingung mit sich bringen. Beobachte außerdem den Kot und den Harnabsatz Deines Pferdes.

WICHTIG: Wenn Du keinen eigenen Pferdeanhänger hast, solltest Du versuchen, schleunigst einen zu organisieren. Ein Klinikbesuch könnte bevorstehen.

Was ist eine Kolik bei Pferden?

Eine Kolik beim Pferd ist jede Form von Bauchschmerzen oder Unwohlbefinden eines Pferdes. Es gibt verschiedene Arten einer Kolik. Die häufigste Variante ist die Darmkolik.

Die verschiedenen Arten einer Kolik

Verstopfung im Dickdarm

Die Ursache eines verstopften Dickdarms liegt meist in Haltungsfehlern oder Fehlern bei der Fütterung. Bekommt ein Pferd nicht genügend Heu, zu viel Stroh oder zu wenig Wasser, so wird der Darminhalt zu fest. Folge davon ist, dass er nicht mehr ausgeschieden werden kann. Das Gefährliche daran ist, dass Dickdarmverstopfungen eher milde verlaufen und sich über Tage verlaufen können. Beschwerden zeigen sich phasenweise. Das Gute ist aber, dass die Heilungschancen einer Dickdarmkolik gut sind.

Verstopfungen im Dünndarm

Eine Verstopfung im Dünndarm kann durch Spulwürmer oder natürliche Engpässe im Darm verursacht werden. Der häufigste Auslöser einer solchen Kolik ist jedoch falsche Fütterung von Pferden, beispielsweise durch Rasenschnitt. Zudem können Fettgeschwulste am Dünndarm mögliche Auslöser sein. Bei dieser Art von Koliken ist meist eine OP fällig. Die Heilungschancen stehen danach jedoch gut.

Pferd auf einer Weide

Bekommt ein Pferd nicht genügend Heu, zu viel Stroh oder zu wenig Wasser, so wird der Darminhalt zu fest und kann nicht ausgeschieden werden.

Krampfkoliken

Wie der Name bereits verrät, leidet das Pferd hier unter starken Krämpfen. Diese kommen in Schüben. Auch in diesem Fall kann falsche Fütterung die Ursache sein. Andere mögliche Ursachen sind Stress, schlecht gekautes Futter oder starker Wurmbefall. Eine Krampfkolik kann im Anfangsstadium von selbst abklingen. Falls das nicht klappt, kann ein Tierarzt mit Maßnahmen und Medikamenten Hilfe leisten.

Gaskolik

Auch hier verrät der Name, worum es geht. Eine Gaskolik wird durch blähende Futtermittel ausgelöst. Beispiele sind: Rasenschnitt, Rüben, Klee, weiches Brot oder Kartoffeln. Du solltest das Futter für Dein Pferd ständig kontrollieren, denn auch Pilze und Bakterien können das Futtermittel verkeimen und so eine Gaskolik auslösen. Du erkennst sie daran, dass der Umfang vom Bauch Deines Pferdes deutlich vergrößert ist und es verstärkt zu Blähungen neigt.

Sandkolik

Eine Sandkolik wird durch zu viel Sand im Dickdarm hervorgerufen. Dieser kann über das Fressen auf Weiden in den Magen gelangt sein. Die Weiden sind hier meist stark abgefressen, so dass die Pferde viel Sand beim Fressen mitnehmen. Der Sand im Dickdarm führt dazu, dass dieser sich verdreht. Eine Operation ist unumgänglich.

Darmverschlingung

Eine Darmverschlingung entsteht, indem der Darm mit zu viel Gas gefüllt ist. Dadurch steigt er nach oben. Falls zugleich ein anderer Teil des Darms wegen Überladung absinkt, kommt es zur Darmverschlingung bei Pferden. In den meisten Fällen gast sich der Darm aufgrund von Fehlgärungen auf. Auch hier ist eine Operation häufig nicht zu vermeiden. Die Kolik kannst Du vorbeugen, indem Du Deinem Pferd immer das gleiche Futter bietest, denn Pferde sind Gewohnheitstiere. Gravierende Futterumstellungen können ein Ungleichgewicht der Bakterien in Magen und Darm der Pferde auslösen.

Darmverschluss

Bei einem Darmverschluss verkrampft der Darm und die Darmmuskulatur kann nicht mehr arbeiten. Folge davon ist, dass Dein Pferd nicht mehr äpfeln kann und der Kot sich staut. Durch den Darmverschluss wird der Darm abgeschnürt, der Darminhalt steckt fest und kann nicht weiterbewegt werden. In manchen Fällen lösen Tumore eine solche Kolik aus. Genaueres kann der Tierarzt mit einem kleinen Eingriff herausfinden. Die Heilungschancen bei früher Erkennung sind recht gut.

Magenüberladung

Eine Magenüberladung kann durch zu viel gärendes oder quellendes Futter ausgelöst werden. In diesem Fall sind die Weiterleitung und Verdauung des Futters nicht mehr einwandfrei möglich, so dass sich der Magen überdehnt. In anderen Fällen ist die Magenüberladung eine Konsequenz eines Darmverschlusses. Der Darminhalt konnte nicht weitergegeben werden, steckt fest und staut sich zurück in Richtung Magen.

Diese Überladung ist sehr schmerzhaft für die Pferde. Sie versuchen zu würgen. Pferde können sich aber bekanntlich nicht übergeben. Der Magen drückt auf das Zwerchfell. Dadurch entstehen Atemprobleme und der Kreislauf kann in Mitleidenschaft gezogen werden.

Diese Form der Kolik ist besonders lebensgefährlich. Es muss so schnell wie möglich tierärztliche Hilfe heraneilen, damit der Magen durch die Überdehnung nicht reißt. Bei einem Durchbruch gelangt der gesamte Inhalt in die Bauchhöhle der Pferde, dann kann meistens nichts mehr für den Patienten getan werden.

Pferd frisst aus Heunetz

Eine Magenüberladung kann durch zu viel gärendes oder quellendes Futter ausgelöst werden. In diesem Fall sind die Weiterleitung und Verdauung des Futters nicht mehr einwandfrei möglich.

Kolik beim Pferd: Typische Anzeichen & Symptome

Viele verschiedene Symptome können bei Deinem Pferd auf eine Kolik hinweisen. Solltest Du feststellen, dass Dein Pferd sich komisch oder anders verhält als normal, beobachte es gut. Bereits kleine Verhaltensauffälligkeiten können auf Bauchschmerzen hindeuten. Jedes Pferd ist unterschiedlich. Die einen zeigen kaum Symptome trotz enormer Schmerzen, die anderen zeigen sehr deutlich, dass sie etwas stört. Hier musst Du selbst Dein eigenes Pferd einschätzen können.

In den meisten Fällen treten folgende Symptome auf

  • Unruhe und häufiges Schnarren
  • Starkes Schwitzen / Kreislaufprobleme / Atemstörungen
  • Tritte in den Bauch
  • Häufiges Wälzen
  • Verkrampfung der Bauchmuskeln
  • Verweigerung von Nahrungsaufnahme
  • die Augen sind aufgerissen, das Maul ist trocken
  • Dein Pferd setzt sich auf den Hintern oder liegt auf dem Rücken
  • Erhöhter Puls
  • Gerötete Schleimhäute
  • Häufiges Flehmen

Sollten die Symptome irgendwann nachlassen oder gar ganz aufhören, solltest Du nicht davon ausgehen, dass es Deinem Pferd besser geht. Dieser Verlauf der Symptome ist normal bei einer Kolik. In diesem Stadium kann es gar nicht schnell genug gehen. Dein Pferd muss sofort in eine Klinik gebracht werden.

Wie entsteht eine Kolik beim Pferd?

Eine Kolik beim Pferd kann viele verschiedene Ursachen haben. Die häufigsten Ursachen sind Fütterungsfehler oder Stress.

Häufige Ursachen einer Kolik beim Pferd

Bei Aufzählung der verschiedenen Arten einer Kolik stach bereits deutlich heraus, dass es viele verschiedene Ursachen einer Kolik beim Pferd geben kann. Jedes Pferd ist individuell, das betrifft auch die Empfindlichkeit des Magen-Darm-Trakts der Vierbeiner. Daher sind manche sehr viel anfälliger als anderer ihrer Artgenossen.

Die Hauptursachen sind vor allem Fütterungsfehler oder blähendes Futter. Dein Pferd sollte immer über genügend Raufutter und Wasser verfügen. Außerdem solltest Du darauf achten, blähende Futtermittel wie (Rasenmäher-)Gras, Mais, Rüben oder weiches Brot gering zu halten. Weitere häufige Ursache von Koliken sind Stress oder gravierende Futterumstellungen.

Eine Gas- oder Krampfkolik bilden hier oft die Vorstufe zu Darmverschlingen. Der Darm ist nicht in der Bauchhöhle befestigt, weswegen er wandern kann. Der aufgegaste Teil und der überladene Teil des Darms können durch heftiges und ständiges Wälzen leicht verrutschen und sich so miteinander verschlingen.

Auch mangelnde Bewegung und Wetterumschwünge können zu den Ursachen einer Kolik gehören.

Behandlung durch einen Tierarzt

Wenn sich die Anzeichen für eine Kolik bei Deinem Pferd äußern, zögere nicht, direkt den Tierarzt Deines Vertrauens zu kontaktieren. Die Zeit von Erkennung der Symptome bis zum Erscheinen des Tierarztes sind von großer Bedeutung und können im Fall der Fälle über Leben und Tod entscheiden. Bis der Tierarzt da ist, solltest Du Dein Pferd führen.

Die häufigste Maßnahme, die der Tierarzt zuerst ergreift, ist die Vergabe von krampflösenden und schmerzstillenden Medikamenten in Form von Spritzen. Da Koliken oft durch Krämpfe entstehen, hilft dies in der Regel bereits gut. Viele Pferde erholen sich danach und die normale Darmtätigkeit wird wieder in Gang gesetzt.

Sollte Dein Pferd nicht auf die Medikamente ansprechen, heißt es leider: Ab auf den Hänger in die Pferdeklinik. Aus diesem Grund solltest Du bei Verdacht auf Kolik zusehen, dass Du im schlimmsten Fall einen Pferdeanhänger organisieren kannst oder bereits vor Ort hast. Hier können weitere hilfreiche Medikamente verabreicht werden.

Leider kann es aber sein, dass Pferde auch auf diese nicht ansprechen. In dem Fall muss die Kolik operativ behandelt werden.

Was kostet eine Kolik OP beim Pferd?

Die Kolik-OP beim Pferd kann zwischen 5.000 und 10.000 Euro kosten. Neigt Dein Pferd zu Koliken, solltest Du eine Pferdekrankenversicherung abschließen.

Heilungsverlauf: Wann ist das Pferd wieder gesund?

Nach Behandlung des Tierarztes durch krampflösende und schmerzstillende Medikamente sollten die Symptome in der Regel schnell abklingen und die Darmtätigkeit normalisiert sich. Deinem Pferd sollte es schnell besser gehen. Normalerweise solltest Du bereits nach einer Woche wieder normal mit Deinem Pferd trainieren können.

Ist das nicht der Fall, kann es sein, dass Dein Pferd eine Operation benötigt. Dann ist der Heilungsverlauf je nach Schwere der Kolik und des Eingriffs unterschiedlich.

Richtige Fütterung nach der Kolik

Pferd beugt sich einer Frau vor

Da es sich um Lebewesen handelt, dessen Bedürfnisse individuell unterschiedlich sind, gibt es keine Faustformel, was die Fütterung nach einer Kolik betrifft. Halte hierzu auf jeden Fall Rücksprache mit deinem Tierarzt. Dieser weiß am besten, was zu tun ist.

Was allerdings sinnvoll ist, ist eine Art Schonkost in den ersten Tagen. Häufig wird Mash oder Mischfutter mit einem hohen Anteil an Schleimstoffen empfohlen. Bei den verschiedenen Mischfuttersorten solltest Du darauf achten, dass diejenigen, die explizit für Kolikpatienten sind, nicht immer die beste Wahl sind. Häufig enthalten diese viel Eiweiß und Kohlenhydrate. Diese Komponenten sind jedoch für stoffwechselempfindliche Pferde ungeeignet. Generell solltest Du die Kraftfutterrationen Deines Lieblings auf drei Mahlzeiten am Tag in kleineren Portionen verteilen.

Außerdem solltest Du nach einer Kolik immer viel gutes Heu füttern. Dadurch wird gleichzeitig auch Wasser mit aufgenommen. Das Heu Deines Pferdes sollte nicht zu grob von der Struktur sein und auf Stroh als Futtermittel sollte ganz verzichtet werden. Vor allem nach einer Sandkolik solltest Du eine höhere Heugabe als sonst anstreben. Dadurch wird der Sand mit abgetragen. Zusätzlich kannst Du Flohsamen oder Flohsamenschalen füttern, um den Prozess zu fördern.

Wenn Dein Pferd auf Stroh steht und dieses immer wieder gerne frisst, solltest du über einen Wechsel des Einstreus nachdenken. Alternativ kann Dein Pferd auf Holzpellets oder Spänen stehen. So vermeidest du das Fressen von Stroh.

Zusätzlich kannst Du Deinem Pferd Trockenbierhefe geben. Die Faustformel lautet hier 50g pro 100kg Körpergewicht. Ältere Pferde leiden häufiger unter Darmträgheit als jüngere. Den älteren Pferden sollte daher grundsätzlich immer Heu von bester Qualität gefüttert werden. Auf Leckerlis solltest Du in der Erholungsphase nach einer Kolik gänzlich verzichten.

Reiten nach der Kolik

Sollte die Kolik problemlos verlaufen sein und konnte bereits zuhause komplett behandelt werden, so ist die Regenerationsphase in der Regel relativ kurz. Du selbst kannst am besten entscheiden, wie schnell Dein Pferd wieder an die normalen Trainingseinheiten gebracht werden kann. Normalerweise reicht eine kurze Ruhepause von ein bis zwei Tagen zur Erholung nach den Schmerzen. Danach kannst Du langsam wieder anfangen und die Intensität nach und nach steigern. Dieser Prozess dauert normalerweise zwei bis drei Tage. Halte auch hier bestenfalls Rücksprache mit Deinem Tierarzt.

Wie lange dauert eine Kolik beim Pferd?

Nach Behandlung des Tierarztes durch krampflösende und schmerzstillende Medikamente sollten die Symptome in der Regel schnell abklingen und die Darmtätigkeit normalisiert sich. Deinem Pferd sollte es schnell besser gehen. Ist das nicht der Fall, kann es sein, dass Dein Pferd eine Operation benötigt.

Vorbeugende Maßnahmen: So vermeidest Du eine Kolik beim Pferd

Da die häufigste Ursache einer Kolik beim Pferd eine falsche Fütterung ist, kannst Du bei Vermeidung eben dieser das Risiko einer Kolik verringern. Gravierende Futterumstellungen sollten nur im Notfall und langsam durchgeführt werden. Vor allem ältere oder gestresste Pferde vertragen Futterumstellungen weniger gut als junge und gesunde Pferde. Im Frühjahr solltest Du Dein Pferd also möglichst gut anweiden und es nicht einfach auf die schöne, frisch bewachsene Wiese stellen.

Dein Pferd sollte immer genügend Heu und Wasser zu Verfügung haben. Es sollte nie länger als vier Stunden ohne Futter aushalten müssen. Das Heu sollte möglichst staubfrei sein. Beim Kraftfutter sollte niemals an der Qualität des Futters gespart werden. Dieses solltest Du auf drei kleinere Mahlzeiten am Tag verteilen und immer nach der Fütterung von Heu geben. Generell solltest Du sowohl Kraftfutter als auch Raufutter ständig kontrollieren. Schimmel im Futter kann sehr gefährlich für die Pferde werden.

Zusätzlich sind Zahnkontrollen sinnvoll. Du solltest regelmäßig Kotproben nehmen und zu gegebener Zeit entwurmen.

Pferd am Grasen auf einer grünen Wiese

Dein Pferd sollte immer genügend Heu und Wasser zu Verfügung haben.

8 Tipps, um eine Kolik beim Pferd vorzubeugen

1. Keine schnellen Futterwechsel

Plötzliche oder übereilte Futterwechsel können eine Kolik auslösen. Gerade empfindliche und schwerfuttrige Pferde sind hier anfällig. Falls Du das Pferdefutter wechseln musst, füttere schrittweise kleine Mengen des neuen Futters zu dem bisherigen dazu. Parallel dazu reduzierst Du das alte Futter. Die Futteränderung sollte so ca. 4-5 Tage dauern.

2. Häufiges Füttern & kleine Mahlzeiten

Nicht nur schnelle Änderungen beim Futter, auch plötzlich große Mengen können eine Kolik hervorrufen. Pferde sind von Natur aus Weidetiere: Je mehr du dieses natürliche Verhalten in der Haltung deines Pferdes nachbilden kannst, desto besser. Wenn möglich, teile die täglichen Futterrationen auf regelmäßig und kleine Mahlzeiten über den ganzen Tag auf. So ist der Verdauungstrakt Deines Pferdes durchgängig beschäftigt. Es empfiehlt sich auch erst Heu und dann Kraftfutter zu füttern.

3. Viel Auslauf

Auch hier gilt es, dass natürliche Verhalten von Pferden zu unterstützen: Je mehr Zeit Dein Pferd draußen und in Herdenhaltung verbringt, desto besser. Die Bewegung und das Grasen unterstützen eine gesunde Verdauung und reduzieren so die Gefahr einer Kolik.

4. Schnelles Anweiden

Ebenso wie bei schnellen Futteränderungen, kann es auch bei zu viel Gras zu einer Kolik kommen. Langsames Anweiden ist daher ein MUSS im Frühjahr!

5. Feuchtes Raufutter & frisches Trinkwasser

Viele Pferdebesitzer schwören auf gewässertes Heu – dieses ist nicht nur gut für die Atemwege, sondern kann zusätzlich dafür sorgen, dass Pferde mehr Wasser zu sich nehmen. Viele Pferde trinken nämlich über den Tag zu wenig. Trinkt ein Pferd zu wenig Wasser, so kann dies zu Kreislaufproblemen und einer Kolik führen.

6. Kein Fallobst

Immer wieder stehen Pferde auf Obstwiesen, dabei sind diese gerade zur Erntezeit wirklich gefährlich für Pferde. Denn dann bedienen sich viele Pferde am Fallobst. Wenn dies überhandnimmt und die Pferde zu viele überreife Früchte fressen, kann es zu Fehlgärungen im Darm und so zu einer Kolik führen.

7. Routine

Viele Pferde reagieren empfindlich und mit Stress auf dauernde Änderungen im Tagesablauf. Pferde sind Gewohnheitstiere! Es hilft der Stressreduzierung, wenn Dein Pferd einen geregelten „Zeitplan“ hat. Dieser zeigt sich z.B. in festen Fütterungszeiten, aber auch im regelmäßigen Auslauf, geregelten Reitzeiten und Ruhephasen.

8. Stressreduzierung

Wie bereits oben mehrfach geschrieben: Gib Deinem Pferd die Chance, so natürlich wie möglich gehalten zu werden. Dazu gehören vor allem Herdenhaltung, viel Bewegung und Auslauf, qualitativ hochwertiges und ausreichendes Raufutter.

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5 Kommentare

Cathi 28. November 2016 - 21:50

Hi Kerstin,
ein wichtiges Thema, das noch viel mehr Beachtung finden sollte. Darüber haben wir auch schon geschrieben und noch ein paar zusätzliche Tipps gefunden, vielleicht magst du ja mal reingucken:
http://horsediaries.de/2016/07/meine-tipps-zur-vermeidung-von-koliken/

Viele Grüße vom horsediaries Team

Antworten
Nathalie 29. November 2016 - 10:45

Mein altes Pony (35 Jahre) bekommt gerne bei Wetterumschwung, bei West/ Ost Stürmen Kolik. Er bekommt an diesen Tagen ca. 2 Stunden nach der abendlichen Heufütterung (an diesen Abenden bekommt er dann bewusst wenig Heu – er soll sich nicht voll fressen) Mash mit viel Wasser, etwas Leinöl und Fencheltee. Beim ersten Anzeichen einer Kolik bekommt er Colosan. Ich hab mit dem Tierarzt abgestimmt dass wir es in seinem Fall auch prophylaktisch geben, mit dem Mash.

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Thomas 19. Februar 2017 - 14:42

Die acht Punkte sind sicher wichtig und richtig. Punkt 3 bedarf einer Präzisierung. Es herrscht die weit verbreitete Meinung, Gruppenhaltung sei für alle Pferde das Beste. Gerade im Winterhalbjahr, wo viele Weiden geschlossen werden, herrscht oft ein Gedränge vor den zentralen Futterraufen, die möglichst noch zeitgesteuert und/ oder mit Heunetz-Fressverzögerung betrieben werden. Es zeigt nun wie gut die Gruppe harmoniert. Wie Stuten, Fohlen und Wallache zusammen passen. Die Rangordnung, in der Weidezeit von untergeordneter Bedeutung, wird sich akzentuieren und Futterneid, Stress und Rangeleien zum vorherrschenden Erscheinungsbild. Es zeigt sich erst jetzt wie gut das Fütterungskonzept, das Raumangebot an die Zahl und Zusammensetzung der Pferde angepasst ist. Rangniedere können nicht mehr genügend lang zum Futter kommen und magern ab. Kolik Erkrankung ist dann nur noch eine Frage der Zeit, besonders wenn aus Verzweiflung zum Kompensieren Unmengen von Stroh gefressen werden. Dazu kommt noch, dass stressbedingt die Pferde in einen Überlebens-Modus wechseln, so dass sie hastig grosse Mengen in sich hineinfressen und als Jo-Jo-Effekt im Frühling sehr schnell wieder dick werden.

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