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Der Boom der Zusatzfuttermittel – Die Wahrheit hinter den Versprechungen

von Paul M.
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Anzeige: Viele Zusatzfuttermittel versprechen Heilungen von schwerwiegenden Verletzungen oder eine schmerzbefreiende Wirkung. Oftmals wird sogar von Innovationen gesprochen und die Wirkung anderer Produkte in Frage gestellt. Doch stimmt das wirklich? In diesem Artikel erfährst Du die Wahrheit zu solchen Versprechungen. Zudem erklären wir Dir, welche rechtlichen Vorgaben es gibt und wie Du seriöse Anbieter erkennst.

Suggerieren Verpackung und Co. oft mehr als wirklich drin ist?

Der Markt für Pferde-Nahrungsergänzung ist unüberschaubar und der Kampf um die Kaufentscheidung der Kunden groß. Mit kühnsten Behauptungen wird potentiellen Kunden ein Allheilmittel angepriesen, das oft nicht halten kann, was es verspricht. Unseriöse Wirkversprechen verpackt in professioneller Aufmachung und schönen Videos, um Vertrauen und eine Aussicht auf Heilung zu schaffen. Wenn man sich die Produkte dahinter genauer ansieht, zeigt sich oft ein anderes Bild…

Aber es gibt auch Firmen, die den Spagat zwischen Wirtschaftlichkeit und Qualität schaffen und Verbraucher seriös beraten. Was können Zusatzfuttermittel leisten, woran erkennt man Qualitätsprodukte und wie werden Verbraucher vor Irreführung geschützt

Auf die Wahl der Inhaltsstoffe kommt es an

Wer möchte schon Arzneimittelrückstände, Toxine, Schwermetalle oder Bakterien in seinem Pferd wiederfinden, oder übertrieben viel Geld für Sirup, Zucker, Kleie, Trester, Melasse oder andere Füllstoffe ausgeben?

WICHTIG: Anbieter von Zusatzfuttermitteln dürfen nur geprüfte Rohstoffe in ausgewiesener Futtermittelqualität verwenden! Füllstoffe sollten maximal zur Akzeptanzsteigerung, oder bei Notwendigkeit (z.B. Pelletierung) in geringen Mengen eingesetzt werden.

Klare Regeln beim Marketing sollen Verbraucher schützen

Es wird unterschieden zwischen Futtermittel und Tierarzneimittel. Deswegen gibt es strenge Vorschriften, womit Futtermittelanbieter werben dürfen und womit nicht.

Zulässige Werbeaussagen wären z.B.:

  • Das Präparat unterstützt den Stoffwechsel, es fördert die Regeneration, oder es stärkt das Immunsystem.

Diese Formulierungen sollen darauf hinweisen, dass es sich nicht um einen medizinischen Wirkstoff handelt, sondern um Rohstoffe, die einen unterstützenden Beitrag leisten.

In keinem Fall dürfen Aussagen getroffen werden, wie z.B.:

Diese Aussagen sind klar rechtswidrig. Potentiellen Käufern wird suggeriert, sie hätten ein Mittel, das direkt Verletzungen und Krankheiten heilt. Dies ist jedoch bei keinem Zusatzfutter der Fall!

Es gibt dazu rechtliche Vorgaben des europäischen Parlamentes. Unter diesem Link findest Du Angaben, was erlaubt ist und was nicht

Ist Nahrungsergänzung die letzte Hoffnung auf Heilung?

Zunächst bleibt zu sagen, dass es immer ein Zusammenspiel von verschiedenen Faktoren ist, das den Erfolg bringt. Beste tierärztliche Betreuung, eventuell chiropraktische Behandlung, gute Zähne, eine für das Pferd geeignete Haltung, Vermeidung von Stressfaktoren, ein angepasstes Bewegungsmanagement und eine artgerechte Grundfütterung. Nahrungsergänzung ist lediglich das i-Tüpfelchen. Sie kann das Pferd merklich unterstützen, aber sie kann nicht andere Missstände wettmachen.

Gute Nahrungsergänzung kann wichtige Bausteine zur Regeneration liefern, Mangelerscheinungen ausgleichen, sie kann Körperfunktionen unterstützen und dem Pferdeorganismus „Hilfe zur Selbsthilfe“ leisten. Die wichtigste Erkenntnis dabei ist, dass Zusatzfutter nur unterstützend wirkt und dass die eigentliche „Arbeit“, nämlich die Heilung und Regeneration, der Körper selbst leisten muss!

Oft ist aber der Kauf von diversen Präparaten „die letzte Hoffnung“ für Pferdebesitzer. Pferd lahmt, ist verletzt, krank, mager, keiner weiß woher es kommt, man hat schon alles versucht und selber kann man gar nichts tun, außer zuzusehen… oder vielleicht doch mal das ein oder andere Pülverchen versuchen, das so viel verspricht

Nicht irreführen lassen!

Einige Futtermittelfirmen wissen um die große Nachfrage und auch um die „Not“ der Pferdebesitzer. Es gibt Gott sei Dank viele Anbieter von Zusatzfutter, die das nicht ausnutzen. Sie geben bestmögliche Hilfestellung mit qualitativ hochwertigen Produkten und seriöser Beratung.

Leider kann man aber manchmal auch das Gegenteil beobachten…

Aber wie unterscheiden? Hier einige Indizien für die „schwarzen Schafe“ der Branche:

  • Heilungs- und Wirkversprechen in Posts, Videos, Anzeigen, oder auf der Website
  • Aussagen wie: Man kann sich mit dem Erwerb des Präparates teure Behandlungskosten sparen.
  • Wenige, günstige Inhaltsstoffe, aber sehr teurer Produktpreis
  • Unzureichende Deklaration der Inhaltsstoffe
  • Schlechtmachen anderer Produkte, da diese angeblich nicht wirken

Sollte Dir so etwas auffallen, ist Vorsicht geboten.

Futtermittelqualität vs. Lebensmittelqualität

Rohstoffe in Lebensmittelqualität dürfen nicht ins Pferdefutter! Warum werben dann aber einige Pferdefutter-Anbieter mit Rohstoffen oder Kräutern in Lebensmittelqualität?

Diese sind in der Regel günstiger und leichter erhältlich. „Lebensmittel“ suggeriert außerdem, es handle sich hier um die bestmögliche Qualität, aber leider fehlt hier die wichtige Prüfung auf Futtermitteleignung!

Da bei Futtermittelrohstoffen davon ausgegangen wird, dass diese meist roh verfüttert werden, müssen sie zusätzlich mit teils schärferen Grenzwerten auf unerwünschte Stoffe geprüft werden, so dass sich auch bei rohem Verzehr keine Schadstoffe im Organismus anreichern können.

Wie erkennen, was das Zusatzfutter taugt? So kaufst Du richtig ein:

  • Produkte meiden, die öffentlich mit einem medizinischen Wirkversprechen beworben werden.
  • Die Inhaltsstoffe und auch die Mengenangaben der einzelnen Zutaten genau studieren. Im Internet findet man tatsächlich gute Quellen, wie viel von welchem Rohstoff täglich ins Pferd sollte. Ein Vergleich mit dem tatsächlichen Inhalt im Zusatzfutter lohnt sich: Man stellt schnell fest, dass oft nur viel zu geringe Mengen von einzelnen Rohstoffen enthalten sind.
  • Darauf achten, dass die Menge an Füllstoffen nicht zu hoch ist. Bei einem Füllstoffanteil von z.B. 50% würde das bedeuten, dass die Hälfte der Inhaltsstoffe keinen Wert für euer Pferd hat.
    Kleine Mengen Melasse, Apfeltrester, Kleie und Co. schaden natürlich nicht unbedingt, aber wenn der Anteil zu hoch ist, nimmt das eben Platz für die eigentlichen Rohstoffe weg. Das Präparat ist dann einfach gesagt gestreckt.
  • Im Zweifelsfall beim Anbieter anrufen und gezielt nachfragen. Wenn möglich, jemand Fachkundigen mithören lassen.

Wer schützt uns eigentlich vor Missbrauch im Futtermittelrecht?

Leider ist es bei dem großen Aufkommen an Anbietern von Zusatzfuttermitteln und durch die „schnell flüchtigen“ Werbemöglichkeiten via Social Media, den Behörden oft nicht mehr möglich, hier am Ball zu bleiben. Viele Fälle von Missachtung bleiben ungeahndet. Somit schützt uns niemand wirklich zuverlässig vor Irreführung und mangelhafter Qualität bei Futtermitteln.

Dieser Artikel soll Dir die Augen öffnen, Dich zur Eigeninitiative animieren, er soll Dich davon abhalten, Produkte wegen des Etiketts, der Werbung oder der Versprechungen zu kaufen. Er soll Dich anleiten, wie Du unseriöse Angebote erkennst und er soll Dich motivieren, Dich genauer mit den Inhaltsstoffen zu beschäftigen.

It’s up to you!

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