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Herpes Impfung bei Pferden – Vorteile, mögliche Nebenwirkungen & Co

von Michelle Breitenfeld
Veröffentlicht: Letztes Update am

Anzeige: Das Herpesvirus bleibt ein wichtiges Thema in der Pferdewelt – trotz der seit April 2024 aufgehobenen Impfpflicht für Turnierpferde. Viele fragen sich nun, ob eine Impfung weiterhin sinnvoll ist. Wir erklären kurz und verständlich, wie die Herpesimpfung wirkt und welche Vorteile und Risiken du kennen solltest.

Was ist das Herpesvirus beim Pferd und warum ist es so gefährlich?

Das Equine Herpesvirus bleibt nach einer Infektion lebenslang im Körper, kann sich durch Stress reaktivieren und leicht auf andere Pferde übertragen werden.

Das Equine Herpesvirus (EHV) ist eine Viruserkrankung, bei der der Erreger dauerhaft im Organismus verbleibt. Er zieht sich in Nervenzellen zurück und entgeht so dem Immunsystem – das Pferd bleibt lebenslang Träger. Viele Pferde besitzen zwar Antikörper gegen Herpesviren, sind aber dennoch nicht immun: Schätzungen zufolge tragen rund 80 % aller Pferde das Virus in sich, ohne akut zu erkranken. Erst Stresssituationen wie Transporte, Stallwechsel oder Turniere können einen Ausbruch provozieren.

Weitere ausführliche Informationen zum EHV findest du hier – und erfahre, wie du dein Pferd bestmöglich schützen kannst.

Wie wird das Herpesvirus übertragen?

Die Ansteckung erfolgt vor allem über direkten Kontakt, also Tröpfcheninfektion beim Zusammenstehen, Husten oder Niesen. In seltenen Fällen kann die Übertragung auch indirekt über kontaminierte Gegenstände wie Putzzeug, Schubkarren oder anderes Stall-Equipment stattfinden. Tragende Stuten können das Virus zudem auf ihr ungeborenes Fohlen übertragen.

Ist ein Pferd einmal infiziert, bleibt das Virus lebenslang im Körper – mit dem Risiko eines erneuten Ausbruchs, besonders in Phasen erhöhten Stresslevels.

Welche Symptome verursacht das Herpesvirus beim Pferd?

Zunächst einmal muss erwähnt werden, dass es verschiedene Arten des Equinen Herpesvirus gibt: EHV-1, EHV-2, EHV-3, EHV-4 und EHV-5. Die verschiedenen Formen kommen jeweils mit unterschiedlichen Symptomen daher:

Symptome aller Arten des Equinen Herpesvirus (EHV) beim Pferd auf einen Blick:

Herpesvirus-TypTypische Symptome
EHV-1 & EHV-4Atemwegsentzündungen, Appetitlosigkeit, Fieber, Husten, Nasenausfluss, Störungen des Bewegungsablaufs und Nervensystems, Gleichgewichtsverlust, Lähmungen der Hintergliedmaßen, Virusabort bei Stuten
EHV-2Augenentzündungen, Atemwegsinfektionen
EHV-3Bläschen/Ausschlag an den Geschlechtsorganen
EHV-5Atemwegsprobleme, Gewichtsverlust, erhöhte Herzfrequenz, Augenentzündung

Fazit: Besonders riskant für Pferde sind EHV-1 und EHV-4, da sie schwere respiratorische, neurologische und reproduktive Symptome auslösen können.

Herpes Impfung Pferd: Pferd von der Seite

Die verschiedenen Herpes-Formen kommen jeweils mit unterschiedlichen Symptomen daher.

Wie lange dauert eine Herpesinfektion beim Pferd?

Die Dauer einer Herpesinfektion lässt sich nicht exakt vorhersagen – sie hängt vom Schweregrad, vom Immunsystem und vom allgemeinen Gesundheitszustand des Pferdes ab. Die Inkubationszeit beträgt meist 2–10 Tage, erst danach treten Symptome auf. Bei leichteren Atemwegsinfektionen klingen die Beschwerden häufig nach etwa 14 Tagen ab.

Besonders gefährdet sind Pferde mit geschwächtem Immunsystem, etwa ältere Tiere oder Pferde mit Vorerkrankungen. Aber auch Stressfaktoren wie Transport, Turniere, Stallwechsel oder intensives Training können einen Ausbruch begünstigen.

Welche Vorteile hat die Herpesimpfung beim Pferd?

Eine Impfung gegen EHV-1 und EHV-4 gilt als wichtigste Schutzmaßnahme zur Kontrolle des Virus. Zwar verhindert sie den Ausbruch nicht vollständig, jedoch scheiden geimpfte Pferde im Infektionsfall deutlich weniger Viren aus – und senken damit das Ansteckungsrisiko für die gesamte Herde.

Besonders wirksam ist die Impfung, wenn möglichst viele Pferde eines Bestandes geimpft sind: Der Infektionsdruck sinkt, Ausbrüche werden unwahrscheinlicher und Symptome treten milder auf. Kurz gesagt: Je weniger Viren im Umlauf sind, desto besser ist die Stallgemeinschaft geschützt.

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EHV beim Pferd wird oft unterschätzt – dabei tragen schätzungsweise rund 80 % aller Pferde das Herpesvirus in sich. Die Infektion bleibt häufig unerkannt und kann durch Stress jederzeit wieder ausbrechen. Seit dem Wegfall der Impfpflicht mehren sich bundesweit die Ausbrüche – mit teils dramatischen Folgen für ganze Bestände. Jetzt zählt Verantwortung: Mit einem gültigen Impfschutz gegen EHV-1 und EHV-4, konsequenter Stallhygiene und enger tierärztlicher Begleitung lässt sich das Risiko deutlich senken. Jedes geimpfte Pferd schützt nicht nur sich selbst, sondern auch seine Herdenbuddys – und stärkt die Gesundheit der gesamten Stallgemeinschaft.

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Welche Nebenwirkungen kann die Herpesimpfung beim Pferd haben?

Wie jede Impfung kann auch die Herpesimpfung beim Pferd vorübergehende Nebenwirkungen auslösen – muss sie aber nicht. Ähnlich wie beim Menschen reagiert der Körper auf den Impfstoff, was typische Impfreaktionen erklären kann. Dazu zählen:

  • Leichte Schwellung an der Einstichstelle

  • Fieber

  • Gliederschmerzen

  • Lethargie/Müdigkeit

  • Appetitlosigkeit

In der Regel sind diese Reaktionen harmlos und klingen nach kurzer Zeit wieder ab. Wichtig ist, das Pferd nach der Impfung zu schonen und für einige Tage nur moderat zu bewegen. Die meisten Pferde vertragen die Herpesimpfung sehr gut.

Herpes Impfung Pferd: Pferd wird geimpft

Die meisten Pferde vertragen die Herpesimpfung ohne Probleme.

Wie läuft die Herpes-Impfung beim Pferd ab? (Grundimmunisierung & Abstände)

Die Impfung gegen das Equine Herpesvirus richtet sich nach dem verwendeten Impfstoff. In der Regel können Fohlen ab dem 5.–6. Lebensmonat geimpft werden.

Die Grundimmunisierung besteht – je nach Impfstoff – aus zwei bis drei Impfungen. Für inaktivierte Impfstoffe gilt üblicherweise:

  • 1. Impfung: ab 5.–6. Lebensmonat

  • 2. Impfung: 4–6 Wochen nach der ersten

Im Anschluss sind regelmäßige Wiederholungsimpfungen alle sechs Monate notwendig, um den Schutz aufrechtzuerhalten.

Tragende Stuten sollten während der Trächtigkeit insgesamt dreimal in verschiedenen Trächtigkeitsmonaten geimpft werden, um das Risiko virusbedingter Aborte zu reduzieren.

Weitere Informationen zu EHV und allen empfohlenen Schutzimpfungen für Pferde findest du hier:

Wie oft muss ich mein Pferd gegen Herpes impfen?

Eine Intervallimpfung gegen Herpes bei Pferden ergibt Sinn. Experten empfehlen, Pferde alle sechs Monate gegen EHV impfen zu lassen.

Gibt es in Deutschland eine Impfpflicht gegen Pferdeherpes?

Aktuell gibt es keine Impfpflicht gegen EHV in Deutschland. Seit dem 01.01.2023 war es Pflicht, Turnierpferde gegen das Virus zu impfen. Durch die Einführung der Impflicht in der LPO sollte eine größere Impfdichte sichergestellt werden. Denn auf Turnieren treffen zahlreichen Pferde aus verschiedenen Ställen aufeinander. Sind die Pferde geimpft, wird so zu einer Reduktion der Menge von zirkulierenden Herpesviren beigetragen. Infektionsketten können unterbrochen und Erkrankungszahlen reduziert werden. Doch diese Impfpflicht wurde am 15. April 2024 aufgehoben. Die Ständige Impfkommission Vet (StIKo Vet) empfiehlt die Herpesimpfung ausdrücklich. Als sogenannte Core-Impfung, sollte jedes Pferd zu jeder Zeit vor diesem Krankheitserreger geschützt sein.

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