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Islandpferdesattel richtig auswählen: Passform, Tipps & Produktempfehlung

von Justin Süß

Anzeige: Ob Tölt oder Geländeausritt: Ein passender Islandpferdesattel ist maßgebend für Komfort, Gesundheit und echtes Reitvergnügen. Erfahre, worauf du bei der Auswahl achten musst – plus: unser Produkttipp für deinen perfekten Sitz.

Welcher Sattel passt auf mein Islandpferd?

Wie finde ich den passenden Islandpferdesattel – für mein Pferd und für mich als Reiter? Und worauf muss beim Sattelkauf wirklich geachtet werden?

Diese Fragen stellen sich viele Islandpferdebesitzer, doch eine pauschale Antwort gibt es nicht. Um eine bessere Orientierung zu ermöglichen, werden im Folgenden die wichtigsten Grundlagen zur Sattelpassform, Sattelanprobe, Anpassung und Pflege erläutert. Ziel ist es, bei der Auswahl eines passenden Sattels zu unterstützen, damit Pferd und Reiter langfristig gesund, zufrieden und harmonisch zusammenarbeiten können.

Besonderheiten des Islandpferdes – und welche Auswirkung das auf den Sattel hat

Die wohl größte Besonderheit des Islandpferdes sind seine zusätzlichen Gangarten Töltund Pass. Die Rasse wird seit über 1.000 Jahren rein gezüchtet, ohne Einkreuzung fremder Rassen, und gilt als besonders robust, trittsicher und nervenstark.

Islandpferde besitzen häufig:

  • Einen kurzen, kräftigen Rücken
  • Eine besonders aktive Schulter- und
  • Hinterhandbewegung
    Zusätzliche
  • Bewegungsanforderungen durch Tölt und Pass
    Einen tiefen Brustkorb und – je nach Typ – wenig Widerrist

Diese anatomischen Merkmale wirken sich direkt auf die Sattelpassform aus. Ein klassischer Warmblutsattel passt daher nicht in jedem Fall. Schwerpunkt, Kissenlänge und Schulterfreiheit sollten speziell auf Islandpferde abgestimmt sein.

Wie finde ich die richtige Sattelpassform für mein Islandpferd?

Die Passform des Sattels ist sehr wichtig für das Wohlbefinden von Pferd und Reiter. Vor der Auswahl eines Islandpferdsattels sollte der Rücken des Pferdes immer sorgfältig beurteilt werden. Idealerweise stehen dafür mehrere Modelle zur Verfügung, die zunächst im Stand auf das Pferd aufgelegt werden.

Wichtige Kriterien bei der Passform sind insbesondere:

  • Eine einstellbare Kammerweite, um der Schulter ausreichend Platz zu geben und genügend Widerristfreiheit zu gewährleisten
  • Die Berücksichtigung der Ausprägung von Schulter, Widerrist und der gesamten Rückenlinie
  • Die passende Kissenlänge, da Islandpferde häufig einen kurzen Rücken haben

Islandpferdesättel von Topreiter – eine Empfehlung für Pferd & Reiter

Der speziell für Islandpferde entwickelte und patentierte SoftSwing®-Sattelbaum von Topreiter basiert auf der Vermessung und Analyse zahlreicher Islandpferderücken – sowohl kurz- als auch langrückig. Ziel war es, typische Rückenlinien, Widerristformen und Muskelverläufe zu analysieren und daraus einen Sattelbaum zu entwickeln, der sich optimal an die Anatomie des Islandpferdes anpasst.

Topreiter: Islandpferdsattel liegt auf Pferd

Der SoftSwing®-Sattelbaum verfügt über eine in Kunststoff eingegossene Stahlfeder. Dadurch bleibt der Baum in der Bewegung elastisch, gibt die Bewegung des Pferderückens bis zu einem gewissen Grad mit und verteilt den Druck gleichmäßig. Gleichzeitig bleibt er formstabil und bruchsicher – auch bei intensiver Nutzung.

Ein weiterer Vorteil ist die dauerhafte Anpassbarkeit: Die Kammerweite kann jederzeit erweitert oder verengt werden, beispielsweise bei Muskulaturaufbau, Gewichtsveränderungen oder im Jahreszeitenwechsel.

Zusätzlich sind die Sattelbäume so konstruiert, dass sie nicht rosten, kein Metall direkt am Pferdekörper liegt und ein geringes Eigengewicht besitzen.

Neugierig geworden? Ausführliche Informationen zu Aufbau, Anpassung und Modellen der Islandpferdesättel von Topreiter findest du hier:

Ein gut sitzender Islandpferdesattel ist nicht nur Komfort – er ist die Grundlage für Harmonie zwischen Pferd und Reiter. Deshalb empfehlen wir von ehorses, bei der Auswahl auf Qualität, Passform und individuelle Beratung zu setzen – wie von Topreiter.

Michelle
Redakteurin bei ehorses

Sattelkontrolle und Anpassung

Wie häufig ein Sattel kontrolliert werden sollte und wer Anpassungen vornehmen darf, ist ein wichtiger Aspekt bei der Sattelauswahl. Empfehlenswert ist die Begleitung durch einen erfahrenen Sattler oder Sattelfitter, der den Sattel nicht nur anpasst, sondern auch regelmäßig überprüft.

Im Laufe des Pferdelebens verändern sich Rücken und Muskulatur:

Um diese Veränderungen auszugleichen, werden Sattelkissen aufgepolstert oder die Kammerweite angepasst. Viele Fachleute empfehlen eine Sattelkontrolle mindestens einmal jährlich, bei jungen Pferden oder intensiver Nutzung auch häufiger, beispielsweise alle sechs Monate.

Das reine Vermessen des stehenden Pferdes reicht dabei nicht aus. Entscheidend ist der Sitz des Sattels in der Bewegung. Bei einer dynamischen Sattelkontrolle wird der Sattel zunächst im Stand beurteilt und anschließend Pferd und Reiter unter dem Sattel beobachtet, um Schwerpunkt, Widerristfreiheit und Kissenauflage korrekt einschätzen zu können.

Sattelprobleme

Druckstellen, ein nach vorne rutschender oder schief liegender Sattel können sowohl für das Pferd als auch für den Reiter problematisch sein. Ob diese Schwierigkeiten tatsächlich vom Sattel ausgehen oder andere Ursachen haben, etwa Schmerzen, Lahmheiten oder ein unausbalancierter Reitersitz, ist für Laien oft schwer zu beurteilen.

Eine frühzeitige Sattelkontrolle kann helfen, Druckstellen, Fellveränderungen, Verspannungen oder Rückenschmerzen zu vermeiden. Ursachen sind häufig ein zu enger oder zu weiter Sattel, ungleichmäßig gefüllte Kissen, veränderte Muskulatur oder ein verschobener Schwerpunkt.

Auch der Trainingszustand des Pferdes spielt eine Rolle: Baut ein Pferd Muskulatur auf oder verliert sie, kann ein zuvor passender Sattel plötzlich nicht mehr korrekt sitzen.

Bei einer Sattelkontrolle, beispielsweise mit einem mobilen Sattelservice, können ungleichmäßige Kissen, eine falsche Kammerweite oder asymmetrische Belastung erkannt und angepasst werden.

Ein unpassender Sattel betrifft nicht nur das Pferd, sondern auch den Reiter. Eine ungeeignete Sitzgröße, falsch positionierte Pauschen oder ein verrutschter Schwerpunkt können zu Sitzproblemen, Fehlhaltungen oder Schmerzen führen.

Service und Sattelberatung

Je nach Region bieten Sattler und Sattelfitter Beratung, Sattelanprobe und regelmäßige Kontrollen an – sowohl stationär als auch mobil. Gerade bei Islandpferden ist es sinnvoll, den Sattel direkt am Pferd überprüfen und anpassen zu lassen, da kurze Rücken, sich verändernde Muskulatur sowie die Gangarten Tölt und Pass besondere Anforderungen an die Passform stellen.

Teilweise werden mobile Sattelservices angeboten, die regelmäßig Touren innerhalb Deutschlands durchführen und in größeren Abständen auch Österreich oder internationale Regionen anfahren. Bei ausreichender Nachfrage sind Termine im Ausland ebenfalls möglich.

Wer sich bei einem neuen Sattel unsicher ist, kann häufig ein Modell für eine begrenzte Zeit probereiten. Das ist sinnvoll, da sich Passform und Reitgefühl nicht im Stand, sondern erst in der Bewegung zuverlässig beurteilen lassen.

Reparaturen wie der Austausch von Gurtstrupfen, das Nachpolstern von Sattelkissen oder der Wechsel von Wolle- und Latexkissen werden je nach Anbieter entweder vor Ort oder in der Werkstatt durchgeführt. Anpassungen der Kammerweite sollten ausschließlich von qualifizierten Fachkräften vorgenommen werden, da hierfür spezielles Werkzeug und fundierte Fachkenntnisse erforderlich sind.

Fotos: Melissa Hoogendoorn

Aufbau eines Islandpferd-Sattels

Der Sattel ist das Bindeglied zwischen Pferd und Reiter. Seine Aufgabe ist es, das Reitergewicht gleichmäßig über die Rückenmuskulatur des Pferdes zu verteilen, ohne Druckspitzen zu verursachen.

Zentrales Element ist der Sattelbaum. Er gibt dem Sattel Form, Stabilität und den sogenannten Schwerpunkt. Im vorderen Bereich befindet sich das Kopfeisen, das hinter der Schulter des Pferdes liegt. Daran schließt sich der restliche Baum an, auf dem Sitzfläche, Sattelblätter und Kissen aufgebaut sind.

Die Steigbügelaufhängung ist direkt am Baum befestigt und muss im Falle eines Sturzes den Steigbügelriemen freigeben können (offen oder mit Sicherheitsmechanismus).

Sattelbäume können aus verschiedenen Materialien bestehen:

  • Traditionell: Holzverbund oder Holzstahlfederbaum
  • Modern: Vollkunststoffbaum oder Stahlfederbaum auf Kunststoffbasis Diese Materialien ermöglichen gleichbleibende Eigenschaften wie Stabilität und eine definierte Flexibilität. In der Form des SoftSwing®-Sattelbaums lässt sich dieser direkt vor Ort im Kopfeisen verstellen.

Auf dem Baum liegt die Sitzfläche („Matratze“) mit Lederbezug. Daran schließen sich die Sattelblätter an, entweder:

  • Monoblatt (einlagig, direkter Kontakt zum Pferd) oder
  • Doppelblatt (zwei Lagen, flexibler, mit weicher Knielage über der Pausche).

Unter dem Baum befinden sich die Sattelkissen, gefüllt entweder mit Wolle oder Latex:

  • Wollkissen → anpassbar durch Nachpolstern, ideal bei Veränderungen der Muskulatur
  • Latexkissen → formstabil und wartungsarm, aber nicht nachpolsterbar, nur austauschbar

Die Kissen halten Wirbelkanal und Widerrist frei und müssen der Rückenform des Pferdes folgen.

Bei Islandpferdesätteln wird häufig eine Vorgurtstrupfe mit V-Begurtung verwendet. Sie setzt den Sattelgurt leicht nach vorne, wodurch weniger Zug entsteht, der den Sattel nach vorne schieben könnte. Die Schnallen liegen bei einem Kurzgurt dadurch unter dem Sattelblatt, wo sie weder Pferd noch Reiter stören.

In der Geschichte haben sich Sättel ständig weiterentwickelt, aber das Grundprinzip – ein gepolstertes, ausbalanciertes Tragegestell im Bereich der Brust- und Lendenwirbelsäule – ist bis heute gleich geblieben.

Du hast Fragen zu deinem Islandpferdesattel oder möchtest sicherstellen, dass Passform und Sitz wirklich optimal zu dir und deinem Pferd passen? Topreiter berät dich gerne persönlich und kompetent – mit viel Erfahrung rund um Islandpferdesättel, Passform und Komfort.

Fragen & Antworten rund um Islandpferdesättel

Wichtig ist, dass ihr euch bei einem qualifizierten Sattler oder Sattelfitter gut aufgehoben fühlt und genug Zeit bleibt, um alle Fragen in Ruhe klären zu können. Ein häufiger Fehler ist, den Sattel nur im Stand zu beurteilen – entscheidend ist immer das Bild in der Bewegung.

Der Sattel muss immer gleichzeitig zum Pferd und zum Reiter passen. Liegt der Sattel zwar korrekt auf dem Pferderücken, der Reiter sitzt aber nicht ausbalanciert, können sich Verspannungen und Taktfehler auf das Pferd übertragen.

Bei einer Sattelkontrolle wird geprüft, ob sich der Körperbau oder die Muskulatur des Pferdes verändert hat und der Sattel entsprechend angepasst werden kann. Wollkissen lassen sich jederzeit nachpolstern, ein verstellbarer Sattelbaum kann in der Kammerweite enger oder weiter gemacht werden.

Latexkissen sind formstabil und wartungsarm, können aber nicht aufgepolstert werden – sie müssen entweder direkt passen oder mit Pads ausgeglichen werden.

Grundsätzlich kann man mit jedem korrekt angepassten Sattel tölten. Islandpferdesättel sind jedoch in Länge, Kissenform und Schulterfreiheit so gestaltet, dass sie die spezielle Rückenform und alle Gangarten – auch Tölt und Pass – bestmöglich unterstützen.

Das hängt von Modell, Sitzform, Pauschenposition und der Beinlänge des Reiters ab. Ein flacher Sitz bietet mehr Bewegungsfreiheit, ein tiefer Sitz gibt mehr Halt. Eine größere Pausche kann hilfreich sein und mehr Sicherheit bieten, darf aber nicht die Beweglichkeit des Reiterbeins einschränken.

Der Sattel sollte regelmäßig mit Sattelseife und einem leicht feuchten Schwamm gereinigt werden, um Schweiß und Schmutz zu entfernen. Gurtstrupfen dürfen nicht gefettet werden, da das Leder sonst weich wird und die Zugkraft nicht mehr sicher hält.

Bei naturbelassenem oder offenporigem Leder empfiehlt sich gelegentlich eine leichte Pflege mit Lederfett oder Balsam – sparsam und niemals auf die Unterseite der Kissen.

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