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Vollblutaraber

von Frederieke Wenning
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Vollblutaraber werden auch als Arabisches Vollblut bezeichnet und verkörpern den rein gezogenen Typ des vollblütigen arabischen Pferdes. Seit dem 7. Jahrhundert gezüchtet, sind sie eine der weltweit ältesten Pferderassen und haben durch Einkreuzungen immensen Einfluss als Veredler genommen. Ausdauer und Schönheit, Intelligenz und Charakter – ihre positiven Eigenschaften verliehen sie beinahe jedem Warmblut, aber auch einigen Kaltblütern. Dieses Ansehen als ideale Quelle für den Fremdbluteinfluss und ihre ausdrucksvolle Erscheinung mit aparter Eleganz machen bis heute die besondere Anziehungskraft der vollblütigen Pferde aus. Im Übrigen muss der Vollblutaraber von anderen Pferden arabischer Herkunft unterschieden werden, von den Anglo– und Shagya-Arabern sowie dem Arabischen Halbblut und dem Araber. Diese Rassen weisen Fremdblut auf, während der Vollblutaraber die Reinzucht des arabischen Pferdes darstellt.

Wichtige Daten im Überblick

  • Ursprung: Arabische Halbinsel
  • Hauptzuchtgebiet: Orient, USA, Großbritannien, Deutschland
  • Verbreitung: weltweit
  • Stockmaß: zwischen 140 cm und 160 cm
  • Gewicht: 450 kg bis 550 kg
  • Erscheinungsbild: edler Kopf mit Hechtkopf, zierliche Optik, quadratisches Format, hoch angesetzter Schweif
  • Farben: Schimmel, Füchse, Braune; selten Rappen
  • Haupteinsatzgebiet: Wanderreiten, Distanzreiten, Freizeitsport

Warum heißen Pferde Araber?

Vollblutaraber haben ihren Namen ihrem Ursprungsort zu verdanken, den arabischen Halbinseln.

Herkunft und Ursprung der Vollblutaraber

Vollblutaraber sind eine der ältesten Pferderassen weltweit, denn auf der Arabischen Halbinsel werden sie bereits seit dem 7. Jahrhundert gezüchtet. Der Legende nach stammt die Rasse in ihrem Ursprung von fünf Stuten ab, die auf der Flucht des Propheten Mohammed nach Medina mitgeführt wurden. Über Jahrhunderte hinweg waren Vollblutaraber die Wüstenpferde der Beduinen, erlangten durch die arabische Besetzung Spaniens jedoch auch in Mitteleuropa Bekanntheit. Vor allem im 19. Jahrhundert importierten die europäischen Fürstenhäuser arabische Hengste, um die heimischen Pferderassen zu veredeln, sowie einige Stuten zum Aufbau einer eigenen Reinzucht.

Federführend war beispielsweise das 1817 gegründete, königliche Gestüt Weil in Württemberg, das einige bekannte Pferde erwarb. Zurückgehend auf diese Zeit hat der Araber einen wesentlichen Einfluss auf zahlreiche andere Pferderassen genommen, darunter auf nahezu jedes Warmblut und auf das Englische Vollblut, das nach 1945 die Rolle der führenden Veredlerrasse übernahm. In seinem Ursprungsgebiet, der arabischen Halbinsel, ging der Bestand der Vollblutaraber seit Beginn des 20. Jahrhunderts durch Seuchen und die zunehmende Nutzung moderner Fortbewegungsmittel zurück. Seit einigen Jahren bemühen sich die arabischen Herrscherfamilien durch den Re-Import asiler Araber aus Europa und den USA um ein erneutes Aufleben und Festigen der Zucht.

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Vollblutaraber Verkaufspferde bei ehorses

Sind Araber schnell?

Auf kurzen Strecken können Araber durchaus sehr schnell werden. Einst wurden sie für anstrengende Wüstenrennen gezüchtet. Ihre wahre Stärke liegt jedoch in ihrer Ausdauer, die es ihnen ermöglicht, stundenlange Distanzen zu überwinden.

Exterieur der Vollblutaraber

Der Vollblutaraber soll hinsichtlich seines Typs einem korrekt gebauten Reitpferd entsprechen und ein ideales Stockmaß von 148 bis 157 Zentimetern vorweisen. Der Rassetyp kommt insbesondere durch den keilförmigen, edlen Kopf mit großen Augen, die adelige Erscheinung, das trockene und harte Fundament sowie den harmonischen Körperbau zum Ausdruck. Markant ist für den Betrachter vor allem der vergleichsweise kleine Kopf mit breiter Stirn, hoher Ganaschenfreiheit und ausgeprägten, elastischen Nüstern, der sich durch ein gerades oder konkaves Profil auszeichnet. Verläuft das Nasenbein nach innen gewölbt, verfügt der Vollblutaraber über einen typischen Hechtkopf.

Markant ist für den Betrachter vor allem der vergleichsweise kleine Kopf mit breiter Stirn, hoher Ganaschenfreiheit und ausgeprägten, elastischen Nüstern, der sich durch ein gerades oder konkaves Profil auszeichnet.

Zu den rassespezifischen Merkmalen zählen zudem ein hoch angesetzter, langer und gebogener Hals, der sanft in den gut ausgeprägten Widerrist übergeht, eine lange und schräge Schulter sowie reichlich Gurtentiefe und ein kurzer Rücken. Die Kruppe zeigt sich lang und wird durch den hoch angesetzten Schweif betont. Ideal ist zudem ein kräftiges, trockenes Fundament mit kurzen Röhren, mittellangen Fesseln und runden, harten Hufen. Mit Blick auf die Fellfärbung kommen besonders häufig Schimmel, aber auch Braune, Rappen und Füchse vor. Als Besonderheit erweist sich außerdem die Wirbelanzahl, denn der Araber hat im Unterschied zu anderen Rassen meist nur 17 Rippen, 15 Schweifwirbel und sechs Lendenwirbel.

Beschreibung des Interieurs

Häufig haben Menschen, die bislang in ihrer reiterlichen Karriere noch keinen Kontakt zu Vollblutarabern gehabt haben, das Vorurteil, bei dieser Rasse handle es sich um schwierige und äußerst temperamentvolle Pferde. Ihrem Zuchtziel nach soll der Charakter der Vollblutaraber jedoch unkompliziert und nervenstark sein und so präsentiert sich die Rasse ihren Liebhabern auch. Von Kennern werden sie für ihre Geduld, ihre Intelligenz und die ausgeprägte Aufgeschlossenheit dem Menschen gegenüber geschätzt. Sie sind sehr angenehm und händelbar im täglichen Umgang und können so auch von Anfängern meist problemlos versorgt werden.

Vollblutaraber sind zudem sehr sensibel und feinfühlig, mit unfairem Verhalten kommen sie nur schlecht zurecht und können mitunter sehr nachtragend sein. Bei fairer und guter Behandlung jedoch präsentieren sie ihren Charakter aus Gold und sind zuverlässige und treue Partner. Für „ihren“ Menschen gehen sie durchs Feuer und legen eine grandiose Arbeitseinstellung und Leistungsbereitschaft an den Tag.

Wie alt kann ein Araber Pferd werden?

Die sehr robust gezüchtete Rasse kann bei guter Pflege und artgerechter Haltung rund 30 Jahre alt werden.

Vollblutaraber im Video

Wie schnell ist ein Vollblutaraber?

Auf kurzen Strecken und unter voller Rennleistung kann ein Vollblutaraber eine Geschwindigkeit von bis zu 60 bis 65 km/h erreichen.

Besondere Merkmale und Einsatzgebiete der Rasse

Ein besonderes Merkmal der Rasse, welches direkt ins Auge sticht, ist die im Vergleich zu anderen Pferderassen ungewöhnliche Kopfform. Der Vollblutaraber hat einen sogenannten Hechtkopf. Hierbei ist die Oberlinie des Kopfes nach innen gewölbt, sodass eine konkave Einsenkung im seitlichen Profil zustande kommt. Diese Kopfform wird jedoch häufig lediglich in der ausländischen Zucht angestrebt. Die auf der arabischen Halbinsel gezüchteten Vollblutaraber haben in der Regel eine gerade Nasenlinie. Ein weiteres besonderes Merkmal ist nicht auf den ersten Blick zu erkennen. Die meisten Vollblutaraber haben einen Lendenwirbel weniger, als andere Pferderassen. Während diese sechs Lendenwirbel aufweisen, haben Vollblutaraber nur fünf.

Eine sportliche Spezialität dieser Rasse ist die herausragende Eignung für den Distanzsport. Vollblutaraber verfügen bei richtigem Training über die Fähigkeit, eine ungeheure Kondition zu entwickeln und können so auf Distanzritten mit teilweise bis zu 160 km Strecke glänzen. Zudem werden sie aufgrund ihres edlen Erscheinungsbildes gerne als Showpferde eingesetzt.

Rassetypische Erbkrankheiten treten beim Vollblutaraber nicht auf. Auch wenn ihr edles und graziles Äußeres auf den ersten Blick nicht unbedingt darauf schließen lässt, so wurden die arabischen Pferde einst doch als Hochleistungssportler für kräftezehrende Wüstenrennen gezüchtet. Sie sind daher überaus robust und bei korrekter Haltung und Pflege ihr Leben lang gesund.

Bekannte Pferde der Rasse (im Sport, in Film/Fernsehen)

Der in Deutschland vielleicht bekannteste Vollblutaraber, der auf den großen Kinoleinwänden zu bewundern ist, ist das Filmpferd Sarouc. Er spielt das Pferd „Sabrina“ in den bekannten Bibi und Tina Verfilmungen. Auch in vielen Shows, wie der Appassionata oder der Cavalluna, gibt es viele Vollblutaraber, die als Hauptattraktion der Shows die Zuschauer verzaubern.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lässt sich ein weiterer berühmter Vollblutaraber finden, „Haleb“. Er trug maßgeblich zur Etablierung der Rasse in den USA bei. Liebhabern wird auch der Name „Gharib“ etwas sagen. Dieser Hengst lebte von 1965 bis 1990 und war als bekannter Vererber auf dem Haupt- und Landgestüt Marbach im Deckeinsatz. Zudem zählen alle drei Stammväter des Vollbluts zu den Vollblutarabern.

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