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Stallsuche und ihre Tücken

von Dubarry's Dornröschen
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Mein „perfekter“ Stall

Was genau stelle ich mir für mein Pferd und auch für mich vor? Natürlich steht das Wohl meines Pferdes immer an erster Stelle. So auch bei der Suche nach einem passenden Stall. Dies bedeutet aber nicht automatisch, dass ich meine Bedürfnisse und meinen finanziell gesteckten Rahmen vollständig ausblenden möchte.
Ich persönlich lege großen Wert darauf, dass mein Pferd in Vollpension steht und ich nicht mehrmals am Tag gezwungen bin in den Stall zu fahren. Denn neben meinem Pferd habe ich auch noch einen Sohn, einen Freund  und zwei Hunde. Und bei dem Ganzen nicht zu vergessen: Ich habe einen Vollzeitjob, um mir meinen Traum, das eigene Pferd, überhaupt leisten zu können. Nachdem die Entscheidung gefallen war Dornröschen zu kaufen, konnte die Stallsuche beginnen.
Ich schaute mir hier, im südlichen Umland von Berlin, so einige Ställe an. Und viele waren mir auch noch von damals bekannt. Ich habe mir eine Liste erstellt, wo ich aufschrieb, auf was ich für mein Pferd großen Wert lege und auf was ich nicht verzichten möchte.
Für mein Pferd möchte ich, die bereits oben erwähnte, Vollpension. Das bedeutet für mich min. zweimal täglich Kraftfutter, Heu, täglich mehrere Stunden Weidegang, Schattenplätze auf den Wiesen, Reinholen und Rausbringen von bzw. zur Koppel und die tägliche Kontrolle des Gesundheitszustandes. Für meine Annehmlichkeiten bedarf es sanitären Anlagen, einer beheizten Sattelkammer mit einem ausreichend großen Schrank oder zumindest Platz für  einen kurzen Anfahrtsweg, um nicht zu viel Zeit im Auto zu verbringen und einer Reithalle, um auch im Winter durchgängig trainieren zu können.

Gibt es den „perfekten“ Stall überhaupt?

Leider musste ich bei meiner Stallsuche schnell feststellen, dass es nicht den perfekten Stall gibt und ich einfach gewisse Abstriche machen musste. Schattenplätze auf den Wiesen z.B. sind Mangelware und sind mir während der Suche nur ein einziges Mal begegnet oder zumindest wurde die Aussage getroffen, dass das Baumaterial bereits dafür da sei und der Bau in Kürze beginnen würde. Des Weiteren ist natürlich zu erwähnen, dass vor allem gute Ställe sich einen Namen gemacht und oftmals lange Wartelisten haben. Ich stehe nach wie vor bei drei Ställen auf der Liste. Und das seit Mai / Juni. Bei einem der Ställe konnte ich die Liste direkt sehen und weiß, dass ich an achter Stelle gestanden habe. Da ich mich jedoch dazu entschlossen hatte sie doch recht schnell zu holen, suchte ich zu Ende Juli einen Platz für sie. Und diesen fand ich auch. Doch auch hier musste ich Abstriche machen. Unterstände gibt es nicht auf allen Weiden, das Heu ist begrenzt und darf nicht individuell vom Pferdebesitzer nach gelegt werden, vom Stall gibt es ausschließlich Hafer als Kraftfutter und ich fahre pro Strecke ca. 25 Minuten. Jetzt werden einige wahrscheinlich mit den Augen rollen und sich denken, dass sie gern einen Weg von gerade einmal 25 Minuten hätten. Ja, auch ich hätte früher wahrscheinlich zu diesen Personen gehört, doch mit einer eigenen Familie sieht das Ganze doch etwas anders aus und es gibt einfach genug Ställe, die in unmittelbarer Umgebung sind. Dazu jedoch später, in einem weiteren Beitrag, mehr.
Die gesamte Zeit der Stallsuche hat mir gezeigt, wie schwierig es ist, etwas Geeignetes zu finden und es hat mir noch einmal bewusst gemacht, wie viel Verantwortung ich auf einmal für ein weiteres Lebewesen habe. Sie ist auf meine „richtigen“ Entscheidungen angewiesen. Interessant, der folgende Beitrag 6 Anzeichen, dass du bereit für ein eigenes Pferd bist!
Ich bin gespannt, was noch alles auf uns zukommen wird und freue mich schon jetzt wieder für euch darüber zu berichten.
Dubarry´s Dornröschen, bevor die Stallsuche begann, noch auf der Fohlenweide

Dubarry´s Dornröschen

Noch ein kleiner Tipp

Wichtig ist mir noch einmal zu erwähnen, dass jeder diese Entscheidungen individuell für sich und sein Pferd treffen muss. Es gibt die unterschiedlichsten Ansprüche und für jeden gibt es den geeigneten Stall. Man muss ihn nur finden!

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1 Kommentar

Werner Schumacher 7. Oktober 2017 - 16:22

Ich beleuchte hier das Thema „Der perfekte Stall“aus der Sicht eines Reitstallbetreibers.Bei mir gibt Boxen in versch.Preiskategorien,mit und ohne Paddok.Morgens und abends gibt es Heu oder Heulage,Kraftfutte in versch.Ausführungen,im Sommer ganztägig Weide,im Winter 3 Std.Paddok.Misten und Rausbringservice können dazugebucht werden.Die Tendenz neigt zu immer mehr Service und da verkommt das Pferd zum Sportgerät,Prestigeobjekt oder Schmusetier.Wenn ich mir ein Pferd zulege,ist es doch nicht damit getan,zum Stall zu fahren,Pferd kurz überzuputzen und eine halbe Stunde in der Reitbahn rumzujucken und das Pferd in den Stall zu stellen,un anschließen zu erzählen,ich bin wieder geritten.Damit wird man dem Pferd nicht gerecht.Ob Pferd oder auch Hund,es muß mir doch klar sein,daß diese Tiere mit Recht eine Menge Zeit beanspruchen und nicht „unter anderem“abgehandelt werden können.Jetzt werden einige sagen,der soll doch froh sein,wenn die Boxen vermietet sind.Das bin ich auch.Doch wenn ich ansehen muß,wie manche Pferde kaputtgeliebt werden,dreht sich mir der Magen um.Fazit:Bei der Stallsuche nicht nur Ansprüche an den Stall,sondern auch an sich selbst stellen.
Mit reiterlichem Gruß
Bliev drop

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