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Herpes Impfung bei Pferden – Vorteile, mögliche Nebenwirkungen & Co

von Michelle Holtmeyer
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Anzeige: Vor allem nach dem vergangenen Jahr ist das Herpesvirus in der Reiterwelt in aller Munde. Damit einhergehend auch die Herpes Impfung für Pferde. Diese soll ab 2023 verpflichtend für alle Turnier-Pferde in Deutschland werden. Doch was hat es mit der Herpes Impfung beim Pferd auf sich? In diesem Artikel klären wir Dich über die Vorteile und Nebenwirkungen sowie die Impfpflicht auf. 

Der Ausbruch des Herpesvirus beim internationalen Reitturnier in Valencia im Februar 2021 ist uns allen im Gedächtnis geblieben. Über 100 Pferde zeigten Symptome, einige Vierbeiner starben. Auch in Deutschland waren Pferde, die in Kontakt mit infizierten Vierbeinern gekommen sind, betroffen.

Herpesvirus beim Pferd – Arten, Symptome, Risiken, Folgen & Dauer

Beim Herpesvirus (kurz: EHV) handelt es sich um eine Viruserkrankung. Die Infektion zeichnet sich durch ein häufig dauerhaftes Verweilen des Erregers im Organismus des Pferdes aus. Das Virus selbst zieht sich in die Nervenzellen und entgeht somit dem Immunsystem des Vierbeiners. Viele Pferde haben Antikörper gegen die Herpesviren, was jedoch nicht bedeutet, dass die Tiere immun gegen das Virus sind. Denn 80 % Prozent aller Pferde tragen Herpesviren in sich, sind aber nicht akut von der Krankheit betroffen. Häufig bricht das gefährliche Herpesvirus erst durch Stress aus.

Übertragung des Herpesvirus

Übertragen wird das Virus durch direkten Kontakt (Tröpfcheninfektion). In seltenen Fällen kann eine Übertragung auch über den Kontakt mit Putzzeug, Schubkarren oder anderem Stall-Equipment erfolgen. Eine tragende Stute kann das Virus auch auf das noch ungeborene Fohlen übertragen.

Hat sich ein Pferd einmal mit der Erkrankung infiziert, bleibt das Virus lebenslang im Körper des Tieres.

Herpesvirus beim Pferd – Symptome

Zunächst einmal muss erwähnt werden, dass es verschiedene Arten des Equinen Herpesvirus gibt: EHV-1, EHV-2, EHV-3, EHV-4 und EHV-5. Die verschiedenen Formen kommen jeweils mit unterschiedlichen Symptomen daher:

Equines Herpesvirus 1 (EHV-1) & Equines Herpesvirus 4 (EHV-4) – Symptome

  • Atemwegsentzündung
  • Appetitlosigkeit
  • Fieber, Husten, Nasenausfluss
  • Störungen im Bewegungsablauf
  • Störungen des gesamten Nervensystems
  • Lähmungen der Hintergliedmaßen
  • Verlust vom Gleichgewicht
  • Virusabort bei Stuten (Verlust von ungeborenen Fohlen oder Geburten sehr lebensschwacher Fohlen)
Herpes Impfung Pferd: Pferd von der Seite

Die verschiedenen Herpes-Formen kommen jeweils mit unterschiedlichen Symptomen daher.

Equines Herpesvirus 2 (EHV-2) – Symptome

  • Augenentzündung
  • Infektion der Atemwege

Equines Herpesvirus 3 (EHV-3) – Symptome

  • Bläschen oder Ausschlag an Geschlechtsorganen

Equines Herpesvirus 5 (EHV-5) – Symptome

  • Probleme mit den Atemwegen
  • Gewichtsverlust
  • Herzfrequenz ist erhöht
  • Augenentzündung

Folglich sind EHV-1 und EHV-4 meistens am gefährlichsten für unsere Vierbeiner.

Equine Herpesvirus – Dauer

Wie lange die Infektion dauert, lässt sich nie genau vorhersagen. Das hängt vom Schweregrad des Befalls sowie vom allgemeinen Gesundheitszustand des Pferdes ab. Dabei beträgt die Inkubationszeit zwei bis zehn Tage, erst dann treten meist die ersten Symptome auf. Diese sollten nach spätestens 14 Tagen wieder abklingen – allerdings meist nur bei Atemwegsinfektionen.

Häufig tritt EHV bei Pferden mit geschwächtem Immunsystem auf. Also Pferden mit z.B. Vorerkrankungen oder älteren Pferden. Doch auch Sportpferde, die hartes Training absolvieren oder Pferde nach einem Transport, nach bzw. bei Turnieren oder Ausstellungen oder nach einem Stallwechsel sind etwas anfälliger.

Herpes Impfung Pferd: Pferd liegt

Wie lange die Infektion dauert, lässt sich nie genau vorhersagen.

Herpes Impfung beim Pferd – Vorteile

Lässt Du Dein Pferd gegen Herpes impfen, bringt das einige Vorteile mit sich. Die Herpesimpfung wird als wichtigste Schutzmaßnahme gegen die Infektion angesehen. Wichtig zu wissen ist dabei, dass Pferde gegen EHV-1 und EHV-4 geimpft werden können. Zwar kann die Impfung den Ausbruch von Herpes beim Vierbeiner nicht komplett verhindern, doch die Impfung führt dazu, dass das infizierte Tier weniger Viren ausscheidet. Dadurch sinkt das Risiko einer Krankheitsübertragung.

Einen großen Effekt hat die Impfung vor allem, wenn so gut wie alle Pferde im Stall diese erhalten. Denn je mehr Pferde geimpft sind, desto weniger Viren werden ausgeschieden und folglich sinkt der Infektionsdruck. Kurz: Je weniger Herpesviren im Umlauf sind, desto geringer ist auch die Gefahr einer akuten Erkrankung. Zudem kann die Impfung die Anzeichen, die Herpes hervorruft, oftmals abmildern. 

Soll ich mein Pferd gegen Herpes impfen lassen?

Die Impfung gegen EHV-1 und EHV-4 ist mit zahlreichen Vorteilen verbunden. Hast Du außerdem ein Turnierpferd, bist Du verpflichtet, es ab dem 01.01.2023 gegen Herpes impfen zu lassen.

Mögliche Nebenwirkungen der Impfung

Natürlich ist eine Impfung beim Pferd auch immer mit Nebenwirkungen verbunden. Die Nebenwirkungen können auftreten, müssen aber nicht. Genauso wie bei uns Menschen,  wenn wir Impfungen erhalten oder Medikamente bekommen. 

Normale Impfreaktionen beim Pferd sind folgende:

  • angeschwollene Einstichstelle
  • Fieber
  • Gliederschmerzen
  • Lethargie
  • Appetitlosigkeit

Die meisten Pferde vertragen Impfungen wie die Herpesimpfung aber ohne Probleme. Wichtig ist, dass Du Deinen Vierbeiner nach der Impfung etwas schonst und nicht übermäßig viel bewegst.

Herpes Impfung Pferd: Pferd wird geimpft

Die meisten Pferde vertragen die Herpesimpfung ohne Probleme.

Herpes Impfung für Pferde – Grundimmunisierung und Impf-Abstände

Wie genau Du das Pferd gegen Herpes impfen musst, kommt auf den Impfstoff an. Im Normalfall werden Impfstoffe eingesetzt, die Fohlen ab einem Lebensalter von fünf oder sechs Monaten gespritzt werden können. Die Impfung selbst setzt sich dann aus einer Grundimmunisierung mit zwei bis drei Impfungen sowie anschließenden Wiederholungsimpfungen zusammen (je nach Impfstofftyp und -hersteller). Für die Grundimmunisierung werden die ersten beiden Impfungen im Abstand von vier bis sechs Wochen durchgeführt (gilt für Inaktivatimpfstoffe). Eine Wiederholungsimpfung folgt in der Regel nach sechs Monaten. Generell sollten die Wiederholungsimpfungen alle sechs Monate erfolgen.

Tragende Stuten sollten während der Trächtigkeit insgesamt dreimal in verschiedenen Trächtigkeitsmonaten geimpft werden.

Wie oft muss ich mein Pferd gegen Herpes impfen?

Eine Intervallimpfung gegen Herpes bei Pferden ergibt Sinn. Experten empfehlen, Pferde alle sechs Monate gegen EHV impfen zu lassen.

Gibt es in Deutschland eine Impfpflicht gegen Pferdeherpes?

Aktuell gibt es keine Impfpflicht gegen EHV in Deutschland. Doch das ändert sich zum 01.01.2023. Denn im Juli 2021 hat der Beirat Sport bei der Jahrestagung der FN nach ausführlicher Diskussion eine Impflicht gegen das Equine Herpesvirus-1 für alle Turnierpferde beschlossen. Damit folgte der Beirat den Empfehlungen der Ständigen Impfkommision Veterinärmedizin (StIKo VET), die sich bereits seit Jahren für diesen Beschluss ausspricht. 

Durch die Einführung der Impflicht in der LPO soll eine größere Impfdichte sichergestellt werden. Denn auf Turnieren treffen zahlreichen Pferde aus verschiedenen Ställen aufeinander. Sind die Pferde geimpft, wird so zu einer Reduktion der Menge von zirkulierenden Herpesviren beigetragen. Infektionsketten können unterbrochen und Erkrankungszahlen reduziert werden.

Ist die Herpes Impfung Pflicht?

Ab dem 01.01.2023 wird die Herpesimpfung für alle Turnierpferde in Deutschland verpflichtend.

Weitere Informationen zum Thema Herpesimfpung beim Pferd liest Du auf der Seite „Für Hufe und Pfoten“ nach, wo Du Dich ausführlich zur Tiergesundheit von Hund, Katze und Pferd informieren kannst.

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