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Fohlenlähme – Impfung, Spätformen und Heilungschancen

von Stine Becker
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Fohlenlähme ist eine bakterielle Infektion, die, je nach Schwere der Erkrankung oder zu spätem Erkennen, zum Tode des Fohlens führen kann. Eine ausreichende Stall-Hygiene und Beobachtung der Mutterstute (schon vor der Geburt) können dabei helfen, eine Fohlenlähme rechtzeitig zu erkennen, zu behandeln oder gar vorzubeugen. Informationen zu dieser Krankheit bei neugeborenen Pferden erhältst Du hier.

Fohlenlähme: Krankheitssteckbrief

Was ist Fohlenlähme?

Als Fohlenlähme (welche auch als Fohlen-Septikämie bekannt ist) wird eine bakterielle Infektion bezeichnet, welche leider in vielen Fällen zum Tod führt. Die Ansteckung kann dabei mit unterschiedlichen Bakterien erfolgen. Das Eintreten der Symptome beim Fohlen ist abhängig davon, wann es sich infiziert hat. Einige Fohlen infizieren sich bereits vor der Geburt und zeigen bereits kurz nach der Geburt erste Symptome wie Fieber, Saugunlust, Durchfall oder Lebensschwäche. Erfolgt die Infektion erst nach der Geburt, kann es durchaus einige Tage bis zu 4 Wochen nach der Geburt dauern, bis die ersten Symptome sichtbar sind. Das genaue Beobachten eines Fohlens ist somit in den ersten Lebenstagen besonders wichtig! 

Die Symptome einer Fohlenlähme erkennen

Die Infektion führt dazu, dass das Fohlen geschwächt wird. Der gesamte Körper ist von der Infektion betroffen. Fohlenlähme kann sich beispielsweise an den folgenden Symptomen bemerkbar machen:

  • Schwäche des Fohlens 
  • geringes Saugverhalten
  • Durchfall
  • Lungenentzündung und allgemeine Atembeschwerden
  • Anschwellen der Gelenke (Knie, Hüfte, Sprunggelenke werden dick und verursachen enorme Schmerzen)

Wichtig zu wissen ist, dass nicht immer alle Symptome gleichzeitig auftreten müssen. Bereits ein geringes Saugverhalten kann auf Fohlenlähme hinweisen und sollte daher unmittelbar dazu führen, dass ein Tierarzt hinzugerufen wird.

Fohlenlaehme: Fohlen liegt auf der Weide

Zu den häufigsten Symptomen der Fohlenlähme zählt unter anderem die Schwäche des Fohlens.

Wie äußert sich Fohlenlähme?

Zu den häufigsten Symptomen der Fohlenlähme zählen die Schwäche des Fohlens, ein geringes Saugverhalten, Durchfall, eine Lungenentzündung oder allgemeine und gut erkennbare Atembeschwerden sowie das Anschwellen der Gelenke.

So erfolgt die Infektion und Ansteckung der Fohlen

Die Infektionskrankheit Fohlenlähme wird durch Bakterien wie Kolibakterien, Streptokokken und Staphylokokken ausgelöst. Die Ansteckung kann dabei über verschiedene Wege erfolgen.

Die Ansteckung vor der Geburt

Die Bakterien werden von der Mutterstute über das Blut über die Nabelschnur an das Fohlen übertragen. Die Mutterstute trägt die Bakterien also bereits in sich. Alternativ ist es auch möglich, dass die Mutterstute die Bakterien über die Scheide aufnimmt (oftmals an einer Scheidenentzündung zu erkennen) und so die Bakterien über die Gebärmutter an die Eihäute gelangen, sodass das Fohlen damit infiziert wird.

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Infektion während der Geburt

Auch hier ist eine Scheidenentzündung durch Bakterien meist der Auslöser. Während der Geburt durch den Geburtskanal kommt das Fohlen mit den Bakterien in Kontakt. Diese bleiben besonders gut an den Schleimhäuten (Nase, Augen, Mund) des Fohlens haften.

Die Infektion nach der Geburt

Eine Infektion mit den Bakterien ist nach der Geburt beispielsweise bei einer mangelnden Stallhygiene möglich. Das Fohlen kommt mit den Bakterien in Kontakt (überwiegend wieder über die Schleimhäute) und infiziert sich so.

Bis wann kann sich ein Fohlen mit Fohlenlähme infizieren?

Die Infizierung kann sowohl bereits im Mutterleib als auch nach der Geburt erfolgen. In der Regel erfolgt der Ausbruch der Krankheit bis zu einem Lebensalter von 4 Wochen.

Behandlung von Fohlenlähme: Das Leben des Fohlens retten

Ein schnelles Erkennen der Fohlenlähme ist besonders wichtig, um das Leben des Tieres retten zu können. Je nach Grad der Fohlenlähme wird Antibiotikum oder Blutplasma verabreicht. Das Fohlen hat – je nachdem, wann die Fohlenlähme eingetreten ist – nahezu keine Antikörper, um sich selbst schützen zu können. Um eine passive Immunisierung der Fohlen zu erreichen, kann ein Fohlenlähme-Serum verabreicht werden. Dieses besteht aus Actinobacillus equuli, Streptococcus equi spp. zooepidemicus, E. coli (159-H20) und Salmonella abortus equi. Die Immunität ist sofort gegeben und kann bis zu 14 Tage andauern. Dies kann – je nach Schwere des Krankheits-Verlaufs – bereits ausreichen, um das Leben des Fohlens zu retten.

Auch das Versorgen mit der Muttermilch, dem Kolostrum, ist in den ersten Lebensstunden des Fohlens besonders wichtig. Über diese erhält es die wichtigsten Antikörper, um sein kleines Immunsystem aufbauen zu können.

Sind die Gelenke bereits stark betroffen, so werden diese in der Tierklinik gespült, damit die Bakterien beseitigt werden.

Fohlenlaehme: Fohlen trinkt Muttermilch

Das Versorgen mit der Muttermilch ist in den ersten Lebensstunden des Fohlens besonders wichtig.

Folgen und Spätfolgen der Fohlen-Septikämie

Je früher ein Fohlen erkrankt ist, desto schlechter stehen seine Heilungschancen. Die meisten Fohlen versterben. Dies ist auch bei einer spät erfolgten Diagnose und entsprechend spätem Behandlungsbeginn der Fall. Wird die Fohlenlähme jedoch rechtzeitig erkannt und ist das Fohlen nicht stark von der Infektion befallen, kann es durch entsprechende Therapie wieder ganz gesund werden. Fohlen, die jedoch bereits mit schweren Entzündungen in den Gelenken zu kämpfen haben, werden in vielen Fällen eine lebenslange Arthrose als Folge davontragen.

Welche Spätfolgen gibt es?

Spätfolgen der Fohlenlähme können eine lebenslange Arthrose sein, wenn die Gelenke bei der Infektion stark betroffen waren. In vielen Fällen, besonders bei sehr schweren Infektionen, versterben die Fohlen.

Gibt es eine Impfung gegen Fohlenlähme?

Eine Impfung speziell gegen Fohlenlähme gibt es nicht. Vorbeugend ist es jedoch ratsam, die Mutterstute gegen das Equine Herpesvirus (EHV 1 und EHV 4) zu impfen. Diese Impfung ist kein 100 %iger Schutz, minimiert das Risiko einer Infektion jedoch. 

Weiterhin ist es wichtig, auf ausreichende Hygiene im Stall zu achten. Dies gilt sowohl vor als auch nach der Geburt. Eine saubere Box, kein Kontakt zu kranken Tieren, eine gute Nabelpflege und vor allem eine intensive Beobachtung von der Mutterstute (beispielsweise um eine Scheidenentzündung zu erkennen) als auch des Fohlens nach der Geburt sind wichtige Maßnahmen. Bei einem Verdacht auf Fohlenlähme oder generell als Vorsichtsmaßnahme ist es möglich, dass der Tierarzt eine Antikörperkontrolle des Fohlens durch dessen Blut vornimmt. Dies ist ca. 16 Stunden nach der Geburt sinnvoll.

Wann gegen Fohlenlähme impfen?

Eine Impfung gegen Fohlenlähme gibt es nicht. Lediglich die Mutterstute kann gegen das Equine Herpesvirus geimpft werden. Dies reduziert das Risiko einer Ansteckung, kann sie jedoch nicht zu 100 % verhindern. Durch die Impfung werden aber Antikörper gebildet, sodass der Körper Infektionen bereits bekämpfen kann, bevor diese richtig ausbrechen. 

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