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Stammzellentherapie beim Pferd – Alles über die Möglichkeit, Lahmheiten zu behandeln

von Dr. Melanie Stickel
2 Kommentare

Anzeige: Die Stammzellentherapie beim Pferd kommt immer häufiger zum Einsatz, um Lahmheiten zu behandeln. Sie gilt als Meilenstein in der Tiermedizin und bringt viele Vorteile mit sich. Was die Stammzellentherapie beim Pferd genau ist, wie sie abläuft, welche Vorteile es gibt und was für Erfahrungen mit der Behandlungsmethode gemacht wurden, erfährst Du in diesem Artikel.

Viele Pferde erkranken im Laufe ihres Lebens an einer Lahmheit. Die Diagnose „Gelenkerkrankung“ ist immer eine Hiobsbotschaft für Pferdebesitzer – denn lange Zeit galten die Folgen einer Gelenkentzündung als unheilbar.

Stammzellentherapie beim Pferd: entzuendetes-gelenk

Viele Pferde haben im Laufe ihres Lebens entzündete Gelenke.

Gelenkverschleiß, Unfälle oder Abnutzung: Wenn eine Verletzung, Überbeanspruchung oder fortschreitendes Alter Beschwerden und/oder Schäden an den Gelenken verursachen, steht z.B. die Diagnose „Arthritis“ oder „Arthrose“ im Raum. Folgen sind meist eine fortschreitende Funktionsminderung, bei der sich Knochen und Knorpel dauerhaft verschlechtern und verändern; oftmals sind auch die Gelenkkapsel und angrenzende Bänder betroffen.

Wird eine Gelenkentzündung nicht oder nur unzureichend behandelt, können aufgrund der Entzündungsprozesse Knorpelschäden entstehen. Die Zukunft der Gelenktherapie in der Medizin heißt: Stammzellentherapie, teils auch Stammzelltherapie genannt! Tierärzte injizieren Stammzellen beispielsweise gegen Lahmheit oder andere Verletzungen. Dieses geschieht direkt am Gelenk des Pferdes, sodass die Wirkung genau dort entfaltet wird, wo sie benötigt wird.

Was sind Stammzellen?

Stammzellen sind grundsätzlich Körperzellen, die sich in verschiedene Zell- und Gewebe-Typen entwickeln können und noch nicht auf ihre Funktion im Organismus festgelegt sind. Je nach Art und Beeinflussung haben sie das Potential, sich auf einen speziellen Einsatz hin auszuprägen – diese Entwicklung nennt sich Zelldifferenzierung. Bezogen auf einen Einsatz zu therapeutischen Zwecken heißt das: Stammzellen besitzen die Fähigkeit, gezielt an den geschädigten Strukturen zu wirken und sind so bei der Behandlung von Gelenkerkrankungen von großer Bedeutung.

Was ist eine Stammzellentherapie beim Pferd?

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Eine Behandlung mit Stammzellen ist eine Injektionstherapie.

Zur Stammzellentherapie bei Gelenkentzündung beim Pferd werden sog. „mesenchymale“ Stammzellen verwendet – das sind hochpotente Zellen. Diese werden aus dem Blut von ausgewählten Spenderpferden entnommen, anschließend in einer Zellkultur angelegt, vermehrt und im Labor „vorprogrammiert“ (also für die spätere Verwendung auf die Zellen der Gelenkknorpellinie geprägt). Ihre Differenzierung lässt sich aktiv steuern und die Zellen können sich hervorragend an neuartige Bedingungen und den Einsatz in ihrem speziellen Ziel anpassen. Diese Art der „Vorprogrammierung“ für den Einsatz ist einzigartig und anders als bei allen anderen bereits bestehenden Therapieformen.

Eine Behandlung mit Stammzellen ist eine Injektionstherapie, die bei einer geringen bis mittelgradigen Lahmheit effektiv angewendet wird. Stammzellen, die im Labor auf die Zellen der Gelenkknorpellinie „vorprogrammiert“ wurden, wirken nach der Injektion im Gelenk entzündungshemmend, fördern die Produktion von Knorpelgrundsubstanz, aktivieren knorpelschützende Mechanismen und unterstützen so die Regeneration des Knorpels. Eine Rückkehr auf früheres Niveau ist dadurch oftmals möglich. Dies bedeutet letztlich nicht nur das Unterbrechen eines bereits vorhandenen Entzündungsfortschritts, sondern sogar eine mögliche völlige Wiederbelastbarkeit des Gelenks.

Das Gelenk bekommt eine echte Chance zu regenerieren, widerstandsfähiger zu werden und seine Funktion wieder voll zu erfüllen!

Wie wirksam ist eine Stammzellentherapie beim Pferd?

Der Therapie werden in der Medizin gute Erfolgschancen nachgesagt. Zahlreiche Erfahrungsberichte bestätigen die Wirksamkeit.

Wie läuft eine Stammzellentherapie beim Pferd ab?

Für die Stammzellentherapie beim Pferd werden Stammzellen aus dem Blut eines gesunden Spenderpferdes entnommen, um sie bei einem zu behandelnden Pferd anzuwenden. Die Spenderpferde leben artgerecht unter besten Gesundheits- und Tierschutzstandards. Nur Pferde mit Stammzellen höchster Qualität werden als Spender ausgewählt. Die Qualität der Stammzellen bei einer Entnahme an kranken Pferden ist nicht so hoch wie bei der Entnahme an ausgesuchten, gesunden Spenderpferden; daher ist diese Vorgehensweise besonders vorteilhaft. Zudem sind die Stammzellen sofort verfügbar und müssen nicht bei dem zu behandelnden Tier aufwändig und invasiv entnommen werden, was dessen Organismus unnötig belasten würde und zudem noch mehr Zeitaufwand bedeuten würde.

Der Tierarzt injiziert das Präparat steril in das betroffene Gelenk des vierbeinigen Patienten.

Anschließend benötigt das Pferd drei Tage Boxenruhe und eine Schrittphase von mindestens 14 Tagen. Danach sollte der mit dem Tierarzt besprochenen Reha-Plan eingehalten werden. Die Nachuntersuchungen stehen nach drei bis vier und nach sechs Wochen an.

Vorteile der Stammzellentherapie im Überblick

Die Therapie mit Stammzellen bringt viele Vorteile mit sich:

  • Sie behandelt die Verletzungen/Erkrankungen, nicht nur die Symptome
  • Es sind keine Eingriffe an dem bereits belasteten Tier oder eine zeitintensive Aufbereitung im Labor notwendig. Das Präparat gelangt gebrauchsfertig zum Patienten.
  • Geprüfte Qualität, Wirksamkeit und Sicherheit

Hilft eine Stammzellentherapie gegen Arthrose beim Pferd?

Eine Stammzellentherapie kann für die Behandlung gegen Arthrose eingesetzt werden und bringt gute Heilungschancen mit sich.

Erfahrungen mit der Stammzellentherapie

Die Stammzellentherapie konnte schon vielen Vierbeinern helfen. In zahlreichen Fallberichten schildern Tierärzte ihre Erfahrungen mit der Therapieform.

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2 Kommentare

Kriebel,Eva-Maria 27. Juni 2021 - 9:49

Ihr Bericht hat mich sehr interessiert,da auch wir sehr gute Erfolge mit dieser Methode gehabt haben.Die Verletzung ist vollständig ausgeheilt und das Pferd ist wieder belastbar zur Freude unserer Tochter.Gut,dass es dieses Präparat gibt.So können viele Pferde gerettet werden.
Mit freundlichen Grüßen
Eva-Maria Kriebel

Antworten
Michelle Holtmeyer 28. Juni 2021 - 8:20

Hallo Eva-Maria,

vielen Dank fürs aufmerksame Lesen unseres Artikels und das liebe Feedback. Es freut uns, dass ihr so tolle Erfolge mit der Methode hattet.

Liebe Grüße
Dein Team von ehorses

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