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Periodische Augenentzündung beim Pferd

von Finia Fischer
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ehorses Trainingstagebuch

Der Begriff „Mondblindheit“ oder auch „periodische Augenentzündung beim Pferd“ ist vielen Pferdebesitzern ein Begriff – oftmals wird jedoch zu wenig über die Schwere der Krankheit aufgeklärt und wichtige Fakten, wie beispielsweise, dass diese zur Erblindung führen kann, gehen unter. Auf welche Symptome sollte also besonders geachtet werden? Und wie sieht der gängige Weg der Behandlung aus? All diese Fragen werden im Weiteren beantwortet.

Was heißt Mondblindheit beim Pferd?

Mondblindheit bezeichnet eine immer wiederkehrende und somit „periodische“ Augenentzündung beim Pferd. Ursprünglich stammt der Begriff aus der Antike und wurde in dieser Zeit vom Zyklus des Mondes abgeleitet, da dieser auch periodisch verläuft – der Mond an sich hat damit also nichts zu tun. In medizinischen Kreisen wird die Mondblindheit „equine rezidivierende Uveitis“ (ERU) genannt.

Was versteht man unter Mondblindheit?

Mondblindheit, welche auch periodische Augenentzündung genannt wird, beschreibt eine immer wiederkehrende, also "periodische", Augenentzündung beim Pferd.

Wie verläuft die Krankheit und warum ist sie so gefährlich?

Die periodische Augenentzündung durchläuft bei Pferden verschiedene Phasen: 

  • Als erstes Anzeichen zeigt sich ein erster Entzündungsschub. Dieser verläuft jedoch meist mild oder wird teilweise nicht wahrgenommen.
  • Danach zeigt sich meist ein entzündungsfreies Intervall, in dem keine Schübe stattfinden und oftmals noch keine Folgen des ersten Entzündungsschubes sichtbar oder feststellbar sind. Diese Phase kann teilweise Monate bis Jahre andauern. 
  • Auch, wenn diese Phase also recht lange bestehen bleiben kann, tritt irgendwann der nächste Entzündungsschub auf, auf welchen nun, meist in kürzeren Abständen, weitere Schübe folgen. In diesem Stadium können sichtbare Symptome erkannt werden und es werden meist Augensalben angewandt. 
  • Treten die Schübe mit der Zeit immer häufiger und heftiger auf, wird das Auge immer mehr geschädigt. Bei unzureichender Behandlung oder durch sehr starke Schübe kann es dazu kommen, dass Teile des Auges, wie die Pupille, getrübt werden und sich schlimmstenfalls die Netzhaut ablöst. Ist die Netzhaut des Auges einmal abgelöst, gibt es meist keine Möglichkeit, dass sich diese wieder anlegt und das Augenlicht des jeweiligen Auges kann nicht wieder hergestellt werden. 

Eine mögliche Gefahr der periodischen Augenentzündung ist, dass Entzündungsschübe sowohl im vorderen, als auch im hinteren Teil des Auges ablaufen können. Spielen sich diese im vorderen Teil des Auges ab, kommt es zu den genannten Symptomen und der Schub ist sehr schmerzhaft für das Pferd. Wenn sich die Entzündung jedoch im hinteren Augenteil abspielt, wird diese teilweise nicht bemerkt und es kommt nur zu sehr leichten Symptomen. Trotzdem wird das Auge in diesem Fall geschädigt und die Erkrankung schreitet weiter fort. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig und unbedingt angebracht, auf kleinste Anzeichen dieser Krankheit zu achten, um sowohl mögliche Schäden am Auge, als auch ein Ablösen der Netzhaut und die folgliche Erblindung des Pferdes zu verhindern.

Ursachen – deshalb erkrankt ein Pferd an Mondblindheit

Die Ursachen der Mondblindheit sind bis heute noch nicht vollends geklärt, jedoch wird oftmals die Hypothese verfolgt, dass die periodische Augenentzündung eine immunassozierte Erkrankung verschiedener Ursachen ist, die sich dadurch manifestiert, dass in variablen Abständen Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten. 

Häufig wird davon ausgegangen, dass die Bakterien der Gattung „Leptospira“ die periodische Augenentzündung verursachen. Diese werden vom Pferd oral durch den Urin von Mäusen und Ratten, z. B. über das Heu, aufgenommen und gelangen dann in die Blutbahn. Bei einigen Pferden gelangen die Erreger jedoch nicht nur in den Blutkreislauf, sondern auch in ein oder beide Augen. Hier wird eine Antwort des Immunsystems ausgelöst, die zu einer Entzündung im Auge führt. Es sollte hierbei gesagt werden, dass fast alle Pferde mindestens einmal im Leben in Kontakt mit den genannten Bakterien kommen, jedoch führen diese bei nur 10-15 % zu einer Augenentzündung.

Wie entsteht eine periodische Augenentzündung beim Pferd?

Es wird vermutet, dass diese durch Erreger der Gattung "Leptospira" ausgelöst wird, welche bei einigen Pferden durch die Blutbahn den Weg zu den Augen finden.

Periodische Augenentzündung beim Pferd – Symptome

Die Symptome dieser Krankheit können entweder sehr plötzlich oder schleichend auftreten. Häufig kommt es zu mehreren Symptomen gleichzeitig. Es sind in bis zu 30 % der Fälle beide Augen gleichzeitig betroffen. Die häufigsten Symptome sind:

  • Zusammenkneifen der Lider
  • Lidschwellung
  • Tränenfluss
  • Lichtscheue
  • Gerötete Bindehaut
  • Trübung der Hornhaut
  • Verengung der Pupille

Nach einigen Entzündungsschüben kommt es jedoch zu einer dauerhaften Schädigung des Auges bzw. dazu, dass die Netzhaut Schaden nimmt und sich schließlich ablöst. In diesem Fall kommt es zu folgenden Symptomen:

  • Trübung der Linse sowie des Glaskörpers
  • Dauerhafte Trübung der Hornhaut
  • Verfärbung und Gestaltsveränderungen der Iris
  • Verkleinerung des Augapfels
  • Netzhautablösung

Wie kann ich testen, ob mein Pferd schlecht sieht?

Möchte man selbst testen, ob das jeweilige Pferd schlechter bzw. weniger sieht, kann man dies versuchen herauszufinden, indem man mit der Hand eine schnelle Bewegung auf das Auge zu macht (dabei darauf achten, dass man das Auge selbst nicht berührt) und dabei beobachtet, ob das Pferd reagiert und die Wimpern zucken. Ist dies nicht der Fall, kann es darauf hindeuten, dass weniger bis keine Sehkraft auf dem Auge vorhanden ist. Ferner kann der Umgang des Pferdes mit Hindernissen oder stehenden Gegenständen beobachtet werden. Manchmal lässt sich hier feststellen, dass das Pferd diese nicht sieht oder weniger gut wahrnimmt.

Diagnose – so stellt der Tierarzt eine periodische Augenentzündung fest

Bei der Diagnose werden vom Tierarzt zuerst sichtbare Symptome wie beispielsweise die Trübung von Teilen des Auges oder der verstärkte Tränenfluss aufgenommen und führen so zur Vermutung einer periodischen Augenentzündung. Im ersten Schritt werden an dieser Stelle meist Salben und Augentropfen verschrieben, um die Entzündung zu lindern und im besten Fall zu stoppen. In leichten Fällen mit selten auftretenen Schüben wird meist nicht näher danach geforscht, ob es sich um eine periodische Augenentzündung handelt, sondern eine Behandlung der Entzündung reicht aus. 

In stärkeren Fällen oder, wenn die Krankheit einen längeren Verlauf aufweist, kann vom Tierarzt jedoch ein Test auf Leptospiren gemacht werden, um die Diagnose „Mondblindheit“ zu stellen. Hierfür wird „Kammerwasser“ aus dem Inneren des Auges entnommen und im Labor auf die Bakterien untersucht. Ist der Test positiv, ist das Pferd von der periodischen Augenentzündung betroffen.

Wie erkennt man eine periodische Augenentzündung beim Pferd?

Vor allem auf Anzeichen wie tränende Augen, zugekniffene Lider, geschwollene und gerötete Stellen oder getrübte Linsen sollte geachtet werden. Nicht immer deuten diese Symptome auf Mondblindheit hin, aber sie sollten in jedem Fall beobachtet werden.

Periodische Augenentzündung Pferd - Behandlung

Verschlimmert sich die Krankheit oder geht immer mehr Sehkraft verloren, sollte über eine Operation nachgedacht werden.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Im ersten Schritt der Behandlung werden meist Augensalben und -tropfen eingesetzt, die entzündungshemmende Stoffe wie Kortison enthalten. Auch Salben, die die Pupille erweiten (mit Atropin) kommen zum Einsatz. Um die Schmerzen zu lindern und die Entzündung weiter zu verringern, werden in den meisten Fällen außerdem auch oral Schmerzmittel verabreicht. In leichten Fällen klingen Entzündungsschübe durch diese Behandlungsmethode recht schnell ab und können behandelt werden. Werden die Schübe allerdings häufiger, sollte in Absprache mit dem Tierarzt möglichst schnell über eine Operation nachgedacht werden, um Schäden des Auges zu verhindern.Im ersten Schritt der Behandlung werden meist Augensalben und -tropfen eingesetzt, die entzündungshemmende Stoffe wie Cortison enthalten. Auch Salben, die die Pupille erweitern (mit Atropin) kommen zum Einsatz. Um die Schmerzen zu lindern und die Entzündung weiter zu verringern, werden in den meisten Fällen außerdem auch orale Schmerzmittel verabreicht. In leichten Fällen klingen Entzündungsschübe durch diese Behandlungsmethode recht schnell ab und können behandelt werden. Werden die Schübe allerdings häufiger, sollte in Absprache mit dem Tierarzt möglichst schnell über eine Operation nachgedacht werden, um Schäden des Auges zu verhindern.

Was tun bei einer periodischen Augenentzündung beim Pferd?

Bei einer periodischen Augenentzündung beim Pferd sollte zuerst mit dem Tierarzt eine geeignete Therapie begonnen werden, welche zumeist aus der Anwendung von Augensalben und -tropfen besteht. Verschlimmert sich die Krankheit oder geht immer mehr Sehkraft verloren, sollte über eine Operation nachgedacht werden.

Operation – Ablauf und Kosten einer Augenentzündung beim Pferd

Ist die Therapie der periodischen Augenentzündung nicht ausreichend mit entzündungshemmenden Salben und Tropfen zu behandeln, sollte über eine Operation nachgedacht werden. Es gibt hierbei zwei mögliche Verfahren, um die wiederkehrenden Entzündungsschübe zu behandeln. Die erste Möglichkeit stellt das Einsetzen eines Implantates dar, welches mit einem Virushemmer bzw. Virusstatikum versetzt ist. Das Implantat gibt dann in regelmäßigen Abständen einen Wirkstoff ab, wodurch das Auftragen von Augensalben nicht mehr nötig ist. Die zweite Variante der Operation, und die meist erste Wahl der chirurgischen Behandlung, ist die Vitrektomie, wobei der Glaskörper des Auges zerkleinert und anschließend abgesaugt wird. Dies führt dazu, dass Entzündungsprodukte und auch Trübungen aus dem Auge entfernt werden. In der Folge wird die Sehfähigkeit meist um ein Vielfaches verbessert und es treten in 95 % der Behandlungsfälle keine Entzündungsschübe mehr auf. Die Vitrektomie kostet meist zwischen 1200 und 2500 €. Der Glaskörper ist für das Pferd nicht wichtig, weshalb es kein Problem darstellt, ihn zu entfernen. Ist das zu behandelnde Auge durch die Erkrankung bereits sehr stark geschädigt oder erblindet, sollte dies, um Schmerzen zu vermeiden, komplett entfernt werden. Dieser Eingriff kostet etwa 1000-1200 €.

Was kostet eine Vitrektomie beim Pferd?

Meist wird bei der Überlegung für eine Vitrektomie ein Kostenvoranschlag vom Tierarzt gemacht. Je nach Aufwand belaufen sich die Kosten auf 1200-2500 €, wobei meist noch Kosten für die Nachbehandlung dazukommen.

Mein Pferd ist (auf einem Auge) blind – Kann ich es noch reiten?

Wenn ein Pferd auf einem oder auch beiden Augen blind ist, ist dies kein Grund dafür, mit dem Training und Reiten aufzuhören. In den meisten Fällen gewöhnt sich das jeweilige Pferd sehr schnell an das veränderte Sehen, vor allem, wenn nur ein Auge betroffen ist. In diesem Fall muss beim Reiten eventuell vermehrt darauf geachtet werden, wo Gegenstände stehen oder liegen (z. B. Stangen). 

Ist allerdings nicht nur ein Auge, sondern sind beide von der Erblindung betroffen, muss das Pferd oftmals sehr langsam wieder an alles gewöhnt werden. Besonders das Reiten sollte langsam angegangen werden und es sollte zuerst vom Boden aus gearbeitet werden, um das Vertrauen zu stärken und eventuell auch spezielle Stimmkommandos zu üben. Auch Dinge, wie beispielsweise der Koppelgang sollten geübt werden. Es empfiehlt sich hier außerdem, einen festen Zaun zu bauen, an dem sich das Pferd orientieren kann und darauf zu achten, dass das Verhältnis zu den Koppelpartnern harmonisch ist, um zusätzlichen Stress zu vermeiden.

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