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Zecken beim Pferd: Schutz, Risiken & Entfernung

von Michelle Breitenfeld

Warum sind Zecken beim Pferd gefährlich?

Zecken gefährden Pferde vor allem durch die Übertragung von Krankheitserregern wie Bakterien und Viren während des Saugaktes. Der reine Blutverlust durch einen Zeckenstich ist minimal und schadet dem Pferd kaum.

Die wahre Gefahr geht vom Speichel der Zecke aus. Dieser enthält entzündungshemmende Stoffe und schleust gefährliche Krankheitserreger direkt in die Blutbahn des Pferdes.

Zu den häufigsten durch Zecken übertragenen Erkrankungen gehören Borreliose, Anaplasmose und FSME. Diese Infektionen verursachen chronische Gelenkentzündungen, Organschäden oder schwere neurologische Störungen.

Welche Krankheiten übertragen Zecken auf Pferde?

Die drei relevantesten durch Zecken übertragenen Krankheiten bei Pferden sind Borreliose, Anaplasmose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Jede dieser Erkrankungen äußert sich durch ein spezifisches Symptombild:

  • Borreliose beim Pferd: Diese bakterielle Infektion äußert sich durch wechselnde Lahmheiten, Mattigkeit, Appetitlosigkeit und Muskelentzündungen. Die Erreger schädigen im fortgeschrittenen Stadium Organe und das Nervensystem nachhaltig.
  • Anaplasmose beim Pferd: Diese Infektionskrankheit führt zu plötzlichem, hohem Fieber, Lethargie und Schwellungen an den Beinen. Ein durch die Erkrankung ausgelöster Mangel an Blutplättchen verursacht zudem feine Blutungen in den Schleimhäuten.
  • FSME beim Pferd: Die virale Erkrankung des zentralen Nervensystems äußert sich vor allem durch neurologische Störungen. Infizierte Pferde zeigen Symptome wie Schreckhaftigkeit, Zähneknirschen, Krämpfe oder deutliche Koordinationsstörungen.

Wo sitzen Zecken beim Pferd am häufigsten?

Zecken bevorzugen am Pferdekörper Stellen mit besonders dünner, warmer und gut durchbluteter Haut. An diesen Zonen durchstechen die Parasiten die Haut besonders leicht.

Du findest die Blutsauger vor allem im Bereich des Kopfes, an den Nüstern, der Brust und in den Achselhöhlen. Auch die Innenseiten der Oberschenkel, der Leistenbereich und die Unterseite der Schweifrübe bilden typische Andockstellen.

Untersuche diese dünnhäutigen Körperregionen deines Pferdes nach jedem Koppelgang oder Ausritt gründlich. Je schneller du die Zecken entdeckst, desto geringer ist das Risiko einer Infektion.

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Wie entfernt man eine Zecke beim Pferd richtig?

Du entfernst eine Zecke am besten mit einer speziellen Zeckenzange oder einer spitzen Pinzette, indem Du das Insekt hautnah greifst und kontrolliert herausziehst. Eine schnelle und sachgemäße Entfernung verhindert die Übertragung von Krankheitserregern.

Setze das Werkzeug direkt auf der Haut des Pferdes unter dem Körper der Zecke an. Greife den Parasiten so nah wie möglich an seinen Mundwerkzeugen.

Ziehe die Zecke langsam, gerade und gleichmäßig heraus. Vermeide es, die Zecke zu drehen oder ihren vollgesogenen Körper zu quetschen. Das Quetschen erhöht das Risiko, dass die Zecke im Todeskampf infektiösen Speichel in die Wunde abgibt.

Desinfiziere die Einstichstelle unmittelbar nach der Entfernung gründlich mit einem hautverträglichen Desinfektionsmittel. Das reduziert das Risiko für sekundäre bakterielle Hautinfektionen.

Was tun, wenn der Kopf der Zecke stecken bleibt?

Wenn der Kopf oder die Mundwerkzeuge der Zecke in der Haut verbleiben, desinfizierst du die Einstichstelle und beobachtest sie in den Folgetagen. Ein verbleibendes Stechwerkzeug ist kein Grund zur Panik.

Bei dem verbleibenden Rest handelt es sich meist nur um das Stechwerkzeug und nicht um den Kopf der Zecke. Dieser Fremdkörper überträgt keine Krankheitserreger mehr. Der Pferdekörper stößt diesen Rest in den darauffolgenden Tagen in der Regel über eine kleine, oberflächliche Entzündung von selbst aus.

Entscheidungspfad bei verbleibenden Zeckenresten:

  • Fall 1: Die Einstichstelle bleibt unauffällig oder schwillt nach wenigen Tagen ab. In diesem Fall greifst Du nicht weiter ein.
  • Fall 2: Die Stelle rötet sich stark, schwillt massiv an, wird heiß oder eitert. In diesem Fall ziehst Du umgehend einen Tierarzt hinzu, um eine bakterielle Infektion medizinisch zu behandeln.
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Welche Mittel helfen effektiv gegen Zecken beim Pferd?

Der Schutz vor Zecken basiert auf Wirkstoffen, die den Eigengeruch des Pferdes für die Parasiten unattraktiv machen oder diese direkt abtöten. Welches Zeckenmittel die beste Wahl ist, entscheidet sich nach den Haltungsbedingungen und der Hautempfindlichkeit deines Pferdes. Für Pferde in Risikogebieten mit langem Weidegang an Waldrändern eignen sich chemische Präparate, während für empfindliche Allergiker natürliche Öle die sicherere Alternative bieten.

Chemische und natürliche Zeckenmittel im direkten Vergleich

Die folgende Übersicht zeigt dir die wichtigsten Unterschiede zwischen den beiden Schutzvarianten, damit du das passende Produkt für dein Pferd auswählst.

ProduktartWirkstoffeVorteileNachteile
Chemische RepellentsPermethrin, Icaridin

• Sehr hohe Wirksamkeit

 

• Hält oft mehrere Tage

• Kann Hautirritationen auslösen

 

• Chemische Belastung

Natürliche AlternativenKokosöl, Schwarzkümmelöl, Neemöl

• Extrem hautverträglich

 

• Ungiftig für Mensch & Tier

• Kurze Schutzdauer

 

• Muss täglich aufgetragen werden

So wendest du das Zeckenmittel richtig an

Unabhängig von deiner Wahl entscheidet die korrekte Anwendung über den Erfolg des Zeckenschutzes. Trage das Mittel vor allem an den typischen Prädilektionsstellen, also den bevorzugten Körperbepandungen der Zecke wie Genitalbereich, Innenschenkel, Brust und Schweifrübe, gründlich auf. Teste jedes neue Produkt vor der großflächigen Anwendung immer zuerst an einer kleinen Hautstelle auf Verträglichkeit.

Bei meiner Reitbeteiligung Coquett steht das tägliche Absuchen nach dem Weidegang fest auf dem Plan. Zecken sind im Stall leider Dauergast. Mein wichtigster Tipp: Bleib ruhig, wenn der Kopf mal stecken bleibt, und verzichte komplett auf alte Hausmittel, wie Klebstoff – das schadet dem Pferd mehr, als es hilft.

Michelle
Redakteurin bei ehorses

Fragen & Antworten

Ja, Zecken sind für Pferde gefährlich, da sie beim Blutsaugen schwerwiegende und chronische Krankheiten wie Borreliose oder Anaplasmose übertragen können.

Gegen Zecken bei Pferden helfen das tägliche Absuchen des Körpers nach dem Weidegang, das schnelle Entfernen mit einer Zeckenzange sowie der vorbeugende Einsatz von chemischen Repellents oder natürlichen Ölen wie Kokosöl.

Tierärzte empfehlen gegen Zecken beim Pferd vor allem den gezielten Einsatz von verschreibungspflichtigen Spot-on-Präparaten oder Sprays mit dem Wirkstoff Permethrin sowie das tägliche, gründliche Absuchen des Pferdes nach dem Weidegang.

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