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Palomino

von Frederieke Wenning
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Der Palomino ist eine weltweit verbreitete Farbzucht, die bereits seit Jahrhunderten gezüchtet wird, und zeichnet sich durch sein goldfarbenes, glänzendes Fell aus. Ergänzt durch das weiße Langhaar an Mähne und Schweif begeistert der Palomino mit seiner außergewöhnlich schönen Erscheinung, die auf viele Pferdeliebhaber, Reiter und Züchter eine bleibende Faszination ausübt. Die goldfarbenen Pferde und Ponys werden auch als Isabellen bezeichnet und in den meisten Ländern nicht als Rasse, sondern lediglich als Farbtyp anerkannt. So dürfen in Großbritannien beispielsweise alle isabellfarbenen Pferde in das Zuchtbuch der Palomino Society eingetragen werden, während sich in den USA eine Anerkennung als eigenständiger Rassetyp etabliert hat.

Wichtige Daten zum Palomino im Überblick

  • Ursprung: USA
  • Hauptzuchtgebiet: weltweit
  • Verbreitung: weltweit
  • Stockmaß: je nach Rasse unterschiedlich
  • Gewicht: je nach Stockmaß und Rasse verschieden
  • Erscheinungsbild: da diese Fellfarbe bei verschiedenen Rassen vorkommt, geht auch das Erscheinungsbild der Palominos stark auseinander
  • Farben: gelb bis goldgelb
  • Haupteinsatzgebiet: Eignung richtet sich nach der Rasse; Freizeitpferde, Westernpferde, Showpferde, Fahrpferde

Ist Palomino eine Rasse?

In Amerika gilt der Palomino als eigene Rasse, in anderen Ländern, wie beispielsweise Deutschland, ist der Palomino ein Farbschlag.

Zuchtgeschichte und Ursprung des Palominos

Palominos werden als Farbtyp bereits seit Jahrhunderten gezüchtet und waren ebenso in Europa und Amerika wie in Asien bekannt und begehrt. Anzunehmen ist, dass sie wie Paint Horses und Pintos in ihrem Ursprung von spanischen Pferden abstammen, die im 16. Jahrhundert nach Amerika gelangten. Die Pferde der spanischen Eroberer waren zum Teil Palominos gewesen, die sich in Spanien zu dieser Zeit großer Beliebtheit erfreuten. So waren zahlreiche isabellfarbene Pferde in Besitz der damaligen spanischen Königin Isabella de-Bourbon, auf die der Name Isabellen zurückgehen soll. Nur ihr, der Königsfamilie und einem ausgewählten Personenkreis war es gestattet, die Palominos zu reiten. Aus ihrem Bestand wurden fünf Stuten und ein Hengst nach Neu-Spanien, das heutige Mexiko, exportiert. Diese Pferde sind noch heute in den Stammbäumen vieler amerikanischer Palominos wiederzufinden.

Eine Art Neuentdeckung der Pferde mit dieser besonderen, goldenen Fellfarbe geht auf Dick Halliday zurück, der die Farbgebung viele Jahre lang erforschte und im Jahr 1935 für die Einführung des ersten Zuchtregisters in den USA verantwortlich war. Als erster Hengst wurde El Rey de Los Reyes registriert. Ein Jahr später gründete Halliday den bis heute bestehenden amerikanischen Zuchtverband, die Palomino Horse Association (PHA), die 1941 um einen zweiten Verband, die Palomino Horse Breeders of America (PHBA), ergänzt wurde. Zunächst bestand das Ziel neben der Erhaltung der Zucht darin, bestimmte Blutlinien einzutragen. Im Laufe der Jahre wurde jedoch deutlich, dass die Palomino-Zucht auf viele verschiedene Blutlinien und Rassen zurückgreifen muss, da es aufgrund der Genetik nicht möglich ist, immer wieder, quasi automatisch, Palominos hervorzubringen. So muss, anders als es anzunehmen wäre, aus einer Anpaarung einer Palomino-Stute mit einem Palomino-Hengst nicht zwangsläufig ein Palomino-Fohlen hervorgehen.

Heute werden Palominos nach wie vor traditionell in den USA gezüchtet, wo sie als Pferderasse anerkannt sind, auch wenn es sich vor dem genetischen Hintergrund eigentlich um eine Farbzucht handelt. Für diese Züchtungen kommen vor allem Quarter Horses zum Einsatz. Darüber hinaus finden Pferde Verwendung, die dem alten, schweren Westernpferd-Typ, dem sogenannten Stock-Typ, entsprechen. Die Zuchtverbände erfassen alle Pferde, die mit ihrer Fellfarbe eindeutig Palominos sind, mit Ausnahme von Pferden, die in ihrem Stammbaum Kaltblüter oder Shetland Ponys aufweisen. Eine weitere Bedingung für die Eintragung besteht in dem Stockmaß, das zwischen 140 und 170 Zentimetern liegen soll. Das Exterieur ist darüber hinaus sehr unterschiedlich, muss aber frei von Mängeln sein und sich durch einen edlen Ausdruck auszeichnen, um eine Erhöhung der Rassequalität zu erzielen. Je nach Erscheinungsbild werden in den USA vier Typen des Palominos unterschieden. Hierzu gehört zum einen der Pleasure-Typ mit Araber-ähnlichem Aussehen, darunter Tennessee Walking Horses oder Araber.

Ein weiterer Typ ist der Riding-Typ, der einem Warmblut ähnelt und vor allem bei verschiedenen amerikanischen Warmblutrassen vorkommt. Außerdem gibt es den Palomino als Stock-Typ, der einem kräftigen Westernpferd entspricht und insbesondere bei Quarter Horses vorkommt, sowie den Saddlebred-Typ. Dieser ist als Golden American Saddlebred zugleich eine eigene Rasse. In Großbritannien hat hingegen die British Palomino Society eine Zuchttradition von Palominos begründet, die sich auf den englischen Huntern und den dort beheimateten Ponyrassen gründet. Dort sind die Palominos vor allem als Showpferde sehr beliebt.

Woher kommen Palomino Pferde?

Ursprünglich stammen Palomino Pferde aus den USA.

Wissenswertes rund um den Palomino

Der Bewegungsablauf

Der Bewegungsablauf zeigt sich beim Palomino sowohl schwungvoll und raumgreifend als auch taktrein und fleißig. Die Vorhand greift frei aus der Schulter hervor, während sich der Schub aus der Hinterhand über den locker schwingenden Rücken überträgt. Ungern gesehen werden unelastische, kurze, zu flache oder schwerfällige Bewegungen sowie ein fester Rücken.

Die Zuchtmethode

Bei der Zucht des Palominos wird die Methode der Reinzucht angewendet. Pferde, deren Stockmaß sich um mehr als 50 Zentimeter unterscheidet, sollen nicht angepaart werden. Darüber hinaus ist es erforderlich, dass mindestens ein Elternteil ein Cremello (Blue Eye Cream) oder Palomino ist, wenn eine Eintragung in das Stutbuch I und II, in das Hengstbuch I und II und in das Vorbuch vorgenommen werden soll. Das Zuchtbuch ist für alle Pferde- und Ponyrassen offen, deren Einbeziehung sinnvoll erscheint, um das angestrebte Zuchtziel zu erreichen. Dementsprechend gibt es eine Vielzahl an Pony- und Pferderassen, die für die Zucht des Palominos zugelassen sind. Hierzu gehören unter anderem:

Der Palomino und sein Exterieur – goldfarbene Pferde und Ponys mit harmonischem Körperbau

Der Palomino soll ein Stockmaß von mindestens 120 Zentimetern erreichen, kann aber je nach Rassenabstammung auch deutlich größer werden. Typisch ist seine Erscheinung als goldfarbenes Pferd mit einem silbrig-weißen bis weißen Behang, der einen Anteil von Fremdfarbe enthalten kann. Abzeichen aller Art sind erlaubt. Hinsichtlich des Gebäudes sieht das Zuchtziel ein korrekt erscheinendes Pferd oder Pony mit einem ausdrucksvollen und trockenen Kopf vor. Dieser soll durch nicht zu große Ohren sowie freundliche, große und lebhafte Augen gekennzeichnet sein. Der Körperbau soll sich harmonisch zeigen und für alle Reit- und Fahrtzwecke geeignet sein. Dies schließt einen gut aufgesetzten, breiten und mittellangen Hals mit ausreichender Ganaschenfreiheit ein, der sich zum Kopf hin verjüngt.

Die Schulter soll sich schräg gelagert und groß präsentieren und in einen gut bemuskelten, mittellangen Rücken mit einem markanten Widerrist und ausreichend Brusttiefe übergehen. Charakteristisch für das Exterieur sollen außerdem eine muskulöse, längere und leicht geneigte Kruppe, ein nicht zu hoch angesetzter Schweif und eine harmonisch aufgeteilte Vor-, Mittel- und Hinterhand sein. Das trockene und zum Körperbau passende Fundament verfügt über korrekte, klare Gliedmaßen, ausreichend große und korrekte geformte Gelenke, mittellange Fesseln sowie wohlgeformte, feste und mittelgroße Hufen. Von besonderer Bedeutung ist auch eine korrekte Gliedmaßenstellung mit einem gut angewinkelten Hinterbein und seitlich gesehen gerade gestellten Vorderbeinen. Unerwünscht sind beim Palomino ein plumpes und derbes Erscheinungsbild, verschwommene Konturen, ein zu grober Kopf und unklare Gelenke. Vor allem bei Zuchtpferden darf der Geschlechtsausdruck nicht fehlen.

Welche Farben gibt es bei Pferden?

Es gibt bei Pferden die Fellfarben Rappe, Brauner, Fuchs, Lichtfuchs, Palomino, Falbe und Schimmel.

Palomino Pferde im Video

Beschreibung des Interieurs

Da es sich beim Palomino nicht um eine eigene Pferderasse, sondern um einen Farbschlag des Felles handelt, ist es schwierig, einen einheitlichen Charakter für diese Pferde zu definieren. Dieser richtet sich stark nach der jeweiligen Rasse des Palominos und kann daher von Palomino zu Palomino abweichen. Grundsätzlich liegt das Zuchtziel bei den meisten Rassen, die auch Palominos hervorbringen, auf nervenstarken und ausgeglichenen Pferden. Ursprünglich trat dieser Farbschlag zunächst bei typischen Westernpferderassen, wie beispielsweise Quarter Horses auf, die für ihr entspanntes Gemüt bekannt sind. Man darf daher im Umgang mit einem Palomino davon ausgehen, dass man es mit einem sanftmütigen, geduldigen, ausgeglichenen und intelligenten Pferd zu tun hat, welches über eine angenehme Arbeitseinstellung verfügt.

Besondere Merkmale/ Einsatzgebiete der Rasse/ Erbkrankheiten

Das besondere Merkmal der Palominos ist ihre gelbe bis goldene Fellfarbe. Hierbei handelt es sich um eine Aufhellung der Fellfarbe Fuchs, die durch das Cream-Gen ausgelöst wird. Im Deutschen nennt sich die Fellfarbe Palomino auch Isabell oder Goldisabell. Ein fuchsfarbenes Pferd, das mit diesem Gen geboren wird, kommt als fast weißes Fohlen zur Welt und dunkelt im Laufe seines Lebens noch leicht nach. Palominos haben, im Unterschied zu Lichtfüchsen, dieselbe Farbe in Deckhaar und Fell.

Grundsätzlich gilt der Palomino, zumindest in Deutschland, nicht als eigenständige Rasse, da sich dieser Farbschlag bei Pferden unterschiedlicher Rassen finden lässt. In den USA hingegen gibt es zwei Zuchtverbände, bei denen der Palomino als Rasse geführt wird. Hier werden nur Pferde mit der typischen Palomino-Fellfarbe eingetragen, wobei dies in den amerikanischen Zuchtverbänden dieser Art fast ausschließlich Quarter Horses sind. In Großbritannien hingegen gibt es ebenfalls eine Zuchttradition der Palominos, die „British Palomino Society“, die sich jedoch auf verschiedenste Pferderassen konzentriert, deren gemeinsamer Nenner die goldene Fellfärbung ist.

Die Sparten der Reiterei, in der Palominos zu finden sind, sind aufgrund der großen Rassevielfalt mannigfaltig. Durch die amerikanischen Westernpferderassen findet man viele Palominos in der Westernreiterei, aber auch im hohen Dressur- und Springsport, dem Fahrsport oder bei Shows sind Palominos zu finden.

Spezifische Erbkrankheiten lassen sich für ein Palomino Pferd nicht finden, da Palominos zu verschiedenen Rassen zugehörig sind. Grundsätzlich gelten diejenigen Rassen, bei denen der Farbschlag Palomino vorkommt, jedoch zu den robusten Pferderassen ohne Veranlagungen für Erbkrankheiten.

Wie alt wird ein Palomino?

Das Alter eines Palominos hängt maßgeblich von seiner jeweiligen Rasse ab. Großpferde erreichen meist ein Lebensalter von rund 25 bis 30 Jahren, wohingegen Ponys auch mal ein Alter von 30 übersteigen können.

Erziehung/Pflege/Haltung/Ernährung

In den Punkten Erziehung, Pflege, Haltung und Ernährung gleicht der Palomino allen anderen Pferden. In der Erziehung und im Umgang mit einem Palomino sollte man stets konsequent, aber dennoch liebevoll agieren. Nur so vermittelt man dem Pferd gegenüber die nötige Fairness, um aufmerksame Mitarbeit und freiwillige Kooperation erwarten zu können.

Die Haltungsform, die für einen Palomino gewählt wird, kann von Rasse und Gemüt des jeweiligen Pferdes abhängen und bestimmt werden. Dem Pferd sollte immer genug Auslauf geboten werden, ob dies in prinzipieller Boxenhaltung mit Weidegang tagsüber oder in einer Offenstallhaltung geschieht, sollte jeder Besitzer nach den eigenen und den Vorlieben des Pferdes entscheiden. Zudem sollten regelmäßige tierärztliche Kontrolltermine wahrgenommen werden, die Hufe alle sechs bis acht Wochen von einem Schmied kontrolliert und beschnitten werden und auf allgemeine Krankheitsanzeichen geachtet werden.

Die Ernährung eines Palomino Pferdes sollte von seinem Alter, seinem Trainingszustand, eventuellen Vorerkrankungen und der Haltungsform bestimmt werden. Grundsätzlich sollte ein Pferd, egal welcher Rasse oder Farbe, immer genug Raufutter in Form von frischem Gras, Silage oder Heu zur freien Verfügung haben. Pferde, die viel körperliche Arbeit leisten, können zusätzlich Kraftfutter und Futterzusätze erhalten, um sie optimal zu unterstützen.

Bekannte Palomino Pferde

Der wohl berühmteste Palomino ist der Hengst „Bamboo Harvester“ aus der US-amerikanischen Sitcom „Mr. Ed“. „Bamboo Harvester“ wurde 1949 geboren und war eine Mischung aus einem American Saddlebred Horse und einem Araber. Mit ca. neun Jahren wurde er zum Filmpferd ausgebildet und bekam anschließend im Alter von zwölf Jahren die Rolle als das sprechende Pferd „Mr. Ed“ in der gleichnamigen Fernsehserie. Fünf Jahre lang war dies seine große Rolle. Für seinen Erfolg bekam er zweimal den Patsy Award verliehen, einer Art Oscar für tierische Darsteller.

Ein ebenfalls filmisch erfolgreicher Palomino war „Trigger“, auch ein Hengst, der mit drei Jahren an die Hudkins Stables in Hollywood verkauft wurde und Zeit seines Lebens in rund 88 Westernfilmen von Roy Rogers zum Einsatz kam. Auch im Film „The Horse with the Flying Tail“ von Walt Disney aus dem Jahre 1960, geht es um einen Palomino, genauer gesagt ein abenteuerlustiges Palomino-Pony und seine Besitzer.

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