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Polo Sportart

von ehorses
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Polosport – Grundlagen und Begriff

Elitär und kostspielig, mit elegantem Flair und nur etwas für die High Society – nicht selten ist dies ein gängiges Klischee, wenn es um Polosport geht. Dabei ist der älteste Mannschaftssport der Welt eine anspruchsvolle und traditionsreiche Reitsportart, die sowohl den Polopferden als auch Spieler:innen ebenso reiterliches Können wie Spielintelligenz abverlangt. Der anglo-indische Begriff  „Polo“ stammt aus der Sprache der Balti und bedeutet „Ball“.

Der Polosport findet nicht nur auf dem Rasen statt. Er kann in drei verschiedenen Varianten, die sich in Spieltaktik und Mannschaftszusammensetzung unterscheiden, gespielt werden: Beach Polo, Arena Polo und Schnee Polo. Hier wird jeweils auf Sand, in der Arena oder auf Schnee gespielt.

Die Geschichte der Sportart Polo

Zweifellos ist es wohl auch diese besondere Mischung des Ballspiels im Sattel, die den Polosport seit jeher so beliebt macht, zumal die Ursprünge bereits 700 v. Chr. in Persien liegen. Dort dienten regelmäßig zentrale Plätze der Großstädte als Spielflächen, wo die Sportart von allen Geschlechtern gespielt wurde und sich großer Beliebtheit erfreute. Während der islamischen Expansion wurde das Spiel insbesondere in Arabien und Indien beliebt. Jahrhunderte später waren es dann britische Kavallerie-Offiziere, die das Spiel in Indien kennenlernten und im 19. Jahrhundert mit nach England brachten.  Heute wird Polo in Europa, den USA und in Südafrika, aber insbesondere auch in Argentinien gespielt.

Die Polopferde

Das südamerikanische Land ist das Hauptzuchtgebiet der Polopferde und maßgeblich für die Entstehung und Zucht der verbreitetsten Rasse beim Polosport, das argentinische Polopony. Speziell gezüchtet durch die Kreuzung von englischen Vollblütern und Criollos, einer südamerikanischen Warmblutrasse, ist das Pony perfekt für den harten Polosport geeignet. In Deutschland kommt aber auch häufig das Deutsche Polopferd zum Einsatz, das seit 2000 als Rasse anerkannt ist, während in den USA verstärkt das Quarter Horse beim Polo zu sehen ist.

Das Spiel

Polosport

Beim Polospiel selbst treten zwei Mannschaften auf einem 275 x 180 Meter großen Spielfeld gegeneinander an. Die Mannschaft besteht in der Regel aus jeweils vier, auf Pferden reitenden Spieler:innen. Nummer 1 der Spieler:innen ist für den Angriff verantwortlich, Nummer 2 ist Mittelfeldspieler:in, die Nummer 3 ist Kapitän:in und die Nummer 4 ist für die Verteidigung zuständig. Ziel ist es, einen Ball mithilfe eines Holzschlägers so oft wie möglich in das gegnerische Tor zu befördern.

Dabei darf ein Pferd niemals zwei Chukkas hintereinander geritten werden, damit sie nicht zu müde werden. Das bedeutet, dass eine Mannschaft je Spieler:in mindestens zwei Pferde mitbringen muss, zwischen denen während des Spiels rotiert werden kann. Chukkas sind die einzelnen Spielzeiten im Polo. Ein Polospiel besteht aus mindestens vier und maximal acht Chukkas. Ein Chukka beträgt dabei 7 ½ Minuten, die Pausen zwischen den Spielabschnitten beträgt dabei ca. 5 Minuten.

Jede/r Spieler:in wird auch beim Polo in Leistungsklassen zugeteilt, dem sogenannten Handicap. Dieses reicht von -2 (Low Goal) bis hin zu +10 (High Goal). Zählt man die jeweiligen Handicaps der Spieler:innen zusammen, ergibt dies das Gesamt-Handicap einer Mannschaft. Treten Mannschaften mit unterschiedlichen Handicaps gegeneinander an, erhält diejenige Mannschaft mit dem niedrigeren Handicap einen Tore-Vorsprung.

Kleidung und Ausrüstung

Kleidung

Rasante Wendungen und reichlich Spannung sind dementsprechend garantiert. Besonders entscheidend ist die Schutzausrüstung von sowohl Spieler:in als auch Polopferd. Zum Schutz vor Verletzungen wird ein Helm und gepolsterte Knieschoner aus Leder getragen. Häufig werden außerdem, zum Schutz gegen Schläge und zur Verbesserung der Griffigkeit, Handschuhe mit einem verstärkten Rücken getragen. Die Polostiefel sind typischerweise aus hellem Leder. Dazu tragen die Spieler:innen weiße Hosen, häufig in Kombination mit Gürteln mit traditionellen argentinischen Webmustern, sogenannte Gaucho Belts.

Ausrüstung

Bei den Polo Spielen benötigt jede/r Spieler:in einen Schläger. Dieser wird Stick genannt. Er besteht aus Bambus, Korbrohr oder Fiberglas und ist zwischen 48 und 54 inches lang. Die Sticks unterscheiden sich vor allem hinsichtlich des Schlägerkopfes (Zigarre), der in unterschiedlichen Formen und Gewichten kommt. Egal ob Links- oder Rechtshänder:in, der Stick muss in der rechten Hand gehalten werden. Mithilfe des Sticks wird ein Holz- oder Kunststoffball geschlagen, der einen Durchmesser von etwa 7-8cm hat.

Die Pferde werden mit einem Bein- und Gelenkschutz versehen. Hierzu dienen Bandagen, Gamaschen, Springglocken und andere Hilfsmittel, die vor Schlägen oder sonstigen Verletzungen schützen sollen. Zudem wird der Schweif mit Bandagen hochgebunden um zu verhindern, dass sich der Stick beim Ausholen in dem Haar verfängt. Gesattelt werden die Polopferde häufig mit Vorderzeug und einem extra Sattel-Übergurt, da sich die Spieler:innen beim Schlagen oftmals sehr weit aus dem Sattel herauslehnen. Als Zaumzeug wird meistens sowohl ein Auffangriemen, als auch Pelham, Aufziehtrensen oder argentinische Spezialgebisse verwendet.

Polo-Regeln

Das umfangreiche Regelwerk dient vor allem dem Schutz und der Sicherheit der Pferde und der Spieler:innen. Geht beispielsweise eine Bandage während des Spiels auf, wird das Spiel direkt angehalten. Die wichtigste und grundlegendste Regel ist das Wegerecht (Right of Way). Dies besagt, dass ein/e Spieler:in nicht von anderen Spieler:innen gekreuzt oder behindert werden darf, wenn er/sie der Fluglinie des von ihm/ihr geschlagenen Spielballes folgt. Er/sie darf ausschließlich abgeritten oder gestickt werden. Eine weitere Regel ist der Seitenwechsel nach jedem Tor. Die Regel besagt, dass die Mannschaften nach jedem erzielten Tor die Seiten wechseln müssen, um gegebenenfalls unfairen Umständen, wie beispielsweise blendendem Sonnenlicht, zu entgehen.

Spieler:innen dürfen sich mit dem Stickhaken (Hooken) gegenseitig beim Schlagen stören. Dabei versucht der/die angreifende Spieler:in den Schlag des/der anderen zu unterbinden, durch Behindern mit dem eigenen Stick. Das Haken ist allerdings nur bis zur Höhe des Pferderückens erlaubt. Ein Haken darüber ist strengstens untersagt. Außerdem dürfen die Spieler:innen Abreiten. Beim Abreiten hindern sich die Spieler:innen beim Schlagen, indem sie sich abdrängen. Der Winkel beim Zusammenprall darf jedoch nur so groß sein, dass sich die Spieler:innen nicht gegenseitig verletzen können.

Wird eine dieser Regeln missachtet, nennt man das ein Foul. Wird ein/e Spieler:in gefoult, darf die behinderte Mannschaft von der Stelle aus einen Strafschlag (Penalty) ausführen. Ähnlich wie beim Fußball können Spieler:innen für ein Foulspiel verwarnt oder gar vom Spiel ausgeschlossen werden.

Die wichtigsten Schlagtechniken

Um den Ball mit dem Schläger zu befördern, gibt es vier Grundschläge. Bei dem sogenannten „offside“ wird der Ball auf der schlägerführenden, also der rechten Seite des Pferdes geschlagen. Geschieht dies in einer Vorwärtsbewegung, nennt man ihn offside forehand. Den Rückwärts-Schlag nennt man offside backhand. Der „nearside“ ist ein Schlag auf der linken Seite des Pferdes. Auch er kann als nearside forehand oder nearside backhand ausgeführt werden. Teilweise müssen die Spieler:innen den Ball im Spiel unter dem Hals des Pferdes schlagen. Dieser Schlag wird als „under the neck“ bezeichnet. Der vierte Grundschlag ist „round the tail“. Bei diesem Schlag wird der Ball, auf beinahe akrobatische Weise, hinter dem Pferd geschlagen.

Im Polo gibt es außerdem zwei Arten von Schwüngen mit dem Stick. Den „half swing“ (halben Schwung) und den „full swing„(vollen Schwung). Die Schwungarten unterscheiden sich in der Bewegung des Sticks. Während der half swing lediglich eine sicher zu beherrschende Pendelbewegung des Sticks ist,  führen die Spieler:innen bei einem full swing eine Kreisbewegung mit ihrem Stick aus.

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