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Trabrennen

von ehorses
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Der Trabrennsport beziehungsweise das Trabrennen ist kein Relikt aus altertümlichen Zeiten. Der Pferdesport lebt heute blühend in den Hochburgen für die Disziplin im Sulky auf. Für Trabrennen sind besonders die Franzosen oder Amerikaner bekannt. Dabei genießt der Trabrennsport die Popularität der Disziplinen wie Dressur oder Vielseitigkeit nicht in demselben Maße. Jedoch zieht der Trabrennsport ein spezielles Publikum aus aller Welt an. Allein schon deshalb genießt er ein besonderes Ansehen. Das Trabrennen ist Anziehungspunkt für leidenschaftliche Pferdeliebhaber und Kenner von Pferdewetten.

Die Geschichte des Trabrennens

Wagenrennen dienten schon zu Zeiten der alten Griechen und Römer dem Volksvergnügen. Ungefähr 3000 Jahre alte Malereien auf mykenischen Vasen zeigen Menschen in kleinen Wagen, die von Pferden gezogen werden. Pferderennen dieser Art gab es bereits vor den ersten athletischen Disziplinen. Der Trabrennsport (oder auch das Trabrennen), wie ihn jedermann heute kennt, entspringt einer jüngeren Geschichte.

Spezielle Renngeläufe wurden zu Beginn des 19. Jahrhunderts in den USA an großen Jahrmärkten angelegt. In den 60er Jahren desselben Jahrhunderts wurden auch in Deutschland die ersten Trabrennen abgehalten. Dies geschah im Rahmen des Münchner Oktoberfestes. In Frankreich gab es die ersten Rennen schon seit 1834 in der Normandie und in der Bretagne. Im Jahr 1872 folgten die Schweiz (Yverdon und Zürich) mit den ersten Trabrennen, die von der «société pour l’amélioration de la race chevaline» veranstaltet wurden.

Dabei erfolgte der Trabrennsport nach unterschiedlichen Systemen. Deutschland und Italien orientieren sich am amerikanischen Trabrennsport-Modell, während sich die Schweiz nach dem französischen Modell richtet. In Skandinavien ist ein großer Teil der Pferde zwar amerikanischer Abstammung, dennoch zeigt das Rennsystem auch französische Elemente. Nicht an drei-, sondern an vierjährige Pferde richtet sich das Derby dort. Im Trabrennsport gibt es aber auch Satteltraber wie beim Prix de Cornulier in Frankreich.

Die Hochburgen des heutigen Trabrennsports liegen in den USA, Frankreich und Skandinavien.

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Der Trabrennsport und der Pferderennsport im Allgemeinen steht regelmäßig im Verdacht der Tierquälerei. Schlagzeilen dazu können Interessierte leicht in den Medien finden. Vereine und Pferdehalter, die den Rennsport fair betreiben, halten ihre Pferde jedoch gesund und leistungsbereit.

Startmethoden beim Trabrennen

Beim Trabrennen beziehungsweise Trabrennsport gibt es zwei Startmethoden. Das sind der Bänder- und der Autostart. Der Start durch die Lichtschranke zählt auch dazu, wobei dieser ein weiterentwickeltes System des Bänderstarts darstellt. Allen drei Startmethoden ist eine bestimmte Vorbereitung gemeinsam, die mit einem Signalton beginnt. Sind noch Pferde auf der Rennbahn, die nicht am nächsten Rennen teilnehmen sollen, werden sie durch einen solchen Ton von den Startern getrennt. Sobald das Signal ertönt, verlassen die nicht teilnehmenden Pferde die Rennbahn. Dies geschieht in drei- bis sechsminütigen Intervallen durch den Signalton. Alle anderen Fahrer dürfen das Renngeläuf nicht mehr verlassen.

Trabrennen: Pferd und Jockey im Sulky von der Seite

Die Hochburgen des heutigen Trabrennsports liegen in den USA, Frankreich und Skandinavien.

Autostart

Maximal 18 Pferde dürfen starten. Sie sind in zwei Linien aufgereiht. In einer Linie befinden sich höchstens neun Pferde. Für den Start laufen sie zunächst hinter einem Fahrzeug her, das zwei aufgeklappte Gitterflügel besitzt. Hinter diesen Flügeln nehmen die Traber ihre Rennposition ein. Dabei verfügt jedes Pferd über eine eigene Startnummer. Die Platzierung des Fahrzeugs mit den Gitterflügeln erfolgt in der Mitte der Bahn (vor der Startmarke ca. 300 Meter entfernt). Ein Kommando lautet. “Eine Minute bis zum Start.” Danach versammeln sich die Sulkys ca. 200 Meter hinter dem Fahrzeug. Dieses beschleunigt ab einer bestimmten Metermarke stark auf 50 Kilometer pro Stunde (Renntempo), um ausreichend Abstand zu gewinnen. Dann klappt es die Flügel ein und verlässt die Piste, damit die Pferde „fliegend” starten können.

Bänderstart

Für verschiedene Leistungsklassen ist der Bänderstart vorgesehen. Dabei gibt es zwei oder mehr Startfelder, die 25 oder 50 Meter auseinanderliegen können. Abhängig ist das von den Leistungsklassen. Die Bänder sind über die Piste gezogen. Maximal 20 Pferde fahren zwischen diesen ein, wobei der Jockey sein Pferd von außen nach innen dreht – meistens nach rechts. Es darf auch nach links gedreht werden. Dies aber muss in der Regel bei der Rennleitung beantragt werden. Die Pferde dürfen beim Startvorgang nicht schneller sein als der Fahrer, nach dem sich zu richten ist. Dies bestimmt die Rennleitung. Wenn die elastischen Bänder losgelassen werden, schnalzen sie zu einer Seite hin weg. Das geschieht gleichzeitig mit dem Startkommando. Der Bänderstart mit bestimmten Metervorgaben zu den anderen Rennteilnehmern gewährt Chancengleichheit bei unterschiedlichen Leistungen. Der Distanzausgleich erfolgt im Rahmen der Zuweisung des sogenannten „Handicaps” an leistungsstarke Pferde mit hohen Gewinnsummen.

Lichtschranke

Die Bänder werden durch einen fotoelektrischen Lichtstrahl ersetzt. Passiert ein Pferd den Lichtstrahl vor dem Startzeichen, löst das einen Fehlstart aus. Die Startlinie kann erst überschritten werden, wenn das Startkommando erfolgt.

Wie lang ist eine Trabrennbahn?

Eine Trabrennbahn hat eine Mindestlänge von 1000 Metern. In Hamburg beträgt eine Langstrecke beispielsweise 2.720 Meter.

Wie verläuft das Trabrennen?

Vor jedem Rennen fahren die Wettbewerber mit ihren Pferden nach sortierten Startnummern eine Parade.

Im Trabrennsport nehmen die Jockeys in einem Sulky ihre Position ein. Dabei handelt es sich um einen zweirädrigen Wagen. Die Steuerung des Pferdes erfolgt demnach von hinten. Das Rennen, das ausschließlich in der Gangart Trab stattfinden darf, findet entweder auf einem Sand- oder Grasboden statt. Während der Rennphase müssen sich die Wettbewerber an Regeln halten. In Europa erfolgt eine Disqualifizierung nach dem Start, wenn die Pferde beispielsweise in den Galopp wechseln.

Zu den Regeln gehört auch die Pflicht, sich vorher auf die Waage zu stellen. Der Jockey darf nicht unter ein bestimmtes Mindestgewicht fallen. Abhängig ist die Gewichtsvorgabe von der Art des Rennens oder dem Niveau des Teilnehmers (Beispiel: Berufsjockey, Lehrling). Wenn alle Teilnehmer gewogen worden sind, darf die Annahme von Wetten beginnen. Angezeigt wird das durch ein rotes Signal. Damit sich die Konkurrenten aufwärmen können, dürfen sie vorher mit Pferd und Sulky die Rennbahn betreten.

Währenddessen ist es den Zuschauern aus aller Welt möglich, sich einen Eindruck von der Form und dem Zustand der Fitness der Pferde am Renntag zu machen. Bei der Absolvierung sogenannter „Heats” können sie das am besten beurteilen. Im Rahmen dieser Aufwärmübung absolvieren die Teilnehmer des Wettbewerbs eine gerade Strecke im schnellen Renntrab. Dabei prüfen sie auch die Anspannung und den Beschlag des Pferdes. Am Geschirr ist eine Startnummer mit einer bestimmten Farbkombination angebracht, was die Zuordnung zu bestimmten Rennen vereinfacht.

Trabrennen: Drei Pferde im Rennen von der Seite

Vor jedem Rennen fahren die Wettbewerber mit ihren Pferden nach sortierten Startnummern eine Parade.

Das Trabrennen

Dann finden sich die Gespanne zum Start ein. Nach dem Start beginnt das Rennen, das nur einige intensive Minuten andauert. In dieser kurzen Zeit versucht der Jockey Taktiken anzuwenden, um sein Pferd auf die vordersten Plätze zu bringen. Unterschieden wird zwischen zwei Taktiken.

Die Taktik, die auf Warten ausgerichtet ist, lässt das Pferd zunächst im Feld. Dies dient der Schonung vor der eigentlichen Attacke. Den Moment nutzt der Jockey, um einen Überraschungseffekt zu bewirken. Diese Pferde verfügen über einen Schluss-Speed. Pferde ohne diese Eigenschaft können in dieser Form nicht in den Endkampf eingreifen. Oft führen sie das Rennen von der Spitze aus. Das Gespann befindet sich dabei direkt zu Rennbeginn an der Spitze, idealerweise bis zum Ziel. Dies erfordert viel Stehvermögen und Leistung des Pferdes.

Um ins Ziel zu kommen, müssen die Pferde den Zielpfosten passieren. An dieser Stelle wird auch das Zielfoto (im Rahmen des Zielfilms) geschossen. Ist ein Finish umstritten, schafft das Zielfoto im Idealfall Klarheit.

Im offensichtlichen Fällen folgt nach der Zielankunft aller Gespanne das Klassement des Zielrichters, der die Reihenfolge feststellt und bekannt gibt. Verzögert wird der Ablauf bei

  • gleichzeitigem Passieren des Zielpfostens
  • der Erhebung eines Protestes des Jockeys oder des Trainers
  • bestehenden Zweifeln am Pferd selbst oder am Rennverlauf

Wie schnell kann ein Traber laufen?

Die Renngeschwindigkeit beträgt 45 bis 50 Stundenkilometer.

Welche Pferderassen eignen sich für Trabrennen?

Für den Trabrennsport beziehungsweise Trabrennen kommen nur Traber in Betracht. Dabei handelt es sich um Pferde, die über Generationen hinweg zielgerichtet gezüchtet wurden. Während Trabrennen damals Zuchtleistungsprüfungen für sehr leistungsfähige Wagenpferde waren, wird der moderne Traber heute ausschließlich für den Trabrennsport gezogen. Dies ist beispielsweise beim Deutschen Traber der Fall.

Nur die Pferde, die über die zusätzliche Veranlagung zu den Gangarten Tölt und Pass verfügen, können eine hohe Geschwindigkeit bei Trabrennen erreichen, ohne in den Galopp zu verfallen. Man spricht von der Genmutation DMRT3, die allen Traberrassen immanent ist. Die Pferdezucht der meisten Pferderassen, die über dieses Gen verfügen, geht auf die geschichtliche Einkreuzung des American Standardbred zurück. In den USA werden sie wegen der besonderen Veranlagung auch für Passrennen eingesetzt.

Auch der französische Traber geht teilweise auf die Rasse American Standardbred zurück. Eingekreuzt wurden hier noch der russische Orlow beziehungsweise MetisTraber. Aber auch Rassen, die nicht mit dem American Standardbred verwandt sind, verfügen über das DMRT3-Gen. Dazu gehören beispielsweise die skandinavischen Kaltbluttraber.

Als Traber sind der

Diese Traberrassen wählen so gut wie nie die Gangart Galopp, weil die hohe Trabgeschwindigkeit sie dazu nicht veranlasst. Zwar können sie auch in den Galopp wechseln. Dies wird aber als unerwünschtes Verhalten geahndet, sodass die Tiere darauf trainiert sind, diese Gangart weitestgehend zu vermeiden.

Eignet sich jedes Pferd für den Trabrennsport?

Es eignen sich nur Traber für das Trabrennen beziehungsweise den Trabrennsport.

Zulassung für Trabrennen

Für die Zulassung zum Trabrennen beziehungsweise zum Trabrennsport müssen einige Kriterien erfüllt sein. Diese sind:

  • Kaltbrand oder Transponder-Chip: Kaltbrände befinden sich meistens unter dem Mähnenkamm. Dieser besteht aus dem Geburtsjahr des Pferdes und einer laufenden Nummer. Für die Prägung wird Trockeneis eingesetzt. In Deutschland aber ist diese Form der Kennzeichnung nicht üblich. Vielmehr bekommen die Pferde häufig an der rechten Seite des Halses einen Transponder-Chip mit Code implantiert. Den Transponder-Code trägt der Tierarzt in den Equidenpass ein. In Deutschland ist das Pflicht.
  • Verifizierung: Verifiziert wird das Tier von Tierärzten der jeweiligen Rennvereine oder der Zentralstelle. Die Daten im Equidenpass werden mit der ausgelesenen Chipnummer verglichen. Das Pferd kann damit identifiziert und mit richtigem Namen an den Start gehen.
  • Qualifikation: Die Pferde müssen sich für eine Zulassung zum Rennen qualifizieren. Ein Traber muss auf einen Kilometer eine Zeit von unter 1:25,0 Minuten laufen. Auch nach einer Pause von mehr als sechs Monaten muss ein Traber erneut eine Qualifikation durchlaufen. In Österreich hängen die Qualifikationszeiten vom Alter der Pferde ab.
  • Probelauf: Der Probelauf ist einer Qualifikation ähnlich, jedoch ist die Teilnahme an einem solchen Probelauf nicht zwingend mit einer Qualifikation gleichzusetzen.
Trabrennen: Pferde im Rennen von vorne

Für die Zulassung zum Trabrennen beziehungsweise zum Trabrennsport müssen einige Kriterien erfüllt sein.

Ausrüstung für den Trabrennsport

Die Ausrüstung für den Trabrennsport besteht aus

  • Geschirr und zugehörigen Elemente
  • Zaum und Leinen plus Zubehör: Renntrense, Blendenzaum, Sandschutz für die Augen und das Maul, Pullrolle, Stachelzügel (in Deutschland verboten, in Frankreich erlaubt), Ohrenkappe, Ohrstöpsel, Zungenband, Martingal, Sprungzügel, Kletterleinen
  • Für die Beine: Gamaschen, Gummiglocken, Sehnenschoner, Streifkappen, Kniebänder
  • Sulky plus Zubehör: Seitenstangen
  • Beschlag: aus Aluminium bestehende Spezialhufeisen
  • Bekleidung für den Jockey

Wie heißt das zweirädrige Fahrzeug beim Trabrennen?

Das zweirädrige Fahrzeug beim Trabrennen heißt Sulky.

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