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Hufschlagfiguren – Wie und warum man sie reitet

von Finia Fischer
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Nicht nur nur Dressurreiter machen von ihnen Gebrauch – Hufschlagfiguren. Neben Abwechslung im Training sorgen sie unter anderem auch für mehr Rittigkeit, Losgelassenheit und Balance. Doch wie genau werden Hufschlagfiguren richtig ausgeführt?

Was sind Hufschlagfiguren?

Hufschlagfiguren sind Linien innerhalb des Dressurvierecks, die vordefiniert sind und die der Reiter mit seinem Pferd reiten kann. Dadurch, dass die verschiedenen Hufschlagfiguren aus unterschiedlichen Motiven geritten werden, verlangen sie von Pferd und Reiter verschiedene Level an Rittigkeit und Ausbildungsstand ab. So können Hufschlagfiguren in ihrer Schwierigkeit gehemmt oder auch verstärkt werden, was z. B. durch Übergänge oder Tempiwechsel gelingt. Das Reiten von Hufschlagfiguren sorgt einerseits dafür, dass das Pferd gymnastiziert und gelöst wird, andererseits verstärkt und verbessert es die Kommunikation durch Zügel-, Sitz- und Schenkelhilfen zwischen Pferd und Reiter. Auch die Balance, Geraderichtung und Stellung des Pferdes kann geschult werden.

Wer hat in der Reithalle Vorfahrt?

Vorfahrt hat im Allgemeinen die jeweils höhere Gangart bzw. auf der linken Hand reitende Person. Des Weiteren haben Personen auf der geraden Linie Vorrang vor denen auf der gebogenen Linie.

Hufschlag: Reiten

Vorfahrt hat im Allgemeinen die jeweils höhere Gangart bzw. auf der linken Hand reitende Person.

Hufschlagfiguren – das sind die Bahnregeln

Um zu verhindern, dass sich Reiter und Reiterinnen in der Halle in die Quere kommen, wurden sogenannte Bahnregeln erstellt, die hier für einen reibungslosen Ablauf sorgen. So können Unfälle vermieden werden und es besteht keine Gefahr, dass man sich gegenseitig in den Weg reitet. Hierzu gehören diese Regeln: 

Tür frei

Tür frei, bitte!“ sollte immer gerufen werden, wenn die Tür der Reithalle geöffnet wird, also z. B., wenn die Reitbahn verlassen oder betreten wird. Dadurch wird verhindert, dass sich gerade ein Pferd in Türnähe befindet und es so stören könnte, wenn die Tür geöffnet wird. Bestenfalls sollte von einer sich bereits in der Halle befindenden Person „Tür ist frei!“ geantwortet werden. 

Auf- und Absteigen

Das Auf- und Absteigen sollte am besten in der Mitte der Halle stattfinden, also beispielsweise in der Zirkelmitte. Auch das Nachgurten sollte hier getan werden. Für den Fall, dass es in der Halle einen in der Ecke stehenden Hocker zum Aufsteigen gibt, der nicht bewegt werden soll, sollte darauf geachtet werden, dass beim Aufsteigen niemand gestört wird. 

Hufschlagfiguren im Schritt reiten

Wenn Schritt geritten wird, sollte immer der zweite bzw. der dritte Hufschlag genutzt werden. Der Hufschlag ist somit für den Trab und Galopp bestimmt. In den meisten Fällen reicht es aus, den zweiten Hufschlag zu nutzen, ist die Halle jedoch mit vielen Pferden besetzt, sollte auf dem dritten geritten werden, um sowohl für trabende, als auch galoppierende Pferde Platz zu schaffen. 

Abstand

Um für ein gefahrloses Reitgeschehen zu sorgen, sollte immer ein ausreichender Abstand von etwa ein bis zwei Pferdelängen zu anderen Pferden gehalten werden. 

Vorrang

Wer auf der linken Hand reitet, hat Vorrang vor entgegenkommenden Reitern auf der rechten Hand, wenn diese in der gleichen oder einer langsameren Gangart reiten. Somit muss das Pferd, welches auf der rechten Hand ist, nach innen ausweichen und rechts an der entgegenkommenden Person vorbeireiten. Des Weiteren haben Reiter auf der geraden Linie im allgemeinen Vorrang vor denen auf der gebogenen Linie. So hat z. B. eine Person auf der ganzen Bahn Vorrang vor einer Person, die auf dem Zirkel reitet.

Reiten in der Halle

Ein Zirkel wird wie ein Kreis von Zirkelpunkt zu Zirkelpunkt geritten. Er hat einen Durchmesser von 20m und reicht somit bei einem kleinen Dressurviereck bis zum Punkt X..

Hufschlagfiguren – diese Bahnpunkte gibt es

Bei den Bahnpunkten, welche mit Buchstaben gekennzeichnet sind, unterscheidet sich die Aufteilung von kleinen zum großen Dressurviereck. Beim kleinen Viereck (20 m × 40 m) liegen die Punkte A und C jeweils an der kurzen Seite und gegenüber voneinander. Beim Punkt A beispielsweise wird in Dressurprüfungen eingeritten. An der langen Seite liegen die Punkte B und E gegenüber voneinander in der Mitte. Der Punkt X ist unsichtbar bzw. nicht gekennzeichnet und befindet sich in der Hallenmitte und damit zwischen B und E. K,H,M und F sind sogenannte Wechselpunkte, die jeweils an der langen Seite sechs Meter von der Ecke entfernt angebracht sind. Zwischen F und K liegt außerdem der unsichtbare Punkt D, zwischen M und H liegt G. Des Weiteren sind im Abstand von zehn Metern die Zirkelpunkte an den langen Seiten angebracht. Ein Spruch, der die Buchstaben enthält, die man von A beginnend im Uhrzeigersinn am Rand findet, lautet: (A)lle (K)ühe (E)ssen (H)eu, (C)älber (M)ögen (B)esseres (F)utter. Auch, wenn die Rechtschreibung des Spruches zu wünschen übrig lässt, hat sich dieser im Reitsport etabliert.
Die Anordnung der Bahnpunkte im großen Dressurviereck unterscheidet sich insofern vom kleinen, als es zusätzlich an den langen Seiten weitere Buchstaben gibt, da das Viereck 20 m länger ist (also 20 m × 60 m). So liegt der Punkt V zwischen K und E, gegenüber davon der Punkt P (zwischen F und B) und in der Mitte der unsichtbare Punkt L. Zwischen E und H wurde der Punkt S hinzugefügt und gegenüber zwischen B und M der Punkt R, I bildet hier den unsichtbaren Punkt in der Mitte. Alle anderen Bahnpunkte wurden von dem kleinen Viereck übernommen. Als Merkspruch für alle Bahnpunkte inklusive der unsichtbaren Punkte auf der Mittellinie ist hier dieser geeignet: (M)ein (R)oss (B)raucht (P)araden (F)ür (A)lle (K)orrekten (V)olten, (E)s (S)oll (H)inter (C)elsius (G)egen (I)n (X) (L)eichter (D)ressur. Das große Dressurviereck wird vor allem ab der Klasse M genutzt, da es durch die längeren Wege bzw. Linien anspruchsvoller ist.

Was gibt es alles für Hufschlagfiguren?

Hufschlagfiguren gibt es sehr viele. Unter anderem sind Zirkel, Volten, durch die halbe/ganze Bahn wechseln oder Schlangenlinien häufig vorkommende Hufschlagfiguren.

Wer hat Vorfahrt beim Reiten

Es gibt viele verschiedene Hufschlagfiguren. Unter anderem sind Zirkel, Volten, durch die ganz/halbe Bahn wechseln oder Schlangenlinien häufig vorkommende Hufschlagfiguren.

Diese Hufschlagfiguren gibt es beim Reiten

Ganze Bahn

Eine sehr oft genutzte Hufschlagfigur, vor allem zum Warmreiten oder Lösen, ist die ganze Bahn. Hierbei wird an der Bande entlang auf dem Hufschlag geritten, also quasi einfach „außen herum“. Auch, wenn dies zuerst einmal einfach klingt, kann auch die ganze Bahn für Schwierigkeiten sorgen, da das Pferd sich hier geraderichten muss. 

Zirkel

Der Zirkel hat immer einen Durchmesser von 20 m. Er wird meist von Zirkelpunkt zu Zirkelpunkt geritten, wobei beim kleinen Viereck durch den Punkt x geritten wird. Beim großen Viereck kann die Reitbahn in drei Zirkel eingeteilt werden, der Punkt x wird hier nicht geschnitten. Der Mittelzirkel liegt zwischen Punkt B und E und umschließt den Punkt x. Zirkel sind durch die nötige Biegung und Stellung des Pferdes eine perfekte Hufschlagfigur zum Lösen

Durch die ganze/halbe Bahn wechseln

Hierbei wird entweder von H zu F oder M zu K (durch die ganze Bahn) oder von H zu B, M zu E, K zu B oder F zu E (durch die halbe Bahn) gewechselt. Es kommt bei beiden Hufschlagfiguren zu einem Handwechsel. Die Hufschlagfigur „durch die ganze Bahn wechseln“ wird in Dressurprüfungen oft für Trabverstärkungen genutzt, es wird hierbei der Punkt x geschnitten. Beim Wechseln durch die halbe Bahn sollte vor allem darauf geachtet werden, dass die Ecke gut ausgeritten wird, da die Wendung etwas enger ist. 

Volte

Eine Volte ist ein „Kreis“ mit einem Durchmesser von 10 m, bzw. 8 oder 6 m. Die Hand wird nicht gewechselt. Volten werden mit höherem Schwierigkeitsgrad in den höheren Klassen kleiner, da das Pferd so mehr gefordert wird. Vor allem die Halsmuskulatur wird gedehnt und die innere Bauchmuskulatur trainiert. 

Schlangenlinien

Schlangenlinien gibt es in verschiedenen Ausführungen. Bei der einfachen Schlangenlinie wird aus der Ecke nach der kurzen Seite heraus geritten und bis zum Scheitelpunkt zwischen E und B und etwa 5 m vom Hufschlag entfernt ein Bogen geritten. Nach dem Erreichen des Punktes wird wieder zum Hufschlag zurück geritten. Die doppelte Schlangenlinie verläuft ähnlich, nur dass hierbei zwei Bögen geritten werden und sich das Pferd dabei nur 2,5 m von der Bande entfernt. Der Punkt B oder E wird somit an der Bande passiert. 
Ferner gibt es die Schlangenlinien durch die ganze Bahn mit entweder drei oder vier Bögen. Es werden so drei oder vier Bögen durch die Bahn geritten, wobei die Mittellinie den Wechselpunkt bietet, wo beispielsweise umgesessen und umgestellt wird. Diese Hufschlagfigur ist durch das häufige Umstellen besonders für die Schulung der Stellung und Biegung gut geeignet.

Wie reite ich einen Zirkel?

Ein Zirkel wird wie ein Kreis von Zirkelpunkt zu Zirkelpunkt geritten. Er hat einen Durchmesser von 20m und reicht somit bei einem kleinen Dressurviereck bis zum Punkt X.

Wie groß ist eine normale Volte?

Eine normale Volte hat einen Durchmesser von 10m.

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