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Murgese

von Frederieke Wenning
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Der Murgese ist eine der ältesten Pferderassen und ein stattliches Barockpferd, das aus der Region Murgia im süditalienischen Apulien stammt und bis heute fast ausschließlich in seinem Ursprungszuchtgebiet verbreitet ist. Obwohl das kräftig gebaute Warmblut in seinem Rasseursprung bis in das 13. Jahrhundert zurückgeht, hat es außerhalb von Italien nur eine geringe Bekanntheit erlangt. Wer aber genauer hinschaut, entdeckt ein muskulöses Pferd, das sich rassetypisch als Rappe von mittlerer Größe mit dunklem Behang präsentiert. Als Barockpferd verfügt der Murgese über ausgezeichnete Reiteigenschaften und die Befähigung zur Versammlung. 

Wichtige Daten im Überblick

  • Ursprung: Apulien, Italien
  • Hauptzuchtgebiet: Italien, rund um Murgia
  • Verbreitung: Italien, rund um Murgia
  • Stockmaß: 150-168 cm
  • Gewicht: ca. 600 kg
  • Erscheinungsbild: derb, starke Bemuskelung, flacher Rücken
  • Farben: Rappen, Mohrenköpfe möglich
  • Haupteinsatzgebiet: Reittourismus, Polizeipferde, Einsatz für Rückearbeiten, Freizeitpferd

Herkunft & Ursprung der Pferderasse

Die Murgese Pferde haben ihren geschichtlichen Ursprung im 13. Jahrhundert. Der Stauferkaiser Friedrich II. prägte die Zucht dieser Rasse um 1250. Als Herrscher des römischen Reiches war er stets auf der Suche nach robusten und widerstandsfähigen Verlasspferden, die mit ihren Reitern in den Kampf zogen und auch unwegsames Gelände ohne Probleme meisterten. Schließlich erkannte er im Murgesen genau jede Qualitäten, die ihm als sehr wichtig erschienen. Die langen Röhrenbeine und die gut bemuskelte Brust, wie auch die kräftige Hinterhand, passten exakt in das Bild, das der König vor Augen hatte.

Der Murgese gilt außerdem als Nachfolger des Neapolitaners, einer als ausgestorben deklarierten Rasse. Als Ursprungsgebiet des Murgesen gilt Apulien, vor allem die Provinz Bari. Auch heutzutage ist die außergewöhnliche Rasse kaum außerhalb dieses Gebietes zu finden.

Im 19. Jahrhundert wurden Murgesen hauptsächlich in der Landwirtschaft eingesetzt, was sich auch in der Zucht widerspiegelte. Es wurden ein leichtes Saumtier, wie auch ein schweres Arbeitstier dieser Rasse gezüchtet. Besonders die schwere und kräftige Variante des Murgesen unterstützte den Menschen lange als tierische Arbeitskraft. Jedoch galt der Murgese bald als vom Aussterben bedroht, da seine Popularität nachgelassen hatte. Im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts wurde die Rasse jedoch durch das italienische Landwirtschaftsministerium wieder zum Leben erweckt. Ab diesem Zeitpunkt wurde streng selektiert gezüchtet. Seit Ende des 20. Jahrhunderts wird der Murgese in der Forstwache, wie auch im Reittourismus eingesetzt.

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Murgese – Exterieur

Der Murgese entspricht dem Typ eines Wirtschaftspferdes und erreicht ein mittleres Stockmaß von etwa 150 bis 168 Zentimetern. Auffällig sind bei dem italienischen Warmblut vor allem der sehr große, geramste Kopf mit ausdrucksstarken Augen und der hoch aufgesetzte, äußerst kräftige Hals, der in eine leicht geneigte Schulter von ausreichender Länge übergeht. Entsprechend des Rassestandards werden ein gut angesetzter Widerrist, ein horizontaler und gut getragener Rücken sowie eine breite Brust und ein kompakter Rumpf mit ausreichend Tiefe und Breite angestrebt.

Murgese im Galopp

Der Murgese entspricht dem Typ eines Wirtschaftspferdes und erreicht ein mittleres Stockmaß von etwa 150 bis 168 Zentimetern.

Die Kruppe zeigt sich muskulös und gut proportioniert und soll mittelstark geneigt sein. Markant ist auch das Fundament, das sich durch sehr stabile Beine, große Gelenke und ausgesprochen feste, gut ausgerichtete und schwarze Hufen auszeichnet. Hinsichtlich der Fellfarbe kommen fast ausschließlich Rappen ohne Abzeichen vor. Daneben sind etwa drei Prozent der Murgesen Mohrenkopfschimmel. Erwünscht ist außerdem ein üppiger, schwarzer Behang an Mähne und Schweif.

Wie groß wird ein Murgese?

Ein Murgese erreicht ein Stockmaß zwischen 150 und 168 cm, je nach Geschlecht.

Interieur

Der Murgese ist trittsicher und gebunden in seinen Bewegungen und verfügt über hervorragende Reiteigenschaften. Wie alle Barockpferde ist er durch seinen kompakten Aufbau zur Versammlung befähigt. Darüber hinaus zeichnet er sich durch einen ausgeglichenen Charakter und ein lebhaftes Temperament aus. Er gilt ebenso als ausdauernd wie lauffreudig und intelligent und zeigt sich mit einer hohen Arbeitsbereitschaft.

Diese Eigenschaften machen den Murgesen zu einem äußerst vielseitigen Pferd, das in verschiedenen Bereichen zum Einsatz kommen kann. Während er in Italien als Polizei– und Forstpferd verwendet wird, eignet er sich auch gut für das Freizeitreiten sowie als Sportpferd für die Dressur.

Haltung/Ernährung/Erziehung/Pflege

Der Murgese stellt in seiner Haltung keine besonderen Ansprüche. Er findet Spaß an der Arbeit mit seinem Menschen und sollte deshalb regelmäßig bewegt und gefordert werden. Aufgrund seiner Energie und seiner robusten Natur sind Pferde dieser Rasse am besten für eine Offenstallhaltung geeignet. Doch trotz seines widerstandsfähigen Gemüts möchte auch der Murgese umsorgt und gepflegt werden. Liebkosungen und eine sanfte Hand sind auch bei dieser Rasse der Schlüssel zum Glück. Dies gilt besonders, wenn der Murgese als Reitpferd genutzt wird und eine intensivere Bindung zwischen Pferd und Halter gewünscht wird. Bodenarbeit, Longenarbeit wie auch Lektionen der Dressur lernt der Murgese mit Freude. Aufgrund seiner kräftigen Hinterhand ist der Murgese auch für den Springsport geeignet, wird jedoch weniger dazu verwendet. In seinem Zuchtgebiet wird der Murgese häufig als Polizeipferd ausgebildet oder im Reittourismus verwendet. Dies beruht vor allem auf dem entspannten und arbeitswilligem Gemüt des Italien

Wie schwer wird ein Murgese?

Ein Murgese wiegt ausgewachsen ca. 600 kg. Das Gewicht hängt, ebenso wie die Größe, vom Geschlecht und dem körperlichen Zustand des Tieres ab.

Besondere Merkmale/Einsatzgebiete der Rasse/Erbkrankheiten

Der Murgese ist ein sogenanntes Wirtschaftspferd. Er ist kräftig gebaut und wird vor allem aufgrund seiner Widerstandsfähigkeit und seiner Verlässlichkeit geschätzt. Er wird vor allem im Reittourismus als Showpferd verwendet, da er mit seinem eleganten Aussehen, wie auch mit seiner Gelassenheit punktet. Außerdem ist er in der Forstwirtschaft Italiens im Einsatz und wird dort als fleißiges Verlasspferd geschätzt.

Murgese steigend

Der Murgese wird vor allem im Reittourismus als Showpferd verwendet.

Der Murgese leidet unter keinen bekannten Erbkrankheiten und gilt als gesundes und robustes Pferd. Trotzdem sollten regelmäßige Check-Ups beim Tierarzt des Vertrauens erfolgen, um eine intakte Gesundheit sicherzustellen.

Wofür ist ein Murgese geeignet?

Murgese werden als Showpferde im Reittourismus genutzt. Außerdem finden sie als Fahr- und Freizeitpferde Verwendung. Sie werden auch für Rückearbeiten und als Polizeipferde verwendet.

Bekannte Pferde der Rasse

Der Murgese ist vor allem durch seine Historik sehr bekannt, die durch den Stauferkaiser Friedrich II. gesprägt wurde. Der Murgese ist ein sehr vielseitiges Pferd, was sich in seiner Geschichte und in seiner Entwicklung wiederspiegelt. Bekannt sind vor allem die Hengstschläge Arnaldo, Nerone und Granduca und Pferde die aus den Schlägen hervorgehen

Was kostet ein Murgese?

Ein Murgese kostet zwischen 6000 und 25.000€, abhängig von Abstammung und Ausbildungsstand.

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