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Eine tragende Rolle: Der Trapezmuskel des Pferdes

von Finia Fischer
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Der Begriff „Trapezmuskel“ steht für viele PferdebesitzerInnen für den hauptsächlichen Muskel, der unter dem Sattel liegt und von diesem gestört werden kann. Doch in welcher Verbindung steht der Muskel zu anderen Muskelgruppen? Und wie trainiert man ihn am besten? In diesem Artikel erfährst Du alles über den Trapezmuskel beim Pferd.

Welche Funktion hat der Trapezmuskel beim Pferd?

Der Trapezmuskel sorgt zum einen dafür, dass das Schulterblatt von außen gehalten wird. Zum anderen ist er an verschiedenen Bewegungen des Rückens, Halses und Kopfes beteiligt.

Funktion des Trapezmuskels beim Pferd

Der Trapezmuskel ist mit einer Breite von ein bis zwei Fingern (im Querschnitt und bei gut trainierten Pferden) ein relativ dünner und flacher Muskel, welcher direkt unter der Muskulatur der Haut des Pferdes liegt. Doch auch, wenn er somit zuerst einmal wenig bedeutend erscheint, erfüllt der Trapezmuskel eine wichtige Funktion im Zusammenspiel der Rückenmuskulatur. Da Pferde kein Schlüsselbein besitzen und die Schulter dadurch nur von Sehnen, Bändern und Muskeln in ihrer Position gehalten wird, ist diese sehr elastisch. Der Trapezmuskel sorgt nun dafür, dass das Schulterblatt von außen fixiert wird. Der Trapezmusekl besteht aus zwei Teilen, welche für einige Bewegungen zuständig sind:

  • die Vorführung der Vorderbeine
  • zur Unterstützung des m. brachiocephalicus
  • zur Beeinflussung der Halsbewegung
  • die Abduktion (Bewegung vom Körper weg)

Von vielen Menschen wird angenommen, dass der Trapezmuskel die Grundlage der Rückenmuskulatur bildet und vor allem er von beispielsweise einem schlecht sitzendem Sattel gestört wird. Der Trapezmuskel beim Pferd verläuft entlang am Nackenband und Dornfortsatz und führt dann dorsomedial (also zur Körpermitte) vom 2. Halswirbel zum 10. Brustwirbel. Die Ansätze des Muskels sind einerseits entlang der Spina scapula, andererseits am oberen Drittel des Schulterblattes, wodurch er, grob gesagt, aus zwei Teilen besteht. Er hat damit zwar eine bedeutende Lage vor allem in Bezug auf den Sattel und dessen Passgenauigkeit, jedoch können auch andere Muskeln im Rückenbereich betroffen sein. Des Weiteren sollte immer auf die Gesamtheit der Muskulatur geachtet werden. Da es aber oft schwierig ist, den betroffenen Muskel zu finden, der ein Problem verursacht, wird der Begriff „Trapezmuskel“ fälschlicherweise oftmals auch für andere Muskelgruppen verwendet.

Wie stärkt man die Rückenmuskulatur beim Pferd?

Ein abwechslungsreiches Trainingsprogramm schafft hier eine gute Grundlage. Viel Stangen- und Cavaletti-Arbeit, Übergänge und eine gute Lösungsphase wirken unterstützend und stärken folglich auch die Rückenmuskulatur.

Übungen zur Stärkung der Rückenmuskulatur beim Pferd

Um die Rückenmuskulatur insgesamt zu stärken und zu kräftigen, sollte vor allem auf eine gute Grundgesunderhaltung des Pferdes Wert gelegt werden. Dazu zählen unter anderem eine gesunde Fütterung, ausreichend Koppelgang, eine gute Stallhygiene und genug Ruhe. Dies trägt dazu bei, dass eine unterstützende Basis für ein gutes Training geschaffen wird. Beim Training selbst sollte besonders auf Abwechslung geachtet werden, es empfiehlt sich jedoch auch, an bestimmten Dingen wie beispielsweise CavallettiArbeit stetig weiterzuarbeiten und so das Muskelwachstum aktiv anzuregen. Des Weiteren gibt es einige gute Übungen, um die Muskulatur zum Wachsen zu bringen und gleichzeitig zu lockern:

  1. Übergänge auf der Acht für mehr Kraft: Bei dieser Übung sollte zuerst auf dem Zirkel geritten und bei A angaloppiert werden. Ist der Galopp flüssig, sollte zwischen A und X durchpariert werden und im Trab aus dem Zirkel gewechselt werden. Die Übung kann etwa zweimal auf jeder Hand durchgeführt werden, danach sollte eine kurze Schrittpause folgen, in der sich das Pferd dehnen kann. Die gerittenen Übergänge lösen einerseits die Muskeln, da das Pferd diese während des Wechsels zwischen den Gangarten kurz entspannt, andererseits werden vor allem die Bauch- und Kruppenmuskeln gefordert, was dazu führt, dass das Pferd den Rücken leichter rund machen kann. Ferner verbessern Übergänge das Gleichgewicht und das Pferd lernt, mit der Hinterhand Last aufzunehmen.
  2. Dehnübungen für einen gestärkten Rücken: Vor allem, damit das Pferd den Rücken aufwölben kann, muss dieser beweglich sein. Dafür können unter anderem folgende Dehnübungen sorgen: 
    1. Hierzu sollte man nach vorne blickend neben der Pferdeschulter stehen und eine Möhre in Richtung Sprunggelenk führen. Das Pferd sollte der Möhre mit dem Kopf folgen und die Position bestenfalls einige Sekunden halten.
    2. Dazu sollte die Möhre zwischen die Fesselgelenke geführt werden, damit der Rücken horizontal gedehnt wird. Am besten sollte die Übung etwa 3-5 mal wiederholt werden.
  3. Ein lockeres Reiterbecken sorgt für einen schwingenden Pferderücken: Auch ein entspanntes Reiterbecken unterstützt die Muskulatur des Pferderückens. Das Becken sollte deshalb vor dem Reiten gelockert werden, indem die eine Hand auf die Hüfte gelegt wird und die andere sich an einem festen Gegenstand abstützt. Nun das Bein der Seite, an dem auch die Hüfte festgehalten wird, anwinkeln und das Bein aus der Hüfte heraus nach innen und außen schwingen. Die Übung sollte auf jeder Seite 20-mal durchgeführt werden.

Wie trainiert man den Trapezmuskel beim Pferd?

Es ist im Allgemeinen sehr wichtig, die Rückenmuskulatur im Ganzen zu stärken, um so einem Ungleichgewicht zwischen den Muskeln vorzubeugen. In der Folge wird dann auch der Trapezmuskel "in Form" gebracht und trainiert.

Trapezmuskel beim Pferd Exterieur

Abwechslungsreiches Training schafft eine gute Grundlage. Insbesondere Stangenarbeit wirkt unterstützend und stärkt folglich die Rückenmuskulatur.

Falsches Training des Trapezmuskels: Welche Muskeln bilden sich zurück?

Wird ein Muskel des Rückens falsch trainiert (also z. B. der Trapezmuskel), beeinflusst dies auch die umliegende Muskulatur und führt nicht selten dazu, dass sich Muskeln zurückbilden. Wichtige Muskeln, die durch den Trapez geprägt werden, sind:

  • Longissimus Dorsi: Dies ist der längste Muskel im Pferdekörper, welcher vom Atlasflügel am Kopf bis zu den Darmbeinflügeln an der Kruppe verläuft.
  • Iliocostalis: Er verläuft unter dem Trapezmuskel und bildet die unterste Muskelschicht.
  • Spinalis: Er prägt den Widerrist und ist ein Dornfortsatzmuskel, was bedeutet, dass er an den Dornfortsätzen entlang läuft und so die Wirbelsäule von beiden Seiten umgibt. Er gehört zu den tiefen Muskeln. Je kräftiger er ausgebildet ist, umso breiter wirkt auch der Widerrist.
  • Serratus: Dies ist ein sehr großer Muskel, der einerseits an der ersten bis neunten Rippe und andererseits am dritten bis siebten Halswirbel entspringt. Der Serratus schafft eine Verbindung zwischen Rumpf und Schulterblatt und ist damit der wichtigste Rumpfträgermuskel. Da es beim Pferd keinen knöchernden Übergang zwischen Rumpf und Vorderbeinen gibt, ist er besonders wichtig.

Im Allgemeinen kann festgehalten werden, dass nicht nur der Trapezmuskel beim Pferd, sondern auch die anderen Rückenmuskeln sehr wichtig sind und richtig trainiert werden sollten. Wird ein Muskel falsch trainiert, beeinflusst es nach einiger Zeit auch die anderen Muskeln und führt somit unter Umständen zu Rückbildungen. In so einem Fall kann es außerdem zur Trägererschöpfung kommen, bei welcher das Pferd den Rumpf nicht gut tragen kann und dann sehr vorhandlastig läuft.

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