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15 Gründe, warum Reiter im Winter mehr Spaß haben

von Ann-Christin Villnow
13 Kommentare

Hurra, der Winter ist da! Genau so, wie vor einigen Monaten alle Freudensprünge gemacht haben, weil der Sommer da war, verhält es sich jetzt mit dem beginnenden Winter: Die Menschen in meinem Umfeld rasten aus. Aber völlig! Es entstehen wahre Jubelstürme. Hurra, Schnee! Hurra, Schneeregen! Hurra, der Himmel ist grau, es gibt Schnee! Hurra, wir können Eislaufen, Schlittenfahren, Schneemänner bauen, uns die nächste Grippe holen! Da wird für weiße Weihnachten gebetet und für sonnenklare, eiskalte Wintermorgende. Ich bete auch: Dafür, dass es endlich ein Ende hat und Frühling wird (ganz nebenbei bemerkt immer noch meine liebste Jahreszeit).

Wenn ich kundtue, dass ich ähnlich wie beim Sommer kein großer Freund von Winter, Schnee und Eis bin, werde ich immer erstaunt bis empört angeguckt. Wie, Du magst keinen Winter? Bist doch sogar selbst ein Winterkind! Unerhört! Ich sage dann gern: Als Reiter mag man keinen Winter. Die Augen werden in der Regel noch größer. Wieso das denn nicht? Ist doch bestimmt romantisch, so ein Ausritt im Neuschnee, so ein Abenteuer im winterlichen Norden, an der Seite seines Pferdes?

Hm. Joa, der Winter als Reiter ist abenteuerlich – und ich erkläre euch auch warum:

  1. Reiten ist ein schöner Wintersport, besonders wegen der stets geheizten Stallgasse und der wohlig warmen Reithalle.
  2. Verirrte Pferdehufe auf Menschenfüßen stellen im Winter keinerlei Probleme mehr dar, denn besonders die äußersten Extremitäten Hände und Füße sind im Winter dank wärmesparender Maßnahmen herrlich unempfindlich. Manche sagen auch taub, aber das klingt so gemein!
  3. Den Winter weiß man besonders dann zu schätzen, wenn die Tränke mal wieder eingefroren ist, das Schloss am Spind zufriert oder das Matschloch am Koppeleingang plötzlich spiegelglatt wird. Frost ist toll!
  4. Jeder Reiter genießt das Gefühl von tiefgefrorenen Lederreitstiefeln an Fuß und Bein. Ist im Winter ja eh generell zu warm, siehe Punkt 1!
  5. Viele Pferde sind im Winter herrlich arbeitsfreudig und auch an Lektionen der hohen Schule interessiert – beispielsweise an der Levade oder Lockerungsübungen für den Rücken. Yieeeha!
  6. Jeder Reiter, der schon einmal direkt von der Schule/der Arbeit/der Uni oder sonstigen Aktivitäten aus in den Stall gefahren ist und seine Reitsachen in dieser Zeit im Auto/auf dem Fahrrad oder sonstwo aufbewahrt hat, der weiß den Kuss der kühlen Stoffe auf frostig-frierender Haut ganz besonders zu schätzen.
  7. Nichts geht über ein winterlich dekoriertes Pferd: Eiskristalle in der Mähne, Schneeklumpen im Fell und Eisen im Matschloch. Ohne Pferd dran.

8. Turniere machen im Winter viel mehr Spaß! Endlich kann man herausfinden, dass man in langärmeligen Turniershirts beim Abreiten in Schneeregen und Winterstürmen genauso wenig Wärme am Körper behält wie in kurzärmligen!

9. Ausritte in das Winter-Wonderland sind wunderbar. Besonders hervorzuheben sind das Prickeln an den Oberschenkeln, das von Kälte konservierte Gesicht und die immerlaufende Nase!

10. Der Kleidungsstil eines Reiters erfährt im Winter ein ganz besonderes Upgrade: Thermoleggings samt Strumpfhose unter der Reithose, Angora-Socken und Thermosohle in den Winterstiefeletten, Funktionsunterwäsche und Langarmshirt unter dem Fleecehoodie unter der Softshelljacke unter der Daunenweste unter dem Wintermantel. Das Michelin-Männchen kann einpacken. Achso, Stirnband unter der Mütze nicht vergessen!

11. Im Winter kann man sich endlich einer der wichtigsten Fragen im Leben eines Reiters widmen: Welches Schermuster? Das Herz? Den Stern? Oder etwas Verwegenes? Batman? Krönchen? So viele Möglichkeiten…!

12. Jeder Reiter liebt den Winter – ganz besonders in den Momenten des Absteigens, wenn die angenehm gekühlten Füße den Boden erstmals wieder berühren.

13. Reithallen sind im Winter bei Reitern sehr beliebt und somit hoch frequentiert. Hier trifft man immer jemanden. Und noch jemanden. Und noch einen. Und…

14. Der Winter glänzt durch das schmeichelnde LED-Licht der immerscheinenden Lampen besonders schön. Alternativ bietet er stockdunkle Auffahrten mit unvorhersehbaren Schlaglöchern und Eispfützen, um den Alltag etwas aufzupeppen. Der Mangel an Tageslicht ist aber für Reiter gar nicht so schlimm, er hilft nämlich dabei, den Punkt 7 einfach zu übersehen!

15. Vergesst Südtirol, die Alpen oder den Skilift. Der wichtigste Ort für Reiter im Winter ist der Standort des Wasserkochers – für Mash, für Tee, fürs Überleben!

In diesem Sinne: Ich wünsche euch eine schöne Winter- und Weihnachtszeit, ihr Lieben – und für alle Reiter gilt erneut: Stark bleiben!?

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13 Kommentare

Anonymous 20. Dezember 2016 - 17:15

Wie herrlich!!! Und so wahr. Schön, dass es anderen genauso geht. Köstlich geschrieben!!

Antworten
Helga 21. Dezember 2016 - 20:16

Habe herzlich gelacht – sehr pointiert geschrieben und den Reitern aus der Seele gesprochen. Ich freue mich auch schon auf den Frühling – allerdings fällt der inzwischen ja leider oft genug aus und von frostig kalt geht es nahtlos über zu heiß.

Antworten
Ruth Lutterbeck 22. Dezember 2016 - 10:08

Ruth
Sie spricht mir aus der Seele. Der einigste Vorteil im Winter: Es gibt keine Bremsen 🙂 !

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Julia 22. Dezember 2016 - 10:22

Also ich mag den Winter wirklich!
Klar, es bedeutet unter anderem kanisterweise heißes Wasser zu schleppen, aber mit der richtigen Kleidung – ich sag nur beheizte Handschuhe und Schuhsohlen – steht langen Ausritten im Winter-Wonderland (so es denn mal hier eintrifft) nichts entgegen. Die Pferde sind beim kalten Wetter wunderbar lauffreudig, es gibt keine nervigen Insekten, die aus dem Wald preschenden Offroad-Mountainbike-Fahrer geben auch Ruhe, den meisten Jägern ist es auf dem Ansitz ebenfalls zu kalt… Also warm einpacken und rauf aufs Pferd!

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Hannah Equestrian 26. Oktober 2020 - 21:28

Ich reite gerne im Winter aus.
Vorallem wenn der schnee etwas höher liegt und die ganze Welt so friedlich und still da liegt und keine nervigen Insekten Mensch und Pferd belästigen.
Zu 4. (zwei Pferde, zwei Menschen)
Macht ein Ausritt im glitzer Schnee so richtig viel Spaß.
Aber wenn Matsch statt Schnee die Wege bedeckt ist das ganze schon nicht mehr so toll.
Danke für den belustigenden Artikel

Antworten
Hannah Equestrian 26. Oktober 2020 - 21:33

Ich mag den Winter.
Vorallem wenn der Schnee etwas höher liegt, und die ganze Welt so friedlich und still da liegt.
Da macht ein Ausritt zu 4. (zwei Pferde zwei Menschen) durch die Glitzer-Schneewelt richtig viel Spaß.
Wenn aber statt Schnee Matsch auf Wiesen und Wegen wiederzufinden ist, ist das ganze schon nicht mehr so idyllisch.
Aber das ist ja nicht so schlimm. Nach harten Zeiten kommen wieder sehr sehr schöne Zeiten.

Antworten
Lara 10. Dezember 2020 - 11:15

Gut geschrieben!

Antworten
Sabine Brockamp 3. Januar 2021 - 15:51

Toll geschrieben! Mein Mann und ich haben sehr gelacht Als Offenstallfans kann ich noch ergänzen wie viel Spaß man beim los hacken der tiefgefrorenen Pferdeäppel auf vereistem Boden hat.
Außerdem bleibt noch zu erwähnen, dass für alle Pferdebesitzer, die ihre Pferde in einem Stall ohne fließend Wasser und Strom halten, der Besen zumbegehrtesten Werkzeug mutiert
Des weiteren ist das einsammeln der Äppel von verschneiten Ausläufen eine gutes Training für Ostern. Und alles was trotz sorgfältiger Suche unentdeckt blieb, präsentiert sich bei der Schneeschmelze als entzückend homogene Masse

Antworten
Michelle Holtmeyer 5. Januar 2021 - 12:24

Hallo Sabine,

das sind tolle Ergänzungen! Vielen Dank dafür.

Ganz liebe Grüße
Dein Team von ehorses

Antworten
Kp 3. Januar 2021 - 19:24

Ich mag den Winter… aber als Reiterin macht das so schon kein Spaß und dann noch mit einem Arthrose Pferd ist es echt furchtbar

Antworten
Michelle Holtmeyer 5. Januar 2021 - 12:24

Hallo Marie-Luise,

wir drücken dir die Daumen, dass Du den Winter schnell hinter Dich bringst!

Ganz liebe Grüße
Dein Team von ehorses

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