Home PferdewissenFellwechsel-Chaos beim Pferd: 3 Tipps gegen Stoffwechsel-Schlappheit

Fellwechsel-Chaos beim Pferd: 3 Tipps gegen Stoffwechsel-Schlappheit

von Michelle Breitenfeld

Zweimal im Jahr wird der Putzplatz zur haarigen Zone. Doch hinter dem Fellverlust steckt eine Höchstleistung des Stoffwechsels. Wenn dein Pferd jetzt schlapp wirkt oder das Fell stumpf bleibt, fehlen oft wichtige Nährstoffe. So unterstützt du dein Pferd jetzt effektiv von innen und außen.

Tipp 1:

Der Nährstoff-Turbo – Proteine & Zink für neue Energie

Der Körper deines Pferdes vollbringt gerade Höchstleistungen: Er muss altes Haar abstoßen und gleichzeitig neues Keratin bilden. Keratin ist ein extrem widerstandsfähiges Strukturprotein, das die Basis für jedes einzelne Haar bildet. Damit der Organismus dieses Protein synthetisieren kann, benötigt er eine massive Zufuhr von schwefelhaltigen Aminosäuren wie Methionin und Cystein. Wenn diese Bausteine fehlen, wird das neue Fell brüchig, wächst langsamer und verliert seinen natürlichen Schutzfilm.

Doch Proteine allein reichen nicht aus. Der „Zündschlüssel“ für die Zellteilung in den Haarfollikeln sind Spurenelemente. Allen voran Zink: Es ist an fast allen Stoffwechselprozessen der Hautregeneration beteiligt. Ein Mangel zeigt sich oft durch schuppige Haut, Mauke oder eine verzögerte Wundheilung. Auch Kupfer und Selen spielen eine tragende Rolle, um die Pigmentierung des neuen Fells zu sichern und das Immunsystem vor oxidativem Stress zu schützen, der durch die hohe Stoffwechselbelastung entsteht.

Dein Take-away

Füttere gezielt hochwertige Mineralien und achte auf eine erhöhte Zink-Zufuhr. Warte nicht, bis die Haare büschelweise fallen, sondern beginne idealerweise schon 4 Wochen vor dem sichtbaren Fellwechsel, um die körpereigenen Speicher deines Pferdes rechtzeitig aufzufüllen.

Tipp 2:

Die Geheimwaffe Bierhefe: Den Stoffwechsel und die Darmflora gezielt aktivieren

Ein reibungsloser Fellwechsel steht und fällt mit der Darmgesundheit. Was viele unterschätzen: Über 70 % der Immunzellen sitzen im Darm. Da der Fellwechsel das Immunsystem massiv fordert, ist eine stabile Darmflora die beste Versicherung gegen Infekte. Hier setzt Bierhefe an. Sie ist ein natürliches Prebiotikum, das den nützlichen Darmbakterien als Nährboden dient und so die gesamte Verdauung optimiert.

Bierhefe ist zudem eine wahre Schatztruhe für natürliche B-Vitamine, insbesondere Biotin (Vitamin B7). Diese Vitamine wirken wie Katalysatoren: Sie helfen dabei, die Energie aus dem Basisfutter effizienter zu nutzen und in den Aufbau von Haut und Haar umzuleiten. Besonders für Senioren, deren Stoffwechsel bereits langsamer arbeitet, oder Pferde, die nach dem Winter an Substanz verloren haben, ist Bierhefe der entscheidende Faktor. Sie verhindert den typischen „Fellwechsel-Blues“ – also die Phase, in der die Tiere matt und eingefallen wirken.

Dein Take-away

Eine Kur mit Bierhefe über 4–8 Wochen stabilisiert die Verdauung von innen heraus. Du wirst den Unterschied nicht nur am glänzenden Fell sehen, sondern auch an der wacheren Ausstrahlung und besseren körperlichen Verfassung deines Pferdes.

Tipp 3:

Strategische Fellpflege: Warum mechanische Reize das Haarwachstum stimulieren

Täglich grüßt das Haarmonster! Doch das Putzen im Fellwechsel ist weit mehr als nur lästige Arbeit. Es ist eine Form der Lymphdrainage und Durchblutungsförderung. Durch den mechanischen Reiz spezieller De-Shedding-Tools wird die Mikrozirkulation in der Haut angeregt. Das signalisiert den Haarfollikeln: „Die Wachstumsphase für das neue Fell ist in vollem Gange.“

Ein weiterer, oft übersehener Aspekt ist die Thermoregulation. Altes, loses Winterfell, das noch fest im Deckhaar hängt, bildet eine Isolationsschicht, die im Frühjahr zu Hitzestau führen kann. Wenn dein Pferd unter diesem Pelz schwitzt, entsteht ein feucht-warmes Milieu – der ideale Nährboden für Hautpilze und Bakterien. Mit effizienten Werkzeugen entfernst du bis zu 90 % der losen Unterwolle, ohne das gesunde Deckhaar zu beschädigen. Das befreit die Haut, lässt sie atmen und nimmt deinem Pferd den oft quälenden Juckreiz, der mit dem Lösen der alten Haare einhergeht.

Dein Take-away

Nutze 1–2 Mal pro Woche ein Profi-Tool für eine tiefenwirksame Fellpflege. Du verkürzt damit nicht nur die Zeit, in der dein Stall-Outfit unter Haaren begraben wird, sondern förderst aktiv die Hautgesundheit und das Wohlbefinden deines Pferdes.

Viele Besitzer unterschätzen, dass der Fellwechsel nicht an der Hautoberfläche beginnt, sondern tief im Stoffwechsel. Ein glänzendes Pferd im Frühjahr ist das Ergebnis einer vorausschauenden Fütterung im Winter. Wer jetzt auf hochwertige Vitalstoffe und die richtige Pflege setzt, spart sich später langwierige Regenerationsphasen.

Michelle
Redakteurin bei ehorses

Fragen & Antworten

Für einen reibungslosen Fellwechsel solltest du dein Pferd mit hochwertigen schwefelhaltigen Aminosäuren, Zink, Biotin und prebiotischer Bierhefe unterstützen, um den erhöhten Nährstoffbedarf des Stoffwechsels optimal zu decken.

Ein Pferd beginnt den Fellwechsel im Frühjahr meist ab Februar mit zunehmender Tageslänge und im Herbst etwa ab September, wobei der Prozess primär durch das Licht und weniger durch die tatsächlichen Außentemperaturen gesteuert wird.

Ja, der Fellwechsel ist für Pferde eine enorme körperliche Anstrengung, da er als „Höchstleistungssport“ für den Stoffwechsel gilt und durch den massiven Energie- und Nährstoffbedarf oft das Immunsystem schwächt oder zu Müdigkeit und Gewichtsverlust führt.

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