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Pilz beim Pferd – Ursachen, Symptome & Behandlung

von Frederieke Wenning
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Pilz beim Pferd gehört zu den häufigsten Hauterkrankungen und kann ganz unterschiedliche Ursachen haben. Die richtige Behandlung ist sehr wichtig, da ein Hautpilz die Gesundheit des Pferdes beeinträchtigen kann. Hier erfährst Du alles Wissenswerte zum Thema Pilz beim Pferd.

Pilz beim Pferd: Das musst du wissen

Der Hautpilz beim Pferd ist eine der häufigsten Hauterkrankungen unserer Vierbeiner. Der Fachbegriff der Pilzerkrankungen lautet „Dermatomykose“. Pilze gehören zu einer natürlichen Hautflora des Pferdes. Jedoch kann eine starke Vermehrung dieser Pilze zu einer Hautpilzerkrankung beim Pferd führen.

Es gibt zwei Pilzarten bei Pferden, die besonders in Deutschland verbreitet sind:

  • Trichophyten
  • Microsporum

In den meisten Fällen von einer Hautpilzerkrankung handelt es sich um die Pilzart Trichophyten equinum. Dieser Hautpilz befällt fast nur Pferde und selten andere Säugetiere. Die Erkrankung entsteht, wenn der Hautpilz sogenannte Pilzsporen entwickelt.

Diese Pilzsporen können Monate bis sogar Jahre überleben.  Der Pilz ernährt sich unteranderem von Keratin. Keratin ist ein Hauptbestand von Pferdehaaren. Sie greifen am Haarschafft an und daraufhin bricht dieser ab. Dadurch entstehen die typischen kreisrunden haarlosen und kahlen Stellen.

Bei vielen Pferden entstehen keine Probleme durch die Einnistung von Hautpilz. Grund dafür ist ein gutes Immunsystem und eine gesunde Hautflora.

Was tun bei Hautpilz beim Pferd?

Eine sichtbare Hautpilzerkrankung sollte mit entsprechenden Behandlungen äußerlich und innerlich behandelt werden. Manche Pferde zeigen keine Symptome, wenn sie von Hautpilz betroffen sind. Ihr Immunsystem bekämpft diesen gut von selbst.

Ursachen von Pilz beim Pferd

Im Wesentlichen ist für die Ausbreitung eines Pilzes meist ein geschwächtes Immunsystem verantwortlich. Eine Schwächung des Immunsystems kann durch verschiedene Faktoren hervorgerufen werden. Zum Beispiel durch Vorerkrankungen, Vitaminmangel, falsche Ernährung oder falsches bzw. zu häufiges Waschen. Auch dauerhafte Stresssituationen, feuchte Ställe oder mangelnde Hygiene können zu einem Pilz beim Pferd führen.

Ein Grund kann auch eine falsche Pflege sein: Wenn Du Dein Pferd zu häufig und mit zu viel Shampoo bzw. dem falschen Shampoo wäscht, kann dies ebenfalls Pilz zur Folge haben. Das natürliche Gleichgewicht der Pferdehaut wird gestört und die Haut ist somit anfälliger.

Bestimmte Vorerkrankungen kann das Immunsystem nochmal deutlich schwächen und ein Auslöser für einen Hautpilzbefall sein. Der Wurmbefall ist ein bekanntes Beispiel für einen begünstigten Pilzbefall. Ebenfalls begünstigt eine mangelhafte Ernährung und der damit verbundene Vitaminmangel die Hautpilzerkrankung.

Symptome – So erkennst Du eine Pilzerkrankung

Eine Pilzerkrankung sollte möglichst früh und schnell behandelt werden. Dafür ist es wichtig zu wissen, wie man einen Pilz beim Pferd erkennen und daraufhin behandeln kann. Folgende Symptome können auf eine Pilzerkrankung eines Pferdes hinweisen:

Ein wichtiges Indiz für einen Pilz sind kahle Stellen am Pferdekörper verbunden mit einem Juckreiz. Außerdem wirkt die Pferdehaut an diesen vereinzelten Stellen schuppig und rau. Auch verkrustete, eitrige oder blutige Hautpartien können vorkommen. Weiterhin ist es möglich, dass die Haut Pusteln bzw. Schwellungen bildet.

Das Verhalten des Pferdes kann ebenfalls Aufschluss über einen möglichen Pilzbefall geben. So sind Unruhe, Stress und vermehrtes Kratzen oder Beißen aufgrund des Juckreizes bei einem Pilzbefall keine Seltenheit. In den meisten Fällen sind insbesondere der Hals, der Kopf und die Schulterpartie betroffen. Aber auch die Sattel- und Gurtlage sind beliebte Ansiedlungsflächen für einen Pilz.

Woran erkennt man eine Pilzerkrankung beim Pferd?

Kahle Stellen am Pferdkörper sind einer der Hauptindizien einer Pilzerkrankung. Unruhe, erhöhter Juckreiz, Stress und vermehrtes Kratzen oder Beißen an betroffenen Stellen lässt ebenfalls darauf schließen.

Risiko einer Ansteckung

Wenn ein Pferd an einem Hautpilz erkrankt, ist Vorsicht in Hinblick auf andere Pferde geboten. Pilzsporen sind über das Putzzeug, die Decken oder die Reitausrüstung übertragbar. Besonders wenn man es zeitgleich für mehrere Pferde verwendet. Daher sollte eine gemeinschaftliche Nutzung des Equipments unterbunden werden. Der Pilz verbreitet sich über die sogenannten Pilzsporen. Diese befinden sich nicht nur auf dem betroffenen Pferd, sondern überleben auch auf Equipment der Pferde. Selbst dort können sie unter bestimmten Bedingungen lange überleben.

Der Pilz kann auch die Lunge oder den Darm des Pferdes befallen. Dies wird oft erst spät festgestellt und ist schwer zu behandeln. Pilz im Darm könnte eine Ursache für Koliken sein. Behandelt wird dies mithilfe von Schmerzmitteln und Medikamenten. Allgemein sollte man bei der Behandlung eines Pferdes mit Pilzerkrankung stets Einweghandschuhe tragen. Der Hautpilz ist nämlich auch auf den Menschen übertragbar.

Verhalten bei Pilzbefall Deines Pferdes

Sollte das eigene Pferd von der Erkrankung betroffen sein, sollte man auf gewisse Dinge achten. Alle Gegenstände, die mit dem infizierten Pferd in Kontakt gekommen sind, sollten gesäubert und desinfiziert werden – zum Beispiel Halfter, Putzzeug, Satteldecken. Auch die eigene Kleidung sollte nach dem Kontakt mit dem erkrankten Pferd gewechselt werden und in kurzen Abständen bei 60 Grad gewaschen werden. Dabei sollten Reitstiefel, Sporen und Helm nicht außer Acht gelassen werden.

Nach Möglichkeit sollte die Box des Pferdes wöchentlich mehrere Male gereinigt und desinfiziert werden. Futtertröge und Tränken sollten ausgewaschen werden. Auch nach Abklingen der Symptome sollte diese Prozedur für mindestens 1-2 Wochen weiter durchgeführt werden, um eine erneute Ansteckung zu verhindern.

Der Reiter sollte zudem nach dem Putzen des Pferdes und nach dem Reiten die Hände desinfizieren. Das Pferd sollte für die Zeit der Erkrankung von anderen Pferden separiert werden, wenn es in einer Herdenhaltung lebt. Solange die kahlen Stellen nicht im Sattel oder Gurt Bereich liegen, kann das Pferd leicht geritten werden. Zudem sollte man beachten, dass es verboten ist mit einem erkrankten Pferd auf einem Turnier zu reiten.

Grundsätzlich solltest Du natürlich immer auf den allgemeinen Zustand Deines Pferdes achten. Häufig signalisieren die Vierbeiner uns Menschen, wenn sie krank sind oder sie extrem leiden.

Wie lange ist Pilz beim Pferd ansteckend?

Wenn der Pilz behandelt wird kann es bis zu mehreren Wochen dauern, bis der Pilz weg ist. Solange die Pilzerkrankung sichtbar am Pferd ist, ist das Pferd ansteckend. Nach Abklingen der Symptome sollten noch 1-2 Wochen eine Behandlung erfolgen um eine Ansteckung zu verhindern.

Effektive Behandlung von Pilz beim Pferd

Für die Behandlung eines Pilzbefalls beim Pferd gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Es kann allerdings einige Zeit dauern, bis eine erste Besserung eintritt. Meistens sind mehrere verschiedene Behandlungen zur Bekämpfung des Pilzbefalls notwendig.

Äußere Behandlung

Die Pilzerkrankung muss lokal an der betroffenen Stelle behandelt werden. Um einen Hautpilz äußerlich beim Pferd zu behandeln, kann man das Fell des Pferdes mit einem Antimykotikum, wie z.B. “Imaverol”, waschen. Dieses verschreibungspflichtige Arzneimittel wird in Wasser aufgelöst und anschließend werden damit die betroffenen Stellen des Pferdekörpers gewaschen. Bei der Auftragung der Waschlotion sollte man Gummihandschuhe tragen, da die Lotion die eigene Haut reizt.

Zudem ist es effektiv, auf den betroffenen Stellen die Kruste mit einer Bürste zu entfernen. Bei der erstmaligen Behandlung empfiehlt es sich, das komplette Pferd zu waschen, um keine Partien zu übersehen. Im weiteren Verlauf sollte solch eine Waschung ca. alle drei Tage wiederholt werden. Erhältlich ist das Präparat in Apotheken oder beim Tierarzt. Die Sonne oder auch das Solarium helfen nach dem Waschen zusätzlich den Pilz zu bekämpfen.

Innere Behandlung

Eine weitere Möglichkeit zur Behandlung von Pilzerkrankungen ist eine Impfung gegen den Hautpilz. Dies kann prophylaktisch erfolgen oder bei bereits infizierten Pferden, um die Heilung zu beschleunigen. Zur Grundimmunisierung sind zwei weitere Impfungen im Abstand von 14 Tagen notwendig. Alle 9-12 Monate sollte die Impfung aufgefrischt werden, um den Impfschutz aufrecht zu erhalten. Vor und nach dem Impftermin sollte das Pferd keinerlei Belastung ausgesetzt werden.

Kortison sollte beim Pferd nicht zur Behandlung des Pilzbefalls genutzt werden. Es hemmt das Immunsystem und verlängert die Erkrankung unnötig.

Welche Ursachen hat Pilz beim Pferd?

In den meisten Fällen ist ein geschwächtes Immunsystem verantwortlich für den Pilzbefall. Bestimmte Vorerkrankungen, Stress, feuchte Ställe oder mangelnde Hygiene können ein Auslöser sein.

Pilz beim Pferd: Pferd am Grasen auf der Weide

Alternative Behandlungsmöglichkeiten

Als Alternative kann auch eine Waschung mit einer Mischung aus 100ml Obstessig und 1l Wasser vorgenommen werden. Der Obstessig verbessert den pH-Wert der Pferdehaut und schafft für den Pilz somit ungünstige Rahmenbedingungen. Zu beachten ist, dass Essig niemals in Reinform auf die Pferdehaut aufgetragen werden sollte.

Eine weitere alternative Lösung ist die Verwendung von Teebaumöl zur Bekämpfung des Hautpilzes. Dabei gilt es eine Mischung aus 10ml Teebaumöl und 1l Wasser anzufertigen. Diese wird ebenfalls zum Waschen der betroffenen Hautpartien verwendet.

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Auch kann man Lebermoosextrakt in einer Verdünnung von 1:10 mit Wasser nutzen. Lebermoos kann auch bei schlimmeren Befällen helfen, da es einen natürlichen Abwehrmechanismus gegen Pilze hat. Wie bereits eingangs erwähnt, sind insbesondere Pferde mit einem schwachen Immunsystem anfällig für eine Pilzerkrankung. Deswegen sollte das Pferd zusätzlich zur äußerlichen Behandlung auch innerlich unterstützt werden. Dies kann über die Fütterung eines hochwertigen Mineralfutters geschehen.

Fütterung bei einer Pilzerkrankung

Da meistens Pferde mit einem schwachen Immunsystem betroffen sind, sollte man mithilfe von Futter versuchen das Immunsystem des Pferdes zu stärken. Um das Immunsystem zu stärken, gibt es Futterergänzungsmittel von verschiedenen Herstellern. Zudem kann man dem Pferd verschiedene Kräuter wie z.B. Brennesselblätter, Schachtelhalmkraut, Klettenwurzeln zu füttern. Diese regen den Hautstoffwechsel des Pferdes an.

Außerdem solltest Du auf eine ausreichende Versorgung mit den Vitaminen A und B, Zink, Schwefel und essentiellen Fettsäuren achten. Dies soll den Darm des Pferdes unterstützen, da dort über 70% der Immunzellen des Pferdes liegen. Zum Beispiel eignet sich hier die zusätzliche Fütterung von Leinöl.

Wichtig: Über das richtige Zusatzfutter für Dein Pferd solltest Du Dich von Deinem Tierarzt beraten lassen. Auch in der Homöopathie gibt es Mittel gegen Hautpilz. Zum Beispiel ist die Zufütterung von Schüßler Salze ein beliebtes Einsatzmittel. Diese sind ohne Rezept in der Apotheke erhältlich und können gut in Form von Globuli dem Futter hinzugefügt werden. Die wichtigsten Globuli gegen die Pilzerkrankung sind : Natrium sulfuricum, Kalium  sulfuricum und Natrium phosphoricum. Der Einsatz von einer Waschlotion sollte zusammen mit der richtigen Fütterung angepasst werden, um die Erkrankung zu lindern.

Hilfreiche Vorbeugemaßnahmen

Um die Erkrankung vorzubeugen, gibt es verschiedene Maßnahmen, die getroffen werden können.

  • In erster Linie sollte es vermieden werden Kontakt zu infizierten Pferden zu haben. Desinfiziere Dir Deine Hände, falls sich der Kontakt zu infizierten Pferden nicht vermeiden lässt. Zudem sollte man seine eigene Reitbekleidung möglichst oft bei 60 Grad waschen.
  • Eine tägliche Fell- und Hautkontrolle kann dabei helfen den Pilzbefall rechtzeitig zu erkennen. Somit kann eine schnelle Vorsorge der betroffenen Hautpartien erfolgen.
  • Eine gemeinschaftliche Nutzung von Putzzeug, Decken und Lederzeug erhöht das Risiko einer Ansteckung deutlich. Die Sporen des Hautpilzes werden dadurch auf andere Pferde übertragen. Jedes Pferd sollte somit seine eigenen Sachen haben.
  • Regelmäßiges Waschen des Zubehörs wird ebenfalls empfohlen. Besonders unter Stalldecken fühlt sich der Hautpilz wohl. Daher sollten diese regelmäßig gewechselt und gewaschen werden.
  • Wichtig ist auf die optimale Versorgung von Vitaminen, Zink und Mineralstoffen zu achten. Dies unterstützt ein starkes Immunsystem. Ein starkes Immunsystem führt nur in seltenen Fällen zu einer Hautpilzerkrankung.
  • Der regelmäßige Auslauf des Pferdes ist auch im Winter wichtig, um das Immunsystem des Pferdes zu stärken.
  • Des Weiteren gibt es eine Impfung gegen Hautpilz, die vorbeugend verabreicht werden kann. Diese Impfung wirkt gegen die häufigsten Hautpilzarten Trichophyten und Mikrosporum. Der Impfstoff kann dem Pferd ab dem 5. Lebensmonat verabreicht werden. Zur Grundimmunsierung zählen zwei weitere Impfungen nach 14 Tagen. Anschließend sollte diese jeweils nach 9-12 Monaten wieder aufgefrischt werden.

Hält man diese Maßnahmen ein und stärkt das Immunsystem des Pferdes, ist eine Hautpilzerkrankung selten vorhanden.

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