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Selen für’s Pferd – Ursachen & Behandlung von Selenmangel

von Michelle Holtmeyer
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Selen ist beim Pferd an über 30 Stoffwechselprozessen beteiligt und daher unabdingbar. Wir zeigen Dir, welche positive Wirkung Selen für’s Pferd hat. Außerdem klären wir Dich über das Thema Selenmangel beim Pferd auf und verraten Dir die typischen Symptome, häufige Ursachen sowie effektive Behandlungsmöglichkeiten.

Selen für’s Pferd – das versteht man darunter

Um zu erklären, was es mit seinem Selenmangel auf sich hat, muss erst erklärt werden, was unter Selen für Pferde verstanden wird. Selen ist ein Spurenelement und lebenswichtig für den Körper. Das Element schützt nicht nur die Zellmembranen vor schädlichen Einflüssen, sondern hilft dem Pferd auch bei der Bildung von Antikörpern und Botenstoffen. Darüber hinaus haben Selen Auswirkungen auf zahlreiche Stoffwechselprozesse wie beispielsweise die Fruchtbarkeit, die Leberentgiftung, die Schilddrüsenfunktion sowie das Haar- und Fellwachstum. 

Der tägliche Selenbedarf eines Pferdes liegt bei 0,1 bis 0,2 mg je Kilogramm aufgenommener Trockensubstanz. Beispielsweise muss ein Pferd mit einem Gewicht von 600 Kilogramm, das circa neun bis elf Kilogramm Trockensubstanz zu sich nimmt, 0,9 bis 2 mg Selen pro Tag aufnehmen.

Selenbedarf von Pferden

Selen ist ein Spurenelement, das sowohl für den menschlichen Körper, als auch für den eines Pferdes essenziell ist. Der Selenbedarf und die Zugabe von Selen ins Pferdefutter wird meist hitzig diskutiert und scheint in der Welt der Pferdehalter ein schwieriges Thema zu sein. Fakt ist, jedes Pferd braucht Selen zum Üiberleben und ist auf das Spurenelement angewiesen. Ein Spurenelement, wie der Name schon sagt, sollte in Spuren im Körper vorhanden sein. Es kann also auch zu einer Über- und Unterversorgung mit Selen kommen. Selen ist für das Pferd vor allem in Form von Selenoproteinen wichtig. Das Spurenelement ist essenziell für alle möglichen Stoffwechselvorgänge, das Immunsystem und Wachstumsprozesse. Besonders im Zuge der Abwehr von sogenannten freien Radikalen hat Selen eine besondere Bedeutung. Im Zusammenhang mit Vitamin E sorgt es für die Neutralisierung dieser freien Radikale und verhindert im weiteren Verlauf die Entstehung von oxidativem Stress.

Pferde nehmen das Spurenelement vor allem durch das Grasen auf der Weide und das zugefütterte Futter auf. Somit hängt die Selenzufuhr vor allem von der Beschaffenheit der Böden, dem Bodentyp und dem Gestein ab. In Deutschland, und auch anderen Gebieten, sind die vorhandenen Sand- und Granitverwitterungsböden dafür verantwortlich, dass Selen zusätzlich supplementiert werden sollte, da die Böden einen vergleichsweise niedrigen Selengehalt aufweisen. Selenzusätze können einfach dem Futter beigemischt werden. Wichtig ist das die Supplemetierung an den Bedarf des Pferdes angepasst ist. 

Warum ist Selen für Pferde so wichtig?

Selen ist Bestandteil einiger Proteine, welche als Biokatalysatoren wirken, Giftstoffe aus dem Körper neutralisieren, Schilddrüsen-Hormone umwandeln und in aktive Hormone umwandeln.

Wirkungsweise von Selen für’s Pferd

Selen ist ein wichtiges Spurenelement und Bestandteil einiger Proteine. Es also Teil der Biokatalysatoren und somit dazu fähig, freie Radikale, also Giftstoffe aufzunehmen und umzuwandeln. Kurz gesagt hat es eine entgiftende Wirkung. Selen schützt das Gewebe und die Zellen, indem es Giftstoffe vernichtet und Sauerstoff freisetzt. Es ist wichtig für die Funktion des Herzens, der Leber und der Schilddrüse und hemmt Entzündungen sowie Infektionen. Das Immunsystem wird durch Selen ebenfalls gestärkt.

Es schützt die Zellen unter anderem vor aggressiven Sauerstoffverbindungen. So erfüllt es seine Aufgabe als Antioxidans. Außerdem ist es Bestandteil eines Proteins, welches das Schilddrüsenhormon Thyroxin produzieren und in das aktive Hormon Trijodthyronin umwandeln kann.

Was sind aggressive Sauerstoffverbindungen (freie Radikale)? Bei der Zellatmung und bei Entzündungsprozessen entstehen Sauerstoffverbindungen, die schädlich für Zellen und Gewebe sind. Verschiedene Biokatalysatoren (Enzyme) sind dafür zuständig, diese Giftstoffe aufzunehmen und zu neutralisieren. Sobald die Enzyme es nicht mehr schaffen, alle Giftstoffe zu neutralisieren, kommt es im Körper des Säugetiers zu oxidativem Stress. Dies kann zu Krankheiten führen und den Alterungsprozess beschleunigen. Beispiele für Antioxidantien sind Enzyme wie Superoxiddismutase und Glutathionperoxidasen oder Vitamine wie Vitamin E und C. Selen ist ein Spurenelement und damit Bestandteil einige dieser Enzyme. Auch Kupfer oder Mangan beispielsweise sind auch Spurenelemente.

Selen beim Pferd: Tierarzt untersucht ein Pferd.

Selen schützt die Zellen unter anderem vor aggressiven Sauerstoffverbindungen.

Was macht Selenmangel beim Pferd?

Selenmangel äußert sich vor allem durch Veränderungen des Blutbildes des Pferdes, sowie Degeneration der Muskulatur und Verminderung der Infektabwehr.

Selenmangel beim Pferd – Typische Symptome

Es ist nicht so einfach einen Selenmangel bei einem Pferd zu erkennen. Besteht nur ein geringer Mangel, kommt es oft zu einer gehemmten Infektionsabwehr oder einer verstärkten Allergieneigung. Darüber hinaus wird bei einem Selenmangel oft auch ein Einbruch der Leistungsfähigkeit wahrgenommen. Einige Pferde können darüber hinaus auch Durchfall oder Kotwasser bekommen. Auch Steifheit bis hin zu leichter Lahmheit und Störung des kompletten Stoffwechseln kann durch Selenmangel ausgelöst werden.

Kommt auch noch ein Zinkmangel hinzu, wirkt sich das stark auf die Pferdehaut oder das Haar auf. Weist der Vierbeiner plötzlich ein Sommerekzem, Haarbruch oder Haarausfall auf, könnte das entweder auf einen Zinkmangel, ein Selenmangel oder auf eine Kombination von beidem hinweisen.

Besonders häufig betroffen sind Fohlen, die dadurch an einem Muskelabbau leiden können. Oftmals liegt der Selenmangel bei Fohlen bereits an einer Unterversorgung im Mutterleib – entweder aufgrund einer Störung in der Nabelschnur oder aber aufgrund eines Selenmangels der trächtigen Stute. Das Fohlen wirkt dann oft schwach, knickt beim Laufen und oder lahmt im schlimmsten Fall sogar.

Wo ist Selen für Pferde enthalten?

Selen ist in Heu und Hafer enthalten allerdings nur in sehr geringen Mengen, weshalb man mit Mineralfutter nachhelfen sollte, den Bedarf des Pferdes wirklich zu decken. Es ist wichtig, kein Defizit aber auch keinen Überschuss im Körper entstehen zu lassen.

Häufige Ursachen für Selenmangel beim Pferd

In Deutschland ist zu wenig Selen am Boden, was dazu führt, dass auch der Selengehalt im Heu oder Heulage nicht ausreichend ist. Innerhalb Deutschlands nehmen die Gehalte im Boden von Norden nach Süden hin sogar ab, sodass es hohe regionale Unterschiede geben kann. Weitere Ursachen sind hohe Gehalte an Eiweiß im Futter, hohe Gehalte an Sulfat im Futter und der Mehrbedarf von Antoganismus wie beispielsweise Schwefel.

Wie erkenne ich einen Selenmangel beim Pferd?

Hast Du den Verdacht, dass Dein Pferd einen Selenmangel hat, kannst Du das einfach mittels einer Blutprobe nachweisen.

Selenmangel beheben – Effektive Behandlungsmöglichkeiten

Liegt ein Selenmangel vor oder willst Du Dein Pferd vorbeugend mit ausreichend Spurenelementen versorgen, solltest Du ein speziell angereichertes Mineralfutter geben. Auf diese Weise stellst Du eine ausgewogene Mikronährstoffversorgung für Dein Pferd sicher und sorgst dafür, dass die Grundversorgung an Spurenelementen gegeben ist. Beispielsweise ist das Spurenelement in Rote Beete vorhanden. Auch Nüsse haben einen hohen Selengehalt. Alternativ kann auch das Gras der Wiese entsprechend angereichert werden, denn es gibt spezielle Dünger mit Natriumselenat. 

Wichtig ist, dass Selen verantwortungsbewusst hinzu gefüttert werden, damit weder ein Mangel noch ein Überschuss, der ebenfalls gefährlich sein kann, entsteht. Am besten besprichst Du das Anliegen vor der ersten Dosierung mit einem Experten, der sich mit dem Thema auskennt.

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Wo ist viel Selen enthalten?

Viel Selen findet sich meist in zugefüttertem Mineralfutter. Hafer, Gerste und Samen haben besonders viel Selen.

Selen für Pferde: die Dosierung

Die Dosierung sollte individuell an das Pferd angepasst werden. Es hängt nicht nur von der täglichen körperlichen Belastung ab, wieviel Selen das Pferd braucht, sondern auch vom Alter, dem möglichen Vorliegen einer Mangelerscheinung und der Futterzusammensetzung. Heu oder Heulage, sowie Getreide, bringen einen gewissen Selenanteil mit. Diese Ration kann aus ernährungsphysiologischer Sicht ausreichen, was aber im Zuge eines Blutbildes überprüft werden sollte. Muss Selen zusätzlich supplementiert werden, kann primär ein Ausgleich mit Mineralfutter erfolgen. Reicht dies nicht, können Nahrungsergänzungsmittel zugesetzt werden. 

Der tägliche Selenbedarf eines „Durchschnittspferdes“ liegt bei ca. 1,2 mg. Pro Kilogramm Heu kann im Durchschnitt mit einer Aufnahme von 0,1 mg Selen gerechnet werden, mit einem Kilogramm Hafer nimmt das Pferd ca. 0,8 mg auf. Wieviel das Pferd beim Grasen auf der Weide aufnimmt, hängt vom jeweiligen Gebiet ab und kann sehr unterschiedlich ausfallen. Auch der Selenanteil im Heu hängt demnach vom Bezugsgebiet des Heus ab. Der Selenbedarf hängt auch stark von der körperlichen Betätigung des Pferdes ab. Sportpferde haben einen erhöhten Bedarf an dem Spurenelement, dasselbe gilt für laktierende Stuten und im weiteren Verlauf auch für Fohlen, sowie Jungpferde. Als Faustregel gilt, dass bei leichter bis mittlerer körperlicher Arbeit eine Supplementierung von 0,015 mg pro metabolischem Gewicht Lebendmasse empfohlen wird. 

Selen beim Pferd: Tierärztin untersucht ein Pferd.

Der tägliche Selenbedarf eines „Durchschnittspferdes“ liegt bei ca. 1,2 mg.

Selen bei Pferden mit Krankheiten wie Cushing

Selen spielt im Körper, wie auch im Pferdekörper, vor allem beim Schutz vor freien Radikalen eine wichtige Rolle. Es unterstützt das Immunsystem und ist ein unersetzbares Spurenelement, das immer in gewissem Ausmaß vorhanden sein sollte. Bei einer Unterversorgung mit Selen wird das Immunsystem gewissermaßen geschwächt und das Risiko für die Entstehung von oxidativem Stress ist erhöht. Selen agiert als sogenannter „Radikal-Fänger“, auch als „Radical-Scavenger“ bekannt. Das Spurenelement schützt, vor allem in Kombination mit Vitamin E, die Zellmembran vor freien Radikalen. Darunter versteht man in der Chemie Moleküle, die andere Stoffe reduzieren, wodurch aggressive Sauerstoffverbindungen entstehen und im weiteren Sinne Schäden in der Zelle und ihrer Membran auslösen können.

Es ist also klar, wie wichtig das Spurenelement ist. Trotzdem wird in vielen Foren diskutiert, ob Selen nicht allgemein negative Auswirkungen hat. Die Antwort ist prinzipiell nein, doch es kommt auf die Dosis an. Interessant ist, dass viele Pferde die an EMS, ECS oder Diabetes mellitus Typ II leiden, einen erniedrigten Selen-Spiegel aufweisen. Besonders wenn eine solche Erkrankung vorliegt und die Blutwerte abweichen, sollte unbedingt Selen supplementiert werden. So wird das Immunsystem gestärkt und oxidativer Stress reduziert. Da es sich bei allen genannten Erkrankungen um Autoimmunerkrankungen handelt, im Zuge derer der Körper Angriffe gegen sich selbst startet und sein Immunsystem selbst schwächt, wird häufig erhöht Selen, Vitamin E und Vitamin C „verbraucht“. Dies ist der Fall, da alle genannten Substanzen reaktive Verbindungen mit Sauerstoff neutralisieren und somit vor oxidativem Stress schützen.

Selenmangel beim Pferd vorbeugen

Um einem Selenmangel bei Pferden vorzubeugen, ist es besonders wichtig, regelmäßige Kontrollen des Blutbildes durchführen. Dies gilt besonders, wenn das Pferd in selenarmen Gebieten weidet. Außerdem kann der Grundbedarf an Selen berechnet werden, ebenso wie der Selengehalt des Futters, das gefüttert wird. Anhand dieser Parameter kann ungefähr eingeschätzt werden, ob das Pferd ausreichend mit dem Spurenelement versorgt wird. Wichtig ist, dass bei trächtigen Stuten und Sportpferden eine Supplementierung erfolgt. Natürlich nur, wenn ein Mangel vorliegt. Regelmäßige Kontrollen durch den Tierarzt des Vertrauens sind unbedingt nötig. 

Was tun bei zu hohem Selenwert?

Bei zu hohem Selenwert sollte in jedem Fall ein Tierarzt kontaktiert werden. Je nach Höhe des Wertes müssen jeweilige Vorkehrungen getroffen werden. Eine akute Vergiftung sollte schnellstmöglich behandelt werden.

Selenvergiftung – ist das möglich?

Grundsätzlich ist eine Selenvergiftung möglich. Wie bei jeder Substanz „macht die Dosis das Gift“, wie ein bekanntes Sprichwort sagt. Wie eine Unterversorgung mit Selen, kann auch eine Überversorgung stattfinden. Dies kann vor allem im Zuge einer langfristigen Supplementierung auftreten. Aus diesem Grund sollte bei Zufütterung von Selen unbedingt das Blutbild des Pferdes im Auge behalten werden. Symptome für eine langfristige Überversorgung, und damit einer chronischen Selenvergiftung, wären Haarverlust an Schweif und Mähne und Veränderungen der Hornsubstanz des Hufes. Dem Zugrunde liegt ein Austausch von Aminosäuren durch Selen in Stoffen, die für den Hornaufbau verantwortlich sind. Eine akute Selenvergiftung ist erkennbar an starkem Schwitzen des Pferdes, Koliken und Unruhe. Akute Vergiftungen treten meist ab einer Dosierung von 3 mg Selen pro kg Körpergewicht des Pferdes. Es sollte sofort ein Tierarzt hinzugezogen werden.

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