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Biotin für’s Pferd: Biosynthese anregen

von Michael Hein
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Die meisten Pferdebesitzer:innen schätzen Biotin, auch Vitamin B7 oder Vitamin H genannt, besonders für seine positiven Auswirkungen auf Horn, Haut und Haare des Pferdes. Das umgangssprachlich bezeichnete „Hufvitamin“ fördert vor allem das Wachstum der Hufe und ist deshalb ein wichtiger Bestandteil bei der Ernährung von Pferden. Worin natürliches Biotin für Pferde enthalten ist, wie sich ein Mangel äußert und wann man einem Pferd Biotin zufüttern sollte, behandeln wir in diesem Artikel. 

Was ist Biotin? 

Biotin ist ein wasserlösliches B-Vitamin und wird beim Pferd von den Bakterien im Dickdarm erzeugt. Es sorgt für gesunde Haut, Haare und Horn, indem es den Kohlenhydrat-, Fett- und Eiweißstoffwechsel anregt. Dies geschieht, da Biotin ein Enzymbaustein ist, der im Organismus von Pferden für chemische Reaktionen sorgt, indem er Pyruvat zu Fructose und schließlich zu Glucose umwandelt und die Fettsäuresynthese ankurbelt. Darüber hinaus unterstützt es die Bildung von Keratin. Keratine sind Faserproteine, die beim Haar für Glanz und Struktur sorgen.

Des Weiteren bringt Bioton folgende Funktionen mit:

  • unterstützt bei der Blutbildung
  • sichert Haut-, Horn- ,Fell- und Blutzuckerstoffwechsel
  • stärkt Immunsystem und fördert die Abwehrleistung
  • senkt Schmerzsensibilität

Welches Biotin für Pferde?

Biotin kann Pferden durch natürliche Quellen wie Bierhefen, Sonnenblumen(-kernen), Sojabohnen und Hafer verabreicht werden. Es gibt das Vitamin allerdings auch in hoch dosierten Formen, wie beispielsweise als Pulver, Tabletten, Pellets oder speziellem Biotin-Futter.

Symptome von Biotinmangel beim Pferd

Da wasserlösliche Vitamine wie Biotin nicht so speicherfähig wie fettlösliche Vitamine sind, ist eine kontinuierliche Versorgung notwendig. Dies geschieht im Regelfall in Form von Eigensynthese oder mit Unterstützung von normalem Futter. Sollte es dennoch, durch beispielsweise eine Darmerkrankung oder Silagenfütterung, zu einem Mangel beim Pferd kommen, äußert sich diese Störung im Stoffwechsel durch verschiedenste Symptome. Es können allgemeine Symptome, wie Erschöpfung, Appetitlosigkeit, Lähmungserscheinungen oder Depressionen auftreten. Typische Symptome sind jedoch Hautveränderungen, Haarausfall und Haarverfärbungen. Ferner kann es zu Muskelschmerzen und Fruchtbarkeits- und Laktationsproblemen kommen. Die deutlichste Mangelerscheinung ist eine schlechte Hufkonsisten, also Huf-Probleme.

Biotin: Pferd auf einer Weide

Biotin sorgt für gesunde Haut, Haare und Horn, indem es den Kohlenhydrat-, Fett- und Eiweißstoffwechsel anregt.

Wie rege ich die körpereigene Biosynthese des Pferdes an? 

Grundsätzlich stellt das Pferd durch mikrobielle Vorgänge selbst Biotin her. Dies findet allerdings im hinteren Ende des Darms, dem Dickdarm, statt und gelangt daher kaum in den Kreislauf der Tiere. Um die körpereigene Biosynthese des Pferdes anzuregen, sollte der pH-Wert des Darms nicht zu sauer werden. Dieser unterstützt schließlich den Vorgang der Biotin-Herstellung. Hierfür empfiehlt es sich, auf eine ausreichende Zufuhr von qualitativ hochwertigem Heu zu achten und sicherzustellen, dass der tägliche Nährstoffbedarf durch das restliche Futter gedeckt wird. Die empfohlene Menge Heu pro 100kg Körpergewicht liegt bei etwa 1 bis 1,5kg.

Außerdem ist generell auf eine ausgeglichene Mineralstoffversorgung zu achten. Dies kann durch eine gute Mischung aus Rau– und Kraftfutter erreicht werden. Wichtig ist, eine Überfütterung von Weidegras, Ölen und Getreide zu vermeiden, denn das kann die Dickdarmflora aus dem Gleichgewicht bringen und somit die Synthese des Biotins behindern.

Wie viel Biotin für das Pferd?

Um den Tagesbedarf eines ausgewachsenen Pferdes (600kg) zu decken, werden 20mg Biotin empfohlen, die mindestens sieben bis neun Monate supplementiert werden sollten.

Wann muss ich Biotin dem Pferd als Zusatzfutter geben?

Besonders Pferden mit brüchigem oder weichem Hufhorn sollte Biotin in einer höheren Dosierung zugefüttert werden. Dies betrifft vorallem Pferde des Nordtyps (z.B. Haflinger, Fjordpferde, Kaltblüter, etc.), da sie durch ihre weiten Hufen zu einem weichen Hufhorn neigen. Außerdem arbeitet bei älteren Pferden die Darmflora oftmals nicht mehr einwandfrei, weshalb auch hier eine zusätzliche Fütterung des Coenzyms sinnvoll ist. Leidet ein Pferd unter einer Darmerkankung oder wird die Darmflora durch beispielsweise eine Antibiotika Behandlung gestört, hindert dies die körpereigene Biosynthese. Deshalb sollte betroffenen Pferden ebenfalls Biotin in größeren Mengen zugefüttert werden.

Biotin: Pferd dreht Kopf zur Seite

Besonders Pferden mit brüchigem oder weichem Hufhorn sollte Biotin in einer höheren Dosierung zugefüttert werden.

Formen von Futterergänzungsmitteln mit Biotin (Kapseln, Flüssigkeit, Pulver, Pellets)

Bevor man einem Pferd Biotin-Produkte zufüttert, sollte dies zuerst von einem/r Tierärzt:in abgesegnet werden. Denn die Mangelerscheinungen könnten auch durch eine Erkrankung ausgelöst werden. Anschließend kann das Vitamin dem Pferd durch Zusatzfutter verabreicht werden. Natürliche Quellen von Biotin sind Bierhefen, Sonnenblumen(-kerne), Sojabohnen und Hafer. Auch Bananen und Äpfel enthalten Biotin. Dies jedoch in einer sehr geringen Menge, weshalb Pferde kiloweise Obst fressen müssten, um ihren Bedarf zu decken.

Biotin in Form von Zusatzfutter gibt es hingegen in unterschiedlichen Arten. Eine davon sind hoch dosierte Kapseln oder Tabletten. Die Einnahme gestaltet sich jedoch oft schwierig, da Pferde sie häufig verweigern. Weitere Möglichkeiten der Verabreichung sind Biotin in flüssiger Form oder als Pulver. Die Flüssigkeit, beziehungsweise das Pulver, kann über das tägliche Futter gegeben werden und wird einfach vom Pferd aufgenommen. Pellets sind eine schmackhaftere Alternative, um Pferde mit dem wertvollen Vitamin zu versorgen. Sie können dem Pferd in Leckerliform verfüttert werden. Darüber hinaus gibt es spezielles Biotin-Pferdefutter. Das Futter kann zum Beispiel bei einem Fach-Händler erworben werden und hat den Vorteil eines höheren Biotinanteils.

Biotin für’s Pferd – Dosierung und Anwendungsdauer des Zusatzfutters

Die empfohlene Tagesdosis von einem ausgewachsenen Pferd (600kg) liegt bei 20mg Biotin. Handelsübliche Produkte mit 2.000mg/kg Biotin decken bereits in einer täglichen Dosis von 10g den Tagesbedarf. Diese Menge beschleunigt nicht das Wachstum des Hufhorns, verbessert jedoch seine Qualität. Eine größere Menge ist allerdings nicht sinnvoll, da der Körper diese nicht verarbeiten kann. Um das Hufhorn sichtbar zu festigen, sollte die Zufütterung von Biotin über geringstenfalls sieben bis neun Monate erfolgen. Das liegt an dem langsamen Wachstum des Hufhorns. Dies wächst bei ausgewachsenen Pferden lediglich 4,2 bis 9 Millimeter im Monat. Grundsätzlich kann Biotin nicht überdosiert werden und hat keine negativen Nebenwirkungen für Pferde.

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