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Ausreiten

von Frederieke Wenning
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ehorses Trainingstagebuch

Bestimmt freuen Sie sich schon auf die ersten Ausflüge ins Grüne auf dem Rücken Ihres Pferdes. Damit ein Ausritt wirklich zum schönen Erlebnis wird, gilt es, ein paar Dinge im Vorfeld zu beachten. Sie sollten sich nach Möglichkeit in aller Ruhe mit Ihrem Pferd vertraut machen. Und mit einer gewissen Sicherheit die Reaktionen Ihres Pferdes einschätzen können, bevor Sie sich auf den Weg ins Gelände machen.

Das Ausreiten richtig vorbereiten

Falls Ihnen ein Außen-Reitplatz zur Verfügung steht, können Sie dort ein paar ‚Übungsrunden drehen‘. Ihr Pferd ist hier schon vielen Reizen ausgesetzt, die sonst in dieser Form in der geschlossenen Halle nicht auftreten. Sie befinden sich aber immer noch auf begrenzter, vertrauter Fläche, auf der Ihr Pferd bisweilen leichter zu regulieren ist. Ein Restrisiko besteht dennoch, sobald Sie den Schritt ins Gelände wagen. Pferde lernen ortsgebunden. Das heißt, dass Geräusche und Gegenstände, die auf dem heimischen Platz keine Probleme bereitet haben, plötzlich eine Herausforderung darstellen können. Sind Sie bei einer solchen Situation in der Lage, gut auf Ihr Pferd zu reagieren, kann das Einiges erleichtern und eine Eskalation vermeiden.

Was sollte man beachten, wenn man Ausreiten will?

Wenn man Ausreiten will, sollte man die gesetzlichen Bestimmungen beachten und ein Pferd wählen, das verkehrssicher ist.

Die ideale Ausreit-Route planen

Für das Ausreiten in Form von Wanderreiten ist die richtige Planung erforderlich. Dafür sollten sich Rittführer und Ausbilder ausreichend Zeit nehmen. Soll es sich nämlich nicht um den klassischen Rundritt handeln, bei dem Start und Ziel bei demselben Stall liegen, muss die Route geplant werden. Dabei bieten sich fertige Routen für das Wanderreiten an, weil sie Probleme wie versperrte Wege oder unbetretbare Brücken berücksichtigen. Solche Hindernisse sieht man bei der Planung auf topografischen Karten nicht unbedingt. Viele nutzen auch Apps für Wanderreiter und dazu noch zusätzliche Karten. 

Für den Ritt ins unbekannte Gelände sollten demnach die Wanderreitkarte und ein Kompass nicht fehlen. Letzteres kann hilfreich sein, wenn beispielsweise Hindernisse weit umgangen werden müssen. Dabei kann es sich um Eisenbahnlinien, Gewässer oder Autobahnkreuze handeln. Kommt eine topografische Karte zum Einsatz, sollte zunächst die Luftlinie vom Startpunkt zum Zielort gezogen werden. Diese Route beinhaltet die Orte, die beim Wanderritt tangiert werden. Jeweils rechts und links neben der gezogenen Linie sucht der Planer dann nach geeigneten Wegen für den Wanderritt. 

Darüber hinaus ist an eine an die Jahreszeit angepasste Ausrüstung zu denken. Beispielsweise tragen viele Pferde im Sommer eine Fliegendecke, oder auch Fliegenausreitdecke genannt.

Merke: Die Weite der Strecke muss dem Leistungsvermögen von Pferd und Reiter entsprechen. 

Was kostet ein geführter Ausritt?

Je nach Ort und Stundenanzahl können Teilnehmer mit bis zu ca. 220 Euro oder mehr rechnen.

Schutzkleidung

Zur Sicherheit sollten Sie aber selbstverständlich stets passende Schutzkleidung, wie Helm und Sicherheitsweste tragen. Außerdem ist es sinnvoll den ersten Ausritt in Begleitung eines zweiten Reiters anzutreten. Wenn dieser dann noch ein erfahrenes Geländepferd dabei hat, umso besser. Auch ein Mobiltelefon sollten Sie als Sicherheitsutensil bei sich tragen, um im Notfall Hilfe zu rufen. Natürlich sind Wald und Flur nicht frei von gesetzlichen Regelungen. Je nach Bundesland können diese sehr unterschiedlich ausfallen: ein gelbes Kennzeichen ist für (Aus-)Reiter, je nach Bundesland, obligatorisch und wird durch den jährlichen Erwerb einer Reitplakette gültig. Weitere Informationen dazu erhalten Sie bei der FN.

Ab wann darf man ausreiten?

Ein Blick in die gesetzlichen Bestimmungen der Straßenverkehrsordnung (§ 28 StVO) verrät, dass geeignete Personen, die auf das Pferd in ausreichender Weise einwirken können, ausreiten dürfen. 

Voraussetzungen, die man als Reiter erfüllen sollte

Reiter sollten alle Gangarten beherrschen und das Pferd jederzeit durchparieren können. Sie sind es, die die Richtung und das Tempo ihrer Pferde bestimmen und nicht umgekehrt. Reitschüler, die noch unsicher oder unerfahren im Umgang mit ihrem Tier sind, sollten in einer Gruppe reiten oder sich von einer erfahrenen Person begleiten lassen. Häufig läuft dann eine Person nebenher und führt das Pferd am Strick.

Alleine Ausreiten oder in einer Gruppe?

Empfohlen wird das Reiten in der Gruppe, um mehr Sicherheit bieten zu können. In der Regel führt ein erfahrener Reiter die Gruppen an, während sich ebenfalls erfahrene Reiter am Ende der Reitergruppe befinden. Bevor der Spaß auf dem Gelände losgeht, überprüft der Ausbilder das richtige Anlegen der Ausrüstung bei den Pferden oder Ponys sowie bei den Reitern. Oftmals muss nachgegurtet werden, weshalb Reiter die Steigbügelriemen ein bis zwei Löcher kürzer schnallen sollten. 

Ausbilder und die erfahrenen Begleitpersonen haben ein Auge dafür und können Anfänger darauf aufmerksam machen. Paarweise reiten die Teilnehmer nebeneinander her. Geübte Pferde, die das Gelände kennen und mit den Geräuschen vertraut sind, bleiben in der Gruppe gelassen und entspannt. Ein verkehrssicheres Pferd bereitet bei einem alleinigen Ritt normalerweise keine Probleme. Der Reiter sollte aber erfahren sein und bestimmte Reaktionen seines Pferdes vorhersehen können. 

Sicherheitsvorkehrungen bei Ausritten alleine

Nicht immer reitet man in der Gruppe. Mit dem Lieblingspferd macht auch Ausreiten alleine Spaß. Aber auch dafür sollten Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. Dazu gehört, dass der Reiter die gesetzlichen Bestimmungen zum Ausreiten kennt wie beispielsweise eine ausreichende Beleuchtung (Kopflampe, Warnweste, reflektierende Decken und Streifen) beim Reiten während der Dämmerung oder im Dunkeln oder das Benutzen der äußersten rechten Seite, wenn der Weg auf einer Fahrbahn entlang führt. Wer ganz auf der sicheren Seite stehen will, absolviert noch den Pferdeführerschein im Reiten. Mit dieser Qualifizierung können Reiter schon ab zehn Jahren Kompetenzen für das sichere Ausreiten alleine und in der Gruppe erwerben. 

Wer alleine ausreiten möchte, sollte sattelfest sein und das Pferd sehr gut in möglichen Gefahrensituationen kontrollieren können. Geführte Spaziergänge auf dem Gelände können dem Tier helfen, Vertrauen zum Reiter zu fassen. 

Darüber hinaus sollte ein stabiler Reithelm auf dem Kopf sitzen, während das Pferd mit Sattel, Zaumzeug und Beinschutz ausgestattet ist. Der Reiter selbst sollte Gelassenheit und Entspannung für das alleinige Ausreiten mitbringen. Die empfindsamen Vierbeiner reagieren nämlich sensibel auf jede Stimmung. Grundsätzlich reitet man daher am besten zu zweit oder in der Gruppe. Das muss Pferd verkehrssicher sein.

Überblick für das Ausreiten allein:

  • Täglich ausreichende Bewegung für das Pferd
  • Vierbeiner sollte verkehrssicher und der Reiter erfahren sein
  • Ausrüstung für Pferd und Reiter muss vorhanden und richtig angelegt sein
  • Kenntnis der gesetzlichen Regelungen für das Reiten in Wald und Feld
  • Versicherungsschutz sowohl für den Reiter als auch für das Pferd

Ist das Reiten auf Gehwegen erlaubt?

Nach der Straßenverkehrsordnung ist das Reiten auf Gehwegen nicht erlaubt.

Sicheres Ausreiten:

  • Reitkappe und Sicherheitsweste tragen
  • vorab eine nicht teilnehmende Person über den Ausritt informieren, ggf. die geplante Route oder vorraussichtliche Rückkehr nennen
  • Begleitung eines erfahrenen Geländepferdes nutzen
  • Mobiltelefon mitnehmen
  • unbekannte Strecken immer langsam erkunden
  • nur auf bekannten Wegen/Strecken galoppieren
  • Vorsicht auf Waldstrecken – Stolpergefahr (Wurzeln o. ä.)
  • Ritte bei Dämmerung/Dunkelheit vermeiden oder zumindest helle, reflektierende Kleidung tragen
  • auch auf Gefahrensituationen gefasst sein (aufgeschrecktes Wild, schnelle Fahrzeuge…)
  • bei allen Risiken nicht ängstlich werden oder verkrampfen, ein Ausritt soll schließlich Spaß machen!

Was muss das Pferd beherrschen? 

Nicht nur der Reiter muss für Ausritte vorbereitet sein, sondern auch das Pferd. Das gilt besonders für die Vierbeiner, die bisher nur die Halle und die Weide kennengelernt haben. Damit das, was auf dem Viereck klappt auch auf dem Feldweg funktioniert, bieten sich bestimmte Übungen an. Letztlich soll das Pferd im Gelände alle Gangarten unter der Kontrolle des Reiters gehen können, ohne dem Versuch zu unterliegen, plötzlich in den Trab oder den Galopp wechseln zu wollen. 

Ganz gleich um welche Gangart es geht: Es sollte sich von seinem Reiter zu jeder Zeit durchparieren lassen. Am besten trainieren Reiter das Pferd oder Pony mit Entspannungs- beziehungsweise Gelassenheitsübungen. Zudem sollte man das Tier behutsam an den Straßenverkehr und andere Umwelteindrücke gewöhnen. Sämtliche Hilfen sollte das Pferd richtig umsetzen können. Ist das der Fall, sind an das Gelände gewöhnte Pferde verkehrssicher. Springen in irgendeiner Form sollte das Tier bei einem Ausritt nicht. Hindernisse sollten umgangen werden.

Gruppenleiter nehmen noch unerfahrene Pferde stets zusammen mit erfahrenen Pferden in die Gruppe.

Ideale Zeit zum Ausreiten

Die ideale Zeit ist die Zeit bei Tageslicht, weil es die beste Sicht erlaubt. An heißen Tagen im Sommer eignen sich der frühe Morgen und der späte Abend für einen Ausritt. Zu diesen Zeiten sollte man immer dafür Sorge tragen, dass andere Verkehrsteilnehmer Pferd und Reiter rechtzeitig sehen können.

Merke: Nächtliches Reiten oder Reiten in der Dämmerung sollte man vermeiden, weil Pferde dann ängstlicher auf Geräusch reagieren können. Zudem könnte Wild aufgescheucht werden.
 

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