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Einschuss beim Pferd – Das solltest Du tun

von Jil Wiedemann
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ehorses Trainingstagebuch

“Das ist nur ein kleiner Kratzer”, und trotzdem: kleine Wunden begünstigen das Wachstum von Bakterien im Unterhautgewebe es kommt zu einer Entzündung und innerhalb weniger Stunden steht das Pferd mit einem dicken Bein vor einem: Ein Einschuss. Alles zum Thema Einschuss beim Pferd erfährst Du in diesem Artikel.

Einschuss: Krankheitssteckbrief

  • Symptome: plötzliches anschwellen des Pferdebeines
  • Verlauf: Akut oder chronisch
  • Schwere der Erkrankung: Kommt auf den Verlauf an
  • Häufigkeit: Häufig
  • Vorkommen: Bei allen Pferden
  • Diagnose: Phlegmon
  • Behandlung: Säubern der Wunde, Angussverband anlegen
  • Prognose: Abhängig von Schwere der Erkrankung
  • Ansteckungsgefahr: Nicht ansteckend
  • Fachgebiet: Innere Medizin

Was ist ein Einschuss beim Pferd?

Als Einschuss, auch Phlegmon genannt, bezeichnet man eine bakterielle Entzündung des Unterhautgewebes und des Lymphsystem hervorgerufen durch eine Wunde.

Daraus resultiert eine Umfangsvermehrung und Erwärmung der entsprechenden Gliedmaßen rund um die Wunde. Bei Pferden sind meist alle Extremitäten betroffen, insbesondere die Hinterbeine. Die Schwellung ist aufwärts des Kronenrandes vorzufinden, in einigen Fällen zieht es sich bis zu den Zitzen oder der Schlauchtasche. Ein Phlegmon kann aber auch an anderen Stellen des Körpers auftreten, wie am Kopf oder Rachen. Hier ist es besonders gefährlich, da sich die Entzündung auf das Nervensystem oder die Atmung auswirken kann.

Was ist ein Einschuss?

Ein Einschuss , auch Phlegmon genannt , ist eine bakterielle Entzündung des Unterhautgewebes, die durch eine Wunde am Pferdebein entsteht. Daraus resultiert eine Schwellung des Beines, die sich warm anfühlt.

Die Ursachen für einen Einschuss bei einem Pferd

Meist entsteht ein Einschuss durch eine Wunde, es reicht ein Insektenstich oder eine kleine Schürfwunde, die für uns Menschen kaum sichtbar sein kann. Diese Wunde gilt als Eintrittspforte für Bakterien und Keime wie beispielsweise Streptokokken. Dadurch, dass kleine, oberflächliche Wunden nicht so stark bluten und sich rasch wieder verschließen, werden die Keime durch das Blut nicht heraus gespült und verbleiben durch das schnelle Verschließen kleiner Wunden im Pferdekörper.

Die Bakterien können sich nun im Unterhautgewebe, unter Luftabschluss, stark vermehren und das Immunsystem des Pferdes reagiert mit einer Abwehrreaktion in Form von einer Entzündung: das Bein wird dick und warm. Durch die Entzündung ist auch das Lymphsystem beteiligt, es versucht die Bakterien aus dem Körper zu “spülen”. Dies hat allerdings zur Folge, dass sich die Bakterien weiter im Körper ausbreiten können. Bei schwerwiegenden Phlegmonen sind auch das tiefere Bindegewebe und die Blutbahnen betroffen, denn der Erreger setzt spezielle Enzyme frei, die die flächenhafte Ausbreitung unter der Haut ermöglichen.

Genau deswegen sind kleine Wunden so gefährlich, man sollte sie nicht auf die leichte Schulter nehmen!

Einschuss: brauner Pferdekopf

Auch kleinen Wunden sollte man Beachtung schenken: sie sind oft die Ursache für einen Einschuss

Für Phlegmone besonders anfällige Pferde

In der Regel kann jedes Pferd, aller Rassen und jeder Haltungsform von Phlegmonen betroffen sein. Spitze Gegenstände und Verletzungsmöglichkeiten wie Stacheldraht, Dornen und scharfe Kanten sollten vom Pferd fern gehalten werden. Hat das Pferd Mauke sollte dies sorgfältig behandelt werden, um einen Einschuss vorzubeugen.

Denn hier ist der Schutzmechanismus der Haut nicht mehr gegeben und Bakterien können leichter eindringen und sich vermehren. Auch immungeschwächte und alte Pferde sind anfälliger. Auf ausgewogene Ernährung, artgerechte Haltung, ausreichend Bewegung und ein sicheres Umfeld sollte besonders Wert gelegt werden.

Wie gefährlich ist ein Einschuss beim Pferd?

In der Regel ist ein Einschuss gut behandelbar, je schneller man reagiert, desto besser und weniger Spätfolgen kann es haben. Unbehandelt kann es chronisch werden und im schlimmsten Fall zu einer Sepsis (Blutvergiftung) führen.

So erkennst Du, ob Dein Pferd einen Einschuss hat

Ein plötzliches und stark anschwellendes Pferdebein können erste Anzeichen sein, selbst wenn man im ersten Moment keine Wunde erkennt. Innerhalb weniger Stunden sind die genauen Strukturen des Pferdebeins kaum mehr zu erkennen. Das Bein ist warm, die Schwellung eher weich und druckempfindlich.

Durch die Umfangsvermehrung steht das Gewebe stark unter Spannung Dies kann dazu führen, dass das Pferd das betroffene Bein entlastet und eine Schonhaltung einnimmt. In einigen Fällen lahmt das Pferd, wirkt matt und abgeschlagen. Auch Fieber und verminderter Appetit wären Zeichen für einen Einschuss.

So behandelst Du einen Einschuss bzw. Phlegmone

Es gibt mehrere Behandlungsmöglichkeiten, je nach Stärke der Schwellung und Symptomatiken des Pferdes bei einem Einschuss. Der erste Schritt ist es meist den Tierarzt zu kontaktieren, dieser leitet die nächsten Behandlungsschritte ein.

Hat das Pferd bereits Fieber, kommt man selten um eine Behandlung mit einem Antibiotikum und Entzündungshemmer wie Phenylbutazon oder Flunixin-Meglumin herum. Bei nicht-behandeln eines Einschuss kann es zur Sepsis (Blutvergiftung) oder chronischen Phlegmonen kommen. Bei chronischen Phlegmonen kann der Ursprungszustand allein durch Medikamente nicht mehr erreicht werden. Hier empfiehlt sich eine MLD (Manuelle Lymphdrainage).

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Die Pferdekrankheit Elephantiasis (Elefantenbein) resultiert ebenfalls aus chronischen Phlegmonen. Das Bindegewebe wurde durch den Einschuss so geschwächt, dass es zu Gewebeveränderungen kommt, die Unterhaut ist dauerhaft verdickt und Elastizität der Haut geht verloren. Es kann zu Haarausfall, schlecht heilenden Wunden und Lahmheiten führen.

Einschuss: Pferdebein reinigen

Das desinfizieren der lokalisierten Wunde sollte einer der ersten Behandlungsschritte sein.

Weitere Behandlungsschritte

Zur weiteren Behandlung empfiehlt sich ein Angussverband zum Desinfizieren und Sauberhalten der Wunde. Bei einem Angussverband wird ein entsprechender Verband an die betroffene Gliedmaße angelegt. Dieser Verband wird dann mit einer antiseptischen Lösung (bakterien wachstumshemmend) wie beispielsweise Rivanol oder auch warmen Wasser (45 Grad) alle 2-3 Stunden immer wieder “angegossen”.

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Richtig angelegt muss man sich bei einem Angussverband keine Sorge über die Wärme machen. Zwar wird bei einem akuten Einschuss das verletzte Bein erst gekühlt um die Entzündung einzudämmen, nach abklingen der akuten Entzündung sollte allerdings gewärmt werden. Durch die Wärme weiten sich die Gefäße, das Gewebe wird besser durchblutet und die Entzündung wird nach und nach abgebaut.

Hat man die Wunde lokalisiert, hilft das Einschmieren mit desinfizierenden Salben. Besonders zu empfehlen sind Iod-Haltige Salben. Auf Silberspray sollte verzichtet werden, da hierdurch die Bakterien direkt über der Wunde eingeschlossen werden. Kühlende Salben oder Quark können der Entzündung entgegenwirken, allerdings sollten die Mittel nicht zu kalt sein, da sonst der Blutdurchfluss vermindert wird und die Stoffe nicht optimal abtransportiert werden können. Unterstützend wäre entsprechende Bewegung, Lymphdrainagen oder spezielle Stützstrümpfe.

Fütterung

Bei der Fütterung kann man auf Mittel zurückgreifen, die das Immunsystem stärken oder entzündungshemmend wirken. Die Pflanze Echinacea purpurea, getrocknete Hagebutte und gelegentlich Rote Beete gelten als Immunsystem stärkend. Arnica, Belladonna, und Hepar sulfuris und wirken der Entzündung entgegen. Meerrettich gilt als natürliches Antibiotikum. Natürlich sollte an erster Stelle ausreichend Raufutter stehen und die genauen Mengenangaben und weitere Fütterung mit dem Tierarzt abgesprochen werden.

Was tun bei einem Einschuss?

Bei Fieber und einer starken Schwellung den Tierarzt rufen, dieser verschreibt meist ein Antibiotikum. Als Erste-Hilfe-Maßnahme ist es wichtig, das Bein sauber zu halten und die Wunde, sofern diese lokalisiert werden kann, zu desinfizieren.

Ab wann kannst Du Dein Pferd nach einem Einschuss wieder reiten?

Es kommt auf den Schweregrad des Einschuss an!Bei einem leichten Einschuss ist Bewegung im Schritt der richtige Weg um die Entzündung abzutransportieren. In der akuten Phase sollte nicht geritten werden, schnellere Gangarten wie Trab und Galopp sollten vermieden werden, damit sich die Entzündung durch das mitbetroffene Lymphsystem nicht im Körper verteilt und es im Schlimmsten Fall zu einer Sepsis (Blutvergiftung) kommt.

Bei einem leichten Einschuss kann geritten werden sobald die Schwellung abgeklungen ist, meist sollte es nach 3-4 Tagen deutlich weniger im Umfang werden. Bei einem schwerwiegenden Befund kann dies länger dauern. Im Normalfall zwischen 10 bis 14 Tage. In einigen Fällen ist aber mit mehreren Wochen zu rechnen. Der genaue Zeitraum sollte mit dem Tierarzt abgeklärt werden. Des Weiteren gibt es bei einigen Antibiotika eine Karenzzeit, die zum Start darauffolgender Turniere beachtet werden sollte.

Einschuss: Geführtes Pferd

Das Führen auf ebenen Boden tut dem Pferd bei einem Einschuss gut, auf Reiten sollte die ersten Tage verzichtet werden.

3 Maßnahmen, wie Du einen Einschuss beim Pferd vorbeugen kannst

  1. Das Pferd und die Pferdebeine täglich auf Wunden untersuchen
  2. Sichtbare Wunden sofort reinigen und desinfizieren und versuchen sauber zu halten
  3. Auch kleinere Wunden ernstnehmen und spitze Gegenstände vom Pferd fern halten
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