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Osteochondrosis dissecans beim Pferd – wenn Knochensplitter die Gelenke stören

von Finia Fischer
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Bei der Osteochodrose (OC) bzw. Osteochondrosis dissecans (OCD) handelt es sich um eine Erbkrankheit des Pferdes, die das Skelettsystem während des Knochenwachstums betrifft. Bei OCD beim Pferd splittern während des Wachstums immer wieder kleine Stücke vom Knorpel ab. Umgangssprachlich werden diese als Chips bezeichnet.

Was ist OCD beim Pferd?

OCD steht für Osterchondrosis dissecans. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung des Pferdes, die eine mangelhafte Verknöcherung des Knorpels im Skelettwachstum bedeutet. Im Verlauf können Knorpelsplitter im Bereich der Gelenke absprengen, die das Gelenk und somit die Leistung des Pferdes langfristig negativ beeinflussen können.

Wissenswertes zur Anatomie

Die OCD beim Pferd tritt insbesondere an den Gelenken des Beines auf, vor allem am Sprunggelenk (= Tarsalgelenk) und am Fesselgelenk, aber auch im Huf-, Knie- und Karpalgelenk. Ein Gelenk besteht aus mindestens zwei oder mehr Knochen. Dort, wo die Knochen als Gelenk kommunizieren, sind ihre Enden so geformt, dass sie im Bewegungsablauf perfekt miteinander harmonieren. Sie sind zusätzlich von weichem, elastischem Knorpel überzogen, der das Gelenk in der Bewegung abpuffert. Das Gelenk umgibt eine Gelenkkapsel, die es stabilisieren soll. Der reibungslose, geschmeidige Bewegungsablauf des Gelenks wird durch die Gelenkschmiere, die Synovia, sichergestellt.

Wie entsteht ein Chip beim Pferd?

Ein sogenannter Chip beim Pferd entsteht durch eine mangelhafte Versorgung des Knorpels beim heranwachsenden Pferd. Der Knorpel verdickt dadurch, wird brüchig und splittert ab.

Ist OCD vererbbar?

Eine erbliche Komponente bei OCD wird vermutet.

Was ist ein Gelenk-Chip und wodurch wird die Krankheit OCD beim Pferd verursacht?

Im Fohlenalter ist das gesamte Pferdeskelett eher knorpelig. Erst mit der weiteren Entwicklung verknöchert es nach und nach. Genau dieser Prozess ist bei Pferden, die erblich bedingt unter OCD leiden, gestört. Das liegt daran, dass der Knorpel von der Versorgung der Blutgefäße abgetrennt ist. Die Knorpelzellen reifen nicht zu Knochen, sondern bilden indes Verdickungen, die sich besonders im Bereich von Gelenken bemerkbar machen. Durch die Verdickung des Knorpels wird seine Versorgung mit Nährstoffen noch schlechter sichergestellt. In der Folge wird der Knorpel brüchig. Oftmals kommt es in der Folge zum Absplittern von Knorpelfragmenten. Diese Fragmente bezeichnet man auch als Chips oder Gelenkmäuse. Sie stören die reguläre Bewegung des Gelenks und verursachen im schlimmsten Fall schmerzhafte Knorpelschäden.
Als Verursacher der Krankheit wird derzeit vor allem eine erbliche Komponente vermutet. Insbesondere bei Warmblütern oder Trabern wird OCD häufig beobachtet. Auch scheinen Geschlecht und Wachstum bei dem Auftreten der Erkrankung entscheidend zu sein. So tritt OCD deutlich häufiger bei großen Stuten auf. Eine inadäquate Fütterung des Fohlens sowie ein Bewegungsmangel in der ersten Zeit nach seiner Geburt wird ebenfalls als Faktor in Erwägung gezogen.

Wie macht sich OCD beim Pferd bemerkbar?

In den ersten Lebensjahren macht sich OCD meist durch geschwollene, vermehrt warme Gelenke bemerkbar. Im Training können die Gelenkchips zu Lahmheit und Gelenkschmerzen führen.

OCD Op Pferd

Die Behandlung einer OCD erfolgt immer minimal-invasiv mittels Arthroskopie.

Wie macht sich OCD beim Pferd bemerkbar?

Die Chips der OCD bilden sich in der Regel während der ersten zwei Lebensjahre. Am Bewegungsablauf lässt sie sich in den ersten Jahren jedoch nicht unbedingt erkennen. Manchmal ist in der ersten Zeit lediglich das Gelenk ein bisschen geschwollen oder wärmer. Lediglich das Röntgenbild kann in dieser Zeit bereits Auffälligkeiten aufweisen. Diese sieht man häufig schon, wenn das Pferd erst drei oder vier Monate alt ist. Die ersten Probleme durch die Chips erfährt man meistens, sobald das Pferd unter größerer Belastung steht, zum Beispiel beim Anreiten. Im schlimmsten Fall gerät ein Chip zwischen den Gelenkspalt und blockiert dadurch das Gelenk, was zu hochgradiger Lahmheit sowie äußerst starken Schmerzen führt.

Wie stellt der Tierarzt die Diagnose OCD?

Diagnostisch für OCD sind bildgebende Verfahren, zu denen Röntgen, CT und MRT gehören.

Wie wird OCD beim Pferd behandelt?

Die Behandlung einer OCD erfolgt immer chirurgisch mittels einer minimalinvasiven Arthroskopie zur Entfernung der Gelenkchips.

Wie stellt der Tierarzt die Diagnose – Behandlungsmöglichkeiten

Die Diagnose der OCD beim Pferd wird über bildgebende Verfahren gestellt. Dazu gehören das Röntgen und, in weniger eindeutigen Fällen, die Computertomografie oder die Magnetresonanztomografie
Ist bei einem Pferd OCD diagnostiziert, sollte sowohl mit als auch ohne Symptome eine Behandlung erfolgen, um keine Langzeitschäden im Gelenk zu provozieren. Behandelt werden die Pferde mittels eines chirurgischen Eingriffs, bei dem die Chips aus den Gelenken entfernt werden. Da die Chip-Bildung nach etwa zwei Lebensjahren abgeschlossen ist, empfiehlt es sich, die OP erst nach Vollendung dieser durchzuführen. 
Die Operation erfolgt minimal-invasiv mittels einer Arthroskopie. Dabei werden nur zwei kleine, gezielte Hautschnitte gesetzt, durch die eine Kamera und die notwendigen Instrumente zur Entfernung der Chips ins Gelenk eingeführt werden können. 
Im Anschluss an die OP braucht es etwas Geduld, ehe das Pferd wieder voll belastungsfähig ist. Zwei Wochen Boxenruhe und ein wochenlanges, vorsichtiges Antrainieren schließen sich an die OP an.

Was kostet eine Chip-OP beim Pferd?

Je nach Aufwand liegen die Kosten bei ca. 1000 bis 4000 Euro.

Wie lässt sich OCD beim Pferd vorbeugen?

Um Fohlen möglichst nicht der Gefahr auszusetzen, an OCD zu erkranken, sollte man in der ersten Lebenszeit darauf achten, dass sie ausreichend Bewegung auf der Weide haben. Aus diesem Grund sollten sie, wenn möglich, nicht zu früh im Jahr geboren werden, da dann zumeist noch viele Stuten im Stall gehalten werden. Die Fohlen sollten eine ausgezeichnete Muttermilch zu sich nehmen. Das wird vor allem dadurch sichergestellt, dass die Stuten mit auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Futter gefüttert werden.
Die erbliche Komponente muss bei der Zuchtauslese ins Verhältnis zu anderen Komponenten gesetzt werden.

Wie lässt sich OCD vorbeugen?

Zu den prophylaktischen Maßnahmen zählen vor allem eine ausreichende Bewegung im jungen Fohlenalter sowie eine adäquate Ernährung der Mutterstute.

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