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Przewalski

von Frederieke Wenning
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ehorses Trainingstagebuch

Das Przewalski Pferd gehört zu den ältesten Pferderassen überhaupt. Lange Zeit wurden die urtümlichen Tiere als die letzten Wildpferde der Welt bezeichnet. Neueste Forschungen habe jedoch bewiesen, dass die Przewalski Pferd von den allerersten domestizierten Pferden abstammen. Die Pferde sind extrem selten und werden in erster Linie in Zuchtprogrammen, Tierparks und Reservaten gehalten. Seit kurzer Zeit leben auch wieder einige Przewalski Pferde wider frei in den Steppen der Mongolei. Viele Pferdeliebhaber sind fasziniert von den Przewalski Pferden und träumen davon diese selten Tiere einmal in freier Natur erleben zu dürfen. Durch die Zucht und die Auswilderungsprogramme auf der ganzen Welt und auch in Deutschland ist dies teilweise sogar möglich.

Wichtige Daten im Überblick

  • Ursprung: vermutlich Afrika und die Mongolei
  • Hauptzuchtgebiet: Deutschland, Mongolei
  • Verbreitung: Deutschland, Mongolei, Europa
  • Stockmaß: 130-145 cm
  • Gewicht: 240-380 kg
  • Erscheinungsbild: kompakt, kräftig, urtümlich
  • Farben: Sandfarben in verschiedenen Schattierungen
  • Haupteinsatzgebiet: ursprüngliche Pferde, Arterhaltung

Wie schwer ist ein Przewalski Pferd?

Das Gewicht der seltenen Pferde liegt zwischen 240 und 380 kg. Aufgrund des Größenunterschiedes sind die Hengste oftmals auch schwerer als die Stuten, obwohl sie optisch nicht kräftiger wirken sollten.

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Die Herkunft der seltenen Przewalski Pferde

Den Przewalski Pferden sieht man bereits an, dass sie keine modernen Reitpferde sind. Sie wirken urtümlich, erinnern stark an die Höhlenmalereien der ersten Menschen und vermutlich geht ihre Geschichte bis zu den frühen Siedlungen der Menschheit zurück. Diese Tiere verbindet eine jahrtausendlange Geschichte mit uns.

Die Wildpferde sind ein lebender Rückblick und bieten Forschern teilweise noch bis heute Rätsel. Lange Zeit dachten Forscher, dass die seltenen Przewalski Pferde die letzten lebenden Urpferde seien, doch neueste Forschungen zeigen, dass die bereits domestizierte Pferde waren und vermutlich von dem Urpferd Botai abstammt. Dieses war das erste Pferd, welches von den frühen Menschen eingefangen und domestiziert wurde. Damit sind die Botai-Pferde die direkten Vorfahren der Przewalski Pferde. Forscher gehen davon aus, dass die bereits sesshaften Botai vor etwa 5500 Jahren begonnen haben, im nördlichen Kasachstan die dortigen Pferde einzufangen und zu zähmen. Diese wilden Pferde wurden nach dem Stamm benannt und die Botai-Pferde wurden zum Vorfahren von allen heutigen Pferden. Die Botai-Pferde haben vermutlich die Steppen von ganz Eurasien bevölkert. Nach der Zähmung sind vermutlich einzelne Tiere in die Wildnis entflohen und haben sich dort mit den wilden Urpferden gepaart. Aus diesen Paarungen ist das Przewalski Pferd entstanden und lebte wild im östlichen Kasachstan und der westlichen Mongolei.

In der modernen Zeit wurden die Przewalski Pferde das erste Mal wissenschaftlich beschrieben – im Jahr 1763 von dem schottischen Arzt John Bell. Dieser war im Auftrag des Zaren Peter I. in den Jahren 1719 und 1722 auf der Reise zwischen Sankt Petersburg und Peking. Der Bericht fand lange Zeit keine Beachtung in den Kreisen der Wissenschaft, weshalb die Pferde durch den russischen Expeditionsreisenden Nikolai Michailowitsch Przewalski im Jahr 1877 erst offiziell entdeckt und benannt wurden. Dieser wurde zum Namensgeber der Pferderasse.

Bereits zu dieser Zeit war der Bestand der Tiere bedroht und es lebten nur wenige Gruppen in der freien Steppe. Es wurden diverse Tiere eingefangen und in Zoos gebracht, um die Art vor dem Aussterben zu bewahren. In den 1930er Jahren begann dann ein großes Zuchtprojekt und die ersten Auswilderungsversuche in den Steppen der Mongolei und in Reservaten in Deutschland und Europa.

Lange Zeit wurde damit geworben, dass es sich bei dem Przewalski Pferd um das letzte lebende Wildpferd handelt. Dies hat die Faszination und auch die Zucht der Tiere deutlich vorangetrieben. Auch nach der Genomuntersuchung, die ergeben hat, dass die Przewalski Pferde zu den Hauspferden gehören und keine Wildpferde sind, ist der Hype um die Tiere nicht abgebrochen. Es wird weiter für die Art gekämpft und es finden sich in einigen Gebieten bereits freilebende Tiere.

Wie groß ist ein Przewalski Pferd?

Das Przewalski Pferd hat ein Stockmaß von rund 130-145 cm.

Beschreibung des Exterieurs

Das Przewalski Pferd hat ein sehr charakteristisches Erscheinungsbild, wodurch es leicht von anderen Rassen unterschieden werden kann und das zeigt, wie urtümlich und unverfälscht diese ersten Hauspferde noch sind. Allgemein ist ihr Erscheinungsbild kompakt, kräftig und robust. Das Fell der Tiere ist rau und besonders im Winter sehr dicht und wärmend. Als Fellfarbe sind Sandfarben sowie sehr helle Brauntöne und Gelbtöne erlaubt. Bei den meisten Tieren zeigt sich eine helle Bauchfärbung, die sich teilweise bis zu den Vorderbeinen zieht. Auf dem Rücken findet sich ein dunkler Aalstrich, der sich mit dem Alter des Tieres verändern kann.

Przewalski Pferd in der Steppe

Bei den meisten Tieren zeigt sich eine helle Bauchfärbung, die sich teilweise bis zu den Vorderbeinen zieht. Auf dem Rücken findet sich ein dunkler Aalstrich, der sich mit dem Alter des Tieres verändern kann.

Auffallend ist die kurze dunkle Mähne die borstig und gerade vom Kopf und dem Hals absteht. Die Pferde haben eine mittlere Körpergröße mit einem Stockmaß von 134 bis 146 cm. Das Gewicht liegt zwischen 200 und 300 kg, im Durchschnitt sind die Hengste größer und schwerer als die Stuten. Der Rumpf der Tiere ist breit und gibt dem Gesamteindruck einen gedrungenen Anblick, der Hals ist kurz und kräftig. Der Rücken besitzt eine auffallend gerade Linie und die Kruppe ist sanft abfallend. Die Beine sind kurz und kräftig, sie bieten den Przewalski Pferden in der Steppe einen sicheren Tritt und dient auch zur Verteidigung gegen Fressfeinde wie Wölfe und Bären. Der Kopf ist im direkten Vergleich zum Körper groß und langezogen, die Augen sind von einem dunklen und dichten Wimpernkranz umgeben.

Beschreibung des Interieurs

Der Charakter der Przewalski Pferde ist von ihrer Ursprünglichkeit und dem leben in der Steppe geprägt. Ihr natürliches Verhalten lässt sich am besten in den Reservaten und den Gebieten beobachten, wo die Tiere frei und ohne Einschränkungen von Menschen leben können. Die Przewalski Pferde schließen sich in kleinen Gruppen zusammen und haben ein sehr aktives und klar strukturiertes Hierarchiesystem. Als Einzelgänger sind die Tiere nur in Ausnahmefällen zu sehen. Die Gruppen werden meist aus Stuten mit ihren Jungtieren gebildet. Zu den Gruppen gehört in der Regel eine dominante Stute und ein Hengst, der der Vater aller Nachkommen der Gruppe ist. Meist sind es zwischen 4 und 25 Tiere in einer Gruppe. Es finden sich auch Gruppen aus jungen Hengsten, die sich noch nicht einer eigenen Familie anschließen konnten. Sowohl die Stuten als auch die Hengste verlassen ihre Ursprungsgruppe nach der Geschlechtsreife und bilden kurze Kleingruppen, bevor sie sich zu einer festen Gruppe zusammenschließen.

Innerhalb der festen Gruppen kommt es nur selten zu Kämpfen, doch besonders bei den jungen Hengstgruppen sind Rangkämpfe an der Tagesordnung, wobei sich die Tiere nur selten verletzen und es meist bei Drohgebärden und leichten Tritten bleibt. Forscher haben beobachtet, dass die Tiere auch in der Nacht aktiv sind und im Schnitt nur eine Schlafphase von vier Stunden haben. Die Pferde sind beinahe die gesamte Zeit mit der Nahrungssuche und Aufnahme beschäftigt. Dem Menschen gegenüber sind die Tiere sehr oft skeptisch und scheu eingestellt. Denn, obwohl es sich um Hauspferde und nicht um Wildpferde handelt, leben die Tiere seit Urzeiten ohne den Menschen in der Steppe und haben sich daher wieder von uns entfremdet. In Gefangenschaft gewöhnen sich die Pferde schnell an den Menschen, doch sie sind nicht so umgänglich und zutraulich wie moderne Pferderasse und halten immer eher Abstand.

Wie alt wird ein Przewalski Pferd?

Die Lebenserwartung der Urpferde liegt bei circa 20 Jahren, wobei die Tiere in der freien Natur natürlich oftmals nicht so alt werden – aufgrund von Nahrungsmangel, Fressfeinden, Krankheiten und Kämpfen innerhalb der Herden.

Besondere Merkmale der Przewalski Pferd

Die Pferderasse des Przewalski Pferdes ist in der Menschheitsgeschichte ein einmaliges Gut. Sie sind die ältesten lebenden Pferde und können der Forschung einen tiefen Einblick in die frühe Menschheitsgeschichte geben. Sie sind zwar nicht die letzten lebenden Wildpferde, aber eine der ersten Hauspferderassen und stammen direkt von den wilden Botai-Pferden ab.

Leider gibt es nur noch sehr wenige Vertreter dieser Rasse und der Arterhalt steht momentan im Fokus. Doch es gibt bereits Gegenden, wo die Tiere frei und unbeeinflusst vom Menschen leben und beobachtet werden können. Die Pferde begeistern nicht nur Pferdeliebhaber, sondern ziehen jeden Menschen mit ihrem ursprünglichen Erscheinungsbild in ihren Bann.

Wofür ist ein Przewalski Pferd geeignet?

Bei dem Przewalski Pferd handelt es sich um eine der ersten Hauspferde der Menschheitsgeschichte und die Tiere haben aktuell die Aufgabe der Arterhaltung, der Forschung und Verhaltensstudien sowie der Re-Naturalisierung in Europa.

Bekannte Pferde der Rasse

Da es die Przewalski Pferde nur sehr vereinzelt in privater Hand gibt, konnten die Tiere bisher auch nur bei Dokumentationen und Naturfilmen die Leinwand erobern. Doch aufgrund der Seltenheit ist jedes Tier besonders. Wer eine berühmte Gruppe an Przewalski Pferden treffen möchte, kann dies im Schutzgebiet in der Mongolei tun. Von diesen Tieren gibt es bisher die meisten Aufnahmen und sie sind der aktuelle Fokuspunkt der Forschung, da sie weitgehend ohne Kontakt zu Menschen natürlich leben. Wer keine solche Reise unternehmen will, findet die Tiere auch in verschiedenen Zoos in Deutschland und vereinzelt bei Auswilderungsprojekten.

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