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Die 5 schwersten Pferderassen der Welt im Check

von Michelle Breitenfeld

Welche Pferderasse ist die schwerste der Welt?

Das Shire Horse ist die schwerste und größte Pferderasse der Welt. Ausgewachsene Hengste und Wallache dieser Rasse erreichen spielend ein Gewicht von 1.000 bis über 1.200 Kilogramm bei einem Stockmaß von oft mehr als 1,80 Metern.

Die Rasse stammt ursprünglich aus England und wurde dort als schweres Zugpferd für die Landwirtschaft und vor Bierwagen eingesetzt. Trotz ihrer enormen Masse gelten die Tiere als extrem gutmütig, weshalb Züchter sie oft als „Gentle Giants“ (sanfte Riesen) bezeichnen.

Frontalansicht eines kräftigen, dunkelbraunen Shire Horses mit einer breiten weißen Blesse. Das Pferd läuft auf einer grünen Koppel direkt auf die Kamera zu. Im Hintergrund erstrecken sich ein Holzzaun und eine dichte Reihe von Bäumen im warmen Tageslicht.

Die Top 5 der schwersten Pferderassen im Gewichtsextrem

Das Gewicht von Kaltblutpferden variiert je nach Fütterung, Trainingszustand und Geschlecht. Die folgende Tabelle zeigt dir die durchschnittlichen Höchstgewichte der fünf schwersten Rassen im Überblick.

Platz Rasse Durchschnittsgewicht Ursprungsland Hauptsächliche Eignung
1 Shire Horse 1.000 – 1.300 kg Großbritannien Shows, Freizeit- und Wanderreiten, Zugbetrieb
2 Belgisches Kaltblut 900 – 1.200 kg Belgien Schwere Waldarbeit (Rücken), Freizeit für schwere Reiter
3 Percheron 900 – 1.100 kg Frankreich Klassische Dressur, Barockreiten, Gewerbliches Fahren
4 Clydesdale 800 – 1.000 kg Schottland Repräsentatives Fahren (Brauereigespanne), Freizeit
5 Suffolk Punch 800 – 1.000 kg Großbritannien Landwirtschaft, Therapiearbeit, Reiten ohne Sattel

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Platz 1: Shire Horse

Wie reitet und nutzt man ein Shire Horse?

Das Shire Horse eignet sich aufgrund seines ausgeglichenen Charakters ideal als Freizeit- und Fahrpferd. Die sanften Riesen zeichnen sich durch Gelassenheit aus und eignen sich für Reiter, die ein verlässliches Pferd für das Gelände oder den gemütlichen Freizeitsport suchen.

Für das klassische Dressurreiten oder den Turniersport ist die Rasse nicht geeignet. Die enorme Körperlänge und das hohe Eigengewicht erschweren enge Wendungen und versammelnde Lektionen, weshalb du das Shire Horse vor allem geradeaus im Gelände oder auf großzügigen Reitbahnen reiten solltest.

Dank des breiten Rückens bietet das Shire Horse eine optimale Auflagefläche für Western- oder spezielle Wanderreitsättel. Als Reiter musst du dich auf ein raumgreifendes, schweres Gangwerk einstellen und im Becken flexibel mitschwingen können, um die Bewegungen weich abzufangen.

Neben dem Reiten liegt die traditionelle Stärke der Rasse im Fahrsport. Shire Horses ziehen schwere Lasten mit Leichtigkeit, weshalb Besitzer sie häufig vor Hochzeitskutschen, Traditionsgespannen oder gewerblichen Schau- und Festwagen einsetzen.

Ein großes, dunkelbraunes Shire Horse mit einer weißen Blesse im Gesicht und ausgeprägtem weißem Fesselbehang steht auf einem sandigen Reitplatz. Eine Reiterin in traditioneller englischer Reitbekleidung (inklusive Helm und Turniersakko) sitzt im Sattel. Im Hintergrund schauen Zuschauer hinter einem Holzzaun zu; links ist ein schlichtes, weißes Veranstaltungszelt zu sehen.
Platz 2: Belgisches Kaltblut

Welche Besonderheiten bietet das Belgische Kaltblut im Einsatz?

Das Belgische Kaltblut eignet sich aufgrund seiner unerschütterlichen Gelassenheit und enormen Zugkraft ideal für den schweren Fahrsport und die Forstwirtschaft. Als klassisches Reitpferd für sportliche Disziplinen ist die Rasse wegen ihres massiven Körperbaus hingegen nicht geeignet.

Unter dem Sattel bietet das Belgische Kaltblut ein absolut nervenstarkes Freizeitpferd für schwere Reiter, die ein ruhiges Tempo im Schritt und Trab bevorzugen. Die extreme Körperbreite und der runde Rumpf erfordern von dir als Reiter jedoch eine starke Dehnung der Hüftbänder, was auf langen Ritten anstrengend ist. Enge Wendungen und versammelnde Dressurlektionen lassen sich mit der massiv gespaltenen Kruppe und dem hohen Eigengewicht von bis zu 1.100 Kilogramm nicht rassegerecht umsetzen.

Die primäre Stärke des Brabanters liegt traditionell in der Bodenarbeit, im schweren Zugbetrieb und im gewerblichen Arbeitseinsatz. Als Rückepferd zieht das Belgische Kaltblut Baumstämme mühelos durch unwegsames Waldgelände, in dem moderne Forstmaschinen versagen oder den Waldboden zu stark beschädigen würden. Zudem glänzt die Rasse dank ihrer Kraft und Nervenstärke weltweit vor schweren Schau-, Fest- und Brauereiwagen.

Platz 3: Percheron

Warum gilt das Percheron als sportlichstes Kaltblut?

Das Percheron gilt aufgrund des gezielten Einkreuzens von Araber-Hengsten im 19. Jahrhundert als die beweglichste und eleganteste schwere Pferderasse der Welt. Diese edlen Einflüsse verleihen den bis zu 1.000 Kilogramm schweren Kolossen ein feines Profil, ein waches Auge und eine außergewöhnliche Leichtfüßigkeit.

Unter allen schweren Rassen eignet sich das französische Percheron am besten für das Reiten im Viereck. Die arabischen Gene sorgen für eine aktive Hinterhand und eine ausgeprägte Knieaktion, weshalb du das Percheron erfolgreich in der klassischen Dressur und beim Barockreiten einsetzen kannst. Das Pferd reagiert sensibler auf feine Schenkel- und Gewichtshilfen als andere Kaltblüter und besitzt genug Athletik, um kleine Hindernisse im Springreiten zu überwinden.

Neben der Eignung als vielseitiges Freizeit- und Reitpferd überzeugt die Rasse durch ein überdurchschnittlich hohes Grundtempo vor dem Wagen. Das Percheron kombiniert immense Zugkraft mit hoher Ausdauer, weshalb Fahrtrainer und gewerbliche Betriebe die Rasse weltweit für anspruchsvolle Fahrten vor schweren Plan- und Tourismuskutschen nutzen.

Ein kräftiges, apfelschimmelbuntes Kaltblutpferd mit dunkler Mähne wird von einer Reiterin mit Reithelm auf einem idyllischen, von Bäumen gesäumten Feldweg geritten. Das Pferd geht ruhig im Schritt in Richtung des Betrachters. Im Hintergrund erstreckt sich eine ländliche Kulisse mit grünen Wiesen, typisch britischen Steinmauern und einem historischen Steinhaus unter leicht bewölktem Himmel.
Platz 4: Clydesdale

Was zeichnet das Clydesdale im Sattel und vor der Kutsche aus?

Das schottische Clydesdale zeichnet sich durch seine dynamischen Bewegungen und seine majestätische Optik aus, weshalb du es ideal als gehobenes Freizeitpferd und repräsentatives Fahrpferd einsetzen kannst. Die Rasse besticht durch eine hoch angesetzte Halsung, eine breite Laterne im Gesicht und den charakteristischen, üppigen weißen Behang an den Beinen.

Unter dem Sattel läuft das Clydesdale im Vergleich zu anderen schweren Kaltblütern deutlich schwungvoller, fleißiger und mit einer ausgeprägten Knieaktion. Dieser raumgreifende Trab macht das Reiten für dich sehr komfortabel, erfordert jedoch ein gutes Mitschwingen im Becken, um den Schwung weich auszusitzen. Aufgrund ihrer sensiblen, menschenbezogenen Art und der enormen Körpergröße von bis zu 1,80 Metern Stockmaß sind Clydesdales gefragte Freizeitpartner für große und schwere Reiter.

Vor der Kutsche gehört das Clydesdale weltweit zu den gefragtesten und erfolgreichsten Rassen im schweren Fahrsport. Die Pferde kombinieren Kraft mit Eleganz und zeigen eine hohe Leistungsbereitschaft bei anspruchsvollen Aufgaben. Große Brauereien nutzen die Rasse traditionell in repräsentativen Mehrspänner-Gespannen für Paraden, Fahrwettbewerbe und internationale Showauftritte.

Ein imposantes Clydesdale- oder Shire-Horse in brauner Farbe mit markanter weißer Blesse und dichtem, weißen Behang an den Beinen zieht eine elegante, historische Kutsche über einen sandigen Platz. Auf dem Kutschbock sitzt ein Mann mit Melone und Tweed-Anzug, der die Leinen hält. Im Hintergrund stehen grüne Bäume.
Platz 5: Suffolk Punch

Wie wird der seltene Suffolk Punch genutzt?

Der Suffolk Punch eignet sich aufgrund seines ehrlichen, gelassenen Wesens und seines bequemen Körperbaus ideal für das therapeutische Reiten, für Reitanfänger und für historische Landwirtschaftsprojekten. Da diese älteste schwere Kaltblutrasse Großbritanniens im Verhältnis zum Rumpf recht kurze Beine und fast keinen Behang an den Fesseln besitzt, profitierst du zudem von einer besonders leichten Fellpflege.

Unter dem Sattel punktet der Suffolk Punch als verlässlicher Partner im Gelände. Sein runder, tonnenförmiger Rippenbogen bietet dir eine optimale Sitzfläche für das Reiten ohne Sattel (Bareback). Da das Galoppiervermögen der Rasse genetisch bedingt stark eingeschränkt ist, solltest du den Suffolk Punch beim Reiten rein im Schritt und Trab arbeiten. Für sportliche Disziplinen mit hohem Tempo oder Sprüngen ist diese schwere Rasse nicht geeignet.

Neben dem Einsatz als Freizeitpferd liegt die große Stärke des Suffolk Punch in der traditionellen Zugarbeit. Er wurde historisch gezielt für die schwere Feldarbeit auf tonigen Böden gezüchtet. Heute wird die vom Aussterben bedrohte Rasse vermehrt in historischen Landwirtschaftsprojekten zum Pflügen sowie im ökologischen Waldbau eingesetzt.

Welche Ausrüstungsprobleme musst du bei Kolossen einplanen?

Aufgrund der extremen Körpermaße schwerer Kaltblutrassen passt Standard-Ausrüstung aus dem Reitsportgeschäft in den allermeisten Fällen nicht.

  • Sattelkauf: Sättel von der Stange sind oft zu schmal. Du benötigst Spezial-Maßsättel oder baumlose Sättel mit extrem breiter Kammer, damit die Schulterfreiheit des Pferdes garantiert ist und der Sattel nicht nach vorne rutscht.

  • Trensen und Gebisse: Trenzen erfordern fast immer die Sondergröße „Kaltblut“ (KB). Die Gebissweiten liegen bei diesen Rassen im Extrembereich zwischen 15,5 und 17,5 Zentimetern.

  • Hufschutz: Herkömmliche Hufeisen reichen nicht aus. Kaltbluthufeisen sind Sonderanfertigungen, und das Aufhalten der schweren Beine erfordert vom Hufschmied und vom Halter beim täglichen Auskratzen eine gute körperliche Fitness.

Welche gesundheitlichen Grenzen setzt das hohe Eigengewicht?

Das immense Körpergewicht der Riesen erfordert ein angepasstes Trainings- und Haltungsmanagement, um den Bewegungsapparat langfristig zu schonen.

Kaltblüter sind extreme Spätentwickler. Du solltest sie frühestens im Alter von viereinhalb bis fünf Jahren schonend an den Sattel gewöhnen, da die Wachstumsfugen der Knochen viel Zeit zum Schließen benötigen. Zudem vertragen schwere Pferde Hitze aufgrund ihrer geringen Körperoberfläche im Verhältnis zur Masse deutlich schlechter als Warmblüter. Intensive Trainingseinheiten unter dem Sattel oder vor dem Wagen solltest du im Sommer daher strikt in die kühlen Morgen- oder Abendstunden verlegen.

Als ich das erste Mal live neben einem Shire Horse stand, hat mich diese riesige Masse absolut sprachlos gemacht. Aber: Ein Kaltblut ist kein Gewichtsträger ohne Grenzen. Das hohe Eigengewicht beansprucht die Gelenke enorm. Wer ein schweres Pferd sucht, sollte die wahre Erfüllung deshalb eher im entspannten Gelände- und Freizeitsport oder vor der Kutsche finden als im harten Training auf dem Reitplatz.

Michelle
Redakteurin bei ehorses

Fragen & Antworten

Zu den schweren Pferderassen gehören vor allem Kaltblüter wie das englische Shire Horse, der belgische Brabanter, das französische Percheron sowie das schottische Clydesdale und der britische Suffolk Punch.

Schwere Pferderassen wie das Shire Horse, der Brabanter oder das Percheron verfügen zwar über ein stabiles Fundament, sollten jedoch zum Schutz ihrer Tiergesundheit kein Reitergewicht von 120 kg tragen. Da Kaltblüter aufgrund ihres hohen Eigengewichts ohnehin anfällig für Gelenkverschleiß sind, übersteigt diese Last die tierschutzrelevante Tragkraftgrenze von maximal 15 bis 20 Prozent des idealen Pferdegewichts deutlich, weshalb hier die Arbeit vor der Kutsche oder am Boden immer der Vorzug gegeben werden muss.

Das Shire Horse ist die schwerste Pferderasse der Welt und erreicht ein durchschnittliches Gewicht von 1.000 bis über 1.200 Kilogramm.

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