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Hufschmied – Aufgaben, Ausbildung & Gehalt

von Michael Hein
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Viele Fragen sich, was eigentlich ein Hufschmied macht. Wir klären über das Berufsbild, die Aufgaben, Kompetenzen und den Verdienst eines Hufschmieds auf. In diesem Beitrag erfährst mehr zum Beruf Hufschmied.

Der Beruf Hufschmied

Der Hufschmied ist ein Handwerker des Metallgewerbes, der sich mit einem anschließendem Vorbereitungslehrgang im Bereich des Hufbeschlags für den Beruf qualifiziert. Eine staatliche Prüfung ist zur Ausübung des Berufes zwingend erforderlich, um den sogenannten Beruf des Hufbeschlagschmiedes ausführen zu dürfen. Nach der Ausbildung ist der Hufschmied ein Spezialist für die Pflege von Pferdehufen. Hierzu zählt vor allem das korrekte Ausschneiden und Beschlagen der Hufe von Pferden, Eseln und Maultieren, sowie die Behandlung von deren Hufkrankheiten.

Die Aussichten für Hufschmiede auf der Arbeitsmarkt sind gut, da tendenziell viel Nachfrage an versierten Hufschmieden besteht. Vor allem im Bereich der Selbstständigkeit finden Hufschmiede ihren Kundenkreis dort, wo vermehrt Bedarf herrscht. Der Beruf des Hufschmiedes verbindet die grobe handwerkliche Verarbeitung hochwertiger Materialien mit sensibler Arbeit am Tier, weshalb es den Beruf derart abwechslungsreich macht.

Was macht ein Hufschmied alles?

Der Hufschmied kümmert sich um die korrekte Versorgung der Pferdehufe. Insbesondere das Ausschneiden, Kürzen und Beschlagen zählt zu den Aufgaben des Hufschmiedes. Die Versorgung von diversen Hufkrankheiten gehört ebenfalls zu seinem Aufgabengebiet.

Hauptaufgaben eines Hufschmieds

Im Fokus der Arbeit des Hufschmiedes steht das Ausschneiden und Beschlagen von Hufen. Hierunter sind neben Pferden häufig Esel oder Maultiere zu behandeln. Beim Ausschneiden der Hufe muss der Hufschmied über einige wichtige Grundkenntnisse verfügen, um das Tier durch die Behandlung nicht zu verletzen. Es kann bei unsachgemäßer Arbeit zu Verletzungen der empfindlichen Hornsubstanz im Inneren kommen. Zudem wird der Huf auf den Körperbau des Tieres zugeschnitten, sodass durch eine korrekte Arbeit des Hufschmiedes mögliche Fehlstellungen korrigiert werden können. Ein schief oder zu steil geschnittener Huf kann langfristig erheblichen Schaden auf den gesamten Körper nehmen. Die Arbeit des Hufschmiedes endet bei Pferden, die ohne weiteren Beschlag auskommen, nach dem Ausschneiden und Kürzen der Hufe.

Hufschmied Aufgaben

Ein Hufschmied beim Verrichten seiner Arbeit.

Das Beschlagen der Hufe folgt auf das ausgeführte Ausschneiden nur dann, wenn das Pferd einen Beschlag benötigt. Wenn Pferde besonders fühlig für diverse Untergründe sind oder in gewissen Turnierdisziplinen auf Eisen angewiesen sind, werden sie mit Hufeisen beschlagen. Ebenfalls wird hier auf korrekte Verwendung abgestimmter Materialien von Eisen und Nägel geachtet, um ein gesundheitlich unbedenkliches Schmiedeergebnis zu erzielen. Die Anpassung an die Hufgröße gehört selbstverständlich ebenfalls zu den Aufgaben des Hufschmiedes.

Neben der Bearbeitung von gesunden Hufen beschäftigt sich der Hufschmied außerdem mit Pferden, die an Hufkrankheiten leiden. In solchen Fällen muss der Schmied spezielle Beschläge wählen, die den Heilungsprozess unterstützen. Hier bieten sich unter anderem Klebeeisen an, die durch bestimmte Techniken angebracht werden. Neben dem Beschlagen mit Eisen benutzen viele Reiter Hufschuhe, welche ebenfalls durch moderne Hufschmiede angepasst werden können. Die Arbeit des Hufschmiedes ist von Pferd zu Pferd sehr unterschiedlich, die durchweg eine individuelle Behandlung erfordert. Der Hufschmied benötigt ein gutes Gespür und fundierte Kenntnisse über die Anatomie der Pferde, um eine ganzheitliche Behandlung durchführen zu können.

Wie viel verdient man als Hufschmied?

Während der Praktikumszeit wird meist kein Gehalt bezahlt. Nach abgeschlossener Ausbildung liegt das Einstiegsgehalt bei etwa 1.800,00 EUR und kann sich bis zu 3.000,00 EUR steigern. Im Bereich der Selbstständigkeit kann der Verdienst je nach Arbeitseinsatz variieren, aber dennoch über die Gehaltsspanne im Angestelltenverhältnis hinausgehen.

Hufschmied – Kompetenzen, Sachverstand & Fähigkeiten

Die Fähigkeiten eines versierten Hufschmiedes sind vielfältig. Neben der umfangreichen Ausbildung im Bereich der Metallverarbeitung ist der ausgebildete Hufbeschlagschmied außerdem durch berufliche Weiterbildungen nach gesetzlichen Verordnungen geschult. Aufgrund der sachgemäßen Ausbildung reichen die Kompetenzen des Hufschmiedes von Materialkenntnissen über dessen Verarbeitung und verschiedenste Techniken der Anbringung.

Zu den theoretischen Kenntnissen muss der Hufschmied über ausreichende praktischen Verstand im Umgang mit Tieren erweisen. Hierzu zählen neben der Anatomie der Pferde ebenfalls fundierte Kenntnisse über diverse Krankheitssymptome im Bereich des Hufes. Früher spezialisierten sich Hufschmiede außerdem auf die Behandlung von Zähnen der Pferde, wohingegen jedoch heutzutage eigens dafür ausgebildete Kollegen zum Einsatz kommen.

Hufschmied Ausbildung

Bei Hufschmieden kommt es neben den lernfähigen Kompetenzen auch auf ein gewisses Gespür für die Arbeit mit Tieren an.

Neben den lernfähigen Kompetenzen gehört unbedingt auch ein gewisses Gespür für die Arbeit mit Tieren. Nicht immer halten die zu behandelnden Pferde still, denn oftmals sind Jungtiere, Problempferde oder Schmerzpatienten unter den Kunden des Hufschmieds. Besonders in solchen Fällen wird dem Hufschmied jegliche Kenntnis im Umgang mit Pferden abverlangt. Feinfühligkeit gepaart mit Durchsetzungsvermögen muss vom Schmied erbracht werden, um am Ende eine Behandlung überhaupt möglich zu machen. Ein gewisses Maß an Geduld sollte der Hufschmied vor allem im Umgang mit schwierigen Pferden mitbringen.

Zu den eigentlichen Kenntnissen eines Hufschmiedes kommt obendrein, dass der Beruf überwiegend als selbstständige Tätigkeit ausgeführt wird, sodass Planung, Organisation und selbstständiges Arbeiten unbedingt notwendig ist, um den Beruf erfolgreich ausführen zu können. Eine gute körperliche Verfassung und ausreichende Kraft sind unabdingbar für die Ausübung des Berufes. Ein selbstsicheres und freundliches Auftreten verhilft darüber hinaus dazu, die Stammkundschaft aufrecht zu erhalten und Pferdebesitzer als neue Kunden zu gewinnen.

Wie kann man Hufschmied werden?

Bevor die Weiterbildung zum Hufbeschlagschmied begonnen werden kann, muss eine abgeschlossene Ausbildung im Metallgewerbe vorliegend. Anschließend folgt ein zweijähriges Praktikum, welches mit einer darauffolgenden Fachschulphase beendet wird. Abgeschlossen wird die Weiterbildung mit einer Prüfung.

Die Ausbildung zum anerkannten Hufbeschlagschmied

Die Schmiedelehre ist vor allem in Deutschland eine sehr aufwendige Ausbildung, welche weltweit bekannt und gefragt ist. Zunächst muss der anerkannten Weiterbildung zum Hufbeschlagschmied eine abgeschlossene Ausbildung zu Grunde liegen. Diese sollte passenderweise im Metallgewerbe abgeschlossen sein, um in der Verarbeitung der benötigten Materialien die nötige Grundkenntnis vorauszusetzen. Im anschließenden zweijährigen Praktikum werden vom Quereinsteiger der Metallbranche Erfahrungen gesammelt und praktische Kenntnisse erlangt.

Hierzu gehört neben dem Ausschneiden und Beschlagen der allgemeine Umgang mit Pferden, Eseln und Maultieren, welches durch den Ausbilder gelehrt wird. Die spezifische Verarbeitung von Materialien und das Herstellen von Beschlägen wird im Laufe dieser Zeit gelernt. Zudem besteht die Ausbildung aus Übermittlung von Fähigkeiten zur Vermeidung von Gefahren und das fachgerechte Verwenden verschiedener Werkzeuge, welche im Beruf des Hufschmiedes üblicherweise genutzt werden.

Theoretische Hintergründe zum Beruf des Hufbeschlagschmied werden anschließend im Weiterbildungskurs erlangt, welcher eine viermonatige Fachschulphase beinhaltet. Zum Ende der Ausbildung muss eine Abschlussprüfung absolviert werden. Die Dauer der Weiterbildung zum Hufbeschlagschmied beträgt damit etwas über zwei Jahre.

Für eine Ausbildung in Teilzeit muss weitaus mehr Zeit in Anspruch genommen werden. Nach erfolgreicher Beendigung der Ausbildung kann im Anstellungsverhältnis bei diversen Gestüten, Tierkliniken oder anderen Hufschmieden gearbeitet werden. Besonders häufig ist der Hufschmied jedoch selbstständig tätig und verwaltet seinen eigenen Kundenkreis.

Wann muss ich mit meinem Pferd zum Hufschmied?

Die Hufe des Pferdes sollten regelmäßig im Abstand von etwa acht Wochen durch einen Hufschmied überarbeitet werden. Eine frühzeitige Behandlung ist bei eintretenden Krankheiten oder stark abgenutztem Huf bzw. Eisen notwendig.

Verdienst – Das Gehalt eines Hufschmieds

Die Praktikumszeit während der Ausbildung ist normalerweise unvergütet. Später variiert das Einkommen sehr stark. Im Anstellungsverhältnis liegt das Einstiegsgehalt in etwa bei 1800,00 EUR, wobei diese Einschätzung sehr abhängig von Arbeitgeber und Arbeitsgebiet ist. Mehr als 3000,00 EUR monatliches Bruttoeinkommen ist trotz dem anspruchsvollen Beruf nicht zu erwarten.

Im Bereich der Selbstständigkeit kann durchaus höheres Einkommen erzielt werden. Mit Berücksichtigung des Talents und der Motivation hat der selbstständige Hufschmied eigene Wirkungskraft auf seinen monatlichen Verdienst. Die Kosten für Material und Werkzeuge sollte der Hufschmied gut kalkulieren, bevor er die Preise für seine Leistungen bestimmt. Zudem muss sich der selbstständige Hufschmied im Bereich der Unfallversorgung gut absichern.

Hufschmied Gehalt

Im Anstellungsverhältnis liegt das Einstiegsgehalt bei 1800,00 EUR, bei selbstständiger Tätigkeit hingegen bei um die 3000,00 EUR Brutto im Monat.

Wie oft muss ein Pferd zum Hufschmied?

Je nach Hufwachstum und Abnutzung der Hufe kann die Dauer zwischen den Hufschmiedbesuchen variieren. Grundsätzlich sagt man, der Huf sollte alle sechs bis acht Wochen behandelt und ausgeschnitten werden. Ebenfalls sollte der Hufbeschlag regelmäßig in diesem Zeitabschnitt kontrolliert werden. Eisen können sich je nach berittenem Untergrund stark abnutzen und womöglich sogar brechen. Um dem vorzubeugen, sollten Pferdehalter regelmäßig den Dienst des Hufschmiedes in Anspruch nehmen.

Sollten außerplanmäßig Eisen abfallen oder sich unkontrolliert lösen, wird dazu geraten schon vor Ablauf der regulären Kontrollzeit einen Termin zu vereinbaren. Es ist nämlich aufgrund der ungleichmäßigen Belastung nicht ratsam ein Pferd mit nur drei Beschlägen dauerhaft laufen zu lassen, zumal ein abgerissenes Eisen oftmals schmerzhafte Wunden hinterlassen kann, die möglichst eilig untersucht werden sollten. Wie oft der Hufschmied nun tatsächlich benötigt wird hängt somit von vielen Kriterien ab, jedoch kann im Normalfall von einer Zeitspanne zwischen sechs und acht Wochen ausgegangen werden.

Wer stellt einen Hufschmied ein?

Eine Vielzahl der Hufschmiede arbeiten auf selbstständiger Basis. Es gibt jedoch Tierkliniken, diverse Gestüte oder Hufschmiede mit großen Stammkundenkreis, die unter anderem Hufschmiede ins Anstellungsverhältnis nehmen.

Was kostet ein Hufschmied?

Die Preise der örtlichen Hufschmiede variieren, jedoch kann für eine Behandlung an sogenannten Barhufern ohne Beschlagen mit einem Preis von etwa 30,00 EUR für alle vier Hufe gerechnet werden. Beinhaltet sind dann meist das Ausschneiden, Kürzen und Raspeln der Hufe.

Das Beschlagen mit einfachen Eisen kostet meist für vier Hufe durchschnittlich 140,00 EUR. Manche Pferde sind nur hinten oder nur vorne beschlagen, sodass sich die Kosten dann selbstverständlich halbieren. Bei den Preisen kann es aber große Preisspannen geben, oftmals regional bedingt.

Orthopädische Beschläge oder bestimmte Sonderanfertigungen fallen je nach Aufwand teurer aus und sollten individuell mit dem Hufschmied besprochen werden. Stollen, Hufgrips oder andere Zusatzartikel und Zubehör werden dem einfachen Beschlagen im Materialwert aufgerechnet. Fahrtkosten oder andere anfallenden Kosten beispielsweise für Jungpferdebeschlag oder für extrem schwierige Pferde sollten im Vorfeld besprochen werden. Ebenfalls können zusätzliche Kosten für Notfallversorgung außerhalb der üblichen Arbeitszeit des Schmiedes anfallen.

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