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Suffolk

von Frederieke Wenning
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Das Suffolk (Pferd) wird auch als Suffolk Punch bezeichnet und ist eine britische, alte Pferderasse, die bereits Anfang des 16. Jahrhunderts erstmals erwähnt wurde. Das robuste Kaltblut ist als kräftiges Zugpferd bekannt, das über Jahrhunderte hinweg als Arbeitspferd in der Landwirtschaft eingesetzt wurde. Seinen Ursprung hat das Suffolk (Pferd) in der gleichnamigen englischen Grafschaft Suffolk, die an der Ostküste Englands liegt. Hier entwickelten sich auch durch Einkreuzung von anderen Pferderassen wie Cobs und Englischen Vollblütern äußerst kraftvolle und zugfähige Pferde. Alles über das Suffolk Pferd erfährst Du in diesem Artikel.

Die Bezeichnung Punch steht für klein und untersetzt – ein Hinweis auf das Exterieur, das sich durch einen massigen, bullig wirkenden Körperbau in Kombination mit einem nicht allzu großen Stockmaß von um die 165 Zentimetern auszeichnet. Geschätzt wird das Suffolk (Pferd) aber nicht nur für seine Robustheit und Zugstärke, sondern auch für sein ruhiges und umgängliches Wesen, seine hohe Ausdauer und seine Leichtfuttrigkeit. Dadurch ist es nicht nur in England, sondern auch auf dem internationalen Pferdemarkt beliebt. Das Zuchtbuch für die Rasse wird von der Suffolk Horse Society, dem englischen Zuchtverband, geführt.

Wichtige Daten zum Suffolk im Überblick

  • Ursprung: Großbritannien, England
  • Verbreitung: Europa, USA, Australien und Pakistan
  • Stockmaß: 160 bis 165 cm
  • Gewicht: bis zu einer Tonne
  • Erscheinungsbild: kräftig, rundlich
  • Farben: Fuchs
  • Haupteinsatzgebiet: Zug- und Lastenpferd
  • Alternative Namen: Suffolk Horse, Suffolk Sorrel

Herkunft und Ursprung der Pferderasse

Das Suffolk Punch zählt zu den ältesten Zugpferderassen der Welt. Es stammt ursprünglich aus dem Norden Englands und ist heute weltbekannt. Die Geschichte des Suffolks geht bis ins 15. und 16. Jahrhundert zurück. 1506 wurde die Rasse erstmals schriftlich erwähnt. Es wurde aus dem Norfolk Trotter, sowie dem Norfolk Job, gezüchtet. Die Bauern Englands waren damals auf der Suche nach einem starken Arbeitspferd, das den lehmigen und unregelmäßigen Böden im Norden Englands standhalten konnte. Viele Kaltblüter weisen Kötenbehang auf, der bei dieser Art von Untergrund sehr unpraktisch ist. Das Suffolk Horse verfügt über keinen Kötenbehang, weshalb sie sich ideal für die landwirtschaftlichen Arbeiten eigneten.

Zuerst wurde das Suffolk Punch nur in seinem Ursprungsgebiet gezüchtet, doch schon bald erlangte die Rasse Ansehen und Popularität. Im Laufe der Jahrhunderte hatten Eroberer und Einwanderer, darunter die Römer, aber auch Dänen, Sachsen und Norweger, ihre Pferde mitgebracht (beispielsweise Jüttländer, aber auch Rassen, die einem Halbblut oder Warmblut entsprechen) und mit einheimischen Pferden gekreuzt. Hieraus ist auch das Suffolk in seinem Ursprung hervorgegangen. Darüber hinaus wurden Suffolk-Stuten im 16. und 17. Jahrhundert mit flandrischen Hengsten angepaart, die einen ersten bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung der Rasse nahmen. Im Laufe des 18. Jahrhunderts wurden die Kaltblüter mit anderen englischen Rassen veredelt, darunter mit Norfolk Trabern, dem Englischen Vollblut und Cobs. Dadurch konnten die Leistungsfähigkeit und die Stärke der sehr zugkräftigen und extrem langlebigen Pferde noch einmal gesteigert werden. Alle heute existierenden Exemplare dieser Rasse gehen auf den Hengst Crisp’s Horse zurück. Dieser wurde im Jahr 1768 geboren und gilt als Begründer aller heute vertretenen Rasseschläge. Zu Lebenszeiten des Hengstes waren die Suffolks noch in allen Farben zu finden, doch dies änderte sich schlagartig, als der Hengst Blake Farmer seinen Beitrag zur Zuchtgeschichte leistete. Er vererbte das Gen für die Fuchs-Farbe so stark, dass seitdem nur Füchse dieser Rasse zu finden sind.

Das 19. Jahrhundert war eine der bedeutendsten Zeiten für das Suffolk Punch. Ein einheitliches Stutbuch wurde durch den gegründeten Zuchtverein „Suffolk Horse Society“ eingeführt. Außerdem erreichte die Rasse durch Auswanderer weitere Kontinente. Darunter Australien und Amerika. Im Laufe der Zucht wurden Warmblüter eingekreuzt.

Heute gibt es nur noch wenige Exemplare der Rasse. In Hollesley gibt es ein Besucherzentrum, das zugunsten der Rasse geführt wird, um die Rasseerhaltung zu unterstützen. Hier können Besucher ein Suffolk Punch für £15 adoptieren.

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Wie alt werden Suffolks?

Suffolks werden zwischen 20 und 25 Jahre alt.

Das Suffolk (Pferd) und sein Exterieur – ein schweres und kräftiges Zugpferd

Das Suffolk (Pferd) präsentiert sich als schweres und sehr kräftig gebautes Zug- und Arbeitspferd, wie es beispielsweise auch der dänische Jütländer ist, und erreicht ein Stockmaß von 163 bis 170 Zentimetern. Typisch sind der kräftige Nackenbogen und die stark bemuskelte, breite und große Schulterpartie, aber auch der große Kopf, der meist ein leicht ramsnasiges Profil aufweist. Die wachen Augen mit gutmütigem Ausdruck, die feinen, beweglichen Ohren und die breite Stirn verleihen ein ansprechendes Erscheinungsbild.

Der äußerst massige und kraftvolle Hals geht in einen gering ausgeprägten Widerrist, eine breite und tiefe Brust sowie in einen kurzen und kräftigen Rücken über. Auffallend sind darüber hinaus der tonnenförmige, gedrungene Rumpf, die weiten Hüftknochen und die muskulöse Kruppe. Der Schweif ist auffallend hoch angesetzt. Ebenso kräftig wie das bullig erscheinende Gebäude ist auch das massive Fundament mit seinen kurzen, stämmigen und robusten Beinen, den guten Fesseln sowie den vergleichsweise kleinen, aber harten und robusten Hufen. Die üppig bemuskelte Hinterhand zeichnet sich durch eine besonders gewaltige Kraft aus.

Rassetypisch ist für das Suffolk (Pferd) nicht zuletzt die Fellfarbe Fuchs, denn alle Pferde dieser Rasse sind ausschließlich Braun, variierend von Dunkelbraun über kastanienbraunen Fellfarben bis zu Goldbraun. In Großbritannien werden sieben Farbnuancen unterschieden, darunter Dunkelfüchse oder ein sehr helles Rotbraun. Weiße Markierungen, leichte helle Abzeichen und Einsprengsel können vorkommen, sind aber deutlich seltener als bei anderen vergleichbaren Pferderassen. Sowohl das dichte Langhaar am Schweif als auch die Mähne sind etwas heller als das ansprechend glänzende Fell. Der Kötenbehang ist, wenn überhaupt vorhanden, leicht ausgeprägt.

Wie groß werden Suffolks?

Suffolk erreichen ein Stockmaß zwischen 160 und 165 cm.

Das Interieur des Suffolks – umgängliche Pferde mit hervorragendem Charakter

Das Suffolk (Pferd) ist als gutmütige, starke und leicht zu führende Pferderasse bekannt, die sich sehr leistungsfähig zeigt. Kennzeichnend sind eine hohe Langlebigkeit, die außerordentlichen Zugkräfte und ein freundliches Wesen. Selbst im hohen Alter arbeitet ein Suffolk noch sehr gut und zeigt sich dabei vergleichsweise genügsam. Zugleich schätzen viele Besitzer die ausgesprochene Gelassenheit und das ausgeglichene Temperament. Noch dazu zeichnen sich Suffolks durch eine hohe Ausdauer, Arbeitswillen und Gehorsam aus – perfekte Eigenschaften für einen ausgezeichneten Charakter. Mit ihrer Zuverlässigkeit, Leistungsbereitschaft und Ruhe sind es nach wie vor ideale Zug- und Arbeitspferde. Nicht zuletzt ist die Leichtfuttrigkeit der Pferderasse zu nennen, die sich günstig für die Haltung auswirkt.

Wie schwer werden Suffolks?

Suffolks können bis zu einer Tonne schwer werden.

Wissenswertes rund um das Suffolk (Pferd)

Einsatzbereiche

Mit seiner Zuverlässigkeit, der enormen Stärke und Zugfähigkeit sowie seiner Ruhe ist das Suffolk (Pferd) bis heute ein hervorragend geeignetes Arbeitspferd, das als Last- und Zugpferd verwendet werden kann. In der Landwirtschaft kommt es heute aber nur noch selten zum Einsatz. Üblicher ist inzwischen die Verwendung als Showpferd sowie als Kutschpferd zum Ziehen von Gespannen. Für die Dressur und das Springen ist das Suffolk zwar nicht geeignet. Ob Stute, Hengst oder Wallach, wer sich auf dem breit gefächerten Pferdemarkt dennoch für ein Suffolk entscheidet, bekommt aber in jedem Fall ein zuverlässiges Pferd für Freizeitzwecke.

Kurioses

Das Suffolk (Pferd) ist auch außerhalb des Pferdesports zu finden, zum einen als Teil des Emblems des englischen Fußballvereins Ipswich Town F.C. Hierauf ist ein Wallach mit Fußball zu sehen. Aber auch ein Hersteller von Rasenmähern wurde auf die Pferderasse aufmerksam und benannte eines seiner Produkte als Markenzeichen nach dem Suffolk (Pferd). Schließlich sei der Rasenmäher ebenso robust und leicht manövrierbar wie das kräftige und leicht zu führende Zugpferd.

Wofür sind Suffolks geeignet?

Suffolks eigenen sich als Fahr- und Lastenpferde. Sie werden vorwiegend in der Landwirtschaft verwendet, können jedoch auch als Freizeitpferde genutzt werden.

Besondere Merkmale/Einsatzgebiete der Rasse

Das Suffolk Punch wurde sehr lange zu landwirtschaftlichen Zwecken eingesetzt, was vor allem auf seine körperliche Konstitution zurückzuführen ist. Doch die industrielle Revolution machte dem Suffolk Punch, wie vielen Arbeitspferderassen, einen Strich durch die Rechnung. Pferde wurden nach und nach durch Maschinen ersetzt und rund 100 Jahre nachdem sich die Technik etabliert hatte, war das Suffolk Horse vom Aussterben bedroht. Der Erhalt des Suffolks ist Liebhabern der Rasse zu verdanken, die die Zucht zielstrebig verfolgten und somit die Existenz des Suffolk Punch sicherten. Im Vereinigten Königreich gibt es derzeit nur mehr knapp 500 reinblütige Pferde dieser Rasse.

Bekannte Pferde der Rasse

Suffolks sind nicht nur für ihre Arbeitsleistung und ihr sanftes Gemüt bekannt. Man findet sie auch anderweitig. Das Wappen des Ipswich Town F.C., ein englischer Fußballclub, zeigt ein Suffolk Punch.

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