Startseite » Equines Sarkoid – Arten & Behandlungsmöglichkeiten der Hauttumore

Equines Sarkoid – Arten & Behandlungsmöglichkeiten der Hauttumore

von Pia Mross
0 Kommentar

Bei dem Equines Sarkoid beim Pferdhandelt es sich um einen Hauttumor, der in erster Linie Huftiere wie Pferde, Esel, Maultiere und Zebras befällt. Der Tumor gehört zu den gutartigen und streut nicht in die Organe des Pferdes. Er beeinträchtigt auch nicht die Lebenserwartung der Tiere und ist in den meisten Fällen nur ein kosmetisches Problem. In diesem Artikel erfährst Du, wie Du als Halter den Equines Sarkoid erkennst und welche Behandlungsmethoden es bei Equinen Sarkoiden bei Pferden gibt.

Equines Sarkoid: Krankheitssteckbrief

Was sind Equine Sarkoide?

Der Equine Sarkoid ist ein Hauttumor, der sich im Bindegewebe der Haut bildet und am gesamten Körper eines Pferdes auftreten kann. Besonders oft finden sich die gutartigen Tumore am Kopf, den Beinen und am Bauch des Pferdes. Seltener können die auch am Hinterteil oder dem Rücken auftreten. Gerade bei letzterem ist es sinnvoll die Tumore entfernen zu lassen, da sie sind beim Reiten zum Problem für das Pferd werden können. 

Das Aussehen der Tumore kann sehr unterschiedlich sein. Oft haben sie ein fleischiges Aussehen, woher auch der Name stammt. Doch sie können auch wie Warzen oder Hautpilze erscheinen. Sie können zudem als Knoten unter der Haut auftreten, wenn sie sich in den tieferen Hautschichten bilden. Die Equinen Sarkoide sind schnell wachsende Tumore, die auch nach einer Entfernung wiederkommen können. Doch es handelt sich um gutartige Tumore, die nicht streuen und auch keinen Einfluss auf die Lebenserwartung der Pferde haben.

Was ist ein Equines Sarkoid beim Pferd?

Hierbei handelt es sich um einen Hauttumor, der meist gutartig ist und durch Viren ausgelöst wird. Der Tumor kann in unterschiedlichen Formen auftreten und findet sich vor allem an Stellen, wo das Pferd nur wenig oder kein Fell hat.

Die unterschiedlichen Arten des Equines Sarkoid

Es gibt unterschiedliche Arten von Equines Sarkoids, die sich in erster Linie im Aussehen und der Viruslast unterscheiden. Bei den Arten mit hoher Virenlast vermehren sich die Tumore in der Haut und verändern oft ihre Größe. Ein Pferd kann mehrere Arten der gutartigen Tumore zur selben Zeit haben.

  • Okkulte Sarkoide: Hierbei handelt es sich um eine Tumorart, die sich unter der Haut bildet und an der Hautoberfläche meist nur eine leicht geschwollene haarlose Fläche bildet. Diese Form ist besonders harmlos, wächst nur sehr langsam und kann Jahre lang unverändert bleiben. Es kommt auch vor, dass sich bei den okkulten Sarkoiden Schuppen oder eine verhornte Haut über dem Tumor bildet. Meist finden sich die Tumore an eher haarlosen Stellen, wie den Augen, dem Maul des Pferdes oder den Lenden.
  • Verruköse Sarkoide: Die verruköse Sarkoide gelten zwar als eigene Tumorart, dennoch können sie sich aus den okkulten Sarkoiden entwickeln. Sie sind in erster Linie in den Ohren, den Achselhöhlen und den Leisten- sowie der Scheiden-Gegend zu finden. Sie haben die Form von knubbeligen Warzen und haben ein größeres Wachstum als die oekkulten Sarkoide. Dennoch gelten sie als gutartig und führen meist erst zu Problemen, wenn die verletzt werden, denn dann können sie sich in die fibroblastischen Sarkoide verwandeln.
  • Noduläres Sarkoid: Die nodulären Sarkoide sind ebenfalls eine veränderte Form der okkulten Sarkoide. Hierbei bilden sich auf den okkulten Sarkoiden weitere meist knotenartige Tumore. Sie können allerdings auch eingekapselt in der Haut vorkommen, zeichnen sich besonders durch ihre klar fühlbare Abgrenzungen aus und lassen sich unter der Haut bewegen. Sie machen im Anfangsstadium keine Probleme, doch wenn sie wachsen wird die Haut dünner und kann aufplatzen, dann werden sie zu fibroblastischen Sarkoiden.
  • Fibroblastische Sarkoid: Bei den fibroblastischen (faserbildende) Sarkoiden handelt es sich um eine weniger harmlose Variante. Sie entwickelt sich meist aus einer der anderen Formen und ist durch ihr auffallend rot, fleischig und geschwürartiges Erscheinungsbild deutlich zu erkennen. Die Geschwüre platzen leicht auf und können stark bluten. Als reine Form ohne eine der vorherigen Tumorformen treten sie nur sehr selten auf. Dennoch neigen sie nicht zum Streuen in innere Organe und sind somit gutartig.
  • Malevolentes Sarkoid: Diese Form des Sarkoids tritt nur sehr selten auf und gilt als die aggressivste Variante. Es findet sich vor allem am Kopf des Pferdes und am Hals. Es entsteht meist, wenn ein fibroblastisches Sarkoid verletzt wird. Hier werden auch die Lymphbahnen befallen und eine Verbreiterung am Körper tritt häufig auf.
Equines Sarkoid: Tierärztin untersucht ein Pferd.

Das Aussehen der Tumore kann sehr unterschiedlich sein. Oft haben sie ein fleischiges Aussehen, woher auch der Name stammt.

Ist Equines Sarkoid ansteckend?

Die gutartigen Tumore gelten als ansteckend, wie alle Viruserkrankungen. Daher ist eine gute Stallhygiene unverzichtbar im Behandlungsplan, um andere Tiere zu schützen.

Entstehung eines Equinen Sarkoid

Auslöser für die Bildung von Equines Sarkoid sind Viren, die sich in der Haut ansiedeln – um genauer zu sein die Bovine Papillomaviren (BPV) des Typs 1 und 2. Sie finden sich auf der Haut der Pferde und auch auf der Haut von uns Menschen und gelten bei Experten für die Ursache der Tumorbildung. Die Viren sind in der Haut und teilweise auch in den Blutzellen. Wenn sich ein Pferd verletzt – selbst wenn es nur eine leichte Hautabschürfung ist oder eine Schramme – können die Viren beim Heilungsprozess stören und die Tumore verursachen. Beim Verheilen einer Wunde wird die Zellteilung angeregt, um schnell die Verletzung zu verschließen, ist das Pferd Träger des Virus, vermehren sich die BPV-Erbinformationen mit und es bildet sich der Hauttumor

Die Viren finden sich zwar in der Haut, jedoch ist nicht jedes Tier davon betroffen. Deshalb sollte ein Pferd mit den Equines Sarkoid nicht mit unbefallenen Tieren zusammenstehen, da diese sonst auch mit den Viren befallen werden können und es zur Tumorbildung kommen kann. 

Es gibt allerdings auch Mücken, die beim Stechen die Viren übertragen. Die Viren können auch längere Zeit auf Oberflächen existieren, dort von Insekten aufgenommen werden und auf das nächste Pferd übertragen werden. Daher ist eine umfangreiche und gründliche Stallhygiene sehr wichtig, um andere Tiere zu schützen.

Wie erkennt man ein Equines Sarkoid?

Die gutartigen Tumore liegen in der Haut und dem Bindegewebe und zeigen sich als Knötchen, Warzen, fleischige Pusteln oder wie pilzartige Gewächse.

Equines Sarkoid diagnostizieren

Obwohl jeder Besitzer die Equinen Sarkoide schnell an ihrem Aussehen erkennen kann, sollte die Diagnose immer von einem Tierarzt gestellt werden, der klinische Tests am Gewebe durchführt. Dies geschieht, damit der Tierarzt sicher sein kann, dass es sich nicht um eine andere Art von Hauttumor, einer Warze, einem Pilz oder Narbengewebe handelt. 

Behandlung eines Equinen Sarkoid

Während früher in erster Linie die Tumore in einer Operation entfernt wurden, wird dies mittlerweile nur noch in seltenen Ausnahmefällen gemacht, denn jede Verletzung am Tumor führt zu einem Wachstumsschub und einer Verbreiterung des Tumorgewebes. Es kann auch zu einer Umwandlung in eine der aggressiveren Formen des Tumors begünstigen. Anstelle des Eingriffes wird daher zu nicht-operativen, chemotherapeutischen oder immunologischen Behandlungen gegriffen. 

Dabei gilt immer: je früher die Behandlung startet, umso besser sind die Heilungs- und Erfolgschancen. Welche Behandlungsmethode den größten Nutzen bringt, hängt immer vom Stadium und der jeweiligen Form des Tumors ab. Bei den harmlosen Varianten und einer frühen Behandlung wird meist versucht den Tumor abzubinden oder abzufrieren. Einige Salben, die der Tierarzt verschreiben kann, führen ebenfalls zu guten Ergebnissen. Hier ist besonders die Aciclovir Salbe zu erwähnen, die die Viren bekämpft und Aloe Vera Gel. Das Bienenprodukt Propolis hat eine antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung und kann gerade bei den okkulten Sarkoiden helfen.

Als noch recht neue Methode können BCG-Vakzinen geimpft werden. Dabei wirkt der Impfstoff nur an der direkten Umgebung der Einstichstelle und steigert die körpereigene Abwehr gegenüber den Viren in den Tumoren. Idealerweise kommt es dadurch zu einer Abstoßungsreakti.on und der Körper des Pferdes kann selbst den Tumor vorgehen. Besonders gut wirkt diese Methode bei Tumoren im Bereich des Kopfes

Im fortgeschrittenen Stadium und bei den aggressiveren Arten der Equines Sarkoide hilft meist nur noch eine radikale Behandlung wie die Bestrahlung und die Chemotherapie. Diese führt zwar meist zu einem positiven Ergebnis, jedoch ist die Behandlung sehr kostspielig und auch für das Pferd stressig und anstrengend. Tierärzte nutzen diese Methode daher nur selten und als letztes Mittel gegen die Equines Sarkoide.

Equines Sarkoid: Dem Pferd wird etwas in in die Lippe gespitzt.

Während früher in erster Linie die Tumore in einer Operation entfernt wurden, wird dies mittlerweile nur noch in seltenen Ausnahmefällen gemacht. 

Wie behandelt man ein Equines Sarkoid?

Je nach Art und Stadium des Equinen Sarkoid gibt es verschiedene Behandlungsmethoden. Oft wird mit Futterzusätzen, Salben, chirurgischen Eingriffen, Bestrahlung oder Impfungen gearbeitet.

Weitere Behandlungsmöglichkeiten

Da die Equines Sarkoide zu den gutartigen Tumoren gehören, ist auch eine sanfte Behandlungsmethode durch Futterzusätze möglich. Meist hilft dies aber nur, wenn die Tumore noch im Anfangsstadium sind und dem Pferd keine Probleme bereiten. So kann Oregano mit seiner antioxidativen Wirkung helfen, das Wachstum aufzuhalten und die Tumore schrumpfen lassen. Zudem können Hagebutte und Rote Beete dem Pferd helfen. Sehr gute Wirkungen werden in Kombination mit einer Behandlung mit den speziellen Salben erzielt.

Eine Stärkung des Immunsystems durch Futterzusätze kann das Pferd ebenfalls bei der Heilung unterstützen, jedoch sollte immer ein Tierarzt mit einbezogen werden, der die Entwicklung der Equine Sarkoide überwacht und ggf. andere Behandlungsmethoden empfiehlt.

Equines Sarkoid vorbeugen

Neben einer passenden Behandlung sind vor allem vorbeugende Maßnahmen im Kampf gegen die Equines Sarkoide sinnvoll. Da es sich um eine Virusinfektion handelt, ist diese unter Pferden ansteckend. Ist ein Tier in einem Stall betroffen, sollte daher umgehend eine Isolierung von den gesunden Pferden erfolgen und eine strenge Stallhygiene eingehalten werden. Die Viren können auch auf Oberflächen überleben, wo andere Pferde sie aufnehmen oder Insekten diese auf das nächste Pferd übertragen. Putz-, Sattelzeug und Decken, sowie Gamaschen und Bandagen sollten nicht mit anderen Pferden geteilt werden, denn gerade über diese Pflege und Ausrüstungsgegenstände verbreitet sich das Virus schnell und kann die anderen Pferde im Stall anstecken. 

Ein regelmäßiges Reinigen dieser Gegenstände ist zudem eine vorbeugende Maßnahme. Die Box sollte regelmäßig gereinigt werden, damit sich potenzielle Viren nicht festsetzen und damit Insekten nicht angezogen werden, die das Virus ebenfalls verbreiten können.

Befallen Equines Sarkoid auch andere Huftiere?

Die Equinen Sarkoide kommen beim Pferd, bei Eseln, Maultieren und bei Zebras vor. Die Tumore werden durch Viren ausgelöst, die sich auf der Haut finden, durch Verletzungen in das Innere des Körpers eindringen und dann zu den Tumoren führen können.

Beliebte Pferde im ehorses Marktplatz

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar

* Mit der Nutzung der Kommentarfunktion erklärst Du Dich mit der Speicherung und Verarbeitung Deiner Daten durch diese Website einverstanden.