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Friesenpferd

von Frederieke Wenning
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Friesenpferde zählen zweifellos zu den bekannteren Rassen, denn die schwarzen Pferdeschönheiten ziehen mit ihrer imposanten Erscheinung aus dunklem, glänzenden Fell und üppigem Langhaar schnell in ihren Bann. Waren sie zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch vom Aussterben bedroht, so erfreuen sich Friesenpferde heute auch aufgrund ihres reizvollen Exterieurs großer Popularität. Alles über das Friesenpferd erfährst Du in diesem Artikel.

Die wichtigsten Daten zum Friesenpferd im Überblick

  • Ursprung: Westfriesland in der Niederlande
  • Hauptzuchtgebiet: Niederlande
  • Verbreitung: Starke Verbreitung im gesamten europäischen Raum
  • Stockmaß: 155-175 cm
  • Gewicht: 550-745 kg
  • Erscheinungsbild: Kräftiger, gut bemuskelte pro Körper, großer, ausdrucksstarker Kopf, häufig konvex gebogen, dunkle, große Augen, oftmals im Verhältnis zum Kopf relativ kleine, sichelförmig gebogene Ohren, hoch angesetzter, muskulöser, geschwungener Hals, gerader, mittellanger Rücken mit ausgeprägter Rippenwölbung, muskulöse, lange Kruppe, besonders stark ausgeprägtes, welliges Langhaar und Kötenbehang, starke, große Hufe
  • Farben: ausschließlich Rappen erwünscht
  • Haupteinsatzgebiet: Freizeit, Dressur, Show, Fahren

Was ist ein Friesenpferd?

Ein Friesenpferd, auch bekannt als Friese, ist ein niederländisches Warmblut, das durch seinen imposanten Körperbau, seine lackschwarze Färbung und seine schwungvollen Gänge besonders majestätisch erscheint. Das ist auch der Grund dafür, weshalb es vor allem in Europa zu den beliebtesten Pferderassen zählt.

Zuchtgeschichte des Friesenpferdes

Die Zuchtgeschichte der heute verbreiteten Friesenpferde beginnt im 16. und 17. Jahrhundert, in der Zeit der Besetzung der Niederlande durch die Spanier. In der Provinz Friesland, seither namensgebend für die markante Pferderasse, wurde der regionale, eher kaltblütige Pferdetyp erstmals mit iberischen Pferden gekreuzt, wodurch sich die heute als Friesen bekannte Rasse herausbildete. Diese war nicht nur als Arbeitspferd beliebt, sondern wurde vor allem ab Beginn des 18. Jahrhunderts auch als majestätisches Zugpferd vor den leichten, eleganten Kutschen der herrschaftlichen Häuser eingesetzt.

Im Laufe des 19. Jahrhunderts ging die Nachfrage nach Friesenpferden allerdings deutlich zurück, sodass 1913 nur noch drei Hengste verblieben waren. Engagierten Züchtern ist es zu verdanken, dass die Zucht der alten Rasse wiederbelebt wurde, zumal Friesenpferde als einzige niederländische Pferderasse auch ein Stück Kulturgut darstellen. War in den Anfängen der Zucht durch die Einkreuzung von spanischen Pferden noch eine Zuführung von rassefremdem Blut erfolgt, so wurde der geringe Bestand nunmehr allein durch Reinzucht innerhalb der verbliebenen Population vergrößert. Das im Jahr 1879 gegründete Zuchtbuch ist dementsprechend geschlossen.

Friesen Verkaufspferde bei ehorses

Wie schwer werden Friesen?

Friesen zählen eher zu den schweren Pferderassen und bringen zwischen 550 und 750 Kilogramm auf die Waage.

Exterieur der Friesenpferde

Friesenpferde erreichen je nach Geschlecht und Alter ein Stockmaß von 155 bis 170 Zentimetern und fallen naturgemäß vor allem durch ihre dunkle Fellfärbung ins Auge. Ob Stute oder Hengst, jeder Friese ist rassetypisch ein Rappe, wobei Schattierungen durchaus vorkommen. Natürliche Abzeichen sind entsprechend des Zuchtziels bis auf einen Stern bei Stuten nicht erwünscht. Markant ist zudem das üppige Langhaar mit voller Mähne, langem Schweif und deutlichem Kötenbehang.

Das Gebäude der Friesenpferde präsentiert sich mit einem trockenen Kopf mit guter Ganaschenfreiheit und großen Augen sowie einer gut geformten Halsung. Der harmonische Körperbau wird durch einen mittellangen, sich zum Kopf hin verjüngenden Hals, eine schräge und lange Schulter sowie durch einen markanten Widerrist bestimmt. Der leicht geschwungene Rücken ist gut bemuskelt und mittellang, während sich die muskulöse und lange Kruppe mit einer tiefen Behosung zeigt. Das Fundament sollte korrekt und trocken mit klaren, großen Gelenken erscheinen. Bedeutend sind zudem gut geformte Hufen und eine mittellange Fesselung.

Friese im Schnee

Markant ist zudem das üppige Langhaar mit voller Mähne, langem Schweif und deutlichem Kötenbehang.

Wie groß kann ein Friese werden?

Friesen erreichen ein Stockmaß zwischen 155 und 175 cm.

Interieur der Friesenpferde

Umgänglich und zuverlässig – das Friesenpferd zeichnet sich durch ein unkompliziertes und nervenstarkes Wesen aus und ist durch seine Vielseitigkeit hervorragend für den Reitsport, aber auch das Fahren geeignet. Hierbei bringt der Friese seine ganze Kraft, reichlich Geduld und Sanftmut ein. Erwünscht sind stets eine ausgeprägte Charakterstärke, ein ausgeglichenes Temperament und eine robuste Gesundheit mit einem hohen Maß an Belastbarkeit.

Friesenpferde im Video

Ist ein Friese ein Kaltblut?

Auch wenn der Friese sehr kräftig und kompakt erscheinen mag, zählt er mit seiner Zuchtlinie, seinem Temperament und seinen Einsatzgebieten dennoch zu den Warmblütern.

Besondere Merkmale und Einsatzgebiete der Rasse

Die „schwarzen Perlen“

Friesen gelten als sehr majestätisch und erfreuen sich aufgrund ihrer ausgeprägten Schönheit insbesondere in Europa ausgesprochener Beliebtheit. Ihre imposante Erscheinung gepaart mit dem welligen Langhaar und dem schwarzen, glänzenden Fell hat ihnen den Spitznamen „schwarze Perle“ eingebracht. Die reinrassige Zucht auf diese eleganten, ausschließlich schwarzen Tiere hat jedoch auch ihre Schattenseiten: Das Erbgut der Tiere liegt bei vielen von ihnen so dicht beieinander, dass es notwendig ist, einen Inzuchtfaktor mit anzugeben. So soll die Verpaarung von zu eng verwandten Pferden vermieden und die Verbreitung von durch Inzucht bedingten Krankheitsbildern so gering wie möglich gehalten werden.

Bewegungsfanatiker

Auch, wenn die ruhigen, ausgeglichenen Tiere erstmal eher gemütlich wirken, besitzen sie einen aufgeweckten, gelehrigen Charakter und lieben Bewegung und Abwechslung. Aus diesem Grund sind Friesen überhaupt nicht zur strengen Haltung in Boxen geeignet. Sie bevorzugen weitläufige Wiesen und offene Stallungen. Aufgrund ihrer schwarzen Färbung sollte man im Sommer jedoch auf jeden Fall darauf achten, dem Friesenpferd genug Möglichkeiten zu geben, um Schutz vor der prallen Sonne zu finden. Das dunkle Fell heizt sich schnell auf und wird in Kombination mit dem dichten Langhaar schnell zu einer Belastung an warmen, sonnigen Tagen.

Wenn man sich ein Friesenpferd hält, sollten lange Ausritte und eine abwechslungsreiche Beschäftigung mit dem Tier an der Tagesordnung stehen, damit es sein volles Potential entfalten kann und sich rundum wohlfühlt.

Pflegebedürftig

Aufgrund des besonders ausgeprägten Langhaars sowie der starken Kötenbehaarung zählt das Friesenpferd zu den eher pflegeintensiveren Rassen. Das bedeutet jedoch nicht, dass Mähne und Schweif regelmäßig gekämmt werden sollten – im Gegenteil: Zu häufiges Kämmen und Waschen dünnt sie binnen kurzer Zeit aus. Einmal ausgedünnt braucht es Jahre, bis Mähne und Schweif wieder dicht und lang sind.

Um das Langhaar eines Friesen richtig zu pflegen, sollte es regelmäßig und besonders sorgfältig mit der Hand verlesen werden. Damit er sich nicht mit seinen Hufen auf den Schweif tritt, sollte er in regelmäßigen Abständen vorsichtig mit der Schere gekürzt werden.
Wichtig ist auch, dass der Kötenbehang gut gepflegt wird. Dazu gehört vor allem das regelmäßige Prüfen des Bodenbelags, um diesen so trocken wie möglich zu halten. Durch die kräftige Behaarung an den Fesseln staut sich dort leicht Feuchtigkeit an. Dies führt unbehandelt schnell zu Mauke und anderen Erkrankungen.

Ein Pferd für die Show

Das Friesenpferd hat sich in den letzten Jahren zu einem der beliebtesten Showpferde entwickelt. In kaum einer Pferdeshow fehlen die majestätischen Tiere, die besonders bei der klassischen oder barocken Reitweise eine gute Figur machen. Auch im Dressursport kann man die Imposanz und Ausdruckskraft der schwarzen Kraftbündel immer häufiger bewundern.

Ambitionierten Freizeitreitern kann der Friese ein verlässliches Lehrpferd sein, mit dem man in allen möglichen Bereichen viel Spaß haben kann. Auch im Fahrsport werden Friesen häufig eingesetzt. So werden sie besonders gerne bei Hochzeiten oder anderen, besonderen Events als Kutschpferde eingesetzt, um dem Ambiente den letzten Schliff zu verleihen.

Was sind die Einsatzgebiete des Friesenpferdes?

Friesen werden vor allem im Dressursport, als Show- und Barockpferd oder als Fahrpferd eingesetzt. Auch ambitionierten Freizeitreitern kann der Friese eine tolle Begleitung sein.

Erbkrankheiten des Friesenpferdes

Leider treten beim Friesen immer wieder Erbkrankheiten auf. Dies liegt nicht zuletzt an ihrer Zuchtgeschichte, in denen zur Reinerhaltung der Rasse häufig eng verwandte Tiere miteinander gepaart wurden. Um dies zu vermeiden, wird bei jedem Friesen inzwischen stets ein Inzuchtfaktor mit angegeben. Studien haben herausgefunden, dass Friesen im Vergleich zu anderen Pferderassen einen erhöhten Abbau von Kollagen im Gewebe zu haben scheinen. Forscher sind sich sicher, dass man damit die hohe Anfälligkeit für die verschiedenen Erbkrankheiten erklären kann.

Die häufigsten, erblichen Krankheitsbilder beim Friesen sind:

  • Zwergwuchs
  • Hydrocephalie
  • Megaösophagus
  • Aortenruptur
  • Primäre Magenruptur

Sind Friesen für Anfänger geeignet?

Friesen sind sehr zuverlässige und menschenbezogene Tiere. Allerdings sind sie auch sehr willensstark, sensibel und lieben Abwechslung. Ihr schwungvoller Gang ist nicht immer leicht zu sitzen und erfordert einiges an reiterlichem Können. Damit können sie einen Anfänger schnell überfordern.

Bekannte Pferde unter den Friesen

Seine schöne, eindrucksvolle Erscheinung hat den Friesen zu einem der beliebtesten Film- und Fernsehpferde der heutigen Zeit gemacht. Kaum ein Film, in denen Pferde beteiligt sind, kommt ohne die Teilnahme dieser edlen Pferderasse aus. So spielten sie bereits in bekannten Filmen wie „Eragon“, „Die Chroniken von Narnia“, „Snow White and the Huntsman“, „Die Tribute von Panem“ und „Der Tag des Falken“ mit.

Besondere Bekanntheit erlangte der Friesenhengst „Frederik the Great“ der besonders in den USA als das schönste Pferd der Welt tituliert wurde.

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