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Spanische Pferde – Unterschiede zwischen P.R.E., Andalusier & Co.

von Michelle Holtmeyer
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Spanische Pferde gewinnen zunehmend an Beliebtheit. Unter den spanischen Pferden findet man eine Vielzahl von Rassen. Um dabei den Überblick zu behalten, listen wir die wichtigsten Merkmale auf und zeigen Dir, welche Unterschiede zwischen den spanischen Pferden bestehen.

P.R.E. – Pura Raza Española

Spanische Pferde: P.R.E. im Portrait

Pura Raza Española bedeutet übersetzt “Pferde reiner spanischer Rasse”.

Pura Raza Española bedeutet übersetzt “Pferde reiner spanischer Rasse”. Ein spanisches Pferd kann nur als P.R.E. bezeichnet werden, wenn beide Eltern volle Papiere besitzen, beide im Stutbuch der ANCCE registriert und zudem gekört sind. Bei den P.R.E.s erkennt man gekörte Pferde, wenn sie im Online-Stutbuch eine gelbe, rote, blaue, grüne oder goldene Schleife neben ihrem Namen haben.

Dabei ist die gelbe Schleife ein Zeichen für die Basiskörung während die andersfarbigen Schleifen die Eltern als besonders gute Zuchttiere hervorheben. Willst Du also wissen, ob ein Pferd ein P.R.E ist, solltest Du den vollständigen Namen im Online-Stutbuch nachschlagen. Nur in wenigen seltenen Fälle sind die reinrassigen P.R.E.s dort nicht verzeichnet, dann ist es aber möglich, das Tier nachträglich eintragen zu lassen.

Das spanische Stutbuch wurde 1912 eingeführt. Damit sind die Pura Raza Espanola eine noch sehr junge Rasse. Viele Menschen denken, dass es unter den P.R.E. Pferden nur Schimmel gibt. Diese Annahme ist falsch. Es existieren so wie bei der deutschen Warmblutzucht auch Braune, Dunkelbraune und Rappen.

Auch Füchse sind seit 2003 anerkannt. Schecken sind jedoch nicht zur Zucht zugelassen. So wird man wohl eher unter den Andalusiern, also den nicht vom spanischen Zuchtverband anerkannten Pferde, Schecken finden. Das Zuchtziel ist es ein bequem zu reitendes Pferd mit großer Versammlungsbereitschaft, erhabener Haltung, dichter Mähne und harmonischen Gängen zu ziehen.

Was heißt Pferd auf Spanisch?

Das spanische Wort für Pferd ist Caballo.

Spanische Pferde: Wie sich der Andalusier vom P.R.E. unterscheidet

Viele Menschen setzen P.R.E.s und Andalusier auf eine Ebene. Das stimmt jedoch nicht, denn während es sich bei P.R.E.s um reinrassige spanische Pferde handelt, ist ein Andalusier ein Pferd, das zwar eine spanische Abstammung besitzt, bei dem aber mindestens ein Elternteil weder im Zuchtverband registriert und/oder nicht gekört ist. So kann das Pferd nicht beim Zuchtverband registriert werden und erhält dementsprechend nicht die Papiere eines P.R.E.s., sondern lediglich einen einfach Equidenpass.

Die Andalusier kommen also gar nicht unbedingt aus Andalusien. Allerdings gibt es in der Region Andalusien einige große Zuchtstätten und die Königlich-Andalusische Reitschule, welche sich in der Stadt Jerez de la Frontera befindet. Für den nächsten Urlaub in Spanien sollte also auf jeden Fall ein Tag in Jerez de la Frontera eingeplant werden. In dieser Stadt befindet sich auch das Kloster der Kartäusermönche, die im 15. Jahrhundert mit der Zucht der Kartäuser-Pferde begonnen haben. Ein wirklich geschichtsträchtiger Ort für alle Liebhaber der iberischen Pferde.

Unter den spanischen Pferden werden die Kartäuser oder auf Spanisch „Cartujano“ als besonders edel angesehen. Das Kartäuser-Pferd ist eine Zuchtlinie innerhalb der P.R.E. und wurde ursprünglich von den Kartäusermönchen gezüchtet. Die Mönche achteten bei ihrer Zucht ganz besonders auf die Reinheit der Rasse und so waren die Pferde, von denen es immer nur wenige gab, sehr gefragt. Allerdings ist die geschichtliche Entstehung nicht ausführlich dokumentiert. Man wird auch heute kaum vollständige Zuchtpapiere eines Kartäuserpferdes nachweisen können.

Spanische Pferde: Andalusier in der Natur

Der Andalusier ist ein Pferd, das zwar eine spanische Abstammung besitzt, bei dem aber mindestens ein Elternteil weder im Zuchtverband registriert und/oder nicht gekört ist.

Was ist der Unterschied zwischen einem Andalusier und einem PRE?

Der P.R.E ist ein reinrassiges spanisches Pferd mit vollen Papieren, welches vom Zuchtverband anerkannt ist. Der Andalusier ist ein Pferd ohne vollständige Papiere. Der Begriff wird oft nur als Oberbegriff genutzt und ist eher unscharf definiert.

P.S.L. – Puro Sangue Lusitano

Beim P.S.L. kann es sich um einen reinrassigen Lusitano handeln, also um die Pferderasse Portugals. Im Jahr 1967 wurden die Stutbücher der beiden Länder getrennt, sodass es sich um ganz unterschiedliche Pferderassen handelt. Ein Pferd ist dann ein P.S.L., wenn beide Elternpferde volle Papiere besitzen, im P.S.L.-Stutbuch registriert und zudem gekört sind. Man erkennt die registrierten Pferde an der so genannten LGN Nummer.

Handelt es sich um ein gekörtes Pferd, besitzt dieses eine LGA-Nummer. Ein Vierbeiner kann also nur als P.S.L. eingetragen werden, wenn die Elterntiere sowohl LGN- und LGA-Nummer vorweisen können. Willst Du wissen, ob ein Pferd ein P.S.L. ist, solltest Du den vollständigen Namen im Online-Stutbuch nachschlagen. Man kann zusammenfassend sagen, die P.R.E. sind die reinrassigen Pferde der Spanier und die P.S.L. sind die der Portugiesen.

Spanische Pferde: Lusitano und die Unterschiede zum P.S.L.

Auch  die P.S.L.s und Lusitanos oftmals als eine Pferderasse angesehen. Ein Lusitano ist aber ein Pferd, das eine portugiesische Abstammung vorweisen kann und bei dem mindestens ein Elternteil nicht im Zuchtverband registriert oder nicht gekört ist. Die Verwendung des Begriffs „Lusitano“ ist ausschließlich für bei der APSL eingetragene Pferde erlaubt.

Es gibt also für portugiesische Pferde kein „Äquivalent“ entsprechend dem „Andalusier“ bei den spanischen Pferden. Jedes Pferd in Portugal, das nicht reinrassig ist, oder von nicht gekörten Eltern abstammt, ist ein Cruzado, was auch in Portugal so gehandhabt wird.

Trotz der nahen Verwandschaft zu den spanischen Pferden hat der Lusitano ein etwas anderes Erscheinungsbild. Man sieht ihm die Abstammung von den Sorraia Pferden vor allem durch die geschwungen konkave Nasenlinie noch etwas mehr an. Sie wurden für Stierkampf und Dressur gezüchten, wodurch sie besnders wendig sind und gleichzeitig eine hohe Versammlungsbereitschaft aufweisen.

So wie bei den Andalusiern das Kartäuser-Pferd ist für die Lusitanos der Alter Real eine eigene Zuchtlinie. Der Alter Real ist jedoch deutlich bekannter als das Kartäuser-Pferd und wird auch oft als eigene Rasse bezeichnet. Diese Pferde waren insbesondere für die portugiesische Hofreitschule vorgesehen und sind meist Braune.

Spanische Pferde: Lusitano von der Seite im Galopp

Ein Lusitano ist ein Pferd, das eine portugiesische Abstammung vorweisen kann

Cruzado – Die Kreuzung

Oftmals liest man darüber hinaus den Begriff Cruzado. Damit ein Pferd gemeint, das durch eine Kreuzung von Lusitanos bzw. P.S.L.s und Andalusiern bzw. P.R.E.s entstanden ist. Jedes Pferd in Portugal, das nicht reinrassig ist, oder von nicht gekörten Eltern abstammt, ist ein Cruzado, was auch in Portugal so gehandhabt wird. Auch P.S.L. und P.R.E. können gekreuzt werden oder P.S.L./P.R.E. mit ganz unterschiedlichen Rassen. Folglich können die Tiere jedoch nicht im Zuchtbuch registriert werden und erhalten keine Zuchtpapiere. Es werden gerne Vollblüter mit den iberischen Pferden gekreuzt.

Werden spanische Pferde anders geritten?

Spanische Pferde können genauso in der Dressur geritten werden wie andere Pferde. Allerdings muss durch die hohe Versammlungsbereitschaft und erhabene Haltung, die sie der Körperbau mit sich bringt, aufgepasst werden, dass sie sich trotzdem nach der Arbeit anständig dehnen.

Die iberischen Pferde

P.R.E., Lusitanos, Andalusier und mit Spaniern gekreuzte Rassen werden als iberische Pferde bezeichnet. Sie wurden für Stierkämpfe, klassische Reiterei und die Arbeit mit Rindern gezüchtet. Die Spanier setzen auch im Dressurviereck gerne auf ihre heimischen Rassen. Die Iberier unterscheiden sich zwar, sind in ihrem Erscheinungsbild aber doch recht ähnlich. Die Lusitanos kennt man oft als Braune oder Rappen, die Andalusier stellt man sich meist als Schimmel vor.

Die Pferde haben meist eine mittlere Größe mit einem Stockmaß von 155-165cm. Durch ihren Körperbau sind sie sehr gut auf die versammelten Lektionen vorbereitet und haben spektakuläre Gänge. Die großartige Schulterfreiheit ergibt einen beeindruckenden Bewegungsablauf und auch der mächtige Hals ist auffallend beim Reiten. Die Gangarten müssen sich wie bei jedem Pferd jedoch erst entwickeln, denn besonders im Schritt neigen die Pferde dazu, eher kurze federnde Schritte zu machen.

Das Temperament der Pferde spiegelt ihr majestätisches Aussehen wider. Sie sind lernwillig und arbeiten hart für ihren Menschen, sie vertrauen aber nicht jedem sofort. Mit ihrer Bezugsperson gehen sie jedoch eine außerordentlich enge Bindung ein. Der Umgang mit diesen Pferden muss, wie mit allen Pferden, auf Vertrauen basieren. Gerne werden die Pferde auch für Working Equitation und das Barockreiten eingesetzt.

Insgesamt sind es Tiere, mit denen die Arbeit besonders viel Freude bereitet. Auch das Zuchtziel der P.R.E. Pferde besagt, dass die Pferde bequem zu reiten sein sollen, ein erhabener Gang und die Veranlagung zur Versammlung durch die Gene mitgegeben werden muss. Ihre Erscheinung ist darüber hinaus einzigartig majestätisch und die lange Mähne gibt ihnen ein Wiedererkennungsmerkmal. Sie sind echte Traumpferde wie aus dem Märchen, es fehlt nur noch das Horn auf der Stirn.

Spanische Pferde zum Verkauf

Auf ehorses, Europas führendem Pferdemarkt im Internet, gibt es zahlreiche spanische Verkaufspferde. Ob Hengste, Stuten oder Wallache – bei ehorses findest Du zahlreiche Verkaufspferde mit vielen nützlichen Informationen. Es werden auch spanischen Fohlen und Jungpferde auf der Website zum Verkauf angeboten.

Du hast noch weitere Fragen rund um spanische Pferde? Dann lass es uns in den Kommentaren wissen!

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