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Pottok Pony

von Frederieke Wenning
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ehorses Trainingstagebuch

Das Baskenland liegt in der Grenzregion zwischen Spanien und Frankreich. In den dünn besiedelten Gebieten leben die Pottok-Ponys auch heute noch halbwild in den Berglandschaften. Sie gehören zu den weniger bekannten Ponyrassen. Die kräftigen, robusten Pottok-Ponys werden als Reit- und Fahrponys benutzt. Zu diesem Zweck werden sie einmal jährlich zusammengetrieben und aussortiert. Früher dienten sie unter anderem als Lasttiere für Schmuggler, im Bergbau und in der Landwirtschaft. Heute findet das „kleine Pferd“, was der baskische Name Pottok oder Pottoka bedeutet, zunehmend im Reit- und Fahrsport Verwendung. Das Pottok-Pony punktet mit seinem freundlichen Charakter und seinem umgänglichen Wesen. Es ist genügsam, robust und widerstandsfähig. Aufgrund seiner Größe ist das Pottok-Pony als Reittier sowohl für Kinder als auch für Erwachsene geeignet.

Wichtige Daten zum Pottok Pony im Überblick – der Steckbrief

  • Ursprung: sehr alte Pferderasse aus dem Baskenland an den westlichen Ausläufern der Pyrenäen.
  • Hauptzuchtgebiet: Spanien und Frankreich
  • Verbreitung: Europa
  • Stockmaß: weist eine große Bandbreite auf und liegt zwischen 115 und 147 cm
  • Gewicht: je nach Größe etwa 200 bis 350 Kilo
  • Erscheinungsbild: kompakter, kräftiger Körperbau mit trockenen Gliedmaßen, breite Brust, schräge Schulter und leicht abfallende Kruppe. Üppiges, dichtes Langhaar, auch Fesselbehang.
  • Farben: es kommen außer dem Schimmel alle Farben vor, auch Schecken
  • Haupteinsatzgebiet: Reit- und Fahrsport, sowohl im Freizeit- als auch im Turnierbereich

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Zuchtgeschichte der Pottok Pferde

Ursprung

Über den Ursprung der baskischen Rasse Pottok ist bis heute nur wenig bekannt. Vermutlich sind sie in ihrer Heimat, dem französischen Baskenland mit seinen kargen Bergregionen der Pyrenäen, bereits seit Jahrhunderten vertreten, zumal sowohl im französischen als auch spanischen Teil der Region prähistorische Höhlenmalereien mit der Abbildung von Pferden gefunden wurden, die dem heutigen Pottok ähneln. Geprägt durch die Rauheit des bergigen Landstrichs hat sich eine enorm widerstandsfähige und robuste Ponyrasse entwickelt, die selbst bei widrigsten Bedingungen zurechtkommt.

Nicht zuletzt war es diese Zähheit, die sie im 19. Jahrhundert für den Einsatz in den Bergwerken der Region, aber auch in den Minen im Norden und Osten Frankreichs interessant machte. Oftmals wurden Pottok zu dieser Zeit aber auch für den Schmuggel zwischen Spanien und Frankreich verwendet oder als Fleischlieferant genutzt. Heute lebt der größte Teil der Pottok halbwild im Baskenland oder wird seltener zu Reitsport- und Freizeitzwecken gezüchtet. Ein Stutbuch wird dabei erst seit 1970 von dem damals neu gegründeten französischen Zuchtverband geführt, der durch den Bürgermeister der Stadt Sare, Paul Dutournier, ins Leben gerufen wurde.

Zuchtmethodik & Veredelung

Die Registrierung der Fohlen erfolgt in Frankreich in zwei verschiedenen Zuchtbüchern. In das Zuchtbuch A (Livre A) werden ausschließlich die in Reinzucht gezüchteten Pferde vom Gebirgs- und Flachlandtyp aufgenommen, die bis heute den Urtyp der Rasse verkörpern. Im Sporttyp stehende Pottok können hingegen nur im Zuchtbuch B (Livre B) registriert werden und sind bestimmten Eintragungsregelungen unterworfen, da mindestens 50 Prozent Pottok-Blut nachgewiesen werden muss. Zur Aufnahme berechtigt sind zum einen Fohlen, die von einer Pottok-Stute A und einem Hengst B abstammen oder aus der Kreuzung von einer Pottok-Stute B mit einem Hengst der Sektion A oder B hervorgegangen sind. Möglich ist die Eintragung aber auch bei der Kreuzung von Pottok-Stuten A mit fremdrassigen Hengsten, die vom Mutterstutbuch anerkannt werden. Hierzu zählen insbesondere Zuchthengste der Rassen Araber und Anglo-Araber, New Forest und Welsh, aber auch Connemara, Poney Français de Selle und weitere Rassen mit Zuchtberechtigung. Darüber hinaus ist bei allen Zuchthengsten ein DNA-Test erforderlich.

In Spanien sind die Regelungen bezüglich der Typ-Unterscheidung noch strenger. Das seit 1995 geführte Zuchtbuch sieht eine Unterteilung nach Fellfarbe und Größe in drei verschiedene Typen vor. Als Typ A gelten nur baskische Pottok vom ursprünglichen Schlag mit einem Stockmaß von maximal 130 Zentimetern und den Fellfärbungen Schwarz oder Braun. Als Typ B werden alle reinrassigen, höchstens 140 Zentimeter großen Pferde ohne Farbeinschränkung anerkannt. Ponys, die bis zu 147 Zentimeter erreichen und mindestens 50 Prozent Pottoka-Blut aufweisen, werden im Typ C zusammengefasst.

Zuchtbücher/ Zuchtverbände

Maßgeblich für die Einhaltung der Zuchtbestimmungen ist der französische Zuchtverband Association Nationale du Pottok, der das Stutbuch seit 1970 führt und die Zucht der baskischen Kleinpferde betreut. Gezüchtet werden Pottok aber auch in der Schweiz. Hier wird seit dem Jahr 2000 das einzige anerkannte Zuchtbuch im Ausland durch den Schweizerischen Verband für Ponys und Kleinpferde geführt.

Exterieur vom Pottok Pony

Größe

Pottok Pferde werden hinsichtlich ihres Typs in zwei verschiedene Sektionen unterteilt und variieren entsprechend in ihrem Exterieur. Zu den Rassevertretern der Sektion A zählen der Gebirgspottok mit einem Stockmaß von etwa 115 bis 132 Zentimetern sowie der größere Flachlandpottok, der 120 bis 147 Zentimeter erreicht. Ebenso groß wird mit circa 115 bis 147 Zentimetern auch der Sporttyp, der im Zuchtbuch Sektion B registriert wird. Je nach Typ und Geschlecht wiegen Pottok rund 200 bis 350 Kilogramm.

Gebäude

Unabhängig davon, ob es sich um den Gebirgs- oder Flachlandtyp handelt, zeichnet sich der Pottok der Sektion A durch seinen langen und geraden, allenfalls auf Augenhöhe leicht konkaven Kopf sowie hoch angesetzte, mittellange und nach vorne ausgerichtete Ohren aus. Eine Besonderheit sind zudem die lebhaften, wachen Augen, die verschiedenfarbig ausgeprägt sein können. Der eher kurze Hals geht in einen längeren Rücken über, der sich mit einer kurzen, oftmals abfallenden Kruppe zeigt. Der Schweif ist tief angesetzt und bemerkenswert üppig. Kräftig präsentiert sich das Fundament mit seinen trockenen und kurzen Beinen sowie den kleinen, aber harten Hufen mit nur geringfügigem Fesselbehang.

Der Pottok der Sektion B erscheint deutlich sportlicher und verfügt über einen ausdrucksstarken Kopf mit geradem bis leicht konkavem Profil, einer breiten Stirn sowie weiten Nüstern und gut proportionierten Ohren. Die weit auseinander stehenden Augen zeigen einen guten Ausdruck und bleiben ebenso in Erinnerung wie der beachtlich lange und gut aufgesetzte Hals. Der Rücken ist hingegen kürzer und gerade geformt und weist eine gute Gurtentiefe, einen ausgeprägten Widerrist und eine lange, schräg angesetzte Schulter auf. Die schräge und gut bemuskelte Kruppe zeichnet sich ebenso wie beim Pottok der Sektion A durch einen üppigen Schweif aus. Das kräftige und trockene Fundament verfügt über einen muskulösen und langen Oberarm, kurze und sehr kräftige Röhren sowie mittellange Fesseln und wohlgeformte Hufen von ausreichender Härte.

Fell und Färbungen

Sowohl Pottok der Sektion A als auch B präsentieren sich entweder als Fuchs, in sämtlichen Braun- und Schwarztönen oder als Schecken in den genannten Fellfarben. Nicht vertreten sind hingegen Schimmel.

Grundgangarten / Bewegungen / Bewegungsablauf

Unabhängig vom Typ erweisen sich Pottok stets als äußerst trittsichere Pferde mit hervorragenden Reit- und Fahreigenschaften.

Wie groß wird ein Pottok Pony?

Das Stockmaß liegt zwischen 115 und 147 cm. Dadurch sind kleinere Exemplare auch als Pony für Kinder geeignet, größere können auch von Erwachsenen geritten werden.

Beschreibung des Interieurs

Da das Pottok-Pony halbwild in den Bergen lebt, zeichnet es sich durch sein gelassenes Gemüt und seine Nervenstärke aus. Das Temperament ist angenehm, weder zu ruhig (sprich faul) noch hypersensibel. Pottok Ponys sind charaktervoll und intelligent, darüber hinaus von ausgesprochen robuster Gesundheit und Langlebigkeit. Sie sind menschenbezogen, willig, eifrig und je nach Eignung in den unterschiedlichsten Disziplinen des Reit- und Fahrsports anzutreffen

Wie schwer wird ein Pottok Pony?

Das Gewicht ist abhängig von der Größe und dem allgemeinen Körperbau. Pottok-Ponys sind kompakt und bringen durchschnittlich zwischen 200 und 350 Kilo auf die Waage.

Besondere Merkmale, Einsatzgebiete der Rasse und Erbkrankheiten

Es handelt sich zwar um eine sehr alte Rasse, aber erst seit 1970 (Frankreich) und 1995 (Spanien) wird ein Zuchtbuch geführt. Ein weiteres Zuchtbuch existiert seit dem Jahr 2000 in der Schweiz. Man unterscheidet unterschiedliche Typen, wobei Frankreich lediglich zwei Typen kennt, nämlich Typ A, das reinrassige Pottok-Pony und Typ B, der mindestens 50 % Pottok-Blut aufweist. Die Unterscheidung wurde nötig, da durch Einkreuzungen von Arabern und Welsh-Ponys eine Veredlung der Rasse angestrebt wird. In Spanien gibt es sogar drei Typen: A sind reinrassige Rappen oder Braune bis zu 130 cm Stockmaß, zu Typ B zählen reinrassige Pottok-Ponys aller anderen Farben und mit einem Stockmaß von bis zu 140 cm. In Typ C fasst man alle Pottok-Ponys zusammen, die mindestens 50 % Pottok-Blut führen und bis zu 147 cm groß sind. Außerdem kennt man unterschiedliche Schläge, nämlich den Gebirgspottok, der bis 135 cm groß ist und ein kräftiges und kompaktes Erscheinungsbild aufweist, und den Flachlandpottok. Dieser ist etwas leichter, edler und bis zu 148 cm groß. Wer ein Pottok-Pony kaufen möchte, findet also eine große Bandbreite vor.

Die Einsatzgebiete der Rasse haben sich gewandelt. Während das Pottok Pony früher hauptsächlich in der Landwirtschaft, als Grubenpony im Bergbau oder als Lasttier beim Militär anzutreffen war, haben die liebenswerten und leistungsbereiten Ponys heute den Reit- und Fahrsport erobert. Dadurch hat sich die Population, die schon vom Aussterben bedroht war, wieder erholt. Heutzutage sind ist das Pottok Pony als Reit- und Fahrpony in vielen Disziplinen des Pferdesports anzutreffen, sowohl im Freizeit- wie auch im Turnierbereich.

Erbkrankheiten sind bei dieser sehr harten, widerstandsfähigen und langlebigen Rasse nicht bekannt. Sie können bei bester Gesundheit ein hohes Alter erreichen, artgerechte Haltung und sinnvoller Einsatz vorausgesetzt. Pottok-Ponys können das ganze Jahr über im Freien gehalten werden, es muss allerdings ein Witterungsschutz vorhanden sein. Auf der eingezäunten Weide haben sie nicht die Möglichkeit, sich einen geeigneten Witterungsschutz selbst zu suchen wie in den Bergen ihrer Heimat. Daher ist eine Schutzhütte wichtig.

Das Pottok-Pony ist unter mehreren Bezeichnungen bekannt, beispielsweise als Poni Vasco oder Poni Vasco Navarra, was auf die Region seiner Herkunft hindeutet.

Wofür ist ein Pottok Pony geeignet?

Das kräftige Pony wurde früher als Lasttier und in der Landwirtschaft eingesetzt, heute kommt die Verwendung im Reit- und Fahrsport hinzu. Es ist je nach Größe auch als Kinderpony geeignet.

Bekannte Pferde der Rasse

In der Schweiz gilt der 2013 geborene Zuchthengst Dorion Unhaikoa als typischer Vertreter seiner Rasse. Der in Frankreich gezogene Braunschecke wurde 2017 gekört.

Wie alt wird ein Pottok Pony?

Wie alle robusten Ponyrassen zeichnen sich auch diese Pferde durch Langlebigkeit aus. Bei artgerechter Haltung und sinnvollem Einsatz können sie gesund weit mehr als 30 Jahre alt werden.

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