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Wie schlafen Pferde?

von Michael Hein
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Schlaf ist wichtig, auch für Pferde. Aber wie schlafen Pferde? Hast Du auch schon mal Dein Pferd mit geschlossenen Augen stehen sehen und Dich gefragt, ob es schläft? Ja das ist gut möglich, denn Pferd können im Stehen schlafen! Einige schlafen jedoch wie wir Menschen auch gerne im Liegen. Mehr zum Thema „Wie schlafen Pferde?“ erfährst Du in diesem Artikel.

Die verschiedene Schlafphasen eines Pferdes

Schlaf ist nicht gleich Schlaf. Es gibt drei unterschiedliche Schlafphasen der großen Vierbeiner: das leichte Dösen, die Leichtschlafphase (SWS) und die Tiefschlafphase (auch REM-Schlaf) genannt.

Dösen

Schlafendes Pferd auf trockenem Gras

Beim Dösen sind die Pferde weder richtig wach noch schlafen sie richtig.

Beim Dösen sind die Pferde weder richtig wach noch schlafen sie richtig. Sie sind in einer Art Vorstufe zum Leichtschlaf. Sie nehmen nach wie vor alles aus der Umgebung wahr aber wirken abwesend. Diese Phase ist auf den bloßen Blick nicht vom Leichtschlaf zu unterscheiden. Das geschieht meist im Stehen mit halbgeschlossenen Augen und leicht abgesenktem Hals. Ein Hinterbein wird entlastet.

Leichtschlafphase (SWS)

Die Abkürzung SWS steht für Slow Wave Sleep. Die Atemfrequenz und der Herzschlag der Pferde verlangsamen sich. Manchmal zucken ihre Muskeln ein wenig. Das Gehirn ist inaktiv. Sie senken ihren Kopf ein wenig ab und schließen die Augen. Die Hinterbeine werden im Wechsel entlastet. Auch hier nehmen sie ihre Umwelt wahr. Auch die leisesten Geräusche hören sie sofort und werden wach.

Liegen Pferde in Brustlage, kann davon ausgegangen werden, dass sie sich im Leichtschlaf befinden. Hierbei sind die Beine angewinkelt und der Kopf wird getragen. Sobald Gefahr lauert, können sie so schnell aufstehen und flüchten.

Tiefschlafphase (REM-Schlaf)

Die Tiefschlafphase wird oft mit dem REM-Schlaf gleichgesetzt, doch ist der Tiefschlaf eine leichte Vorstufe des REM-Schlafs. In der Phase des REM-Schlafs werden Kreislauf und Atmung des Pferdes heruntergefahren. Die Muskulatur wird hier vollkommen entspannt. Das Gehirn ist hier jedoch sehr aktiv.

Die Abkürzung REM steht für Rapid Eye Movement, denn in dieser Phase sind die Augen zwar geschlossen aber sie zucken. Sie ist zu vergleichen mit der REM-Schlafphase beim Menschen. Pferde befinden sich nur im REM-Schlaf, wenn sie auf der Seite liegen und ihren Kopf auf den Boden legen. Tiefschlaf ist hingegen auch im Stehen möglich.

Wie lange schläft ein Pferd?

Ein Pferd schläft rund 3-5 Stunden pro Tag. Das macht es phasenweise über den ganzen Tag verteilt in Intervallen von bis zu 20 Minuten. Hinzu kommen ca. 3 Stunden dösen am Tag.

Schlafendes Fohlen auf einer Wiese

Ein Pferd hat drei Schlafpositionen: Stehend, Liegend oder in Brustlage/Bauchlage.

Stehen oder Liegen – In welcher Position schlafen Pferde?

Wie auch bei den Schlafphasen kann man zwischen drei verschiedenen Schlafpositionen unterscheiden: Stehend, Liegend oder in Brustlage/Bauchlage. Meist verrät die Schlafposition auch direkt die Schlafphase, denn je tiefer das Pferd schläft, desto mehr entspannen sich die Muskeln. Trotz alledem sind auch kurze Tiefschlafphasen im Stehen möglich.

Wieso können Pferde im Stehen schlafen?

Skurril, aber wahr: Pferde schlafen im Stehen. Auch wenn sich manch einer jetzt denken mag, dass Pferde dann ja bei einem kleinen Windstoß umkippen könnten. Dies ist nicht der Fall. Grund dafür ist ein besonderes Merkmal der Pferde, die sogenannte „Spannsägenkonstruktion“ der Hinterhand.

Dabei sorgen zwei Sehnenstränge für eine Kopplung von Knie- und Sprunggelenk. Nun blockiert das Pferd durch eine kurze Muskelkontraktion willentlich seine Kniescheibe und bringt dadurch auch das Sprunggelenk zum Verharren. Sein Gewicht ruht dann hauptsächlich auf diesem Bein, während das andere entlastet ist und auf der Hufspitze steht. Das Standbein wird dann ca. alle 10 Minuten gewechselt.

Dieser Mechanismus dient dazu, dass die Pferde trotz des Schlafs bei Gefahr so schnell wie möglich flüchten können. Auch für ältere Pferde ist das von Vorteil, da sie oft Probleme mit den Gelenken haben und nicht mehr so leicht aufstehen können. So können sie sich auch im Stehen ausruhen.

Nice to know: Die Position, bei der der Kopf auf dem Boden abgestützt wird, ist die beliebteste!

In welcher Position schlafen Pferde tief und fest?

Tief und fest ist ein anderer Begriff für den Tiefschlaf oder den REM-Schlaf, welcher auch als Traumschlaf bezeichnet wird. Pferde können im Stehen im Tiefschlaf sein. Der REM-Schlaf ist allerdings nur in liegender Position möglich, da hier alle Muskeln vollkommen entspannen.

Wann legen sich Pferde zum Schlafen hin?

Schlafendes Pferd im Liegen

Pferde schlafen am liebsten auf trockenem und sauberem Boden.

Legen sich Pferde zum Schlafen hin, liegen sie entweder in Brustlage oder in Seitenlage. Bei der Brustlage besteht für Pferde die Möglichkeit, den Kopf selbst zu halten oder ihn auf dem Boden abzulegen.

Jedoch legen sie sich nur hin, wenn sie sich auch sicher fühlen. Pferde sind Fluchttiere, weshalb sie zu jeder Zeit wachsam sind. Liegen Pferde beispielsweise in Seitenlage auf dem Boden, dauert es eine Weile, bis sie bei Gefahren aufgestanden sind, um wegzurennen. In der Wildnis sind dies überlebenswichtige Sekunden, auf die es ankommt. Deshalb wird sich Dein Pferd nur dann zum Schlafen hinlegen, wenn es von keinen Gefahren ausgeht.

Schlafdauer – Wie lange schlafen Pferde?

Die Dauer des benötigten Schlafs kommt ganz auf das Alter an. Fohlen brauchen deutlich mehr Schlaf zur Erholung als erwachsene Pferde.

Das Schlafverhalten der Pferde gestaltet sich anders als das der Menschen. Grundsätzlich schlafen erwachsene Pferde nur zwischen drei und fünf Stunden pro Tag. Und das auch nicht an einem Stück. Denn Pferde sind Etappenschläfer und Profis im Powernapping. Sie schlafen den Tag über und auch nachts verteilt in kurzen Intervallen mit bis zu 20 Minuten. Zusätzlich dösen sie ca. 3 Stunden pro Tag.

Schlechter Schlaf und Schlafmangel verursacht Stress

Wer kennt es nicht? Eine Nacht schlecht geschlafen, dann ist der ganze Tag im Eimer. So ist das auch bei Pferden. Bekommen sie nicht genügend Erholung und werden immer wieder während der unterschiedlichen Schlafphasen gestört, wird Stress im Körper ausgelöst. Symptome beim Schlafmangel sind beispielsweise Leistungsnachlass und Verhaltensstörungen. Besonders die Sportler unter den Pferden brauchen genügend erholsamen Schlaf, um gesund zu bleiben und Leistung zu bringen.

Schlafen Pferde im Stehen oder im Liegen?

Pferde können sowohl im Stehen als auch im Liegen schlafen. Grund dafür ist der besondere Mechanismus der Pferde, der es ihnen erlaubt, mit wenig Muskelanspannung trotzdem fest zu stehen.

Wie schlafen Pferde: Schlafendes Pferd auf Gras

Pferde können träumen. Das gelingt ihnen aber nur in der REM-Schlafphase.

Können Pferde träumen?

Das Wichtigste zuerst: JA, es wird davon ausgegangen, dass Pferde tatsächlich träumen können. Dies gelingt ihnen aber nur in der REM-Schlafphase. Dieser wird auch als Traumschlaf bezeichnet. Während dieser Phase ist das Gehirn sehr aktiv. Das äußert sich durch die kleinen Bewegungen der Augen. Die von Forschern gemessenen Hirnströme ähneln denen des Menschen, weshalb davon ausgegangen wird, dass auch Pferde träumen können.

Guter Untergrund für guten Schlaf – Das können Besitzer tun

Schlaf ist besonders wichtig. Deshalb sollten die verschiedenen Angewohnheiten der Pferde beachtet werden. Am liebsten schlafen Pferde auf einem trockenen und sauberen Untergrund. Im Stall ist Stroh die beste Lösung für ein kuscheliges Bett, so eine polnische Studie aus dem Jahr 2016. Wichtig ist, dass das Pferd besonders in der Box nicht auf hartem und kaltem Boden liegen muss. Es sollte auf genügend Einstreu geachtet werden.

Aber nicht nur die Beschaffenheit des Untergrundes ist wichtig. Bei der Haltung im Offenstall oder auf der Weide muss genügend Platz geboten sein, so dass sich jedes Pferd hinlegen kann. Mit einer großen Herde von über zehn Pferden gestaltet sich dies natürlich schwieriger als bei einer Herde mit beispielsweise drei Tieren. Es sollte darauf geachtet werden, dass genügend Platz für Ruhe geboten wird, damit auch rangniedrigere Tiere zur Ruhe kommen können.

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