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Pferde Paarung – So pflanzen sich Pferde fort

von Jil Wiedemann
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Ein süßes Fohlen springt über die Wiese, ein paar Jahre später ist ein stolzes Pferd daraus geworden. Aber wie fängt eigentlich alles an? In diesem Artikel soll es um die Fortpflanzung bei Pferden gehen. Wann ist der richtige Zeitpunkt bekommen, was ist zu beachten und welche Möglichkeiten der Pferde Paarung gibt es? Alle diese Fragen werden im Folgenden beantwortet. 

Verhaltensweisen von Hengst und Stute

Wann kann eine Pferde Paarung stattfinden und an welchen Verhaltensweisen erkennt man dies? Grundsätzlich muss man sagen, dass sich das Verhalten von Hengsten und Stuten stark unterscheidet

Hengste sind ständig paarungsbereit. Dies äußert sich unter anderem durch Flehmen in Anwesenheit der Stute. Durch das Verziehen der Ober- und Unterlippe nimmt der Hengst dabei den Geruch der Stute auf. Durch die gesteigerte Ausschüttung von Sexualhormonen zeigen viele Hengste eine Imponierhaltung. Dabei wölben sie den Hals, blähen die Nüstern auf und grummelt. Auch das Heben des Schweifes und das Umtänzeln der Stute sind typische Anzeichen, dass ein Hengst paarungsbereit ist. Durch Beknabbern und Belecken der Stute am ganzen Körper überprüft der Hengst dann, ob die Stute ihn ausspringen lässt ohne ihn mit den Hinterbeinen wegzuschlagen. 

Die Rosse der Stute

Bei Stuten erkennt man die Paarungswilligkeit an der Rosse. Anders als Hengste sind Stuten nicht das ganze Jahr über paarungsbereit. Die Rosse findet in Zyklen in der Regel vom Frühling bis Sommer statt. Da Stuten etwa elf Monate tragend sind, wird so sichergestellt, dass die Fohlen in der warmen Jahreszeit geboren werden und auf der Weide genügend Zeit zum Aufwachsen haben bevor der Winter kommt. Die Rosse bei Stuten zeigt sich dadurch, dass die Stute vermehrt den Kontakt zu anderen Pferden, vor allem Hengsten sucht. Sie hebt den Schweif und gibt eine Mischung aus Urin und Scheidensekret ab. Dabei blitzt sie mit der Scheide, das heißt sie öffnet und schließt die Scheide, um dem Hengst die Paarungsbereitschaft zu signalisieren. 

Wie lange dauert eine Pferde Paarung?

Der Akt dauert etwa 20 bis 30 Sekunden. 

Pferde Paarung – Der Natursprung

Der Natursprung ist – wie der Name schon sagt – die natürlichste Art und Weise Pferde zu verpaaren. Dabei unterscheidet man den Natursprung auf der Weide und den Sprung an der Hand. 

Auf der Weide

Beim Natursprung auf der Weide wird die Stute mit dem Hengst zusammen auf die Weide gelassen, um den Paarungsakt auf natürliche Weise zu vollziehen. Oft werden der Stute dabei die hinteren Eisen entfernt, damit sie den Hengst nicht mit diesen verletzen kann. Dennoch birgt das Verfahren einige unkalkulierbare Risiken, da weder der Verhalten des Hengstes noch der Stute kontrolliert werden kann. Außerdem sind auch nicht alle Hengste fähig ihren Penis in die Scheide einzuführen, was eine Fortpflanzung verhindern kann. 

An der Hand

Der Natursprung an der Hand ist nach dem Sprung auf der Weide eine der ältesten Reproduktionsmethoden in der Zucht von Pferden. Dabei werden die Stute und der Hengst von erfahrenen Haltern festgehalten, um Risiken zu minimieren und die Tiere im Ernstfall schnell voneinander trennen zu können. Wichtig ist, dass die Stute erst dem Hengst zum Decken vorgeführt wird, wenn sie bereit ist. Nachdem der Hengst die Stute berochen hat, wird ihm erlaubt aufzuspringen. Der Hengsthalter kann dem Tier bei Bedarf helfen den Penis einzuführen. 

Der Natursprung ist eine günstige und erfolgsversprechende Methode in der Pferdezucht. Zwischen 65 und 80 % der so bedeckten Stuten bringen Fohlen zur Welt. Ein Restrisiko beim Kontakt der Tiere bleibt, denn auch erfahrene Halter können ein Ausschlagen nicht verhindern. Außerdem besteht ein Risiko der Verbreitung von Krankheiten, weshalb eine sorgfältige tierärztliche Untersuchung der Zuchttiere unerlässlich ist. Ein weiterer wichtiger Punkt, der einen Natursprung erschweren kann, ist die räumliche Distanz. Wenn der Hengst nicht in der Nähe der Stute eingestallt ist, muss ein langer Transport und die dabei entstehende Aufregung, der Aufwand und die Kosten einkalkuliert werden. 

Pferde Paarung: Hengst deckt Sute

Im Natursprung wird die Stute vom Hengst gedeckt. Er springt auf und vollzieht den Paarungsakt.

Was passiert bei der Pferdepaarung?

Bei der Paarung führt der Hengst seinen Penis in die Scheide der Stute ein. Durch das Sperma wird die Stute befruchtet und bringt etwa 11 Monate später, wenn alles geklappt hat, ein gesundes Fohlen auf die Welt.

Pferde Paarung – Die künstliche Besamung

Auch wenn der Natursprung eine gute Variante der Pferdezucht ist, hat er seine Nachteile. Deshalb wird seit etwa 25 Jahren auch eine künstliche Besamung durchgeführt, die deutlich hygienischer ist, eine flexiblere Nutzung von Hengsten ermöglicht, das Risiko von Verletzungen drastisch minimiert und den Transport der Zuchttiere in der Regel unnötig macht. 

Es gibt drei verschiedene Arten von Sperma, das genutzt werden kann. 

  • Frischsamen werden genutzt, wenn die Zuchttiere am gleichen Ort stehen, aber das Verletzungsrisiko nicht in Kauf genommen werden soll. Die Samen werden entnommen, verdünnt und anschließend in die Stute injiziert. 
  • Kühlsamen sind die beliebteste Art der künstlichen Besamung. Dabei werden die Samen entnommen, auf vier Grad Celsius gekühlt und verdünnt. Anschließend kann der Samen verschickt werden. Kühlsamen halten 24 bis 48 Stunden, wodurch ein Transport der Samen in viele Teile Deutschlands und Europas problemlos möglich ist. 
  • Wenn das Sperma länger transportiert werden muss oder beispielsweise für die Folgejahre genutzt werden soll, kommt Gefriersamen infrage. Die in flüssigem Stickstoff eingefrorenen Samen sind unbeschränkt nutzbar, weshalb sie vor allem bei Leistungshengsten genutzt werden. So können auch lange nach dem Tod des Hengstes noch Stuten belegt werden.

Wie oft kann ein Hengst am Tag decken?

Auf der Weide deckt ein Hengst eine Stute bis zu siebenmal pro Tag. 

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