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Jütländer

von Frederieke Wenning
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ehorses Trainingstagebuch

Die Kaltblutrasse Jütländer aus Dänemark zählt zu den ältesten Pferderassen in Europa. Die schweren, kräftigen Vierbeiner sind zwar nicht weit verbreitet, dennoch haben sie als Zug-, Kutsch- oder Brauereipferde einen festen Platz im Rahmen ihrer Einsatzgebiete gefunden. Meist als Dunkelfüchse vertreten, erledigen Jütländer ihre Aufgaben mit Fleiß und Ausdauer.

Wichtige Daten vom Jütländer im Überblick

  • Ursprung: Dänemark
  • Hauptzuchtgebiet: Dänemark
  • Verbreitung: gering
  • Stockmaß: 158 – 165 cm
  • Gewicht: 600 – 800 kg
  • Erscheinungsbild: kräftig, muskulös und massives Fundament
  • Farben: meistens Dunkelfüchse
  • Haupteinsatzgebiet: Zug-, Kutsch- und Gespannpferd, Landwirschaft

Wie schwer ist ein Jütländer?

Ein Jütländer wiegt ca. 600 bis 800 kg.

Herkunft und Ursprung der Pferderasse

Das dänische Jütländer Kaltblut schaut auf eine bewegte Zuchtgeschichte zurück, in der viele andere Pferderassen zum Einsatz kamen. Dies galt nicht nur den Verbesserungen der Fähigkeiten und körperlichen Eigenschaften, sondern auch der Blutauffrischung. Im Mittelalter aber sah man noch keinen Grund darin, die kräftigen Kaltblüter zu verändern. Zwischen dem 11. und 15. Jahrhundert sicherten sich die schwer gerüsteten Ritter die Vorteile der Pferde. Denn sie gehörten zu dieser Zeit zu den wenigen Rassen, die das Gewicht einer 20 bis 30 Kilogramm schweren Ritterrüstung tragen konnten. Ohne die enorme Tragkraft der Kaltblutrasse wäre der Sieg von Kriegen im Mittelalter kaum möglich gewesen.

Die Blütezeit der starken Vierbeiner ging im 16. Jahrhundert zu Ende. Verdrängt wurden sie von der Rasse Frederiksborger. Die mittelschwere Barockpferderasse, die ebenfalls aus Dänemark stammt, passte besser in die Gesellschaft der Renaissance. Populär war ein edles und elegantes Pferd, das für Zeremonien bei Hofe gerne als Prunkpferd eingesetzt wurde. Der Jütländer hingegen kam fortan nur noch als Zugpferd oder Arbeitstier in der Landwirtschaft zum Einsatz. Für den Einsatz als modernes Reitpferd im 19. Jahrhundert brachten die Jütländer leider nicht die gewünschte Gängigkeit mit. Aus diesem Grund führten Züchter den Kaltblütern andere Pferderassen zu wie beispielsweise Yorkshire Roadster, oder auch Norfolk Trotter genannt, Cleveland Bay und Frederiksborger.

Weil der Körper des Jütländers durch die Einkreuzungen zunehmend an Masse verlor, entschieden Züchter für einen erneuten Wandel in der Zucht. Aus diesem Grund wurden die Kaltblüter Clydesdales, Shire Horses und Suffolks eingekreuzt. Besonders der letzten Pferderasse, die auch unter dem Namen Suffolk Punch bekannt ist, hat der gegenwärtige Jütländer sein fuchsfarbenes Fell zu verdanken. Der englische Hengst und Kaltblüter mit dem Namen Oppenheim gilt als Stammvater der aus Dänemark stammenden Pferderasse der Jütländer. Im 20. Jahrhundert schließlich setzte man den Schwerpunkt der Zucht auf die Einkreuzung der Rasse Ardenner.

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Exterieurs vom Jütländer

Ein Jütländer entspricht dem typischen Arbeitspferd, wie man sie aus der früheren noch nicht technologisierten Landwirtschaft kennt. Muskeln, Kraft und Stärke prägen das äußerliche Erscheinungsbild des gewichtigen Vierbeiners. Dabei sticht der massive Kopf durch seine grobe Schädelstruktur heraus. Dabei zeichnet sich eine leichte Ramsnase im Profil ab. Der eindrucksvolle Kopf sitzt auf einem kurzen, muskulösen und geraden Hals. Wer einen Jütländer kaufen will, sollte sich über die Länge des Halses bewusst sein. Damit der Hals als Gegenpol der Hinterhand besser zum Einsatz kommen kann, muss er sich aufwölben können. Das Pferd arbeitet dann über den Rücken und kann sich über die Körpermitte tragen. Das Ausbalancieren fällt mit einem längeren Hals leichter als mit einem kurzen. Ein Jütländer hat es damit schwerer. Dafür setzt der Hals des dänischen Vierbeiners relativ hoch an.

Jütländer auf der Wiese

Ein Jütländer entspricht dem typischen Arbeitspferd

Deutlich zeigen sich auch die steilen Schultern, die extrem breiter Natur sind. Ebenso ausgeprägt zeichnen sich die Rippen ab. Die Rippenwölbung führt in die Kruppe, die an Kraft und Rundung kaum zu übertreffen ist. Kaum ausgeprägt ist dagegen der Widerrist. Breit und tief liegt der breite Rumpf. Die kurzen Beine tragen problemlos das massive Fundament. Die breiten Gelenke sind stabil und die Hufen sind flach. Der üppige Kötenbehang und das helle Langhaar bilden einen schimmernden Kontrast zur Fellfarbe der im Stockmaß 158 bis 165 Zentimeter großen Dunkelfüchse.

Wie sieht ein Jütländer aus?

Ein Jütländer sieht schwer und massiv aus.

Beschreibung des Interieurs

Als in der Landwirtschaft eingesetztes Pferd stehen Arbeitswille und Folgsamkeit an vorderster Stelle. Die Leistungsfähigkeit zeigt sich besonders in der enormen Leistungsfähigkeit und Ausdauer, die der Vierbeiner täglich mit viel Fleiß unter Beweis stellt. Die Zusammenarbeit mit dem Menschen funktioniert einwandfreie. Dem Menschen gegenüber verhält sich ein Jütländer freundlich und gutmütig. Zwar verfügt das schwere Pferd auch über eine gute Portion Temperament, dieses ist aber gut kontrollierbar. Gerne gesehen ist die Rasse auch als Kutschpferd in der Tourismusbranche. Das imposante und massige Erscheinungsbild mit dem üppigen Kötenbehang ist daher auch etwas für das Auge.

Besondere Merkmale, Einsatzgebiete und Erbkrankheiten der Jütländer

Die Jütländer-Pferde zählen zu einer besonderen Kaltblutrasse in Europa. Die Zucht lässt sich bis in mittelalterliche Zeiten zurückverfolgen. Dokumentiert ist die Präsenz der Rasse seit dem 12. Jahrhundert. Obwohl die Zucht – von mehreren Wechseln der Verpaarungen geprägt – nie aufgegeben wurde, findet die Rasse keine weite Verbreitung. Grund dafür ist sicherlich die Technologisierung der Landwirtschaft, die den Einsatz auf diesem Gebiet erheblich reduziert hat. Man findet sie meistens als Zug- und Gespannpferde vor Kutschen oder als Helfer im Brauereibetrieb vor Brauereiwagen.

Jütländer von vorne

Die Jütländer-Pferde zählen zu einer besonderen Kaltblutrasse in Europa.

Ein Jütländer ist schwer und trägt eine große Körperlast. Die hohe Belastung wirkt sich besonders auf die Gelenke aus. Aus diesem Grund sollte das Tier nicht überlastet werden. Das gilt besonders für Jungtiere. Grundsätzlich aber handelt es sich bei den dänischen Jütländern um gesunde Pferde, die über viele Jahre hinweg gute Arbeit leisten können.

Wie alt wird ein Jütländer?

Die Lebenserwartung eines Jütländers liegt bei etwa 20 Jahren.

Bekannte Pferde der Rasse

Mit dem Kaltbluthengst Oppenheim begann die eigentliche Zucht des gegenwärtigen Jütländers.

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