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Tarpan

von Frederieke Wenning
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Tarpan Pferde sind ursprünglich eurasische Wildpferde, welche in ihrem wilden Ursprungstyp ausgestorben sind und heute in Form von Rückzüchtungen vorkommen. Die seit jeher in den Steppen und Wäldern des heutigen Russlands lebenden Pferde starben gegen Ende des 19. Jahrhunderts vollkommen aus. Der heute bekannte Tarpan wurde durch die Kreuzung anderer, verwandter Rassen aus Polen rückgezüchtet und entspricht in seinem Erscheinungsbild weitestgehend dem ursprünglichen Wildpferd. Alles über den Tarpan erfährst Du in diesem Artikel.

Was ist ein Tarpan?

Der Tarpan ist eine heutzutage ausgerottete Art aus der Gattung der Pferde.

Herkunft/ Ursprung der Pferderasse

Verbreitung

Die letzten wild lebenden Tarpane waren in Eurasien weit verbreitet, sowohl in den russischen Steppenlandschaften als auch in den West- und Mitteleuropäischen Wäldern. Ihrem Lebensraum nach wurde zwischen Steppen- und Waldtarpanen unterschieden. Seit ungefähr dem Ende des 19. Jahrhunderts jedoch sind die Tarpane ausgestorben. In einigen wenigen Tierparks findet man heutzutage Nachzuchten der Tarpane, die aus der Kreuzung von Rassen entstanden, die dem Tarpan in ihrem ursprünglichen Erscheinungsbild nahekommen. Verwendet wurden hierfür beispielsweise Przewalski-Pferde, Koniks, Dülmener Pferde und Islandponys, allesamt sehr alte Pferderassen, die den ursprünglichen Typ gut darstellen und nachbilden können. Dennoch ist der heute lebende Tarpan kein genetischer Verwandter des „echten“ Tarpan.

Forschungsgeschichte

Die Forschungsgeschichte des Tarpans geht viele tausende Jahre in die Vergangenheit. An mehreren Stellen fanden die urigen Wildpferde Erwähnung und bieten den Forschern somit eine ungefähre Möglichkeit zur Konstruktion ihrer Lebensentwicklung. Bereits eine Textstelle aus dem 5. Jahrhundert vor Christus könnte das Tarpan beschreiben. Ab dem 12. Jahrhundert verdichten sich die Erwähnungen des Wildpferdes, besonders in Osteuropa kommen sie häufig unter Naturforschern und anderen aufmerksamen Beobachtern zur Sprache.

Um 1770 trugen die beiden deutschen Forscher Samuel Gmelin und Peter Pallas einen Großteil der heute noch gültigen Erkenntnisse über den Tarpan bei. Sie reisten im südlichen Russland umher und hielten ihre Ergebnisse zum Tarpan in ihren Reiseberichten fest. Erst im Jahr 1785 wurde der Tarpan jedoch das erste Mal wissenschaftlich bestimmt und festgehalten, durch den Zoologen Pieter Boddaert. Er etablierte auch den lateinischen Fachausdruck Equus ferus für den Tarpan.

Etymologie

Der lateinische Name Equus ferus, zu Deutsch „wildes Pferd“, verdeutlicht die Ursprünglichkeit der Art, da über Jahrtausende hinweg der Tarpan die Masse der wild lebenden Pferde abdeckte. Der Name Tarpan leitet sich aus dem tatarischen Volksmund ab und bezeichnet die südrussische Steppe, in der der Tarpan seine Heimat fand.

Wo leben Tarpane?

Tarpane lebten in den Steppen und Wäldern Russlands sowie Mittel- und Westeuropa.

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Beschreibung des Exterieurs

Habitus

In allen bekannten Forschungsbeiträgen zum Tarpan wird er als recht kleines Individuum beschrieben, das jedoch einen sehr großen Kopf, große, hoch angesetzte Ohren und kleine Augen besitzt. Häufig kommt in der Beschreibung des äußeren Erscheinungsbildes der Vergleich mit einem Esel zum Tragen.

Die Farbe des Tarpans könnte sich möglicherweise je nach Lebensgebiet unterschieden haben. Die Farbvariation wird jedoch vermutlich in Braun- und Grautönen gehalten gewesen sein. Evolutionsbiologisch würde diese Farbgebung auch die beste Tarnmöglichkeit in Wald und Steppe bieten. Ob das Tarpan, wie auch einige andere ursprüngliche Wildpferdarten, über einen Aalstrich verfügte, ist nicht ganz klar. Auch ob es sich bei der Mähne des Tarpans um eine stehende oder eine hängende Mähne gehandelt hat, ist strittig.

Schädel- und Gebissmerkmale

Obwohl der Tarpan eins so weit verbreitet war, sind kaum für die Forschung brauchbare Skelette in menschlichem Besitz. Anhand der wenigen, zu Forschung benutzbaren Schädel des Tarpans, lassen sich folgende Daten bestimmen: Die Länge des Schädels lag bei ungefähr 48 cm, die Breite auf Höhe der Augen rund 21 cm. Die Schnauze des Tarpans war vermutlich ca. 7 cm breit und der Abstand zwischen den Vorderzähnen und den weiter hinten liegenden Backenzähnen war um die 9 cm breit.

Wie groß werden Tarpan Pferde?

Forschern zufolge hatte der Tarpan ein Stockmaß von rund 130 cm.

Beschreibung des Interieurs

Da das Interieur des Tarpans sich lediglich aus den vorhandenen Überlieferungen rekonstruieren lässt, ist die charakterliche Ausprägung dieses Tieres nicht mit Sicherheit festzustellen. Beobachtern zufolge sollen Anhänger dieser Art sehr aufmerksam und scheu gewesen sein, immer zur Flucht bereit. Des Weiteren wurden sie als mutig und ausdauernd beobachtet, dem Menschen gegenüber jedoch wenig aufgeschlossen und „unzähmbar“. Tarpan Hengste verfügten über ein hohes Maß an Dominanz, um sich in der ihnen untergebenen Herde durchzusetzen und diese souverän anleiten zu können.

Lebensweise, Systematik, Tarpan und Mensch

Der Tarpan ist eine Art aus der Gattung der Pferde und bildet eine Verwandtschaftsgemeinschaft mit dem Hauspferd und dem Przewalski-Pferd. Man bezeichnet diese Gruppe als caballine Gruppe, in Abgrenzung zur nicht-caballinen Gruppe, zu der Esel und Zebras gehören.

Der Tarpan lebte in Gruppenverbänden, sogenannten Herden zusammen, die von einem Leithengst angeführt wurde. Dieser bestimmte sich durch Kämpfe mit anderen Hengsten, die er durch körperliche Überlegenheit für sich entschied. Der Tarpan könnte eine der Wildpferderassen gewesen sein, der an der Domestikation des Pferdes durch den Menschen beteiligt war. Hierüber ist die Forschung sich jedoch bis heute nicht ganz einig.

Durch die fortschreitende Ausbreitung des Menschen im Laufe vieler tausend Jahre wurden die Lebensräume des Tarpans großflächig angegriffen und die Ausrottung des Tarpans begann. Häufig wurden die wild lebenden Pferde als Nahrungsquelle genutzt.

Wie alt wird ein Wildpferd?

Wildpferde sind äußerst robust und können rund 25 – 30 Jahre alt werden, falls sie nicht durch äußere Umwelteinflüsse in der Wildnis vorher versterben.

Erbkrankheiten

Da es sich beim Tarpan um eine Wildpferdrasse handelt, die ohne Einfluss des Menschen entstand, gibt es keine Erbkrankheiten. Durch die schwindend geringe Domestikation bzw. kaum bekannter Tarpane in menschlichem Besitz, gibt es auch kein Einsatzgebiet der Rasse durch den Menschen.

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