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Pferdetransport – Kosten, Planung & Checkliste

von Michelle Holtmeyer
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Um ein Pferd aufs Turnier, zum Unterricht, in den Urlaub, die Pferdeklinik oder den neuen Stall zu bringen, muss man es früher oder später mit einem Pferdehänger oder Pferdetransporter transportieren. Der Pferdetransport beginnt bereits bei dem Kauf eines neuen Pferdes: entweder man holt es beim Verkäufer selbst ab oder aber es wird einem gebracht. Auf welche Dinge Du in einem solchen Fall achten solltest und was beim Pferdetransport besonders wichtig ist, liest Du in diesem Artikel.

Plane den Transport frühzeitig

Sobald es um einen Pferdetransport geht, sollte man sich über verschiedene Dinge im Vorfeld Gedanken machen. Denn ein Pferdetransport ist vielerlei Hinsicht eine kleine organisatorische Meisterleistung. Die folgenden Dinge sollten im Vorhinein eines Transports bedacht und geklärt werden:

  • Welcher Anhänger kann benutzt werden oder wird das Pferd von einem professionellen Pferdetransportunternehmen gefahren?
  • Wer fährt das Pferd? – Ist die benötigte Fahrerlaubnis zum Fahren des Pferdes mit dem jeweiligen Transportmittel vorhanden?
  • Hat das Pferd einen Equidenpass? (Beantragung dauert mindestens 2 Wochen)
  • Ist das Pferd schonmal transportiert worden?
  • Sollte ein Verladetraining vor der Fahrt organisiert werden?
  • Gibt es einen Wassereimer und ein Heunetz?
  • Welche Strecke ist für den Transport geplant?

Im Falle eines professionellen Pferdetransports, zum Beispiel durch eine Spedition, sollte auf verschiedene Dinge geachtet werden. Wie der Transport ablaufen soll, ist die Entscheidung des Käufers, welcher den Transport im Normalfall auch bezahlen muss. Speditionen bieten häufig verschiedene Möglichkeiten, wie der Transport gestaltet wird an und haben besondere Sicherheitsvorkehrungen in den Pferdetransportern. Gute Pferdetransportunternehmen sind zum Beispiel mit entsprechenden Videokameras im Pferdeanhänger ausgestattet.

Wenn das Pferd selbstständig transportiert und zum Beispiel bei einem Kauf abgeholt wird sollten versicherungsrechtliche Fragen frühzeitig abgeklärt werden. Gerade längere Strecken sollten gründlich geplant sein. Schaue Dir  die Strecke genau an und informiere Dich über mögliche Alternativstrecken oder aktuelle Verkehrsinformationen. So gestaltest Du den Transport für Dein Pferd besonders angenehm. Eine ausreichende Versorgung des Pferdes mit Heu während der Fahrt ist ebenso wichtig, wie die regelmäßige Flüssigkeitszufuhr. Bei längeren Fahrten sollten immer wieder Pausen eingelegt und das Pferd getränkt werden.

Pferdetransport über Autobahn

Gerade längere Strecken sollten gründlich geplant sein – informiere Dich über mögliche Alternativstrecken oder aktuelle Verkehrsinformationen.

Welchen Führerschein benötigt man für den Pferdetransport? 

Ein Anhängerführerschein der Klasse BE ist notwendig um einen Pferdeanhänger, um ein bis zwei Pferden zu ziehen. Bei Personen mit einem Führerschein, der vor dem Jahr 1999 ausgehändigt wurde, ist kein weiterer Führerschein nötig. Teilweise kann auch mit einem Führerschein der Klasse B ein Pferdeanhänger gezogen werden. In dem Fall ist darauf zu achten, dass die Gesamtmasse des Gespanns max. 3.500 kg beträgt.

Checkliste Pferdetransport

Die wichtigsten Utensilien für einen Pferdetransport sind:

  • Equidenpass
  • Halfter mit Strick
  • Transportgamaschen (evtl.)
  • Heu und Futtermittel für längere Strecken
  • Wassereimer und gefüllter Wasserkanister
  • Evtl. eine bzw. mehrere Decken

Hinweis: Vor dem Pferdetransport sollte das Pferd noch einmal getränkt und vor der Abfahrt etwas bewegt werden. 

Pferdetransport gilt als Gefahrenübergabe

Wenn ein Pferd nach einem Kauf transportiert wird, gilt der Transport als Gefahrenübergabe. Das bedeutet, dass eine  Abholung des Pferdes als Käufer, eine Übernahme der gesamten Verantwortung für den Transport mit sich zieht. Sollte also der Fall eintreten, dass sich das Pferd beispielsweise verletzt, hast Du als Käufer alle Kosten und Mühen zu tragen. Als Käufer sind sie also auf der sichersten Seite, wenn Du Dir das Pferd bringen lassen. Wenn der Verkäufer das Bringen des Pferdes aber verweigert, hast Du als Käufer die Wahl zwischen einer Spedition oder einer selbstständigen Abholung

Wer darf ein Pferd transportieren?

Ein Pferd darf von erwachsenen Personen, mit einer Fahrerlaubnis zum Anhängerziehen transportiert werden. Wenn das Pferd in einem Pferdetransporter bis 3,5 t gefahren wird, ist kein zusätzlicher Anhängerführerschein nötig.

Tipps für den sicheren Pferdetransport

Vorbereitung des Zugfahrzeuges und Anhängers

Nicht alle Fahrzeuge sind zum Ziehen eines Anhängers geeignet, geschweige denn zugelassen. Die richtige Wahl des Autos aus dem Fuhrpark ist daher entscheidend. Zunächst sollte mit dem das Zugfahrzeug, sowie dem Anhänger ein technischer Test gemacht werden. Mit einer zweiten Person sollte man einmal überprüfen, ob alle Lichter funktionieren. Sprich Abblendlicht, Bremslichter und Blinker. Beim anhängen des Pferddeanhängers lässt man sich am besten auch von einer zweiten Person helfen. Überprüfen sie, ob der Hänger richtig angekuppelt ist, das Bremsseil und Kabel korrekt angebracht und mit dem Auto verbunden sind. Wenn das alles passt, sollten Sie das vorbereitete Heunetz im Anhänger anbringen. Dieses am besten sicher an der Wand und Decke aufhängen, sodass es während der Fahrt nicht umher schleudern und das Pferd behindern kann. Anschließend kann der Hänger eingestreut werden.

Einstreuen des Pferdeanhängers ist Pflicht

Beim Transport von Tieren, ist man dazu verpflichtet, den Hänger so auszustatten, dass keinerlei Flüssigkeiten oder Fäkalien auf die Fahrbahn gelangen. Laut § 2 Nr. 4a Tiergesundheitsgesetz zählen Pferde zum Vieh, dadurch kommt die Viehverkehrsverordnung für den Pferdetransport zur Anwendung. Hieraus muss gemäß § 1 Abs. 1, Satz 1 Nr.1 verhindert werden, dass sogenannte „tierische Abgänge“ aus dem Anhänger kommen können. Genauer beschrieben ist es wie folgt:  § 1 Viehtransportfahrzeuge (1) Fahrzeuge und Anhänger, die zur Beförderung lebenden Viehs benutzt werden (Viehtransportfahrzeuge), sowie für eine solche Beförderung benutzte Behältnisse müssen 1. so beschaffen sein, dass tierische Abgänge, Einstreu oder Futter während des Transportes nicht heraussickern oder herausfallen können, und 2. leicht zu reinigen und zu desinfizieren sein.

Pferd wird in einen Pferdeanhänger eingeführt

Wenn ein Pferd nach einem Kauf transportiert wird, gilt der Transport als Gefahrenübergabe.

Vorbereitung des Pferdes

Wenn das Gespann aus Anhänger und Auto oder der Pferdetransporter zur Abfahrt bereit ist, kann das Pferd vorbereitet werden. Es empfiehlt sich, die Beine des Pferde mit Transportgamaschen oder einem anderen Beinschutz auszustatten. Besonders beim Verladen an sich kommt es regelmäßig zu Verletzungen. Besonders das Eisen abtreten, Ballentritte oder Schnittverletzungen sind keine Seltenheit. Der Pferdeführer sollte unbedingt festes Schuhwerk und Handschuhe tragen. Auch ein Helm ist beim Verladen nicht verkehrt.

Zum Führen des Pferdes sollte ein stabiles Halfter mit einem Strick mit Panickhaken verwendet werden. Zum Verladen sollten die Verschlusshaken der Hängerklappe vollständig unter der heruntergelassene Klappe verschwinden. Dies verhindert, dass das Pferd sich beim Drauftreten verletzen kann und dass die Haken verbiegen.

Pferd verladen

Die Art und Weise, wie genau verladen wird, variiert: Die meisten Pferde werden von ihren Besitzern normal in den Hänger geführt. Dies sollte zügigen Schrittes passieren, da Pferde häufig auf der Klappe etwas schneller voran schreiten. Wenn das Pferd „alleine“ in den Hänger geht, sollte der Strick unbedingt über dem Hals des Pferdes liegen und nicht auf dem Boden schleifen. Sobald das Pferd im Hänger ist, sollte erst die Stange hinter dem Pferd ordnungsgemäß eingehakt und gesichert werden. Im Anschluss kann das Pferd mit einem nicht zu langen Strick angebunden werden. Gehe dabei auf Nummer sicher und achte darauf, dass das Pferd sich den Strick weder übers Genick ziehen, noch reintreten kann. Zuletzt wird die Klappe des Hängers geschlossen. Bei starkem Wind oder Regen sollte die Plane ebenso runtergezogen werden.

Wie lange kann man ein Pferd transportieren? 

Dauert die Fahrt mit dem Pferd länger als zwei Stunde sollte man eine kurze Trink-, und Entspannungspause einlegen. Bei Fahrten, die vier Stunden und länger dauern, sollte man auch eine Bewegungspause einlegen.

Die Fahrt

Während der Fahrt solltest Du darauf achten, dass Du pferdefreundlich fährst. Dies bedeutet, dass Du langsam beschleunigen und bremsen sollst. In Kurven ist besondere Vorsicht geboten: Fährst Du zu schnell um die Kurven oder durch Kreisverkehre, kommt das Pferd aus dem Gleichgewicht. Wenn die Fahrweise insgesamt ruckelig und zu schnell ist, fahren Pferde häufig ungerne Hänger und haben viel Mühe, sich bei der Fahrt zu entspannen. Nicht zuletzt stellt eine solche Fahrweise immer ein erhöhtes Risiko dar.

Wenn das Pferd während der Fahrt sehr unruhig ist, sollte unbedingt angehalten werden, um zu kontrollieren, ob im Anhänger alles in Ordnung ist. Bei langen Fahrten sollten Pausen zum Tränken und Erholen mit eingeplant werden. Für einen sicheren Pferdetransport sollten immer Personen mit ausreichend Erfahrung mitfahren.

Pferd abladen

Sobald das Ziel erreicht ist, stellst Du sicher und nimmst Dir eine helfende Hand zur Seite, um das Pferd abzuladen. Zuerst wird der Strick gelöst, sodass Du diesen wieder in der Hand hältst. Anschließend kann die Hängerklappe durch eine zweite Person geöffnet werden. Sobald Du vorne beim Pferd Dein Ok gibst, kann die andere Person die Stange an der Hinterhand aushaken. Dabei sollte drauf geachtet werden, dass man niemals hinter dem Pferd steht, sondern dies aussschließlich von der Seite des Anhängers oder auf der anderen Seite der Anhängerklappe durchführt. Sobald die Stange gelöst ist, kann das Pferd vorsichtig rückwärts geführt werden. Die zweite Person sollte darauf achten, dass das Pferd auf der Hängerklappe gerade bleibt und nicht seitlich abrutscht oder neben die Klappe treten kann.

Nachdem das Pferd sicher abgeladen wurde und am Ziel angekommen ist, sollte der Hänger wieder gereinigt werden. Äppel und Streu dazu am besten entfernen und evtl. den Hänger mit Wasser und einem Schrubber ausfegen. Das Heunetz sollte ebenso entfernt und übriges Heu ausgeleert werden.

 

Zwei graue Pferdeanhänger von der Seite

Die richtige Wahl des Autos aus dem Fuhrpark ist entscheidend, denn nicht alle Fahrzeuge sind zum Ziehen eines Anhängers geeignet.

Was kostet ein Pferdetransport?

Die Kosten für einen Pferdetransport variieren. Je nachdem ob man das Pferd selbst fährt oder einen professionellen Transport, zum Beispiel durch eine Spedition, wählt. Am besten nimmt man Kontakt zu verschiedenen Pferdetransport Unternehmen auf, um sich individuell zugeschnittene Angebote einzuholen.

Kosten für den Pferdetransport

Wenn man ein Pferd selbstständig transportiert, sollte man die Kosten für den Sprit und die Wartung des Autos und Anhängers bedenken. Das Ziehen eines Pferdeanhängers mit Pferden bedeutet, dass das Zugfahrzeug einen erhöhten Verschleiß hat. Zudem muss man mit einem erhöhten Benzin/Diesel-Verbrauch rechnen, wenn das Auto schwere Last ziehen muss.

Entscheidet man sich für einen professionellen Pferdetransport, sollte man Kontakt zu verschiedenen Transportunternehmen aufnehmen. Diese können ihren Kunden dann individuell, auf den gewünschten Transport und das Pferd, zugeschnittene Angebote geben. Die Kosten, mit denen man ungefähr rechnen muss, sind häufig auf den Internetseiten der Unternehmen aufgelistet. Meist stellen diese Dienstleister erfahrene Teams, die sehr geschult mit dem Fahren von Pferden und dem Umgang mit den Vierbeinern sind.

Im Falle eines professionellen Pferdetransports, z.B. durch eine Spedition muss man mit folgenden Kosten rechnen: (Preise können variieren)

Leerkilometer (An- und Abfahrt) 0,60€
Pro Fahrtkilometer 1,00€ bis 1,40€
Aufschläge bei Fohlen,- oder Nottransport 0,20€ bis 0,60€
Begleitperson bei Notfall oder Langestrecke 0,80€

Pauschale für: Desinfektion, Heu, Wasser, Einstreu

40,00€

Stundensatz /p. 0,5 Std u. Mitarbeiter für Verladetrainings oder Wartezeiten

15,00€

Zuschläge für Sonn-, Feiertage oder Nachtfahrten

ab 50€

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