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Piephacke beim Pferd – Ursachen, Symptome & Behandlung

von Pia Mross
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Piephacke beim Pferd – Ist sie ein Schönheitsfehler oder steckt doch mehr dahinter? Was genau eine Piephacke beim Pferd ist und welche Bedeutung diese für den Alltag des Pferdes haben kann, erklären wir in diesem Artikel.

Piephacke: Krankheitssteckbrief

Was ist eine Piephacke?

Unter einer Piephacke versteht man eine Entzündung des Schleimbeutels, welcher unter der Haut des Fersenbeinhöckers zu finden ist. Auslöser für diese Schleimbeutelentzündung kann bereits ein Tritt eines anderen Pferdes oder ein Tritt gegen die Boxenwand sein. 

Gefahr durch Piephacken – Haben Pferde dadurch Schmerzen?

Nicht zwingend führt die Piephacke zu Schmerzen. Bei einer bakteriellen Entzündung sind Schmerzen möglich, die sich dann durch Lahmheit bemerkbar machen können. Doch auch ohne erkenntliche Symptome und ohne Schmerzen kann eine Piephacke entstehen.

Was bedeutet Schönheitsfehler bei Pferd?

Schönheitsfehler beim Pferd wie eine Piephacke oder ein Überbein sind lediglich optische Makel beim Pferd und betreffen im ausgeheilten Zustand weder das Training, noch sonstige Bewegungen. 

Ursache und Entstehung einer Piephacke beim Pferd

Bereits ein Schlag gegen oder auf das Sprunggelenk kann ausreichen, um eine Piephacke entstehen zu lassen. Die Flüssigkeit im Schleimbeutel nimmt während des Entzündungsprozesses zu, sodass eine große Beule entsteht. Diese Ansammlung von Flüssigkeit im Schleimbeutel wird als Galle bezeichnet.

Kann man als Pferdebesitzer etwas tun, wenn man eine Piephacke entdeckt?

Wird eine Piephacke entdeckt, sind Kühlen und auch das Massieren der betreffenden Stelle wichtige Maßnahmen. Durch beides kann die Entzündung reduziert werden. Stellt sich auch nach wenigen Tagen keine Verbesserung ein, lahmt das Pferd und die Piephacke wird nicht kleiner, sollte ein Tierarzt konsultiert werden.

Grundsätzlich gilt: Je früher eine Piephacke entdeckt und behandelt wird, desto schneller kann sie abheilen. Vor jedem Reiten beispielsweise das Pferd gründlich durchzuchecken ist ein guter Anfang.

Piephacke Pferd: Zwei Hinterbeine eines Pferdes.

Ein Schlag gegen oder auf das Sprunggelenk kann ausreichen, um eine Piephacke entstehen zu lassen.

Was tun bei Piephacke beim Pferd?

Kühlen (beispielsweise mit einem Wasserstrahl) und Massieren sind erste Maßnahmen. Sollte die Piephacke dadurch nicht nach wenigen Tagen kleiner werden oder das Pferd lahmt weiterhin, sollte ein Tierarzt verständigt werden.

Welche Behandlungsmöglichkeiten haben Tierärzte?

Bei der Behandlung einer frischen Piephacke durch einen Tierarzt gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Punktion bei einer weichen Piephacke: Bei der Punktion wird die angesammelte Flüssigkeit aus der Schwellung herausgezogen. Auch ein abschwellendes Mittel als unterstützende Maßnahme kann Erfolge zeigen.
  • Blutegel-Therapie: Die Blutegel werden auf die betreffende Stelle gesetzt, beißen Löcher in die Haut, setzen sich in diese fest und geben über den Speichel verschiedene Substanzen ab, welche nicht nur entzündungshemmend sind, sondern auch Schmerzen lindern können. 
  • Unterstützend bei einer Piephacke kann auch das Anlegen von Sprunggelenkschonern sein. Die daraus entstehende Wärme kann die Durchblutung anregen und so den Heilungsprozess beschleunigen.

Ist die Piephacke bereits hart und das Pferd lahmfrei, kann man die Piephacke operativ entfernen lassen. Da es sich jedoch nur um einen Schönheitsfehler handelt, ist diese Maßnahme nicht unbedingt notwendig. 

Sind Piephacken beim Verkauf ein Grund zur Preisminderung?

Da es sich um einen reinen Schönheitsfehler handelt, sind Piephacken beispielsweise bei einem Freizeitpferd kein Grund für eine Preisminderung. Bei Pferden, die hingegen im Turniersport eingesetzt werden und auch optisch gut dastehen sollen, kann eine Piephacke den Preis mindern.

Gibt es Pferde, die stärker zu Piephacken neigen als andere?

Grundsätzlich kann eine Piephacke jedes Pferd treffen und es gibt beispielsweise keine Rasse, die stärker betroffen ist als eine andere Rasse. Der Charakter hingegen spielt schon eher eine Rolle. Unruhige, nervöse Pferde oder Pferde mit zu viel Energie neigen eher dazu, beispielsweise gegen die Boxenwand zu schlagen und sind daher eher betroffen. Mit einer guten Prophylaxe kann man einer Piephacke jedoch ein wenig vorbeugen – ausschließen kann man diese jedoch nie.

Warum bleiben einige Piephacken für immer?

Der Körper hat durch die Prellung vermehrt Bindegewebe an der betroffenen Stelle gebildet. Überschüssiges Bindegewebe wird dann jedoch nicht immer vollständig vom Körper wieder abtransportiert und verbleibt an der Stelle. Diese verhärtet sich und bildet die Piephacke. 

Piephacke Pferd: Hinterbein eines Pferdes.

Mit einer guten Prophylaxe kann man einer Piephacke jedoch ein wenig vorbeugen.

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Was kann man gegen Gallen beim Pferd tun?

Folgende Maßnahmen können beispielsweise bei einer Galle eingesetzt werden: Punktion, entzündungshemmende Medikamente, Akupunktur, Blutegel-Therapie oder Globuli. Wer Gallen beim Pferd mit Hausmitteln therapieren möchte, kann zudem Angussverbände (mit Arnika) anlegen oder auch Tee-Mischungen aus beispielsweise Löwenzahn, Brennnesseln, Giersch, Weißdorn und Hagebutte verabreichen. Dieser Tee unterstützt den Heilungsprozess von Innen.

Vorbeugen von Piephacken beim Pferd

Vorbeugen lässt sich in vielen Punkten. Wichtig ist beispielsweise, dass das Pferd sich grundsätzlich in der Box ungehindert bewegen und weich hinlegen kann. Pferde, die nicht wissen, wie sie ihre überschüssige Energie loswerden können, neigen in der Box zum Treten. Daher ist täglicher Weidegang und/oder Training empfehlenswert. Daran schließt sich auch eine korrekte Fütterung an. Wird dem Pferd beispielsweise eine zu energiereiche Futtermenge verabreicht, kommt es zum Anstau von Energie und dem Frang des Pferdes, diese loszuwerden.

Auch die Hufe spielen eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung einer Piephacke. Korrekter Beschlag (sofern notwendig) sowie korrektes Schneiden (vor allem bei Fehlstellungen) sind wichtige Maßnahmen.

Im Transporter können Transportgamaschen unnötige Stöße verhindern.

Was tun bei Schleimbeutelentzündung beim Pferd?

Entzündungshemmende Medikamente sowie eine Entlastung der betroffenen Stelle sind besonders wichtig. Eine Lymphdrainage kann ebenfalls helfen.

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