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Englisch reiten – was bedeutet das?

von Finia Fischer
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„Englisch reiten“ beschreibt die englische Reitweise. Sie bezeichnet einen bestimmten Stil, Pferde zu reiten und auszubilden. Es gibt mehrere Reitweisen, die aus verschiedenen Gegenden und Kulturen stammen. Heute wählt ein Reiter aus mehreren Reitweisen diejenigen Komponenten, die ihm und seinem Pferd am meisten liegen. Eine der bekanntesten Reitweisen ist die englische Reitweise.

Was ist englisch reiten?

Englische Reitweise ist eine Sammelbezeichnung für Dressurreiten, Springreiten, Vielseitigkeitsreiten und diverse weitere Pferdesportarten.

Englisch reiten – Definition

Englische Reitweise oder auch „englisch reiten“ genannt, ist eine Sammelbezeichnung für Dressurreiten, Springreiten, Vielseitigkeitsreiten, Rennreiten, Jagdreiten und diverse weitere Pferdesportarten, wie beispielsweise Polo. Die Bezeichnung „englische Reitweise“ wird vorwiegend von Anhängern anderer Reitweisen zur Abgrenzung genutzt.

Die englische Reitweise hat ihren Ursprung im Militärreiten. Dieser Reitstil ist in Deutschland und anderen Ländern Europas weit verbreitet.

Bei dieser Reitweise wirkt der Reiter ständig kontrollierend auf das Pferd ein. Er reitet es in der sogenannten Anlehnung, d.h. er hat immer leichten Kontakt zum Pferdemaul. Man spricht auch davon, dass das Pferd an den Hilfen steht. Dem Englisch-Reiter ist in erster Linie an der Ästhetik und Ausstrahlung des Pferdes gelegen. Dazu gehören für ihn außer der Anlehnung auch die Aufrichtung, Versammlung, Losgelassenheit und schwungvolle, taktreine Gänge. Um das zu erreichen, setzt er Gesäß, Schenkel und Zügelhilfen ein.

Als elementar wird die Jahre dauernde Ausbildung des Pferdes nach der sechs Schritte umfassenden Ausbildungsskala angesehen, die sich zunächst mit Takt, Losgelassenheit, Anlehnung, Schwung und Geraderichten des Pferdes und erst im fortgeschrittenen Stadium der Dressurausbildung mit der Versammlung beschäftigt.

Die bevorzugten Pferderassen zum „englisch reiten“ sind Warmblüter mit drei raumgreifenden Grundgangarten, Kleinpferde und Ponys. Zu den Ausrüstungsgegenständen der englischen Reitweise gehören üblicherweise der flache englische Sattel und ein Zaum mit verschiedenen Formen der Trense, Pelhams oder Kandaren mit Reithalftern und Nasenriemen Verwendung. 

Wie reitet man richtig englisch?

Das lässt sich pauschal nur schwer beantworten. Wichtig ist jedoch bei der englischen Reitweise, dass eine konstante Anlehnung zwischen Pferd und Reiter herrscht. Außerdem orientiert sich die Reitweise an der Ausbildungsskala.

Englische Reitweise

Die englische Reitweise basiert auf der sechsstufigen Ausbildungsskala.

Englisch reiten – Was muss ich beachten?

Die englische Reitweise wird maßgeblich durch die sechs Begriffe der Ausbildungsskala geprägt:

Takt

Unter im Takt reiten wird verstanden, dass die Zeit zwischen den Schritten des Pferdes immer gleich bleibt. Auf diese Weise entsteht eine gleichmäßige Bewegung.

Losgelassenheit

Wenn von Losgelassenheit die Rede ist, meint dieses, dass das Pferd unverkrampft und locker läuft und die Hilfen des Reiters willig annimmt.

Anlehnung

Die Anlehnung ist die Verbindung zwischen Reiterhand und Pferdemaul, wobei das Pferd Reaktionen auf feinste Zügelhilfen in Kombination mit Schenkel- und Gewichtshilfen zeigt.

Schwung

Im Fachjargon wird davon gesprochen, dass das Pferd „vorwärts geht“. Der Schwung resultiert aus der Schubkraft der Hinterhand.

Geraderichten

Geraderichten bedeutet schlicht Geradeauslaufen, wobei Vor- und Hinterhand genau hintereinander in einer Spur gehen sollen. Voraussetzung dafür ist, dass das Pferd biegsam und geschmeidig im Gleichgewicht geht.

Versammlung

Durch die Versammlung erfolgt eine Verlagerung des Schwerpunktes des Pferdes von vorne nach hinten. Wenn das Pferd versammelt geht, treten die Hinterbeine vermehrt unter den Körper.

Wie treibe ich ein Pferd richtig an?

Treibe mit dem oberen Teil der Wade, ausgelöst durch ein Anspannen der hinteren Oberschenkelmuskulatur. Dabei sollte das Knie offen und locker sein. Auch die Fußgelenke sollten locker sein, während die Fersen mit der Bewegung nach unten schwingen. Die Bewegung des Pferdes bestimmt den Zeitpunkt des Treibens.

Wie lenke ich mein Pferd mit den Schenkeln?

Treibt der rechte Schenkel, bewegt sich das rechte Hinterbein des Pferdes nach links. Setzt der Reiter den linken Schenkel ein, dann tritt das linke Hinterbein nach rechts.

Exkurs: Westernreiten

Das Pferd soll sich beim Westernreiten von alleine tragen und mit aktiver Hinterhand unter dem Reiter gehen. Es gibt weniger eindeutige Richtlinien, als in der englischen Reitweise, was die einzelnen Hilfen betrifft. 

Viele Westernreiter arbeiten auch mit Stimmsignalen. So zum Beispiel ein „Küsschen“-Geräusch zum Angaloppieren (wenn nötig mit gleichzeitigen leichten Bein- und Zügelhilfen) oder ein „Whoa“ für Halt. Die wichtigsten Unterschiede zum „englisch reiten“ sind vermutlich aber die Impuls-gebenden Hilfen.

Anders als beim englischen Reitstil gibt es die permanente Anlehnung durch Maulkontakt (da lockere Zügel) beim Westernreiten nicht auf diese Art und Weise. 

Die Westernreitweise kommt ganz ursprünglich aus der Reitweise der spanischen Vaqueros, die ihre Reitkultur mit nach Amerika brachten. Da der Cowboy weite Strecken zu überwinden hatte, sollte das Pferd ohne viele Signale mitarbeiten und so dem arbeitenden Cowboy helfen. Westernreiten heißt mit lockerem Zügel und kurzen impulsartigen Hilfen zu reiten. Sie dann aber sofort ruhen zu lassen, wenn das Pferd den Wunsch erfüllt. Der Reiter macht so lange nichts, bis entweder das Pferd etwas ändert oder der Mensch auf dem Pferd etwas ändern will.

Was ist der Unterschied zwischen Englisch- und Westernreiten?

Der größte Unterschied zwischen der englischen Reitweise und dem Westernreiten ist die Art der Hilfengebung. In der englischen Reitweise basiert die Kommunikation zwischen Pferd und Reiter auf der konstanten Anlehnung. Beim Westernreiten werden impulsgebende Hilfen eingesetzt.

Englische Reitweise und Westernreiten

Welche Reitweise die für Dein Pferd und Dich richtige ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wichtiger ist das WIE.

Englisch reiten – passt der Reitstil zu mir?

Welcher Reitstil der Richtige für Dich und Dein Pferd ist, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. 

Vermutlich muss es reitweisenübergreifend heißen: Sanft am Zügel, guter Sitz und vor allem bewusst und mit gutem Unterricht – so sollte richtiges Reiten sein, ob Du nun englisch reitest oder anders. Am Ende müssen wir wohl einfach nur eine Antwort auf die Frage finden: „Wie kann ich so fein wie möglich, so gesund wie möglich reiten?“ Egal in welcher Reitweise.

Es geht dabei also nicht primär um das „Was“, sondern vielmehr um das „Wie“:

  • WIE kann ich Reiten, ohne dem Pferd zu schaden?
  • WIE kann ich reiten, sodass es dem Pferd auch Spaß macht?
  • WIE kann ich so Reiten, dass das Pferd gesund und zufrieden ist?
  • WIE kann ich möglichst fein reiten und welche Hilfen brauche ich am besten dafür?

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