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Fiaker-Pferde: Auch 2021 kein hitzefrei ab 30 Grad

von Regina Schweizek
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Auch dieses Jahr veranlassten die ersten Hitzewellen des Jahres wieder Diskussionen über die Wiener-Fiaker Gespanne. Erstmalig allerdings forderte auch  der Wiener Tierschutz-Stadtrat Hitzefrei für die Pferde ab der 30 Grad Temperaturmarke.  Eine Neuregelung kann jedoch nur auf Bundesebene eingeführt werden und schließe dann vermutlich alle Gespannfahrer:innen ein.

Die momentane Regelung besagt, dass Wiener Fiaker ab 35 Grad Celsius nicht mehr fahren dürfen. Wird dieser Wert in der Wetterstation Wien Innere Stadt (TAWES) gemessen, so sind weitere Rundfahrten und bestellte Fahrten verboten. Zudem sind die Standplätze an diesem Tag unverzüglich zu räumen und der Betrieb muss eingestellt werden.

Bei dieser Regelung geht es jedoch nicht um Aspekte des Tierschutzes, sondern um die Arbeitsbedingungen der Kutscher:innen und die allgemeine Verkehrssicherheit. Bauarbeiter:innen und andere Berufsgruppen haben beispielsweise ähnliche Hitzefrei-Regelungen. 

Der Versuch der Stadt Salzburg

Seit einigen Jahren fordern Tierschützer:innen den Grenzwert auf 30 Grad herunterzusetzen. Sie sind davon überzeugt, dass Pferde schon unter 35 Grad an Hitzestress leiden. Im letzten Jahr fanden die Forderungen bei der Stadt Salzburg Zuspruch. Im Dezember 2020 beschloss der Gemeinderat, dass der Fiaker-Betrieb ab Sommer 2021 schon ab 30 Grad eingestellt werden sollte. Allerdings stellte sich der Beschluss als hinfällig heraus. Die Salzburger Fiaker erklärten sich lediglich zu einer Verhandlung hinsichtlich des Vertrages mit der Stadt bereit, gaben jedoch nicht ihre Zustimmung. Dadurch ist die neue Regelung nicht durchsetzbar und die Pferde arbeiten weiterhin erst ab 35 Grad nicht mehr.

Fiakerfahrer:innen lehnen ab

Die Fiaker berufen sich bei ihrer Ablehnung des Vertrages auf eine Studie der Veterinärmedizinischen Universität Wien (2008) zum Thema Hitzestress bei Fiakerpferden. Im Auftrag der Tierschutzombudsstelle Wien wurde damals untersucht, ob die Tiere bei einer hohen Außentemperatur und wenig Kühlmöglichkeiten Symptome von Hitzestress aufweisen. Die Messungen, welche bei insgesamt zwölf Pferden (Warmblüter und Traber) an heißen und kühleren Tagen durchgeführt wurden, ließen nicht auf Hitzestress schließen. Gemessen wurden die Körpertemperatur, Atemfrequenz und Blutwerte. Zudem wurde das Verhalten der Tiere beobachtet. 

Mögliche Konsequenzen bei Neuregelungen

Sollte die Forderung ein Fahrverbot für Pferdegespanne ab 30 Grad in die 1. Tierhaltungsverordnung aufgenommen werden, kann dies Konsequenzen für sämtliche Gespannfahrten in Österreich nach sich ziehen. So müsste theoretisch auch der Breitensport in Betracht gezogen werden, also auch jede andere Nutzung von Pferden als Sport- oder Nutztieren. Momentan soll es jedoch wohl nur um gewerbliche Kutschfahrten gehen. Genaueres könne zu einer möglichen Neuregelung noch nicht gesagt werden, gab die Mediensprecherin bekannt. 

Quelle: PR

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