Working Equitation

Working Equitation –  Was ist das eigentlich?

Die Working Equitation erfreut sich immer mehr Anhängern und einem immer größer werdenden Publikum. Doch was ist eigentlich Working Equitation?

Dieser Vielseitigkeitssport fasst alle alten, europäischen Arbeitsreitweisen zusammen. Stark beeinflusst wurde sie dabei  von den spanischen Vaqueros, den französischen Gardiens und der italienischen Butterie. In diesen Ländern wurden Pferde schon seit Jahrhunderten für die Arbeit mit Rindern genutzt. Somit gilt die Working Equitation auch als Ursprung des Westernreitens.

Welche Pferde eignen sich für Working Equitation

Gute Working Equitation Pferde sind besonders wendig, schnell, nervenstark und gehorsam. Sie sollten über großes Geschick und eine gute Durchlässigkeit verfügen.  In den verschiedenen Ländern entstanden so über die Jahre hoch spezialisierte Pferderassen. In Portugal zum Beispiel wird der Lusitano verwendet. In Spanien werden in der Doma Vaquera sowohl Andalusier als auch Kreuzungen mit Warmblütern, sogenannte Crusados eingesetzt und die französischen Gardians verwenden Camargue-Pferde.  In Deutschland ist das P.R.E. Pferd immer mehr im Kommen. Die Pura Raza Espanola ist besonders gut für die Arbeitsreitweise geeignet. Durch gutes Training erreichen diese Pferde eine besonders hohe Aufrichtung und eine starke Hinterhand, wodurch sie gut zu versammeln sind.

Welche Pferde eignen sich für Working Equitation

Da die Arbeitsreitweise über die Jahre drohte in Vergessenheit zu geraten, wurden verschiedene Verbände zum Erhalt dieses Kulturgutes gegründet. Die Dachorganisation World Association for Working Equitation (WAWE) nahm sich als Ziel, nationale Turniere und Meisterschaften aber auch Europa- und Weltmeisterschaften auszurichten. Seit 2008 hat sich die Working Equitation auch in Deutschland als neue Turnierdisziplin etabliert. Gestartet wird in Einsteigerklassen, in denen noch beidhändig geritten wird, bis hin zur Meisterclass, die beispielsweise bei Europameisterschaften zu bestaunen ist. Dort darf nur einhändig geritten werden.

Working Equitation als Prüfung

Jeder Wettbewerb besteht aus bis zu 4 Einzeldisziplinen deren Ergebnisse in der Summe das Endergebnis ergeben.

Teilprüfung 1 ist die Dressur. In dieser Prüfung wird besonders auf die Rittigkeit des Pferdes geachtet. Zur Musik muss der Reiter verschieden schwere Aufgaben vom Rückwärtsrichten bis hin zu fliegenden Wechseln absolvieren. Punkte gibt es für eine gute Durchlässigkeit, Gehorsam und Gelassenheit des Pferdes.

Teilprüfung 2 nennt sich Stiltrail. Bei dieser Prüfung müssen 10 bis 15 Gebrauchs-Hindernisse besonders sorgfältig überwunden werden, die auch in der täglichen Arbeit auf einer Rinderfarm anfallen können, wie zum Beispiel das Öffnen eines Gatters oder das Slalom-Reiten.  Hier ist besonders das Vertrauen des Pferdes zu seinem Reiter gefragt.

Teilprüfung 3 ist der sogenannte Speedtrail. Bei dieser Prüfung werden genau wie im Stiltrail Hindernisse überwunden, aber diesmal nach Zeit und Punkten, das heißt hier kommt es besonders auf die Geschicklichkeit, Wendigkeit und Schnelligkeit des Pferdes an.

Die letzte Teilprüfung Nummer 4 ist die Rinderarbeit. In dieser Prüfung wird in Teams geritten. Die Aufgabe besteht darin, dass ein Teammitglied ein Rind von der Herde separiert und das Team dieses  dann gemeinsam durch ein Gatter treibt. Punkte werden für eine gute Harmonie in der Gruppe, Gehorsamkeit der Pferde und für Achtsamkeit im Umgang mit den Rindern vergeben.

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