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Working Equitation

von ehorses
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Working Equitation ist eine Reitsportdisziplin, die aus den alten europäischen Arbeitsreitweisen entstanden ist. Neben der dressurmäßigen Grundausbildung müssen die Reiter und Pferde auch verschiedene Hindernisse überwinden, ihre Schnelligkeit unter Beweis stellen und teilweise sogar mit Rindern arbeiten. So sollen die alten Traditionen bewahrt werden. Alles über Working Equitation erfährst Du in diesem Artikel.

Working Equitation- Was ist das?

Working Equitation ist – wie der Name schon sagt – eine Arbeitsreitweise, die sich aus verschiedenen alten europäischen Arbeitsreitweisen zusammensetzt. Diese Sportart hat verschiedene Arbeitsschritte aus der Landwirtschaft, die früher mit dem Pferd ausgeführt wurden, zusammengefasst und sportliche Wettbewerbe daraus geformt. Das hatte vor allem den Hintergrund, dass die traditionelle Arbeit zu Pferd mit der zunehmenden Motorisierung in Vergessenheit zu geraten drohte. Um die Traditionen aufrecht zu erhalten, entstand die Idee, die europäischen Arbeitsreitweisen in eine internationale Sportart umzuwandeln.

Working Equitation besteht zumeist aus vier Teildiziplinen. Eine Dressurprüfung bildet die Grundlage, denn auch bei der Working Equitation wird viel Wert auf die gesunderhaltende und korrekte Gymnastizierung des Pferdes gelegt. Die zweite Disziplin ist ein Stil Trail. Dabei müssen verschiedene Hindernisse absolviert werden. Das erfordert Mut und Vertrauen. Das Pferd muss geschickt sein und selbstständig mitdenken und mitarbeiten. Im Stil Trail kommt es vor allem auf die korrekte Ausführung an. Im darauffolgenden Speed Trail ist hingegen die Geschwindigkeit entscheidend. Den Abschluss bildet die klassische Rinderarbeit.

Oft wird Working Equitation aufgrund des gleichen Ursprungs und der Ähnlichkeit der Wettbewerbe mit Westernreiten gleichgesetzt.

Was ist Working Equitation?

Working Equitation geht auf die traditionellen südeuropäischen Arbeitsreitweisen zurück. In verschiedenen Disziplinen wie Dressur, Trail und Rinderarbeit werden die früheren Arbeitsschritte sportlich nachempfunden.

Historie der Working Equitation

Wie bereits erwähnt, ist Working Equitation keine neuartige Erfindung. Auch wenn die Sportart noch nicht so alt ist wie andere Sportarten, gehen die einzelnen Disziplinen auf traditionsreiche Arbeitsweisen zurück. Früher wurden vor allem in Südeuropa Arbeitsreitweisen ausgeübt, die beim Treiben der Rinderherden eingesetzt wurden. Die Rinder mussten auf schwierigem Gelände sicher auf dem Weg gehalten werden. Ausbrecher mussten schnell zurück zur Herde gebracht werden. Auch das Öffnen von Toren und das Überwinden von Hindernissen wie Baumstämmen oder Wasserläufen gehörte zur Arbeit dazu. Das erforderte von Reitern und Pferden viel Geschick. Das Pferd musste sehr rittig sein und auf kleinste Hilfen des Reiters prompt reagieren. Auch Schnelligkeit und eigenes Mitdenken wurde von den Pferden gefordert.

Im Laufe der Zeit begannen die Rinderhirten sich in verschiedenen Arbeitsschritten zu messen. Teilweise wurde die Schnelligkeit, an anderen Stellen die Geschicklichkeit abgefragt. Auch die klassische Dressur als Grundlage der Ausbildung stand immer wieder im Mittelpunkt. Diese freundschaftlichen Wettbewerbe zum Zeitvertreib können als der Ursprung der Working Equitation angesehen werden.

Historie der Working Equitation

Auch wenn die Sportart noch nicht so alt ist wie andere Sportarten, gehen die einzelnen Disziplinen auf traditionsreiche Arbeitsweisen zurück.

Durch die zunehmende Motorisierung der Landwirtschaft wurden die Pferde in der täglichen Arbeit immer weniger gebraucht. Die traditionellen Arbeitsreitweisen drohten auszusterben. Deshalb entstand vor etwa 20 bis 25 Jahren unter Liebhabern die Idee, einen internationalen Dachverband zu gründen, der Wettbewerbe in der Working Equitation austragen sollte. Die World Association für Working Equitation (WAWE) hat ihren Sitz in Portugal. Bis heute haben sich 12 Landesverbände angeschlossen. Seit dem Jahr 2008 gehört auch Deutschland zu dem Verband.

Bekannte Sportler der Working Equitation sind unter anderem der mehrfache Weltmeister Pedro Torres, der aus Portugal stammt. Zu den Deutschen Topsportlern gehören unter anderem Stefan Schneider und Mitja Hinzpeter.

Woher kommt die Working Equitation?

Die Working Equitation geht auf die Arbeitsreitweisen in Frankreich, Spanien, Portugal und Italien zurück.

Die Vorteile der Working Equitation

Working Equitation ist ein sehr vielseitiger Sport, der ein intensives Training in den verschiedenen Disziplinen erfordert. Die Pferde lernen dabei genau auf den Reiter zu hören, aber auch selbstständig mitzudenken. Durch die unterschiedlichen Hindernisse und Anforderungen haben die meisten Pferde viel Spaß bei der Working Equitation.

Außerdem wird das Vertrauen zwischen Reiter und Pferd gestärkt. Der Reiter muss seinem Pferd bei schwierigen Hindernissen oder in der Rinderarbeit vertrauen. Das Pferd muss ebenfalls genügend Vertrauen in den Reiter haben, um die gruseligen Hindernisse selbstbewusst zu überwinden.

Besonders wichtig ist auch die dressurmäßige Grundausbildung. Diese sorgt dafür, dass das Pferd den Reiter korrekt und gesunderhaltend tragen kann und sich auch unter dem Sattel locker bewegt. Ohne eine feine Hilfengebung und eine präzise Reaktion des Pferdes darauf, kommt man in der Working Equitation nicht weit. So wird verhindert, dass Reiter mit Pferden an den Start gehen, die den Rücken wegdrücken und verkrampfen.

Welche Pferderassen eignen sich für die Working Equitation?

Working Equitation ist für alle Reiter und Pferde eine spannende Abwechslung. Neue Herausforderungen gemeinsam zu meistern stärkt das Vertrauen und gibt dem Paar Sicherheit in unbekannten Situationen. Deshalb können Working Equitation Übungen für alle Reiter – egal ob Spring-, Dressur- oder Freizeitreiter – sinnvoll sein. Für das Reiten auf dem Turnier ist es wichtig, dass Reiter und Pferd eine harmonische Einheit bilden. Das Pferd muss keine außergewöhnlichen Gangarten haben, vielmehr steht die Einstellung und Motivation des Pferdes an erster Stelle. Die Pferde sollten Spaß an den Aufgaben haben, diese mutig angehen und selbstständig mitdenken und geschickt sein. Mehr Anforderungen stellte die Working Equitation nicht, weshalb die Sportart für alle Pferderassen offen und geeignet ist.

Welches Pferd eignet sich für die Working Equitation?

Alle Pferde eignen sich für Working Equitation. Es werden keine speziellen Anforderungen an die Pferde gestellt.

Die richtige Ausrüstung fürs Pferd

Für die Working Equitation gibt es einige Vorgaben, was die Ausrüstung und das Outfit für Turniere angeht. Im Regelwerk steht, dass der Reiter in gedeckten Farben reiten soll. Das heißt, dass die Weste oder das Sakko des Reiters möglichst schwarz, braun oder anderweitig gedeckt eingefärbt sein sollte. Das Gleiche gilt für die Schabracke des Pferdes.

Des Weiteren ist festgelegt, dass der Reiter eine Kopfbedeckung tragen muss. Ob das eine Mütze oder Kappe oder ein richtiger Reithelm ist, ist den Reitern – vor allem Ausland – oft freigestellt. Hier hilft ein genauer Blick in die Ausschreibung.

Working Equitation: Pferd mit Reiter

Alle Pferde eignen sich für Working Equitation, es werden keine speziellen Anforderungen gestellt.

Aber wie sieht es mit dem Sattelzeug aus? Working Equitation ist ein sehr vielseitiger Sport. Während in der Dressur erforderlich ist, dass der Reiter mit einem langen, gestreckten Bein gut zum Sitzen kommt, braucht er gleichzeitig im Speed Trail und in der Rinderarbeit viel Halt, um schnelle Manöver gut ausbalancieren zu können. Genau diese Punkte müssen bei der Wahl der Ausrüstung beachtet werden. Ein reiner Dressursattel ist für Schnelligkeit und enge Wendungen im hohen Tempo in der Regel nicht geeignet, da er zu wenig Halt bietet. Springsättel hingegen geben zwar Halt, lassen den Reiter in der Dressurarbeit aber nicht gut genug zum Sitzen kommen. Ein Westernsattel ist wiederum für Dressur und Speedtrail sowie die Rinderarbeit geeignet, kommt aber bei geforderten Sprüngen im Trail an seine Grenzen. Wie man sieht, ist die Wahl des richtigen Sattels also alles andere als einfach.

Grundsätzlich empfiehlt es sich einen möglichst vielseitigen Sattel zu suchen, der alle Anforderungen bestmöglich verbindet. Einige Sattelhersteller haben mittlerweile sogar spezielle Working Equitation Sättel entwickelt. Diese Modelle haben besonders starke Pauschen, die ein langes Bein ermöglichen, aber gleichzeitig genügend Halt bieten. Die Auflagefläche des Sattels ist sehr groß und damit für die Pferde besonders angenehm gestaltet.

Die Disziplinen

Es gibt vier Teildisziplinen bei der Working Equitation. Oftmals werden die Disziplinen nicht einzeln, sondern gemeinsam bewertet. Das heißt, dass der Beste nach allen Disziplinen die Prüfung gewinnt.

1. Dressur

Die erste Disziplin ist die Dressur, die die Basis der Ausbildung darstellt. Traditionellerweise wird die Dressur zumeist zu Musik geritten. Es gibt fünf verschiedene Leistungsklassen, die sich in den Schwierigkeitsgraden der Lektionen unterscheiden. Während in den Einsteigerklassen häufig in den niedrigeren Gangarten geritten wird, konzentrieren sich die schweren Klassen vor allem auf Schritt- und Galopparbeit. In der Klasse S werden teilweise auch Lektionen aus dem Grand Prix der Dressurreiter abgefragt. In der Dressur geht es vor allem um die Einwirkung des Reiters. Die Hilfen sollen fein und präzise sein, sodass das Pferd prompt und gelassen reagieren kann. Wichtig sind sowohl die Reinheit der Gänge als auch saubere Übergänge.

2. Stil Trail

Im Stil Trail gilt es 6 bis 15 Hindernisse fehlerfrei zu bewältigen. Abgefragt wird unter anderem ein Parallel-Slalom, Gatter, Tore und Brücken müssen überwunden werden. Auch Tonnen zum Umrunden, Seitwärtsgänge über einer Stange (Sidepass), vorwärts und rückwärts durch eine Gasse reiten oder Glockengassen zählen zu den bekanntesten Lektionen. Die Reihenfolge der Hindernisse ist vorgegeben. Bewertet wird die korrekte Ausführung und der Stil. Das Pferd sollte für eine gute Note möglichst entspannt und souverän und den Reiter locker mitnehmen.

Working Equitation: Disziplinen

Bei Working Equitation empfiehlt es sich einen möglichst vielseitigen Sattel zu suchen, der alle Anforderungen bestmöglich verbindet.

3. Speed Trail

Der Speed Trail wird in der Regel erst ab der Klasse L ausgeschrieben, damit Reiter und Pferd zu Beginn der Ausbildung mehr auf den Stil und die korrekte Ausführung achten können. Oft wird der gleiche Parcours wie im Stil Trail geritten, allerdings sind auch Änderungen möglich. Im Speed Trail geht es darum den Parcours möglichst schnell zu absolvieren. Jeder Fehler wird mit Strafsekunden geahndet.

4. Rinderarbeit

Die Rinderarbeit ist optional. Je nachdem, was der Veranstalter ausschreibt, kann diese ursprünglichste Disziplin der Working Equitation geritten werden oder nicht. Bei dieser spektakulären Disziplin, die bei Reitern und Zuschauern sehr beliebt ist, muss der Reiter ein Rind von der Herde separieren. Anschließend muss das Rind in einen abgesperrten Zielbereich getrieben werden. Die Ausführung und das harmonische Zusammenarbeiten von Reiter und Pferd wird mit Punkten bewertet. Bei Punktgleichheit entscheidet die Zeit, in der das Rind in den Zielbereich gebracht wurde.

Wichtig ist, dass nicht jeder Reiter für die Rinderarbeit zugelassen wird. Zuvor muss ein Kurs absolviert werden, um zum einen das Pferd an die Kühe zu gewöhnen und um dem Reiter zu zeigen, wie er mit den Rindern umzugehen hat. Erst wenn der Rinderschein erfolgreich bestanden wurde, darf der Reiter an der Rinderarbeit teilnehmen.

Was bedeutet der enge Pferch beim Trail für Pferd und Reiter?

Der Pferch ist eine Aufgabe im Trail. Dabei handelt es sich um einen eingezäunten, kreisförmigen Bereich mit einem 3 Meter großen Innenkreis, der von einer 1.20 Meter breiten Laufspur begrenzt wird. Die Aufgabe besteht darin das Pferd hin den Pferch hineinzureiten, eine Runde herumzureiten und den Pferd anschließend wieder zu verlassen. Diese Aufgabe wird in den höheren Klassen im Galopp absolviert.

Die Leistungsklassen

In der Working Equitation werden fünf Leistungsklassen unterschieden. In den Einsteigerklassen E und A werden die Grundlektionen abgefragt. Dazu gehören Übergänge zwischen den Gangarten und einfache Bahnfiguren. Dabei müssen alle Grundgangarten gezeigt werden. Ab der Klasse L kommen weitere Lektionen wie Außengalopp, einfache Wechsel und Rückwärtsrichten dazu. Auch hier werden alle Gangarten gezeigt. In den beiden höchsten Klassen hingegen liegt der Fokus auf der Schritt- und der Galopparbeit. In der Klasse M kommen verschiedene Seitengänge und fliegende Galoppwechsel hinzu. In der Masterklasse, der Klasse S werden auch Pirouetten, Galopptraversalen und weitere Grand Prix Lektionen abgefragt.

Auch wenn die Lektionen und Aufgaben häufig an das Westernreiten erinnern, wird in der europäischen Arbeitsreitweise in Anlehnung geritten. In der Klasse E sind Wassertrensen zugelassen. Auch gebisslose Zäumungen sind erlaubt. Geritten wird beidhändig. In den Klassen A bis M dürfen die Reiter selbst entscheiden, ob sie eine Wassertrense oder eine Kandare mit Unterlegtrense nutzen wollen. In der Masterklasse wird das Pferd einhändig auf einer blanken Kandare geritten. Anders als in der klassischen Dressurreiterei gibt es keine Unterlegtrense. Das Pferd muss extrem fein an den Hilfen stehen, wobei die Zügelhilfe kaum genutzt wird. Vorrangig werden die Gewichts-sowie die Schenkelhilfen eingesetzt.